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Spielname:
Project X Zone

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Namco Bandai Games

Developer:
Banpresto, Monolith Soft

Genre:
Rollenspiel

Release:
05.07.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Project X Zone

Tjark Michael Wewetzer, 21.07.2013

5566°

4

Test mögen: Weitersagen:

Träumen wir passionierten Videospieler nicht schon lange von einer Welt, in der all unsere digitalen Helden miteinander interagieren, plaudern und streiten? Und was, wenn so eine Welt wirklich existieren würde? Es wäre auf jeden Fall ein lizenztechnischer Albtraum, das ist klar. Und doch haben sich Capcom, Sega und Namco Bandai zusammenraufen können, um das ambitionierte Crossover-Projekt mit dem passenden Titel Project X Zone (das X wird dabei als „Cross“ ausgesprochen) nicht nur überhaupt auf die Beine zu stellen, sondern es auch noch wider Erwarten tatsächlich nach Europa zu bringen. Ob es das Strategie-Rollenspiel sowohl für Fans der verbauten Marken als auch für komplette Neueinsteiger in der wilden Welt der Videospiele wert ist, verraten wir euch in unserem Test.

Eine Cheerleaderin auf Dimensionsreise
Wenn man eine derart unterschiedliche Truppe in einem Spiel versammelt, braucht es schon einen extrem guten Grund dafür. Bei Project X Zone nennt sich dieser „Dimensionstore“. Eine Organisation namens Oros Phlox stiftet mit diesen gerade mächtig Unheil und hat es unter anderem auf ein Mädchen namens Mii Koryuji abgesehen. Dieses ist jedoch nicht auf den Kopf gefallen und macht sich nach ein paar unerfreulichen Angriffen der Phlox'schen Häscher zusammen mit ihrem „Lehrer“ und Bodyguard Kogoro Tenzai sowie einer stetig wachsenden Schar von Begleitern aus fremden Dimensionen auf, der Organisation mächtig auf die Füße zu treten. Ganz nebenbei werden auch noch andere Unholde, unter anderem Jedah aus Darkstalkers oder Saya aus dem Quasi-Project X Zone-Vorgänger Namco X Capcom, auf die Risse zwischen den Welten aufmerksam und nutzen diese für ihre eigenen Zwecke – auch das will verhindert werden.

Klingt nach einer Menge Plot, baut allerdings keine große Spannung auf. Tatsächlich dient die Handlung primär dazu, das Aufeinandertreffen der verschiedenen Helden und Schurken halbwegs gut zu erklären und reichlich Interaktionen zwischen ihnen zu erlauben. Damit dies ideal wirkt, hilft Vorwissen über die zugrunde liegenden Marken. Kenner von Resident Evil wissen, warum Jill und Chris auf Herrenhäuser nicht gut anzusprechen sind, und wer mit Sakura Wars vertraut ist, der weiß auch, warum die Crew nach einem gewonnenen Kampf gerne mal zur Siegespose aufruft. Ferner finden sich zu einigen vertretenen Spielereihen sogar waschechte Spoiler, sei es in Form von auftretenden Bossen oder den an sich löblichen Anmerkungen im großen Project X Zone-Cameo-Lexikon. Dennoch muss man nicht zwangsweise bereits mit den Charakteren vertraut sein, um seinen Spaß an den leichtherzigen und teils auch recht schrägen Dialogsequenzen des Spiels zu haben. Nur des Englischen muss man mächtig sein, denn eine deutsche Übersetzung fehlt leider.

Lasset die Pixel-Fetzen fliegen!
Den Löwenanteil des Spiels nimmt allerdings nicht das Wälzen der Crosspedia oder Lesen der Intro-Dialoge ein, sondern die rundenbasierten Gefechte. Diese ähneln in ihrer Funktion stark einem Strategie-Rollenspiel: Ihr bewegt eure Einheiten Zug für Zug – die Reihenfolge wird durch den Schnelligkeitswert der Charaktere bestimmt – über eine taktische Karte, setzt gegebenenfalls Spezial-Fähigkeiten sowie Items ein und heizt Gegnern ein, sobald sie in Reichweite kommen.

