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Spielname:
Animal Crossing: New Leaf

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Simulation

Release:
14.06.2013 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: Animal Crossing: New Leaf

Tjark Michael Wewetzer, 04.06.2013

17k°

14

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Hallo Viras,

wie geht es dir? Hoffentlich hattest du es nicht so schwer wie ich in den letzten Wochen. Du weißt ja, dass ich nach Velse zog, um dort ein friedliches Leben unter freundlichen Nachbarn zu führen. Nicht, dass es mir in meiner alten Heimat nicht gefallen hätte, doch so ein hübsches kleines Häuschen in Küstennähe hat einfach etwas. Jedenfalls trat ich meine Reise nach Velse an, stieg nur mit meinen Kleidern am Leib in den Zug und erlebte dort so einiges, das ich mir nie im Leben hätte ausmalen können. Was ich dir hier berichte, mag unglaublich, wenn nicht sogar vollkommen unglaubwürdig klingen, doch ich schwöre dir: So hat es sich zugetragen. Hier, in Animal Crossing: New Leaf.

Es begann schon am Bahnhof.
Ich setzte meinen ersten Fuß auf den Pflasterstein um das Dienstgebäude und da schalmeite es mir entgegen: „HERZLICH WILLKOMMEN!“ riefen mir die Bewohner zu. Zuerst dachte ich, dass sie in dieser beschaulichen Kommune – es gab hier immerhin nur etwa sechs Leute vor meiner Ankunft– jeden so herzhaft begrüßen. Doch die nächsten Worte schockierten mich ein wenig: „Lieber Herr Bürgermeister!“, sprach mich eine Hundedame an, „Wir sind so froh, dass du endlich angekommen bist!“. Da muss doch eine Verwechslung vorliegen, dachte ich mir. Ich hatte nämlich mit keiner Silbe gesagt, dass ich Bürgermeister werden wollte! Ich war hier, um mich zu entspannen! Ein ruhiges Leben zu führen! Und jetzt halten sie mich hier alle für den Bürgermeister?

Leider gelang es mir nicht, dieses Missverständnis aus dem Weg zu räumen. Man machte mich zum Teil einer Baumpflanz-Zeremonie - zum Zeichen des Wachstums, das ich Velse bringen würde. Und dann leitete man im Rathaus alles in die Wege, damit ich auch mein unverhofft erlangtes Amt bekleiden könne. Dazu gehörte natürlich erst einmal der Bau meines eigenen Hauses. In Küstennähe, wie ich es mir gewünscht hatte. Vom Immobilien-Makler Tom Nook hörte ich bereits ziemlich wilde Geschichten. Ein drakonischer Geldeintreiber sei er, ein regelrechter Gierlappen. Auf mich machte er einen entspannten Eindruck. Trotzdem war ich für meine erste Nacht zum Zelten verdammt, denn das Haus musste natürlich erst noch gebaut werden.

Am nächsten Tag wartete dann die Arbeit.
Die Stadtverwaltung ist kein Kinderspiel – und geht vor allem gehörig ins Geld. Blöd nur, dass ich von eben diesem nichts hatte. Wie gesagt, ich bin lediglich mit meinen Klamotten hierher gezogen, ganz ohne Koffer oder einen einzigen Sterni in der Tasche. Rückblickend betrachtet war das schon ziemlich naiv von mir, denn jetzt wollte nicht nur das Haus bei Nook abbezahlt, sondern auch noch Bauprojekte im Dorf finanziert werden. Immerhin überlässt man mir dabei die Wahl, was wo errichtet wird. Ob ein Brunnen den Dorfplatz zieren soll, eine Brücke den Weg über den hiesigen Fluss erleichtert oder die angrenzende Einkaufsmeile erweitert wird – ich entscheide, womit wir uns zuerst beschäftigen. Das hat schon was. Auch erleichtert mich, dass ich die Kosten nicht vollständig alleine tragen muss. Da alles über offene Spendenaufrufe läuft, kann sich jeder im Dorf an der Finanzierung beteiligen. Auf der anderen Seite hatte dies jedoch zur Folge, dass ich bei meiner Ankunft noch herzlich wenig tun konnte. Erst über die folgenden Wochen standen mir mehr Aktivitäten offen – was umgekehrt bedeutete, dass mir in meiner Freizeit selbst im Shopping-Bezirk schnell langweilig wurde.

Apropos Einkaufsmeile: Diese ist erstaunlicherweise ziemlich nah am Dorf angesiedelt. Direkt an der Nordgrenze verläuft sie und beheimatet so ziemlich alles, was man hier zum Leben oder zur Entspannung braucht. Von Nooks Laden habe ich dir bereits erzählt, hier findet man aber auch das Post-Amt, das Museum, ein Bekleidungsgeschäft und einen Gemischtwarenladen. Bei Letzterem lassen sich sogar eigene Sachen verkaufen, allerdings bezahlen die dort ziemlich mies. In meiner Situation, in der es auf jeden Sterni ankommt, ist das eher ungünstig. Aber hey, dafür gibt es einen sympathischen kleinen Second-Hand-Laden im Dorf, in dem man Gebrauchtware entweder gegen einen Festpreis an die Inhaberin verticken oder zu einem eigenen Preis an andere Bewohner oder Besucher verkaufen kann. Auf diese Weise lässt sich das Geld für zusätzliche Einrichtungen wie etwa das Schlummerhaus, zu dem ich später noch kommen werde, oder einen Musikclub recht schnell dazuverdienen.

