PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Nintendogs + Cats

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Simulation

Release:
25.03.2011 (erschienen)

Multiplayer:
nicht bekannt

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:

Review: Nintendogs + Cats

Jakob Nützler, 30.03.2011

13k°

7

Test mögen: Weitersagen:

Seit Jahrzehnten tobt der erbitterte Kampf zwischen kläffenden Hunden und kratzenden Katzen - nach Familienfilmen wie „Cats & Dogs“ und eigenen Youtube-Versionen der Haustierschlacht fehlt eigentlich bloß noch ein Prügelspiel in 3D. Aber nein, Harmonieverfechter Nintendo verzichtet auf die verführerische Spielvorlage ab 18 und addiert Hundeaugen mit Samtpfoten lieber zu einem gewaltfreihen Konzept. In „Nintendogs + Cats“ führt man die verfeindeten Fellknäuel mitsamt ihren menschlichen Parteien zusammen, fesselt die von 3D faszinierten Spieler unbemerkt mit der Hundeleine, mischt ihnen chemische Süchtigmacher ins Futter und macht sie zu willenlosen Weicheiern. Soweit jedenfalls der Plan, mit dem Nintendo zum 3DS-Launch Verkaufszahlen generieren und Gesellschaftspreise absahnen könnte - ohne hier aber irgendwelche Absichten zu unterstellen. Nintendo will uns doch nur lächeln sehen! Funktioniert diese Strategie wiederholt, mit der 2005 die Hardware-Verkäufe des DS beschleunigt wurden?

Hunde die bellen, beißen nicht
Keine Überraschung in den ersten Spielminuten: „Nintendogs + Cats“ führt euch sorgfältig durch die putzige Simulation und lässt uns Welpen füttern, streicheln, waschen und ihnen Tricks beibringen. Alles via Touchscreen und Mikrophon - genauso, wie es auch auf dem DS passierte. Selbst auf die drei Versionen (Zwergpudel, Golden Retriever und Französische Bulldogge mitsamt den neuen Katzenfreunden) kann man sich wieder verlassen. Deren Kaufentscheidung fällt aber unwichtiger aus als die eigentliche Haustierwahl - denn letztlich unterscheiden sich die Versionen nur im Startangebot der über 20 Tierrassen und der Wohnung zu Spielbeginn.

Ihr startet mit 2000 Euro und benötigt den Zaster, um für eure Haustiere zu sorgen. Anfangs könnt ihr euch bloß für einen Hund erwärmen - die drei Katzenrassen sind erst bei späterem Besuch im Zwinger anzutreffen. Um den Welpen an die neue Umgebung zu gewöhnen, dürft ihr mittels Stylus in angenehmem Spieltempo Tennisbälle, später Seifenblasen, Bumerangs & Co. zum Einsatz bringen. Via Spracherkennung tauft ihr das Tier auf einen Namen und könnt ihm mit der selben Methode auch Tricks beibringen. Gerade die Stimmenaufnahme funktioniert hierbei gut.

In der Stadt, die es nicht gibt
Mit voller Breitseite erwischt einen der typische Nintendo-Optimismus, sobald man sich auf die knuffige Präsentation einlässt. Wii zuvor ist hier alles auf Lifestyle getrimmt, vom modernen Menü im Holzdesign bis hin zu glücklich machenden Melodien beim Baden mit eurem Haustier.

Auch wenn ihr die eigenen vier Wände verlasst, gibt es Positiverlebnisse - in Shopping-Laune könnt ihr wie gehabt Tierbedarf oder Accessoires besorgen, eure Wohnung umdekorieren bzw. mit Möbeln (Vitrine, Körbchen etc.) bereichern oder bei Mr. Recycle unnütze Items verticken. Faszinierend: Der Hobbybastler schnitzt euch aus gefundenen Materialen wie Reifenteilen oder Plastik sogar Schallplatten oder andere Zusatzobjekte.