Der große Unterschied zu den Genre-Kollegen liegt in der Ausführung von Letzterem: Statt statischen Angriffs-Animationen zuzusehen, dürft ihr selbst eingreifen. Über simple Tastenkommandos löst ihr Aktionen aus, mit denen ihr genüsslich auf die Opposition einhackt. Wieviele ihr davon pro Attacken-Chance einsetzen könnt, hängt von den Charakteren und ihren Werten ab. Wer ein abwechslungsreiches Moveset nutzt und alle verfügbaren Combos durcharbeitet, erhält allerdings die Chance auf einen Bonus-Angriff. Außerdem könnt ihr durch gutes Timing kritische Treffer landen oder mit den richtigen Unterstützungs-Charakteren oder eigenen Attacken zahlreiche Statusveränderungen hervorrufen. Auch in diesem an sich simplen Kampfsystem steckt damit etwas Freiraum für die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten.

Partnertausch zwischen den Welten
Apropos Unterstützung: Diese könnt ihr im Kampf auf zweierlei Arten kriegen. Die flexiblere Variante besteht in der Positionierung eurer Einheiten. Stehen zwei nah beieinander, kann das jeweils inaktive Duo beim Angriff als einmaliger Unterstützer herbeigerufen werden. Warum wir hier übrigens von „Duos“ reden: Jede Einheit auf dem Schlachtfeld besteht eigentlich aus zwei Charakteren, sogenannten Paaren. Dabei gibt es nachvollziehbare Kombinationen wie zum Beispiel die Prügelknaben Ryu und Ken aus Street Fighter, teils aber auch eher ungewöhnliche Gruppen – etwa Dante aus Devil May Cry und Demitri aus Darkstalkers.

Diesen Paaren könnt ihr dann noch eine Solo-Einheit beiseite stellen, die ebenfalls im Kampf für einen Support-Angriff abrufbar ist. Allerdings lassen sich diese Charaktere nicht jederzeit frei zwischen euren Gruppen verschieben, sondern können nur beim Wechsel in das nächste Kapitel bzw. bei der Rekrutierung eines neuen Einzelgängers zugewiesen werden. Eine unschöne, aber nachvollziehbare Restriktion. Wesentlich ärgerlicher ist, dass man dem Spieler bei der Paarbildung keine freie Hand lässt. Die Paare sind nämlich samt Animationen und Combos von vornherein festgelegt und können nicht frei eingeteilt werden. Schade, denn auf diese Weise hätte der taktische Teil noch um einiges flexibler ausfallen können.

Anspruch? Kann man das essen?
Zumindest wäre das wirklich schade, wenn denn der Anspruch stimmen würde. Project X Zone ist allerdings beileibe kein schweres Spiel. Wer sich halbwegs geschickt anstellt, häufig kritische Treffer landet und ein wenig mit den Fähigkeiten der Charaktere spielt, sollte sich von den Missionen nicht allzu sehr gefordert fühlen. Stattdessen versucht Entwickler Monolith Soft, einen „richtigen“ Schwierigkeitsgrad durch pure Masse zu kompensieren. Soll heißen: Pro Map erwarten euch Horden von Kanonenfutter, während die gelegentlichen Bosse – von denen auch gerne mal drei oder vier gleichzeitig herumspazieren – durch exorbitant hohe HP-Werte auffallen und häufiger mächtige Spezialattacken auspacken.

Das Problem hierbei: Wirklich schwerer macht es die Sache nicht. Stattdessen sorgt dieses Vorgehen dafür, dass die zahlreichen Kapitel des Spiels unnötig gestreckt wirken. Eine durchschnittliche Dauer von etwa einer Stunde pro Mission solltet ihr dabei auf jeden Fall mit einberechnen. Dies hat natürlich auch den Nebeneffekt, dass ihr eine ganze Weile an dem Modul zu knabbern habt – genauer gesagt etwa zwischen 40 und 50 Stunden. Und immerhin sind die Fights dermaßen fetzig animiert, dass sie nicht allzu schnell langweilig werden. Trotzdem wäre es uns lieber gewesen, wenn man nicht auf solch übermäßig offensichtliche Streckungsmethoden zurückgegriffen hätte.

Steuerung:
Keine Bange: Auch wenn Project X Zone auf den ersten Blick und vor allem in den Trailern ein wenig wirr ausschaut, habt ihr hier schnell alles unter Kontrolle. Während der Bewegungsphase erwartet euch lockere Menüarbeit und die beeindruckenden Kombos im Kampf werden fast vollständig automatisch durchgeführt – ihr müsst lediglich durch einen simplen Tastenbefehl das Startsignal geben.

