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Spielname:
Tom Clancy's Ghost Recon Shadow Wars 3D

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft Sofia

Genre:
Strategie

Release:
24.03.2011 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Tom Clancy's Ghost Recon Shadow Wars 3D

Review: Tom Clancy's Ghost Recon Shadow Wars 3D

Robert Grötenherdt, 07.04.2011

8668°

6

Test mögen: Weitersagen:

Willkommen in einer weiteren faszinierenden Inszenierung von Tom Clancy's Machenschaften. Natürlich geht es hier um hochmoderne militärische Manöver, Gewehre, Sprengsätze und was das Action-Herz noch so höherschlagen lässt. Sei es nun in leiser Manier, den Gegnern hinterherschleichend, im Flugzeug, in einer Ego-Shooter-Version von „Ghost Recon“ - oder in der jetzt für den Nintendo 3DS erhältlichen Variante: „Tom Clancy's Ghost Recon Shadow Wars“. Doch hier geht es weniger actiongeladener zu, sondern schön gemütlich in rundenbasierter Strategie. Ob sich die Entwickler damit keinen Gefallen taten oder ob hier der beste Launch-Titel für den neuen Handheld auf euch wartet, erfahrt ihr wie immer in unserer Review.

Wenn sich Russland als Feind entpuppt...
...müssen uns die Ghosts retten, klar! Zu der Geschichte von „Ghost Recon Shadow Wars“ muss man nicht gerade viele Worte verlieren. Man kennt diese Szenarien irgendwie schon aus diversen Filmen und Spielen, doch um das ganze nochmals kurz auf den Punkt zu bringen: Die Amerikaner werden um Hilfe gebeten, die Menschheit vor den größenwahnsinnigen Russen zu schützen, welche eine neue Weltmacht erschaffen wollen. Dieses Konzept zieht sich auch durch sämtliche Dialoge und Missionen. Wenn man ein feindliches Lager infiltriert, wird man vom Feind direkt identifiziert und lautstark schallt es uns entgegen: „Amerikaner!“ Was zum Geier hat mich denn jetzt verraten? Ich dachte, mein Trupp wäre eine „Spezialisten-Armee“. Da kann es doch nicht so offensichtlich sein, dass ich Amerikaner bin... Aber meine Güte, die Story ist an dieser Stelle nicht so zentral wie etwa in „Suikoden Tierkreis“ oder anderen Rollenspielen. Hier geht es stattdessen um typisch spannende Tom Clancy-Kost. Was sich aber beweisen muss, ist die strategische Vielfalt des Spiels und die Motivation, weiterzumachen.

Wir führen also diese Ghosts an und stehen ihnen mit unserer strategischen Übersicht zur Seite. Unser Trupp besteht tatsächlich aus Spezialisten verschiedener Klassen: Da hätten wir Duke den Spezialkämpfer, Haze den Scharfschützen, Richter den Kanonier, Saffron die Sanitäterin, Banshee die Kundschafterin und zu guter Letzt Mint den Ingenieur. Jeder hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Achja: Auch wenn diese Person unwichtig ist, hätten wir da noch Ghost Lead, welcher uns die Befehle aus dem Hauptquartier zukommen lässt, doch nicht aktiv spielbar ist oder ins Geschehen eingreift. Man bekommt in den ersten Kapiteln des Spiels Tutorien geliefert - welche jederzeit mit der B-Taste zu überspringen sind. Diese Einsteigerhilfen weisen uns in die Klassen und in die verschiedenen Kriterien des Kampfes ein.

So lernt man schnell, dass der Kanonier mit seiner „Unterdrücken“-Attacke einen Scharfschützen für den nächsten Spielzug aussetzen lassen kann, dafür aber weniger abzieht. Auch sonst spürt man nach kurzer Zeit die kleinen strategischen Fassetten des Spiels. In Häusern, hinter Zäunen oder in Büschen stecken eure Leute beispielsweise weniger Schaden ein und von höherer Position kann man mehr Schaden austeilen, als von unten. Diese Tutorials sind löblicherweise sehr einsteigerfreundlich geraten - und für die Gamer, die noch nie was mit solchen Einführungen anfangen konnten, ja wie gesagt auch einfach abzubrechen.

