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Spielname:
Phoenix Wright: Ace Attorney - Dual Destinies

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
24,99 €

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Adventure

Release:
24.10.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Phoenix Wright: Ace Attorney - Dual Destinies

Review: Phoenix Wright: Ace Attorney - Dual Destinies

Tjark Michael Wewetzer, 27.10.2013

5893°

2

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Meine Damen und Herren, das Gericht tagt endlich wieder! Nach Jahren der Funkstille und einem verpassten DS-Ableger dürfen wir endlich wieder Zeugen ausquetschen, Beweise sammeln und vor allen Leuten mit unserer wunderschönen Anwaltsmarke angeben. Richtig geschlussfolgert, Capcoms Vorzeige-Anwalt Phoenix Wright ist zurück im Amt! Auf Phoenix Wright: Ace Attorney – Dual Destinies mussten wir sogar gar nicht mal so lange warten – wenngleich auf Kosten einer Modulveröffentlichung und ohne deutsche Texte. Dass sich der fünfte reguläre Serienableger trotz dieser Handicaps lohnt, wollen wir hier vor Gericht beweisen.

Eine Explosion am Morgen...
Eigentlich sollten die heiligen Hallen Justizias ja ein Hort der Gerechtigkeit sein. Doch einer dieser Säle liegt nun in Trümmern. Ein Bombenanschlag hat stattgefunden und eine junge Frau namens Juniper Woods soll die Täterin sein. Athena Cykes, eine aufstrebende Anwältin und gute Freundin von Frau Woods, bezweifelt dies und beschließt, sie vor Gericht zu verteidigen. Gestützt wird sie dabei von ihrem Boss, dem erfahrenen Anwalt Phoenix Wright, der nach vielen Jahren Zwangspause seine Marke zurückerobert und wieder ins Justizwesen zurückgekehrt ist. So beginnt die erste Episode des insgesamt rund 30 Stunden langen Adventures, die euch von vornherein den leicht düstereren Ton des neuen Ace Atorney-Ablegers spüren lässt.

Die Kapitel des Spiels erzählen dabei weitestgehend alleinstehende Geschichten, in denen ihr in nach und nach in die Rollen aller drei Protagonisten schlüpft. So schickt uns das zweite etwa mit Athena und Apollo Justice, dem Hauptcharakter von Ace Attorney 4, in ein beschauliches Dorf, das ganz im Zeichen von japanischen Geistern und Dämonen steht und wo ein eben solcher Unhold einen Mord begangen haben soll. Mit der Zeit wird jedoch ein roter Faden ersichtlich, der die Ereignisse verknüpft. Schlüsselbegriffe wie „Das dunkle Zeitalter des Rechts“ fallen immer wieder, auch das Thema Vertrauen wird ausgiebig behandelt. Zumal sich dann noch weitere Mysterien wie der neue Staatsanwalt Simon Blackquill offenbaren, bei dem es sich um einen verurteilten Verbrecher handelt.

Anwalt und Ermittler in einem
Bevor es jedoch vor Gericht geht, wollen in der Regel erste Zeugen befragt und Beweise aufgelesen werden. Das geschieht in der ersten Spielphase, den Ermittlungen. Ihr wandet dabei über ein simples Menü von Szenerie zu Szenerie und klickt euch primär durch Dialoge – ganz Visual Novel eben. An Tatorten oder anderen interessanten Arealen dürft ihr zudem die Umgebung genauer unter die Lupe nehmen und so nach weiteren Hinweisen auf den Tathergang oder den wahren Täter ausfindig machen. Serienveteranen wird hier auffallen, dass der Prozess insgesamt simpler gestaltet wurde. Euer Cursor gibt an, ob ihr das markierte Objekt bereits untersucht habt, und es lassen sich nicht mehr alle Schauplätze genauer anschauen. Das ist schade, gerade weil diese nämlich teils extrem detailverliebt ausstaffiert sind, kommt auf der anderen Seite aber dem Spielfluss zugute. Solltet ihr euch übrigens irgendwann komplett auf verlorenem Posten wiederfinden – etwa weil ihr einen Hinweis überlesen oder das Spiel lange Zeit pausiert habt – hilft euch ein vom Spiel automatisch angelegtes Notizbuch auf die Sprünge, welches stets eure nächsten Ziele auflistet. Ebenfalls praktisch: Die zuletzt angezeigten Dialogzeilen lassen sich auf Knopfdruck nun jederzeit in einem Textlog noch einmal nachlesen.

Das eigentliche Herzstück von Ace Attorney bleiben aber natürlich selbstverständlich die Gerichtsverhandlungen, in denen ihr für den Freispruch eures Klienten kämpft. Zu diesem Zweck nehmt ihr primär Zeugenaussagen auseinander, indem ihr im Kreuzverhör an den richtigen Stellen nachhakt, Widersprüche aufdeckt und diese mit Beweisen belegt. Auf diese Weise hangelt ihr euch nach und nach zum wahren Täter durch, der natürlich auch prompt auf dieselbe Art und Weise überführt werden will. Dabei sollten euch allerdings möglichst wenig Fehler unterlaufen – für jeden falsch vorgezeigten Beweis verliert ihr nämlich Glaubwürdigkeit. Ist sie auf Null, ist das Spiel vorbei. In der Regel geizt Dual Destinies allerdings nicht mit Hinweisen und unterstützt euch sogar mit zusätzlichen Tipps, sollte sich eure Glaubwürdigkeits-Anzeige auf kritisches Niveau begeben. Auch bleiben die Rätsel dabei stets in sich logisch.

