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Spielname:
Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Ghostlight

Developer:
Atlus

Genre:
Rollenspiel

Release:
29.03.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked

Review: Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked

Tjark Michael Wewetzer, 08.06.2013

7701°

6

Test mögen: Weitersagen:

Es gibt Tage, an denen bereut man es, aufgestanden zu sein. Sei es, weil man auf dem Weg zur Arbeit irgendwo seine Brieftasche verloren hat, weil der Tag sonnig begann und dann im strömenden Regen endet – natürlich liegt der Regenschirm zuhause – oder weil von einer Sekunde auf die nächste Dämonen die Stadt überrennen, ihr in einem abgeriegelten Quarantäne-Bereich gefangen seid und die Regierung mit Waffengewalt versucht, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Letztere Situation klingt unwahrscheinlich? Ist aber genau das, womit sich das Teenager-Trio von Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked rumschlagen muss. Bereits 2009 durften amerikanische und japanische Zocker auf dem DS erfahren, was im abgeriegelten Tokio vor sich ging. Jetzt dürfen auch wir endlich mit der erweiterten 3DS-Fassung ran – hat sich das Warten gelohnt?

Peaceful days died
Was macht man eigentlich so, wenn man plötzlich in einem abgeriegelten Stadtteil Tokios festsitzt und jegliche Kommunikation nach außen unterbrochen ist? Unsere Protagonisten - bestehend aus dem freundlichen Tech-Freak Atsuro, eurer Kindheitsfreundin Yuzu und euch selbst - sind sich einig: Ein Weg nach draußen muss her! Glücklicherweise haben sie kurz vor der Katastrophe ein modifiziertes Allzweck-Kommunikationsgerät, genannt COMP, erhalten, mit dessen Hilfe sie in der Lage sind, Dämonen zu beschwören. Diese Hilfe ist auch bitter nötig, denn ziemlich viele dieser garstigen Ungeheuer machen die Gegend unsicher. Und dann sind da noch diese seltsamen Mails, die zukünftige Ereignisse – und den Tod vieler – vorhersagen…

Die Handlung, welche für RPG-Verhältnisse ziemlich zügig voranschreitet und zumindest die Ausgangssituation schnell auf den Punkt bringt, wird dabei in zahlreichen Dialogsequenzen vorangetrieben, von denen euch pro Ingame-Tag so einige erwarten. Nach jeder Szene könnt ihr dann über ein einfaches Menü entscheiden, wo ihr das Geschehen weiter verfolgen wollt – zeitsensitive und plotrelevante Ereignisse stellen dabei die Uhr 30 Minuten vorwärts. Da ihr manchen Ereignissen nur innerhalb bestimmter Zeiträume beiwohnen könnt, müsst ihr euch stetig entscheiden: Welchem Schicksal folge ich? Höre ich dieser Person zu und erfahre vielleicht etwas, das mir aus dieser Misere hilft? Oder hechte ich lieber dort rüber, um unschuldige Zivilisten vor Dämonenangriffen zu schützen? Eure Entscheidungen beeinflussen, welches der vielen Enden ihr erlebt – und ob ihr auch das brandneue Bonus-Kapitel „The 8th Day“ spielen dürft, das ebenfalls mit ein paar unterschiedlichen Ausgängen daherkommt. Leider lässt die europäische Fassung eine deutsche Übersetzung vermissen, weshalb nur Spieler mit Englischkenntnissen etwas von der wendungsreichen Handlung haben.

Let's Survive
Natürlich ist Devil Survivor keine reine Visual Novel, sondern zwingt euch gegebenenfalls auch mal zum Kampf. Eben diese Kämpfe laufen im Stile klassischer Rundenstrategie-Spiele ab: Ihr befehligt bis zu vier Gruppenführer, die mit jeweils zwei Dämonen im Schlepptau herumwandern können. Je nach Tempo der Einheiten wird gezogen, die Anzahl der durchgeführten Aktionen während eines Zuges bestimmt die anschließende Wartepause. So weit, so gewohnt - Rundenstrategie eben. Sobald das Geschehen allerdings in den eigentlichen Kampf übergeht, ändert sich die Sicht der Dinge: Nun wird eine Runde lang ein Gefecht nach klassischer Rollenspiel-Manier ausgetragen. Soll heißen, ihr bestimmt eure Angriffs-Skills und hofft, damit euren Gegner in den Boden stampfen zu können, ohne selbst groß Schaden zu nehmen. Dabei ist es unter anderem entscheidend, welche Dämonen ihr an eurer Seite habt. Eure Gefährten und Feinde verfügen nämlich über unterschiedliche Stärken und Schwächen, die es auszunutzen gilt - auf diese Weise lassen sich nämlich im Erfolgsfall wertvolle Zusatzzüge gewinnen. Glücklicherweise ist eure Wahl dabei nicht in Stein gemeißelt, sondern lässt sich zwischen den Kampfhandlungen jederzeit ändern.

Das solltet ihr übrigens häufig tun, da die diabolische Brut mit der Zeit richtig viele Erfahrungspunkte verschlingt und ihr Maximalpotential schnell ausschöpft. Viel lukrativer ist es, vorhandene Dämonen zu neuen Bestien zu verschmelzen oder gleich komplett neue über das Auktionshaus zu erwerben. Ebenfalls nicht unwichtig: Eure menschlichen Gruppenführer könnt ihr ebenfalls mit Zaubern ausstatten. Diese müssen zuvor allerdings erst in Gefechten von Gegnern gewonnen werden. Wer fleißig aufrüstet, seine Skill-Listen aktuell hält und Dämonen verschmilzt wie kein Zweiter, sollte mit ein wenig taktischem Vorgehen gut durch das Spiel kommen. Die Option für rohe Gewalt steht euch dank steter Möglichkeiten zum Geld- und Erfahrungssammeln aber ebenso offen, reichlich Geduld vorausgesetzt. Alternativ startet ihr auf dem neuen, einfacheren Schwierigkeitsgrad, der euch mit mehr EXP zuschüttet.