What you gonna do when they come for you?
Ihr beginnt die rundenbasierten Missionen vorab in kleineren Teams, um jede Klasse ausführlich kennenzulernen. Jede trägt zwei Waffen, mit denen man schließlich auch umgehen können will. Auch Spezialattacken sind mit jeder Waffe auszuführen. Diese Manöver sehen zwar genauso aus wie normale Angriffe, sind aber wesentlich effektiver. Im recht frühen Spielverlauf noch dürft ihr während eines Kampfes außerdem Fahnen einsammeln, die euch Runde für Runde mehr Ghost-Befehlspunkte gutschreiben. Mit diesen Punkten könnt ihr dann allen euren Teammitgliedern Power-Punkte (mit denen man Spezialattacken ausführen kann) spendieren, einen Soldaten für den Zug reaktivieren oder einen Luftanschlag anfordern. Gerade auf höheren Schwierigkeitsstufen sollte man von diesen Fähigkeiten Gebrauch machen.

Hat man dann einen Kampf erfolgreich absolviert, sollte es direkt mit dem Level-Up-System loslegen, in dem man sich ordentlich austoben kann - doch nicht bei „Ghost Recon“. Nach einer Mission könnt ihr einem der am Kampf teilgenommenen Helden zwei Sterne spendieren, wodurch diese im Level aufsteigen. Ganz linear erhaltet ihr somit neue Waffen oder bessere Attribute. Sich allerdings zum Beispiel auf einen Helden zu fokussieren, geht nur beschränkt, da man ja lediglich zwei Aufstiege ermöglichen kann. Auch, sich etwa in einem Fähigkeitsbaum auszutoben, ist nicht möglich. „Ghost Recon Shadow Wars“ bietet so zwar ein sehr einsteigerfreundliches System, jedoch kaum Motivation den nächsten Kampf zu bestreiten - womit wir auch zu einem großen Kritikpunkt kommen.

Always the Same
Na gut, vielleicht lehnen wir uns mit dieser Behauptung etwas weit aus dem Fenster, doch abgesehen von unterschiedlichen Missionen, die sich untereinander schon leicht unterscheiden, bietet dieses rundenbasierte Strategiespiel kaum Abwechslung oder tatsächliche Motivation. Man vermisst hier Liebe zum Detail, die einfach nicht gegeben ist, alles wird nur grob inszeniert. Animationen sehen z.B. immer gleich aus. Sei es der Superschuss oder der normale Schuss, sei es die Armee aus scheinbaren Klonkriegern, der man Mission für Mission gegenübersteht, oder seien es die sehr schwachen Dialoge. So viel Potential wurde verschenkt! Hätte man vielleicht hier noch eine Vertonung der Dialoge oder mehr ruckelfreie Videosequenzen ermöglicht, sähe es schon anders aus. Besitzer des Spiels wissen, dass es ein paar Sequenzen gibt, doch sie wissen auch, dass viele Videosequenzen einfach nur aus Überblendungen verschiedener Bilder bestehen. An dieser Stelle hätte man den Gamer so richtig schön in die Tom Clancy-Welt einsaugen können - schade.

Und bevor wir ein weiteres, sich wiederholendes Drama vergessen: „Ghost Recon Shadow Wars“ litt bei unseren Tests unter häufigen Systemabstürzen. Natürlich geht dieser Kritikpunkt nicht in die Wertung ein, trotzdem ärgert es einen, bei Missionen die gut eine Stunde in Anspruch nehmen, diese immer wieder erneut beginnen zu müssen. Okay, so lernt man immerhin auch die kleinsten Features des Games zu schätzen: Speichern ist jederzeit möglich und die Animationen lassen sich beschleunigen.

Steuerung:
Nachdem wir uns über die negativen Seiten des Titels auslassen konnten, kommen wir wieder zu angenehmeren Situationen. Die Steuerung erfolgt simpel über die Tasten, oft ohne den Touchscreen - den wird der erfahrene Spieler fast gar nicht brauchen. Will man doch nochmal eben Informationen zu dieser Waffe oder zu diesem Symbol, kann man einfach auf das Touchpad tippen und ein Pop-Up-Fenster eilt zur Hilfe und spielt den Erklärbär. Ein wenig überflüssig ist hingegen das Schiebepad eingesetzt, welches zwar das Schwenken der Kamera ermöglicht, doch im Spielverlauf nie vonnöten war.