Die Entspannung kommt trotzdem nicht zu kurz.
Wenn du dir das hier durchliest, klingt alles ziemlich nach Arbeit, nicht wahr? Mein Terminplan ist dabei allerdings extrem locker. Abseits der Finanzierung von Bauprojekten und dem Erlass von Verordnungen gibt es nicht viel, was ich verwaltungstechnisch tun kann. Dies gibt mir reichlich Freiraum für die schönen Seiten des Lebens, etwa gemütliche Plausche mit meinen Mitbürgern. Habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass das alles Tiere sind? Wirklich! Abgesehen von mir gibt es nicht einen Menschen hier! Merken würdest du es aber nicht, denn sie verhalten sich absolut menschlich. Sie lachen, sie tratschen, sie gehen auf Shopping-Tour und sie angeln in ihrer Freizeit. Außerdem sind sie fast immer freundlich und für eine kurze Unterhaltung zu haben. Gelegentlich bitten sie um kleine Gefallen unter Nachbarn. Mal suchen sie nach bestimmten Dingen, zu anderen Zeiten sind kleine Botengänge verlangt. Ohne Lohn geht man dabei hingegen nie aus: Meist gibt es ausrangierte Möbel oder Kleidungsstücke, die natürlich gleich im Eigenheim untergebracht werden.

Wie du auf dem beigefügten Foto sehen kannst, handelt es sich bei besagtem Heim in meinem Fall um eine richtige Rumpelkammer. Das geht natürlich auch ordentlicher, aber ich finde einfach täglich irgendwelche tollen Sachen und muss die einfach unterbringen – komme was wolle! Vielleicht sollte ich über weitere Hauserweiterungen nachdenken... Jedenfalls kann ich die Möbel frei verschieben, Tapeten und Teppich anpassen und sogar die Wände mit Gemälden sowie eigenen Designs verzieren. Als wäre das nicht genug bietet Björn von der Fundgrube sogar einen Färbedienst an, mit dem sich viele Möbel farblich anpassen lassen. Prima für mich, stehe ich doch auf ein sattes Smaragdgrün in meinem Leben! Doch da enden die Möglichkeiten auch nicht: Nook hat neben Erweiterungen auch andere Haus-Designs, Briefkästen und Zäune im Angebot. Ich kann mich hier also praktisch genau so einrichten, wie ich es haben möchte.

Und wenn es mir in der Heimat zu bunt wird, geht es in den Urlaub.
An der hiesigen Küste liegt ein freundlicher Kappa vor Anker, der gegen ein geringes Entgelt mit einem fröhlichen Lied auf dem Lippen zur schlicht benannten Urlaubsinsel paddelt. Ja, das Eiland heißt wirklich Urlaubsinsel. Das war die Idee vom schrulligen Törtel, meinem Vorgänger im Bürgermeister-Amt. Aber immerhin hat er etwas aus dem Örtchen gemacht: Hier herrscht jeden Tag sommerliches Wetter, man kann tropische Fische und Insekten fangen, ja sogar Schwimmen gehen – Letzteres dank der Taucheranzüge, die hier angeboten werden. Neben dem Leihexemplar hat der örtliche Shop auch eine Version zum nach Hause nehmen im Sortiment. Leider akzeptiert hier auf der Insel niemand Sternis, stattdessen werden Medaillen gefordert.

Jetzt fragst du dich sicherlich, wie man denn an diese Dinger kommt (vorausgesetzt, du hast den Brief nicht völlig entnervt zur Seite gelegt). Sie werden von Törtel an Gewinner in kleinen Wettbewerbsspielen verteilt. Diese sind recht abwechslungsreich und kurzweilig: Von einer Memory-Abwandlung mit vergrabenen Gegenständen über ein Versteckspiel und eine Ballonjagd bis hin zum Angelwettbewerb ist alles dabei. Da die Aktivitäten alleine schnell langweilig werden, habe ich mich so schnell es ging um eine Mitgliedschaft im Törtel-Club bemüht. Damit kann ich Leute aus aller Welt auf der Insel antreffen und diese Spiele mit ihnen spielen. Alternativ kann ich mich auch gepflegt mit ihnen unterhalten. Das kann schon mal eine Herausforderung sein, wenn die andere Person eine Sprache spricht, von der man keinen blassen Schimmer hat – zum Beispiel Japanisch!

Steuerung:
Doch unabhängig davon, ob ich mich nun im Urlaub aufhalte oder mich unter das lokale Volk mische, alles geht unkompliziert und intuitiv vonstatten. Selbst die ganzen Werkzeuge, auf die ich über Kurzbefehle schnell Zugriff habe, lassen sich simpel bedienen. Meine Taschen organisiere ich einfach über den Touchscreen – wenn mir der Griff zum Stylus zu mühsam ist, geht das auch mit einem per Circle Pad gesteuerten Cursor. Nur der Chat mit Besuchern oder Fremden auf der Insel erfordert von mir, dass ich die Software-Tastatur mit dem Stift bediene. Aber hey, das geht dafür auch merklich schneller!

