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Spielname:
Conception 2: Children of the Seven Stars

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
39,99 €

Publisher:
Atlus

Developer:
Spike Chunsoft

Genre:
Rollenspiel

Release:
15.05.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Conception 2: Children of the Seven Stars

Review: Conception 2: Children of the Seven Stars

Tjark Michael Wewetzer, 26.05.2014

2005°

4

Test mögen: Weitersagen:

Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr – vor allem wenn man es mit so einer lebhaften Rasselbande wie den Sternenkindern von Conception 2: Children of the Seven Stars zu tun hat! In diesem Rollenspiel aus dem Hause Spike Chunsoft – jepp, die verdrehten Köpfe, die uns auch Danganronpa und Virtue's Last Reward beschert haben! - dreht sich im Prinzip alles um das Eine: Die Kinderzeugung. Ob es neben diesem Gimmick in der Prämisse noch mehr auf dem Kasten hat, beleuchten wir in unserem Test.

Ein Mann, sieben Frauen und jede Menge Kinder
Halt, Moment mal: Kinderzeugung? Warum das denn? Was hat das mit einem Dungeon Crawler, wie Conception 2 einer ist, überhaupt zu tun? Nun, in der Welt von Aterra gibt es Heranwachsende zwischen 16 und 18 Jahren, die von der Sternengottheit gesegnet und damit zum Kampf auserkoren werden. Dann müssen diese tapferen Jünglinge eine spezielle Schule besuchen, wo sie in der Kampfkunst unterrichtet werden und aus sogenannten Dusk Circles austretende Monster zu bekämpfen haben. Euer Charakter, Standardname: Wake Archus, zählt ebenfalls zu diesen Erkorenen. Besser noch: Beim Test seiner Kämpfer-Kapazitäten stellt sich heraus, dass er über eine gigantische Menge magischen Äthers verfügt und damit der Menschheit ermöglicht, direkt in die Dusk Circles zu schreiten und diese durch das Vernichten der dort beheimateten Bossmonster zu sterilisieren.

„Aber das erklärt immer noch nicht, wo da das Kinderkriegen ins Spiel kommt!“ Gemach, dazu kommen wir jetzt. Natürlich kann trotz Wakes Äther-Überfluss nicht einfach jeder beliebige Zivilist in die Monsternester marschieren. Stattdessen tut ihr euch mit einer der sieben Elite-Schülerinnen, die ihr in den Eröffnungskapiteln von Conception 2 kennenlernt, zusammen und erkundet gemeinsam mit euren Sternenkindern die Dusk Circles. Besagte Kids müssen dabei vorher in der Kirche eurer neuen Heimat gezeugt werden. Was anrüchig klingt und in den Dialogen auch entsprechend hochgespielt wird (Stichwort: „Mein Herz ist noch nicht dafür bereit…“), läuft allerdings recht harmlos ab: Dahinter verbirgt sich nämlich nichts weiter als ein simples, magisches Ritual mit Händchenhalten. Nicht umsonst wurde das Spiel von der USK mit einem Ab-12-Siegel abgestempelt.

Mit diesem Zeugungsaspekt kommt aber auch eine der beiden großen Gameplay-Mechaniken ins Spiel. Wie stark eure Zöglinge werden können, bestimmt nämlich neben dem Charakter-Level der Eltern auch der Beziehungsgrad. Dieser kann in simplen, kurzen Dialogsequenzen verbessert werden, wobei ihr eure Zielperson nicht einmal umständlich suchen müsst. Ein paar einfache Klicks im Schulmenü und schon geht’s los! In Sachen Persönlichkeiten sind so ziemlich alle groben Klischees vertreten: Die blauhaarige Narika ist schüchtern und zurückhaltend, dafür aber auch mit… gewissen optischen Vorzügen gesegnet, die kleine Serina gibt sich schroff und etwas biestig, Schwarz-Weiß-Haar Torri spricht fast schon maschinenhaft und eure erste Zusammenkunft, Fuuko, ist die Durchschnittsperson schlechthin. Pro Ruhephase, die nach jedem Dungeon-Ausflug ansteht, dürft ihr euch dabei an bis zu drei holde Maiden anbändeln. Da ihr bei den Erkundungstouren regelmäßig zurückkehrt, ist es wenig problematisch, alle Beziehungen gleichermaßen zu kräftigen.