Das Gassi gehen gefällt mit einem neuen Ansatz: Ihr zeichnet keine Route mehr, sondern geht auf vorgegebenen, aber hübsch gemachten Wegen spazieren. Nach ein paar Ausflügen darf man sich unterwegs auch entscheiden, ob ihr euer Hündchen diesmal in der Stadt, am Strand oder in den Bergen ausführt. Egal jedenfalls, ob man im Park für den Disc-Wettbewerb trainieren, die Sporthalle besuchen oder im Café Petrov abchillen will - in Nintendos Fantasie liegt alles ein paar Schritte vom trauten Heim entfernt. Schade ist nur, dass man dieses Prinzip der Erkundungstouren spielerisch nicht vertieft hat - denn das Treffen von Miis, Hundekot entsorgen und an schicken Gebäuden vorbeilaufen ist allzu belanglos integriert und schlaucht mit fortschreitender Spielzeit etwas.

Nahezu unverändert sind die Turnier-Challenges geblieben - neben Disc-Wettbewerb und Gehorsamkeitstest in verschiedenen Klassen (Anfänger, Amateur bis hin zum Nintendogs-Pokal) ersetzt der Coursing-Wettlauf den Hindernisparcours aus dem DS-Vorgänger. Das mäßig packende Spielchen fordert euch dazu auf, einen Köder per Kurbel einzuholen und somit den Hund vor seinen Konkurrenten ins Ziel zu locken - naja. Dennoch motivieren die fordernden Wettbewerbe, da sie die einzig wirklich rentable Einnahmequelle darstellen.

Wie soll man gegen 101 Dalmatiner eine Chance haben?
Wer genug von treudoofen Zirkushunden hat, mit denen man andauernd um den Block rennen muss, hat sich von den „Nintencats“ sicherlich mehr erhofft. Lediglich drei Rassen sprechen ebenso wenig für eine ausgefeilte Implementierung wie die verdächtig ähnlichen Animationen - auch wenn es beispielsweise Katzengras und Kratzbaum gibt und sich die Miezen designtechnisch ausreichend von den Hündchen abheben. Tricks beibringen könnt ihr ihnen beispielsweise nicht - natürlich liegt die Eigenwilligkeit in der Natur der Tiere, doch gäbe es auch hier noch mehr Ansätze, um die Stubentiger nicht bloß als schmückendes Beiwerk dastehen zu lassen.

Steuerung:
„Nintendogs + Cats“ profitiert ungemein von dem Touchpad, auf dem ihr eure Lieblinge streichelt, schrubbt, die Leine oder aber Spielzeuge bzw. Turniergegenstände festhaltet und somit direkt eingebunden seid. Dass die Haustiere anders als im DS-Vorgänger nun lediglich mit Silhouette auf dem unteren Screen dargestellt werden, vergessen selbst Kritiker schnell. Die Tasten verwendet ihr beispielsweise, um die Kamera frei zu bewegen und jederzeit Fotos zu schießen. Auch Menüoberflächen, Frisbee werfen, Wohnung einrichten - alles ist sehr zugänglich und intuitiv arrangiert.

Grafik:
Hey, Hasso hat ja echtes Fell! Tatsächlich sind die Designer für die gelungene Haustierpräsentation mit einem Leckerli zu belohnen. Durch weitestgehend lebensechte Animationen und hübsche, ruhige Hintergründe erweichen die überzeugenden Tiergrafiken fast jeden 3DS-Besitzer. Lediglich beim Vergleich mit den Katzen erkennt man die gleichen Basisanimationen, obwohl auch die Stubentiger typisches Desinteresse zeigen und damit lediglich auf anderer Ebene benachteiligt wurden. Einzig die halbherzige Gestaltung der Turniere erinnert noch an DS-Zeiten. Hervorzuheben ist hingegen der schicke 3D-Effekt - Nintendo vermochte es eindrucksvoll, die fröhliche Spielwelt mit ihren riesigen Wohnflächen und den Außenarealen durch 3D aufzuwerten. In den Disc- und Coursing-Wettbewerben hilft diese neuartige Technologie sogar, Abstände besser einzuschätzen. All das wirkt sich letztendlich auf das Spielgefühl positiv aus.