Grafik:
Noch als ich bei meiner Ankunft aus dem Fenster des Zuges schaute, fiel mir das simpel gehaltene und doch friedliche Gesamtbild des Dorfes auf. Klar gibt es schönere und detailliertere Orte, doch die Bewohner machen einen lebhaften Eindruck, weisen eine verspielte Mimik auf und die gekrümmte Gegend wirkt in dreidimensionaler Tiefe noch viel spannender. Hätte alles aufwändiger aussehen können? Klar. Aber muss es das auch wirklich? Mitnichten.

Sound:
Ähnlich verhält es sich mit den Klängen, denen ich hier lauschen kann. Jede Stunde spielt das Dorfradio ein anderes beruhigendes Lied in der Dauerschleife, was weitaus nerviger klingt als es tatsächlich ist. Die Musik ist genau das, was man zu einem entspannten Leben braucht. Woran man sich aber definitiv gewöhnen muss, ist die Sprache hier. Das Gebrabbel der tierischen Nachbarn wirkt arg befremdlich und ist für den ein oder anderen sicherlich auch extrem nervig. Ich finde jedoch, sie verleihen dem Erlebnis ihren eigenen Charme.

Multiplayer:
Jetzt habe ich dir so viel von der Gegend hier erzählt. Aber weißt du, warum schaust du nicht einfach mal selbst vorbei? Bis zu drei weitere Leute kann ich zu Besuchszwecken gleichzeitig in meine Kommune einladen – alles unkompliziert über das Internet oder mit Leuten in der Nähe. Dann können wir vielen der Aktivitäten hier – Urlaubsinsel inklusive – gemeinsam nachgehen. Unterhaltungen sind hierbei per Text-Chat möglich. Voice-Chat gibt es zwar nicht, dafür kann man dafür sorgen, dass Gespräche unter Freunden selbst dann möglich sind, wenn sie sich nicht im selben Dorf aufhalten. Und für den Fall, dass du dir meine Gegend ohne meine Anwesenheit anschauen möchtest, habe ich dir meine Schlummeradresse bereitgestellt. Damit kannst du von meiner Stadt träumen und auch allerlei Unsinn anstellen. Keine Bange, auf meine Realität hat dies keine Auswirkungen, selbst wenn du wie ein Berserker alle Bäume abholzt! Oh, und natürlich kann ich meine häusliche Einrichtung auch per StreetPass herumzeigen oder über SpotPass Geschenke von der Zentralverwaltung der Städte erhalten. Kurzum: Wir sind hier völlig vernetzt!

Fazit:
Also, wie schaut es aus? Wirst du bei Animal Crossing: New Leaf vorbeischauen? Ich kann es persönlich nur empfehlen. Es mag hier etwas ungewöhnlich zugehen und ist definitiv nicht jedermanns Sache. Leider gibt es nämlich keine vorgesteckten Ziele und im Vergleich zu anderen Gegenden geht es hier auch keineswegs großartig komplex zu. Gerade zu Beginn seiner Laufbahn muss man sich auf ein paar öde Momente gefasst machen, weil man viele Aktivitäten erst durch den Bau neuer Einrichtungen ermöglichen muss. Doch all das trägt dazu bei, dass man der örtlichen Gemeinde seine ganz persönliche Note verleihen kann. Man hat Einfluss auf alles, was hier geschieht, Freude an der Entwicklung und selbst dann Spaß, wenn man nur mal ein paar Minuten pro Tag entbehren kann. Das ist ohnehin die beste Methode, warten doch an speziellen Tagen Wettbewerbe oder Feste auf dich. Probier es ruhig mal aus, denn das Leben in dieser Tiergemeinschaft hat mich unheimlich bereichert. Ich bin mir sicher, du könntest dich in dieser Nachbarschaft ebenfalls verlieren, sofern du dir ein schönes Projekt vornimmst – und sei es einfach nur, jeden Fisch im Ozean zu angeln.

Schöne Grüße aus Velse von Tjark Michael Wewetzer [Alanar], Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung der Reisetickets des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Super
Deine Wertung:

-
Ein schönes, ruhiges Leben wartet auf euch – vorausgesetzt, ihr seid gewillt, euch in die eigenwillige Dorfgemeinschaft einzuleben.

Wertung

SPIELTIEFE:

8.0

AUTHENTIZITÄT:

7.0

MULTIPLAYER:

9.0
8
von 10

Sympathische Nachbarn

Entspannendes Gameplay

Reichlich Gestaltungsfreiheit

Umfangreiche Online-Komponente…

Neue Aktivitäten dank Bürgermeisteramt

Massig Zeug zum Sammeln

Ideal für kurze, tägliche Runden

Anfangs wenig zu tun

Aufgaben wiederholen sich oft

…die lediglich Voice-Chat vermissen lässt

Spielfortschritt geht nur langsam voran

Wie werten wir?

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