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Spielname:
Yu-Gi-Oh! Zexal: World Duel Carnival

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Konami

Developer:
Konami

Genre:
Sonstiges

Release:
26.06.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
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Yu-Gi-Oh! Zexal: World Duel Carnival

Review: Yu-Gi-Oh! Zexal: World Duel Carnival

Alexander Schneider, 25.07.2014

4920°

1

Test mögen: Weitersagen:

1996 ist Yu-Gi-Oh!, die Manga-Serie des japanischen Zeichners Kazuki Takahashi, erstmals an den Start gegangen - was dann allerdings folgte, ist eine Erfolgsgeschichte, wie man sie bis heute kaum ein zweites Mal findet. Nicht nur, dass in Japan schon zwei Jahre später die dazugehörige Anime-Serie anlief, auch das Sammelkartenspiel brach scheinbar in Stein gemeißelte Rekorde. Wer erinnert sich etwa nicht daran, wie er sich auf dem Schulhof duelliert hat? Das monatelange Perfektionieren des eigenen Decks gehörte für viele genauso dazu wie die Teilnahme an offiziellen Turnieren. Und auch die Anime-Charaktere wie Yugi Muto, Joey Wheeler und Seto Kaiba sind bis heute unvergessen! Natürlich ist der Hype mit den Jahren ein wenig abgeflacht, doch auch heute kann Yu-Gi-Oh! noch Erfolge feiern - die Nachfolgeserien wie Yu-Gi-Oh! Zexal sind das beste Beispiel dafür. Nun wagt Konami auch auf Videospiel-Ebene einen weiteren Anlauf und schickt mit Yu-Gi-Oh! Zexal: World Duel Carnival erstmals einen 3DS-Titel des Sammelkartenspiels ins Rennen. Für Fans der Reihe ist eben das ein wahrer Grund zur Freude, immerhin schaffte es der Titel knapp ein Jahr nach dem Japan-Release auch nach Europa. Ob sich die Veröffentlichung im Westen aber auch wirklich gelohnt hat, werden wir in unserem nun folgenden Testbericht aufklären.

Zeit für ein Duell!
Bereits auf dem Titelbildschirm springen uns die wichtigsten Protagonisten aus Zexal an, darunter Yuma Tsukumo, Reginald „Shark“ Kastle und Quattro. Das sich nun öffnende Hauptmenü zeigt uns sogleich die Möglichkeiten auf, die wir nun haben: Wir wagen uns entweder direkt in den Story-Modus, der das Hauptspiel darstellt, oder wir probieren es erstmal mit einem kurzweiligen Match in „Freies Duell“. Bei Letzterem kann man gegen bekannte Charaktere, denen man auch in der Story begegnet ist, antreten. Für Zwischendurch bestens geeignet!

Doch schon im Hauptmenü müssen wir erstmals eine Enttäuschung überwinden: Von einem Multiplayer-Modus fehlt jede Spur. Bitte? Keine lokalen Duelle gegen unsere Freunde? Geht ja mal gar nicht! Genau das wird sich später als Killer der Langzeitmotivation erweisen. Warum man auf die Mehrspieler-Komponente allerdings verzichtet hat, ist uns absolut schleierhaft, da gerade ein Sammelkartenspiel davon lebt. Stattdessen können wir uns nur noch durch die Optionen klicken, in denen wir unter anderem die Textgeschwindigkeit, die Lautstärke der Hintergrundmusik während der Duelle und den Schwierigkeitsgrad bestimmen können.

Ein Story-Modus, der keiner ist
Optimistisch, wie wir sind, erhoffen wir uns wenigstens eine anständige Story, die uns bei Laune hält. Hilfreich: Anfänger können sich über Tutorials während der Duelle freuen, denn man fordert uns schon zu Anfang auf, unsere Duellfähigkeiten einzuschätzen - auch wenn das aus der deutschen Übersetzung des Fragekastens nicht unbedingt eindeutig hervorgeht. Trotz allem können Spieler, die sich erst einmal einarbeiten wollen, auf die umfassenden Hilfestellungen zählen.