Sound:
Wer bei den normalen Interaktionen im virtuellen Wohnzimmer fetten Soundtrack erwartet, hat das Spielkonzept missverstanden - denn die tapsig-tierischen Geräusche, die euer Liebling von sich gibt, und atmosphärische Naturgeräusche zu jeder Tageszeit unterstreichen die durchdachte Inszenierung. Wer wirklich etwas Beschallung braucht, kauft sich im Ingame-Shop eine Schallplatte, beispielsweise ein Jazz-Arrangement der Titelmelodie. Beim Gassi gehen, Einkaufen, Waschen und in Turnieren erklingt dann die typische Nintendo-Fahrstuhlmusik in angenehmen Endlosschleifen. Das ist nicht ironisch gemeint - tatsächlich überzeugt die an „Sims“ erinnernde Musik in den meisten Fällen. Löblich ist auch, dass jede Hunde- und Katzenrasse unterschiedliche Miau- bzw. Wau-Laute von sich gibt, die sich sogar je nach Laune anders anhören.

Features:
Mit zahlreichen 3DS-Features ködert Nintendo die Spielerschar: Via StreetPass könnt ihr mit anderen Haustierbesitzern Items und Fotos tauschen (die sich jederzeit via Schultertaste schießen lassen), ein Schrittzähler neben den bekannten Spielmünzen veranschaulicht das Gassi gehen und bringt seltene Geschenke ein und SpotPass soll für das automatische Downloaden von Zubehör sorgen. Besonders erfreulich ist das Wiedersehen in der Augmented Reality: Aus den kleinen AR-Pappkarten taucht euer -wahlweise mit Mario-Mütze oder Link-Kappe verkleideter- Welpe oder eure Miezekatze auf und verschönert euren Schreibtisch. Auch der Gehorsamkeitstest findet quasi „außerhalb“ des 3DS statt.

Fazit:
Nintendo rechnet die Erfolgsgleichung aus dem DS-Vorgänger nochmal nach und kommt auf das gleiche Ergebnis: „Nintendogs + Cats“ ergeben jede Menge aufblitzende Kinderaugen, Fans, Verkaufszahlen. Fast ein bisschen komisch, dass sich die Produzenten überwiegend mit optischen Argumenten in die Spielerherzen mogeln - denn nach der gesamten DS-Ära und unzähligen Klonen hätten der charmanten Haustiersim auch etwas mehr Tiefe und Abwechslung nicht geschadet. Okay, 2011 deutet man zumindest mit hübsch animierten Kätzchen, StreetPass & Co. an, dass man sich Gedanken gemacht hat. Zu loben sind die Entwickler viel eher für eine moderne Inszenierung und die herzallerliebste Vielfalt, mit der man Kleinigkeiten im Spiel entdecken kann, während Tag für Tag Gassi gegangen und Futter gekauft wird. Das Nintendogs-Konzept funktioniert also auch auf dem 3DS hervorragend - wenn man sich für irgendwann repetitive, virtuelle Haustierpflege begeistern kann.

Versucht seiner Katze den 3DS im Schrittzähler-Modus umzubinden: Jakob Nützler [Miroque] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Super
Deine Wertung:

-
Hochglanz-Tamagotchi mit routiniert guter Spielbarkeit.

Wertung

SPIELTIEFE:

7.0

AUTHENTIZITÄT:

7.0

3DS-FEATURES:

9.0
8
von 10

Vorbildlicher Einsatz von AR Cards & StreetPass

Hochwertiger 3D-Effekt

Grafikmodelle überzeugen

Leicht zugänglich

Überwiegend kosmetische Neuheiten

Katzen würden Whiskas kaufen (und nicht dieses Spiel)

Auf Dauer etwas eintönig

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

7 Kommentare