Grafik:
Wolltet ihr schon immer mal herausfinden, wie sich Frank West, Yuri Lowell, Akira Yuki und andere im 3D-Kosmos geborenen Figuren als 2D-Sprites machen? Hier findet ihr die Antwort! Dank gelungener und bildgewaltiger Animationen wird einem bei den Angriffen eben dieser auch nicht allzu schnell langweilig. Leider zählen die Kämpfe dadurch auch zu den großen Spielzeitstreckern, da ihr – wie oben angemerkt – die Befehle stets von Hand eingeben müsst. Abgesehen davon erwarten euch rudimentäre 3D-Kampfareale, die nur selten durch ausgefallenes Design auffallen. Apropos 3D: Den visuellen Tiefeneffekt könnt ihr euch sparen. In den Dialogen und auf der taktischen Karte kommt er absolut nicht zur Geltung und auch bei den Gefechten wirkt die räumliche Tiefe eher schwach.

Sound:
Project X Zone buddelt nicht nur bei den Charakteren tief in der Trickkiste: Der Soundtrack setzt sich ebenfalls aus zahlreichen MIDI-Remixes bekannter Stücke zusammen. Ob ihr nun mit Team Vesperia zu „Fury Sparks“ Gegner vertrimmt, eine Instrumental-Version von „Brave New World“ aus Namco X Capcom aus den Lautsprechern erklingt oder .hack//LINKs Titelmelodie „Stairs of Time“ euer Blut in Wallung bringt – über die Auswahl kann man wahrlich nicht meckern! Da tut es auch nicht ganz so weh, dass aus lizenzrechtlichen Gründen einige Themenmelodien wie „Over the Clouds“ von God(s) Eater aus der europäischen Version entfernt werden mussten. Was hingegen nicht gestrichen wurde: Die japanische Sprachausgabe, die in zahlreichen Dialogsequenzen und vor allem in den Kämpfen kräftig zum Einsatz kommt.

Fazit:
Wenn über 50 Charaktere aus knapp 30 Marken versammelt werden, dann kann man sich bereits denken, worauf die Projektleiter als erstes aus sind: Den Wiedererkennungswert. Wer mit mindestens knapp der Hälfte oder gar einem Großteil der Besetzung von Project X Zone vertraut ist, kann auch fast bedenkenlos zugreifen. Die zahlreichen kleinen Gags und Anspielungen auf die Serien-Vergangenheiten der Charaktere sind nämlich ein wahres Fest für Fans. Allerdings täuschen sie nicht über einige starke Schwächen im Spieldesign hinweg. Die Missionen verlaufen relativ anspruchslos und dauern einen Tick zu lang, beim Aufbau eurer Truppe wird euch nur minimale Entscheidungsfreiheit gelassen und die Story des Spiels ist leider kaum mehr als Mittel zum Zweck. Wer darüber hinwegsehen und sich auch noch für das effektreiche Kampfsystem begeistern kann, wird trotzdem seinen Spaß an dem Crossover-Projekt haben – auch wenn man einige der Charaktere noch nicht kennt. Und wer weiß? Vielleicht spornt ja der ein oder andere Gastauftritt manch Spieler dazu an, sich über die Herkunft schlau zu machen und herauszufinden, woher zum Beispiel Soma Schicksal und Vashyron wirklich stammen und was sie in ihrem Universum durchgemacht haben.

Hat jetzt Lust auf Sakura Wars und God(s) Eater: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Namco Bandai für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Fanservice ahoi! Für Kenner der Serien und solche, die es werden wollen, ist es ein Fest. Ein bisschen mehr Balancing und Tuning hätte aber nicht geschadet.

Wertung

STORY:

6.0

SPIELWELT:

6.0

SPIELTIEFE:

5.0
6
von 10

Ordentliche Spielzeit…

Zahlreiche bekannte und obskure Charaktere…

…die auch ihren Soundtrack mitbringen

Viele Anspielungen und Details für Fans

Fetzige Kampfanimationen

…die mit langgezogenen Missionen erkauft wird

Anspruchslose Gefechte

Teamaufbau stark beschränkt

Gegner-Balancing alles andere als ausgereift

Keine deutschen Texte

Wie werten wir?

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