Hallway Simulator: Seven Sins Edition
Was uns zu den Dusk Circles bringt, in denen ihr einen Großteil des Spiels verbringen werdet. Sieben große Dungeons und eine nicht zu unterschätzende Anzahl von kleinen Neben-Labyrinthen werden euch nach und nach geöffnet, das Erreichen ihrer Enden ist eure Mission. Die unter anderem nach den sieben Todsünden benannten Gegenden verändern dabei bei jedem Besuch ihr Layout. Leider verfügt der Baukasten, aus dem die Ebenen zusammengesetzt werden, über nicht sonderlich viele Teile. So schlagt ihr euch stets durch die selbe Reihenfolge aus Korridor, Raum, Korridor, Raum, Korridor, Raum usw., bis ihr endlich den rettenden Teleporter zur nächsten Ebene ausmacht. Gelegentlich warten auch Schatztruhen und verborgene Fallen auf euch, wirklich abwechslungsreich wird der Abstieg trotzdem nie.

Daran ändern auch die Gegner nichts, vielmehr tragen diese weiter zur Monotonie bei. Das ist vor allem deswegen schade, weil Conception 2 auf dem Papier über ein äußerst komplexes Kampfsystem verfügt. In den Rundenkämpfen bildet ihr vier Einheiten – drei davon aus je drei Sternenkindern, die letzte besteht aus euch und eurer wählbaren Tagespartnerin – und setzt den Gegnern durch gezielte Angriffe auf Schwachpunkte und die Nutzung von Spezialfähigkeiten zu. Dabei ist die Positionierung mitunter besonders wichtig, jeder Feind verfügt nämlich über vier ringförmig angeordnete Trefferzonen. Durch gezielte Attacken könnt ihr sogar eure Zuggeschwindigkeit erhöhen oder ein Monster mit einer umfangreichen Angriffskette in den Boden stampfen.

Klingt ziemlich gut, oder? Leider macht das Rollenspiel nicht viel aus dem System, welches euch in gefühlt viel zu vielen Tutorial-Textwänden zu Spielbeginn näher gebracht wird. Die meisten Gegner lassen sich ohne größere Gegenwehr mit einfachen Angriffen niederwalzen. Sollte dies nicht reichen, erledigen meist ein oder zwei Spezialattacken den Rest. Selbst die Bosse vertragen relativ wenig und kommen – von ein paar Ausnahmen in der späteren Spielhälfte abgesehen – nur selten anständig zum Zug. Das führt dazu, dass man die Gefechte relativ schnell vom Autopiloten erledigen lässt. Immerhin: Die KI des Automatik-Modus' agiert dabei recht klug und versucht sogar, Combos auszuführen. Außerdem gibt es in Conception 2 keine Zufallskämpfe. Die meisten Monster können also im Bedarfsfall unkompliziert umgangen werden.

Steuerung:
Immerhin ein Punkt, bei dem Conception 2 nicht großartig ins Wanken gerät: Das Erkunden der Korridore ist in Sachen Handhabung simpel und eingängig. Mit dem Circle Pad navigieren wir dabei Wake, während die Schultertasten für die Kameradrehung herhalten müssen. In den Gefechten selbst wird alles mit übersichtlichen Menüs gehandhabt, lediglich das Durchschalten der Gegner mit L und R wirkt zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig – mit den Richtungstasten gibt man hier nämlich die Positionierung seiner Truppe an.

Grafik:
Wir haben es weiter oben schon erwähnt, aber abwechslungsreich geht anders. So sind die Hauptdungeons des Spiels der Geschichte nach zwar den sieben Todsünden nachempfunden, wirklich spürbar ist das allerdings nicht. Klar, Ornamente an den Wänden reflektieren das Thema mal mehr, mal weniger gelungen, die generelle Farbgebung in den ersten Kerkern bleibt jedoch gleichermaßen orange. Auch das an sich recht freakige Monster-Design leidet unter dem schamlosen Recycling. Schade eigentlich, denn bei den Charakter-Designs – sowohl bei denen der menschlichen Charaktere als auch bei denen der Sternenkinder – ist eine deutliche Liebe zum Detail zu erkennen.