Moderne Kriegsführung im Gericht
Damit hin und wieder auch etwas Abwechslung in die Verhandlungen reinkommt, bringt jeder der drei Hauptcharaktere eine besondere Fähigkeit mit sich, die an bestimmten und stets deutlich vorgegebenen Stellen zum Einsatz kommen. Die von Athena ist dabei am häufigsten vertreten. Ihr Anhänger ist nämlich ein spezielles Gerät namens Widget, welches die verborgenen Emotionen in den Stimmen von Menschen sichtbar machen kann. Auf diese Weise sucht ihr nach weiteren Widersprüchen – etwa wenn sich der Zeuge über ein trauriges Ereignis freut oder ein schockierender Fund ihn nicht berührt. Besonders cool dabei: Statt wie sonst ins Antlitz des Befragten zu blicken, präsentiert euch Widget Standbild-Nachstellungen der Ereignisse, wie sie vorgetragen werden.

Sowohl Apollos als auch Phoenix' alte Tricks kommen aber natürlich ebenso zum Einsatz, wenn auch deutlich seltener als Athenas neues Spielzeug. So ist der aufbrausende Apollo in der Lage, Lügen zu spüren und kleine, verräterische Ticks an Leuten zu sehen. Diese dürft ihr dann natürlich am lebenden Objekt finden. Phoenix wiederum bringt sein Magatama mit sich. Das magische Juwel zeigt ihm, wann immer eine Person etwas zu verbergen hat – und mit den richtigen Beweisen habt ihr diese Nuss zu knacken.

Steuerung:
Da ihr euch in Dual Destinies ganz genretypisch hauptsächlich durch Dialoge klickt, fällt die Handhabung denkbar einfach und schnörkellos aus. Alles wird über komfortable Menüs geregelt, die ihr entweder mit den Aktionstasten oder mit dem Stylus bedient. Das funktioniert auch tadellos. Natürlich dürft ihr auch in diesem Spiel optional selbst „EINSPRUCH!“ ins 3DS-Mikrofon brüllen, wenn ihr Zeugen vor Gericht widersprüchliche Beweise vorlegt.

Grafik:
Nach sechs Spielen in 2D steht nun der Sprung in die dritte Dimension an. Doch keine Bange, Phoenix und Co. haben diesen mit Bravour gemeistert. Die Polygon-Modelle lassen absolut nichts vom Charme der alten Sprites vermissen und begeistern durch detailverliebte Animationen und vor allem teils extrem ulkige Gesichtszüge. Auch die Umgebungen können sich abermals sehen lassen und strotzen nur vor interessanten Kleinigkeiten. Vor allem Phoenix' Büro schindet trotz – oder gerade wegen – des chaotischen Zustands Eindruck. Noch viel besser kommt dies in 3D herüber, was man allerdings von den gelegentlich eingestreuten und an sich löblichen Anime-Zwischensequenzen nicht sagen kann. Dort schweben gewisse Personen oder Objekte nämlich schon mal gerne unschön in der Luft der dreidimensionalen Tiefe.

Sound:
Was wäre die große dramatische Wendung oder der Durchbruch im Gerichtssaal ohne die passende, musikalische Untermalung? Richtig, nichts. Dual Destinies fährt deswegen einen mitreißenden Soundtrack auf, der euer Blut an den richtigen Stellen in Wallung bringt oder euch zu Tränen rührt. Fans finden zudem auch einige Remixes bekannter Stücke wieder. Wer sich mit dem Sprung auf den 3DS ein komplett vertontes Skript erhofft hat, wird enttäuscht. Lediglich die Anime-Cutscenes sind mit englischer Sprachausgabe unterlegt. Der ganze restliche Text muss gelesen werden.

Fazit:
Lange Zeit haben Fans auf die neuen Fälle von Phoenix Wright gewartet und das Warten hat sich definitiv gelohnt: Phoenix Wright: Ace Attorney – Dual Destinies bietet in seinen rund 30 Stunden Spielzeit ungemein spannende Adventure-Kost, die euch vor allen in den hitzigen Gerichtsphasen in den Bann ziehen wird. Der Spielfluss ist dank wohlüberlegter Neuerungen ebenfalls ein gutes Stück besser, allerdings geht dies ein wenig auf Kosten des Freiheitsgefühls. Gerade in den Ermittlungen werdet ihr dieses Mal merkbar stärker an die Hand genommen und an hilfreichen Hinweisen wird nicht gespart. Dennoch: Wenn ihr Lust auf eine umfangreiche, humorvoll und mitreißend erzählte Geschichte habt und die animehafte Präsentation euer Ding ist, führt einfach kein Weg an dem fünften Ace Attorney-Ableger vorbei.

Emotionales Wrack: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Review-Codes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Der Phönix aus der Asche: Packende und wendungsreiche Visual Novel mit viel Witz und Charme.

Wertung

STORY:

8.0

RÄTSEL:

7.0

PRÄSENTATION:

8.0
8
von 10

Spannende Fälle

Liebenswerte Charaktere

Kleine, aber feine Neuerungen

Anständiger Umfang

Charmanter Grafikstil

Mitreißender Soundtrack

Wenig Freiheit bei den Ermittlungen

Teils langatmige Dialoge

Rätsel könnten knackiger sein

Nichts für Lesefaule

Komplett in Englisch

Wie werten wir?

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2 Kommentare