Im Story-Modus haben wir zuerst die Wahl, ob wir mit Yuma, Reginald oder Kite Tenjo an den Start gehen wollen. Im Spielverlauf sind übrigens bis zu zwölf Charaktere spielbar! Wir entscheiden uns für Reginald und erfahren sehr bald von unserer Teilnahme am World Duel Carnival, einer weltweiten Meisterschaft. Das Besondere an dem Turnier: Das gesamte Stadtgebiet von Heartland City dient als Duellarena. Jeder Teilnehmer erhält ein Herzstück als Wetteinsatz für seine Duelle - und der Sieger der jeweiligen Matches gewinnt das Herzstück seines Gegners. Drei der Klunker ergeben ein vollständiges Herz, und erst mit dreien davon ist die Finalteilnahme gesichert. Auf eine spannende Geschichte müssen wir allerdings größtenteils verzichten, meist reiht sich ein Duell an das nächste. Dazwischen wird die Laune nur von kurzweiligen Gesprächen zwischen den Protagonisten gehoben. Auf dem Topscreen wählen wir also aus vielen verschiedenen Gegnern, die über die gesamte Stadt verteilt sind, und manchmal können wir dort auch auf ein Event zugreifen.

Virtueller Kartenrausch
Haben wir dann erst einmal ein Duell gestartet, liegt sogleich wieder ein Lächeln auf unseren Lippen. Zwar sind die Spielzüge der gegnerischen Duellanten gelegentlich etwas vorhersehbar, mit der Auswahl eines höheren Schwierigkeitsgrads kann man diesen Makel allerdings minimieren. Im Rahmen eines recht übersichtlichen Testberichts können wir leider nicht alle Regeln von Yu-Gi-Oh! erklären, doch sprechen wir nun ein wenig über die Eckpunkte. Jeder Spielzug beginnt mit der sogenannten „Draw Phase“, in der wir eine Karte von unserem Deck ziehen und zu unserem Blatt auf der Hand hinzufügen dürfen. Danach folgt die „Standby Phase“, in der wir den ein oder anderen Karteneffekt aktivieren können. Als nächstes kommt die "Main Phase 1", die zu den wichtigsten Phasen des eigenen Spielzugs zählt. Hier können wir Monsterkarten beschwören, verdeckte Fallenkarten ausspielen und über unsere nächsten Schritte sinnieren.

Ein wenig Action bringt die „Battle Phase“ mit sich, bei der wir die Monster unseres Gegenspielers unter Beschuss nehmen. Sollte der Gegner keine Monster auf dem Feld haben, greifen wir seine Lebenspunkte direkt an - und sinken eben diese auf 0, haben wir den Sieg errungen. Die zweite „Main Phase“ gibt uns nochmal die Möglichkeit, beispielsweise Spezialbeschwörungen durchzuführen und Effekte zu aktivieren. Mit der „End Phase“ schließen wir unseren Zug ab. Insgesamt machen die Duelle gegen die CPU-Duellanten einen ordentlichen Eindruck, da sie vor allem auf den höheren Schwierigkeitsstufen einiges an Spannung versprechen. Auf Dauer öden die ewigen Einzelspieler-Duelle aber gehörig an, was durch die nervigen Ladezeiten zwischen den Spielphasen der Gegner nur noch bekräftigt wird.

Wir kommen an dieser Stelle leider nicht drum herum, auch auf die Kürzungen der deutschen Version gegenüber der japanischen Originalfassung hinzuweisen. So sind in der deutschen Version alle Duellanten-Items, die man sich in Japan erst erspielen musste, von Beginn an freigeschaltet. Zudem können die Japaner im Story-Modus auf satte 40 Charaktere zurückgreifen, während wir wie gesagt mit zwölf abgespeist werden. Wir finden: Wenn man einen Titel schon nach Europa bringt, dann bitte ohne Abstriche!

Deck-Architektur im Kartendschungel
Was braucht man für ein Duell? Natürlich, ein Deck. Schon zu Beginn sind alle 5.800 Karten freigeschaltet, was Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Zwar können Experten nach Herzenslust experimentieren und stundenlang an ihren Decks basteln, Anfänger könnten mit der Kartenflut aber etwas überfordert sein. Darüber hinaus bestand ein Reiz der Vorgänger darin, sein Deck Schritt für Schritt aufzubauen und nicht schon am Anfang alle Karten auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Von dieser Aufgabe wird der Spieler in Yu-Gi-Oh! Zexal: World Duel Carnival gänzlich freigesprochen. Darüber hinaus fehlen einige Karten im Spiel völlig, zum Beispiel der „Chaos-Imperatordrache“. Man kann sich allerdings auch auf vorgefertigte Decks verlassen, doch erweisen sich diese im Laufe des Spiels als deutlich schwächer, wenn man sie mit den individuell angefertigten Pendants vergleicht. Die Zusammenstellung eures eigenen Decks ist insgesamt auf alle Fälle eine unterhaltsame Angelegenheit, immerhin gibt es hunderte Möglichkeiten und massig Auswahl. Eine Strategie sollte jedoch jedem Deck zugrunde liegen, da der Sieg ansonsten kaum zu erringen ist.

