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Spielname:
Retro City Rampage DX

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
8,99 €

Publisher:
Vblank Entertainment

Developer:
Vblank Entertainment

Genre:
Action

Release:
20.02.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

Screenshots:
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Kurztest: Retro City Rampage DX

Nicola Hahn, 23.03.2014

3593°

1

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Da haben wir ihn endlich, den GTA-Klon für 3DS! Oder ist Retro City Rampage DX doch etwas anderes als ein klassisches Open World-Actionspiel? Was sich die Entwickler von VBlank Entertaiment bei der Entwicklung dieses Spiels wohl dachten, können wir euch im Test leider nicht sagen. Stattdessen stürzen wir uns in eine kunterbunte Retro-Welt und lassen uns von Anspielungen geradezu erschlagen. Ihr lest noch weiter? Dann lasst uns mal einen Überblick über das verrückte Spiel gewinnen.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast verloren!
Wer glaubt, hier könne es sich um ein ganz gewöhnliches Spiel handeln, der sollte lieber schnell weiterlesen. Der Plot dreht sich um eine Reise zurück in die Zukunft mit anschließender Suche nach Ersatzteilen für die Zeitmaschine. Aber das eigentliche Spiel ist ein komplett anderes: Dank der pixeligen Retro-Grafik samt Vogelperspektive glaubt man beinahe, GTA Advance im 3DS zu haben, aber da gibt es noch die „kleinen“ Unterschiede. Haupteinnahmequelle für das Geld ist nämlich die Hauptstraße. Wieso die Hauptstraße? Diese Straße ist relativ lang und es laufen viele Passanten mit viel Geld in den Taschen auf dem Gehsteig. Also ab in einen schnellen Wagen, den Gehweg hoch und runter gefahren und schon ist man um ein paar Tausender reicher. Die Tatsache, dass diese Aktivität sogar Teil der Story wird, rechtfertigt den Einsatz sinnloser Gewalt natürlich vollkommen. Das Geld lässt sich beim Friseur, für Tattoos, Brillen, Skateboards und Hüte investieren oder man konsumiert stattdessen einen Kaffee oder „Milch“. Jeder Kauf macht sich im Gameplay deutlich (obwohl wir uns beim Tattoo dann doch nicht so sicher sind).

Sogar an Details hat das Ein-Mann Team um VBlank Entertaiment gedacht: In einer Spielhalle lässt sich der Prototyp von Retro City Rampage anspielen, der uns Einsicht in die ursprüngliche GTA 3-Umsetzung für NES gewährt. Aber auch als Super Meat Boy, Bit Trip Runner oder Epic Meal Time kann man auf Highscore-Jagd gehen und sein virtuelles Geld verschwenden. Zurück auf der „realen“ Straße hört die Detailverliebtheit aber nicht auf: So können wir Menschen und Objekte durch die Gegend werfen, unser Fahrzeug im Spray4Pay mit Geschossen und Raketen aufrüsten und im Casino den sofortigen Tod, sofortigen Schaden oder eine einzige Münze gewinnen. Zuviel Informationen? Keine Angst, es geht gleich weiter: Denn wer jetzt immer noch Langeweile hat kann versteckte Beutesäcke suchen, Flyer an Telefonen einsammeln oder sogar unsichtbare Wände finden. Ein exklusives 3DS-Feature ermöglicht es übrigens bei Waffentransportern das Sortiment aufzufüllen oder den ganzen Wagen mitsamt Waffen zu entführen. Wer dabei stirbt, bekommt die heitere Meldung aus der obigen Überschrift und einen negativen Death-Counter angezeigt. Hach müssen die Spiele damals toll gewesen sein!