Grafik:
Da hat man gerade noch Street Fighter und Samurai Warriors gespielt und das Gefühl, es war der Spielgenuss einer stationären Konsole, und dann so was: kaum Animationen, wenig Videosequenzen und ein grafisches Niveau, das sicherlich noch der Nintendo DS gepackt hätte. Doch Grafik ist ja bekanntermaßen nicht alles. Was die reine Grafikpower hier sogar verkehrt macht, macht der 3D-Effekt wieder wett. Vielleicht sogar deswegen? Wer weiß das schon, aber „Ghost Recon Shadow Wars“ schafft es, eine sehr gute 3D-Welt zu erschaffen. Laternen und Rauch ragen tatsächlich aus dem kleinen Bildschirm heraus und Tiefen fallen ebenfalls auf. Nur die schnellen Kamerawechsel zwischen den vielen Zügen in so einer Mission sorgen für leichte Kopfschmerzen, da einem dann innerhalb von zwei Sekunden sechs Laternen oder ähnliches ins Gesicht stechen, wenn die Kamera über das Spielfeld schwenkt.

Sound:
Hier wurde wie bei der Optik Potential verschenkt. Man hätte mit einer Synchronisation nicht nur die Story hervorgehoben, sondern auch für ein tieferes Spielerlebnis sorgen können. Aber sonst passt die musikalische Untermalung: Der militärischen Musik gelingt es, konsequent die Spannung des Spiels festzuhalten, auch wenn die Vielfalt etwas zu wünschen übrig lässt.

Features & Multiplayer:
In der Kampagne können wir noch Kampfmissionen freischalten, in denen wir entweder alte Routinen trainieren oder uns neuen Herausforderungen stellen können. Auch ein kleiner Multiplayer ist mit von der Partie. Dieser erinnert leicht an den lokalen Mehrspielerbereich von „Heroes of Might & Magic“. Ihr könnt euch mit einem Freund duellieren und gebt euren 3DS nach eurem Zug ab - also könnte man sagen, eine Art Pseudo-Multiplayer. Wem „Heroes of Might & Magic“ nichts sagt, der sollte vielleicht an das gute alte Schachbrett zurückdenken. Kennt ihr das noch? Das mit den schwarzen und weißen Feldern. Zug für Zug ist der eine nach dem anderen dran und auch wie beim Schach hat man in so einem Duell seine Spezialisten mit entsprechenden Vor- und Nachteilen. Auch sonst bietet das Spiel einen grundsoliden Umfang. Ihr könnt eure Helden zwar stark linear, aber insgesamt 16 Level aufsteigen lassen und das ganze über 60 Missionen lang.

Fazit:
Die Vorfreude war groß, doch dann spielt man und spielt und erlebt als Hardcore-Gamer eine Enttäuschung nach der nächsten. Abschließend lässt sich über „Tom Clancy's Ghost Recon Shadow Wars“ eines sagen: Es birgt Potential, wovon aber vieles verschenkt wurde. Viele interessante Ansätze wurden leider nicht genutzt oder ausgebaut. So hat man auf der einen Hand interessante verschiedene Klassen, gute Deckungssysteme und die Möglichkeit auch von außen ins Spielgeschehen einzugreifen, doch auf der anderen Seite hat man das Gefühl, als Handheld-Gamer nicht ernst genommen zu werden. „Super Street Fighter IV 3D Edition“ und „Samurai Warriors: Chronicles“ etwa bringen ein Spielerlebnis auf den Handheld, welches den Konsolenfassungen nahekommt. „Ghost Recon“ wiederum hinterlässt ein Bild, das einer Konsolenfassung kaum das Wasser reichen kann, sondern viel eher noch auf dem Nintendo DS hätte veröffentlicht werden können. Doch da ist man mit „Final Fantasy Tactics Advance 2“ sicherlich besser beraten. Somit gilt dieses rundenbasierte Strategiespiel als Empfehlung für Einsteiger in das Genre. Es birgt zwar keine Möglichkeit sich tiefer in der Materie der Strategie auszutoben, doch dafür einen sehr großen Umfang und ein grundsolides Spielkonzept.

Fühlt sich manchmal als Handheld-Gamer nicht ernst genommen: Robert Grötenherdt [Zyrando] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Verschenkt viel Potential, birgt aber ein grundsolides Konzept in sich.

Wertung

KOMPLEXITÄT:

3.0

ÜBERSICHT:

8.0

EINSTEIGERHILFEN:

8.0
6
von 10

Super 3D-Effekt

Eine Menge Spielzeit...

Empfehlenswert für Genre-Einsteiger

Verschenkt viel Potential

…wofür jedoch die Motivation fehlt

Fehlende Tiefe in Story und Levelsystem

Multiplayer nur an einem 3DS möglich

Wie werten wir?

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6 Kommentare