Steuerung:
Immerhin gibt es in diesem Bereich nichts zu meckern, denn die Handhabung ist durchweg gelungen. Entweder, wir entscheiden uns für die Steuerung per Touchscreen, indem wir die einzelnen Karten anwählen und sie somit platzieren. Auch Angriffe können via Touchscreen koordiniert werden sowie der Einsatz von Fallen- und Zauberkarten. Alternativ können wir uns mit dem Steuerkreuz durch den Kartenwulst bewegen, mit der A-Taste wählen wir bestimmte Karten an. Das Schiebepad dagegen wir lediglich genutzt, um sich durch die Texte der Karteneffekte auf dem Topscreen zu scrollen.

Grafik:
Optisch sollte man keinesfalls ein Wunderwerk erwarten! Von einer bombatischen Inszenierung während der Duelle kann keine Rede sein, denn diese sind stets schlicht gehalten. Dadurch gewinnen sie durchaus an Übersichtlichkeit, wenngleich die Technik darunter leidet und altbacken wirkt. Auch auf Animationen hat man vollständig verzichtet, auf dem oberen Bildschirm sind lediglich 2D-Modelle der Protagonisten zu sehen. All das lässt nur ein Urteil zu: Grafisch ist dieses Spiel so mittelalterlich wie der Verzicht auf einen Multiplayer. Daran ändert auch der nutzlose 3D-Effekt des Titels nichts.

Sound:
Auch im musikalischen Bereich sind keine Highlights zu verzeichnen. Während die Klangkulisse im Hauptmenü noch pompös daherkommt, setzen uns die Entwickler in den Duellen actionreiche und fetzige Tunes vor. Dies entspricht zwar durchaus dem Charakter der Auseinandersetzungen, echte Abwechslung bietet die klangliche Auswahl aber nicht. Stattdessen werden wir mit immer gleichen Melodien abgespeist, was den technischen Gesamteindruck vom Spiel nicht unbedingt verbessert.

Fazit:
Manche Dinge ändern sich einfach nie! Auch Yu-Gi-Oh! Zexal: World Duel Carnival ist ein Titel, der Unmengen an Potenzial einfach verschleudert. Anstatt einen Online-Modus oder wenigstens einen lokalen Multiplayer anzubieten, der für ein solches Spiel lebensnotwendig ist, verzichten die Macher einfach mal darauf. Warum man auf die Königsdisziplin der virtuellen Kartenspiele verzichtet, ist uns noch immer völlig schleierhaft. Auch sonst macht man es nicht wirklich besser - so ist die grafische Umsetzung auf DS-Niveau und auch der Sound kann keine Bäume ausreißen. Was letztlich bleibt, ist eine 3DS-Umsetzung, die sich viele Spieler durchaus sparen können - daran kann auch die Beigabe in Form eines realen Starter-Decks nichts ändern. Empfehlen können wir das Spiel lediglich Hardcore-Fans, die sich mit einem recht öden Einzelspieler-Modus zufrieden geben und über die deutlichen Mängel hinwegsehen können. Man kann für die Zukunft nur hoffen, dass die Entwickler deutlich mehr aus der hervorragenden Kartenspiel-Vorlage herausholen. Es kann eigentlich nur besser werden!

Findet, dass virtuelle Sammelkartenspiele ohne Multiplayer ein No-Go sind: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Konami für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Öde im Singleplayer, Multiplayer erst gar nicht vorhanden - diese Umsetzung kann höchstens beinharten Fans gefallen.

Wertung

STORY:

3.0

SUCHTFAKTOR:

6.0

SPIELTIEFE:

7.0
5
von 10

Großes Arsenal an Karten...

Kurzweilige Duelle

Viele bekannte Charaktere

...in dem trotzdem einige Karten fehlen

Kein Mehrspielermodus

Langweilige Story

Schwache Technik

Nervige Ladezeiten in Duellen

Kürzungen gegenüber der japanischen Version

Wie werten wir?

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