Achtung! Retroreiz- und Anspielungsüberflütung!
Auf die Schippe nimmt Retro City Rampage so fast jede Pop-Kultur, Fernsehr-Serie oder Videospiel aus den 80ern und 90ern, aber auch die Spielemechaniken wie das endlose von A nach B-Gelaufe oder den verdammt hohen Schwierigkeitsgrad parodiert der Entwickler gezielt und erfolgreich. Zum Glück denkt er aber dabei immer noch an uns und anstatt die Fahrzeuge in einer Mission mit Dynamit zu sprengen bekommen wir nach zu vielen Fehlversuchen einen Raketenwerfer spendiert. Wer sich aber jetzt einen erholsamen Ausflug in Retro-Gefilde erhofft, der liegt leider falsch. Trotz der Hilfestellungen bleibt das Spiel besonders im späteren Spielverlauf oft knüppelhart und so steigert man die Anzahl der Tode und Neuversuche leicht ins Dreistellige. Besonders die finalen Missionen sind zwar gut mit Checkpoints ausgestattet, aber Fehler werden nicht verziehen. Auf Anhieb schafft niemand die letzten Missionen und die finale kann sich auch mal gute zwei Stunden hinziehen. Ein Spieler kommentierte das bei einer Support-Anfrage zum Spiel passend so. Auch wenn es sich hierbei wahrscheinlich um einen Teil der Parodie alter Spiele handelt, wurde hier doch etwas übertrieben und ist damit absolut nichts für Personen, die wenig Durchhaltevermögen haben.

Leider wurde das Potential des Titels an machen Stellen nicht ausgeschöpft. Wo die Polizei-Verfolgungen in GTA noch unheimlich viel Spaß machen, geht das Bedürfnis in Retro City Rampage viel zu schnell unter. Zwar macht es in den Storymissionen noch viel Spaß mit einem Panzer oder einem Monstertruck die Passanten und die Staatsgewalt zu plätten, lang genug anhalten tut dieses Gefühl leider nicht, um in die zahlreich vorhandenen Chaos-Minimissionen einzusteigen und überall den Highscore zu holen. Auch die Musik im Chiptune-Stil und die Sounds allgemein werden schnell eintönig. Der 3D-Effekt entfällt übrigens komplett. Zugutehalten muss man aber dem Spiel, dass es die Balance zwischen wiederholenden und abwechslungsreichen Missionen gut schafft. Gerade wenn das gemeine Gefühl von Monotonie aufkommt, brilliert das Spiel mit unerwarteten und lustigen Spielmechaniken und -ideen.

Fazit:
Was als GTA-3-Portierung für das NES begann, kam nach recht langer Entwicklungszeit nun auch für den 3DS und es macht immer noch riesigen Spaß. Was das Spiel dabei an Gags und Anspielungen loslässt, ist wirklich ein Feuerwerk und sprengt leider den Rahmen für einen Kurztest. Zusammengefasst ist Retro City Rampage DX eine sehr gelungene Portierung eines detailverliebten Spiels und uneingeschränkt für Spieler zu empfehlen, die noch keine andere Version des Spiels gespielt haben, sich an die letzten zwanzig Jahre Videospiele und Fernsehserien gut erinnern können, nicht so schnell aufgeben und Pixelgrafik mögen. Auch Spieler der vorherigen Versionen können einen Blick für knapp 8 Euro trotz der bekannten Gags riskieren: die neuen Features ergänzen sich gut mit den entfernten und mal ehrlich: die Steuerung wahlweise mit dem Circle Pad und dem Steuerkreuz ist besser als auf dem PC und so ein Spiel gehört nunmal auf den Handheld. Wer den Vorgängerversionen kein Spaß abgewinnen konnte, der wird aber auch mit dem 3D-Ableger keinen haben, trotz neuer Details wie besserer Grafik und den Waffenlieferungen bleibt das grundlegene Spiel natürlich noch das selbe. Mit einer Verbesserung des Polizei-Systems und einer variablen Schwierigkeitsstufe hätte der Titel gut als GTA-Alternative für den 3DS herhalten können. Aber dank sieben Stunden Spielspaß für die Hauptstory und dem Feuerwerk an Gags liegt das Spiel ohne große Probleme bei den besseren Portierungen und Download-Spielen für den 3DS. Hut ab, solche Spiele sieht man selten!

Arbeitet hier schon lange mit Superschurken zusammen: Nicola Hahn [501.legion] für Planet3DS.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

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Sehr gelungene Portierung eines spaßigen Sandbox-Vergnügens, dem aber nach wie vor der gewisse Pfiff fehlt, um seinem Vorbild das Wasser zu reichen.

Wertung

Gags und Anspielungen am laufenden Band

Detailverliebte Stadt

Oft abwechslungsreiche Missionen mit entsprechender Langzeitmotivation

Schwierigkeitsgrad wächst ins Unermessliche

Monotone Soundkulisse

Langweiliger Kampf mit den Gesetzeshütern

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1 Kommentar