Apropos neu: Was bietet Overclocked abseits des Zusatz-Szenarios und der Anfänger-Stufe im Vergleich zum DS-Original? In Sachen Spielinhalte kommt zu der Liste nicht mehr viel hinzu. Über das Kompendium könnt ihr nun – genügend Geld vorausgesetzt – bereits beschworene Dämonen erneut in euer Team holen und eine Vielzahl an freischaltbaren Titeln lädt zu mehrfachen Spieldurchgängen ein. Zu den weniger erfreulichen Neuerungen zählen ein paar üble Bugs in der Version 1.0. So friert das Spiel für etwa fünf Minuten ein, sobald man im Kampf den „Summon“-Befehl auswählt und ein bestimmter Auktionsunfall sorgt dafür, dass das Spiel unvermittelt abstürzt. Seid aber beruhigt: Ghostlight und Atlus haben mittlerweile einen Patch für diese Wehwehchen bereitgestellt, der kostenlos über den eShop beziehbar ist. Wir behandeln hier die aktualisierte Version des Spiels.

Steuerung:
Auch wenn das Spielgeschehen primär auf dem Touchscreen stattfindet, greift Devil Survivor erstaunlich selten auf den Stylus zurück. Nur in wenigen Menüs, etwa dem COMP-Menü außerhalb der Kämpfe, könnt ihr per Touch-Befehl agieren. Alles andere wird klassisch über die Aktionstasten des 3DS geregelt. Keine schlechte Sache, geht doch die Steuerung gut von der Hand, doch warum man nicht zumindest die Option dafür angeboten hat, erschließt sich uns nicht.

Grafik:
Vor allem deswegen, weil damit auf dem 3D-Bildschirm praktisch gar nichts los ist. Während der Gespräche bleibt dieser ohnehin schwarz, im Kampf gibt es hier immerhin eine Skill-Übersicht sämtlicher Einheiten zu betrachten. Entsprechend mau sieht es auch mit der 3D-Nutzung aus, wobei für Overclocked immerhin ein hübsches Intro zusammengezimmert wurde. Überhaupt merkt man dem Titel technisch an, dass er auf dem DS zuhause war. Die Artworks wurden zwar allesamt an die 3DS-Auflösung angepasst und durchaus hübsch anzusehen sind sie ebenfalls, ein wenig altbacken wirkt das Spiel auf der neuen Konsole dennoch.

Sound:
Auch bei der Klangkulisse machen sich einige Kuriositäten bemerkbar. So fällt zunächst auf, dass die Hintergrundmusik äußerst leise gemischt ist und man den Lautstärkeregler des 3DS ziemlich weit nach oben fahren muss, um etwas dafür zu haben. Schade, denn die Tracks gehen durchaus ins Ohr und unterstreichen gekonnt die Atmosphäre. Wenn ihr den Sound aufdreht, ist aber leider auch die (abschaltbare) englische Sprachausgabe ziemlich laut. Qualitativ ist diese übrigens brauchbar, allerdings kein Highlight der Voice-Acting-Kunst. Trotz allem löblich: Nahezu sämtliche Dialoge des Spiels sind vertont.

Fazit:
Jetzt haben wir Import-Unwilligen so viele Jahre warten müssen und wir wurden wahrlich auch nicht enttäuscht: Trotz der riesigen Lücke zwischen den Releasedaten macht Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked auch heute noch einen frischen Eindruck im Rollenspiel-Kosmos. Das verdankt der Titel in erster Linie seiner packenden Story sowie den (größtenteils) sympathischen Charakteren, das eigentliche Gameplay kann sich aber auch sehen lassen. Trotz Rundenstrategie-Interface erinnert dieses eigentlich auch mehr an klassische RPGs, was dem Spielspaß und der Abwechslung keinen Abbruch tut – es sei denn, man möchte sich für das nächste Gefecht stärken und setzt zu einer längeren Grind-Session an. Schade nur, dass man dem Spiel die DS-Herkunft technisch deutlich anmerkt und dass die erste europäische Version ein paar fiese Bugs aufweist. Nichtsdestotrotz lohnt sich auch heute noch ein Trip in das abgeriegelte Tokio, denn eines garantieren wir: Die sieben Tage, die ihr dort verbringt, werden wie im Flug vergehen!

Lost in Japan: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Dämonen, nehmt euch in Acht! Trotz derber Verspätung ein lohnenswerter und einzigartiger RPG-Schmaus.

Wertung

STORY:

9.0

SPIELWELT:

8.0

ANSPRUCH:

7.0
8
von 10

Flotter Einstieg

Erfrischender Mix aus Rundenstrategie und klassischem RPG

Packende Handlung

Hoher Wiederspielwert

Vielfältige Charaktere

Zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten für euer Team

Technisch altbacken

Qualität der Sprachausgabe schwankend

Nervige Bugs in Version 1.0

Seltsames Audio-Balancing

Komplett in Englisch

Wie werten wir?

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6 Kommentare