Sound:
Ein peppiges Anime-Opening zu Spielbeginn und eine an Phantasy Star erinnernde Melodie beim Titelbildschirm geben bereits den Ton an. Das Team von Spike Chunsoft hat eine Reihe netter Sci-Fi-Musikstücke auf die Beine gestellt, die sich auch recht gut anhören, in der Dauerbeschallung allerdings ein wenig nervig ausfallen können – gerade bei einigen Event-Szenen. Dafür geht immerhin die englische Sprachausgabe vollkommen in Ordnung, die sich dem etwas absurden Szenario gut anpasst.

Features:
Wofür sich Conception 2 auf keinen Fall zu verstecken braucht, ist der Umfang. Je nachdem, wie stark ihr euch mit den zahlreichen Nebenquests und Zusatzdungeons beschäftigt, seid ihr hier schon mal gut und gerne 30 bis 50 Stunden beschäftigt, wenn nicht sogar noch länger. Mehrere freischaltbare Enden – neun an der Zahl – regen darüber hinaus zu erneuten Spieldurchläufen an. Allerdings sind Kenntnisse der englischen Sprache Pflicht, denn eine deutsche Übersetzung bietet das RPG nicht an. Ebenfalls ärgerlich: Zwar wird in den Netzwerk-Modi des Spiels ständig von „Online-Interaktionen“ geredet, über das Nintendo Network lassen sich jedoch lediglich kostenpflichtige Zusatzquests und Bonus-Items herunterladen. Die Sternenkindzeugung mit anderen Spielern läuft lediglich lokal ab. Wundert euch also nicht, wenn ihr beim angeblichen Online-Modus keine Spielpartner findet!

Fazit:
Conception 2: Children of the Seven Stars hätte richtig toll werden können. An allen Ecken und Enden merkt man, dass die Macher hier nicht einfach nur ein RPG mit zweideutigen Elementen hingeschludert haben, sondern sich um das Gameplay und die Spielwelt Gedanken machten. Das Kampfsystem verfügt über reichlich Komplexität und Tiefe und lässt euch einiges an Freihand bei der Teamgestaltung. Trotz der kuriosen Grundthematik und einiger anzüglich klingender Dialoge nahm man sich die Zeit, die Welt von Aterra zu erklären und dem Spieler sogar ein Glossar in die Hand zu drücken. Leider macht Conception 2 praktisch gar nichts daraus. Was nützen die tiefgründigsten Kampfmechaniken, wenn sich die meisten Gegner inklusive Bosse mit praktisch null Strategie im Vorbeigehen wegfegen lassen? Was bringt eine durchdachte Spielwelt, wenn die Rahmenhandlung eher knapp erzählt wird und man einen Großteil der Zeit in öden Dungeons verbringt? Wer sich aufgrund des Sternenkinder-Konzepts noch immer für den Dungeon Crawler interessiert, eine gewisse Resistenz gegen Monotonie mitbringt und optimalerweise auf leicht abgedrehten Japano-Kram steht, kann dennoch gerne mal einen Blick riskieren – und sei es nur in die Demo. Wir wagen jedoch, uns aus dem Fenster zu lehnen und zu sagen: Gäbe es dieses kleine Gimmick in der Story nicht, würde kein Hahn nach diesem RPG krähen.

30facher Vater, Tendenz steigend: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Atlus für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Kurioses Grundthema, biederer Dungeon Crawler: Hier wurde massig Potential verschenkt!

Wertung

STORY:

6.0

SPIELWELT:

6.0

ABWECHSLUNG:

4.0
6
von 10

Interessantes Grundkonzept…

Komplexes Kampfsystem…

Umfangreich

Nette Dating-Sim-Elemente

Solide KI im Automatik-Modus

…das abschreckend wirken kann

…das kaum ausgeschöpft wird

Monotone Dungeons

Äußerst niedriger Schwierigkeitsgrad

Komplett in Englisch

Wie werten wir?

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4 Kommentare