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Spielname:
New Style Boutique

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
syn Sophia

Genre:
Simulation

Release:
16.11.2012 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: New Style Boutique

Tjark Michael Wewetzer, 03.03.2013

6001°

1

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Zum Ende der kalten Jahreszeit schaut vielleicht der ein oder andere in seinen Kleiderschrank und denkt sich: „Mensch, waren da nicht mal mehr Klamotten für diese Saison drin?“ Oder vielleicht auch: „WO KOMMEN ALL DIE MOTTEN HER OH GOTT MEINE SACHEN!“ Jedenfalls ist das Ergebnis gleich – ein Besuch beim nächstbesten Kleiderschuppen steht an! Aber wie sieht es eigentlich am anderen Ende der Theke aus? Diese Frage versuchten Nintendo und syn Sophia (ehemals AKI) bereits auf dem DS mit Style Boutique zu beantworten – eine überraschend solide, wenn auch ziemlich simple Wirtschafts-Sim im Fashion-Business. Und da die Formel bereits beim ersten Anlauf so gut funktioniert hat, setzen die Macher nun auf dem 3DS zum zweiten Streich an. Mit dem eher wenig kreativ betitelten New Style Boutique zeigen sie uns, wie man ein Spiel auf wunderbare Weise verschlimmbessern kann.

Das Schlaraffenland für Fashion-Freaks
Die Jobsuche muss nicht immer schwer fallen: Zu Beginn besucht ihr nämlich als einfache Kundin die Boutique Lucina, plaudert ein wenig mit der Inhaberin, sie entdeckt euer Gespür für Mode und schon seid ihr angestellt. Wenn es doch nur im wahren Leben immer so einfach wäre! Damit nicht genug: Nach einer gewissen Warmlaufphase überlässt man euch sogar den Laden, während sich Viviane – so der Name eurer nun Ex-Chefin – um die Organisation von größeren Angelegenheiten kümmert. Was das ist? Kann euch jetzt erst einmal egal sein, denn die Kundschaft wartet!

Während ihr euch in der Boutique nun aufhaltet, könnt ihr stets über ein simples Menü schauen, wer gerade auf der Suche nach den heißesten Klamotten eures Sortiments ist. Da hier aber niemand eigenständig einkaufen geht, müsst ihr die Kundschaft auch fleißig beraten – sonst herrscht Ebbe in der Kasse! Aber keine Bange, das ist simpler als es aussieht. In der Regel wird euch ein Wunsch-Stil oder -Kleidungsstück vorgegeben und ihr müsst dann einfach den passenden Artikel in einem übersichtlichen Menü herauspicken. Trefft ihr mit eurer Empfehlung den Geschmack des Kunden, gibt’s Geld. Wenn nicht, dann entweder nicht oder euch wird die Chance gewährt, ihn in einem kleinen Gespräch zu überreden. Dabei hilft aber alles Gespür der Welt nichts, denn ob es gelingt oder nicht, ist praktisch vom Zufall abhängig.

Wer braucht schon Vorwissen bei diesem Katalog?
Alles schön und gut, aber was mache ich, wenn man mir schwammige Angaben gibt? Was ist cool, leger, mädchenhaft? Ich kenne mich doch gar nicht aus! Gemach, denn dafür gibt es Hilfen. Oder genauer gesagt: Dafür gibt es einen magischen „Ich liefere dir die Lösung“-Button. Über eine Filterfunktion könnt ihr nämlich euer Sortiment nach bestimmten Kategorien eingrenzen – darunter eben auch die erwähnten Stilrichtungen. Für Einsteiger und weniger bewanderte Personen ist das natürlich ein Segen. Andererseits werdet ihr nur äußerst selten vor Situationen gestellt, in denen diese Funktion nicht die gesuchte Antwort liefert. Nahezu jeder Kundenwunsch ist darauf maßgeschneidert, dass ihr per Filter die richtigen Kleider herauspickt. Fehlentscheidungen sind praktisch nur bei nicht vorhandener Ware möglich. Wer ein bisschen Spannung in den Alltag bringen möchte, verzichtet aber einfach auf das praktische Hilfsmittel.

Dieses liefert übrigens auch die Lösung für das zweite große Spielelement: Die Fashion Contests. Damit beschäftigt sich eure ehemalige Chefin und hier dürft ihr auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen zeigen, dass ihr das beste Gespür für Mode habt. Der Ablauf ist auch hier simpel: Euch wird ein Thema vorgegeben, ihr kleidet ein Model passend ein und am Ende werdet ihr zur Siegerin gekürt. Und wir scherzen nicht: Egal auf welcher Schwierigkeitsstufe man sich versucht, man muss sich schon ein wenig anstrengen, um nicht zu gewinnen. Hinzu kommt, dass ihr zur Freischaltung der höheren Ränge den vorherigen mehrfach abschließen müsst. So stylisch und hübsch die Contests auch gestaltet sind, so öde wird der repetetive Spielablauf hier.

Ein simples Vergnügen
Zugegeben, das mag jetzt erstmal alles ziemlich negativ klingen. Doch lasst euch gesagt sein: Trotz der Einfachheit birgt New Style Boutique ein enormes Suchtpotential. Mit der Zeit genießt ihr es einfach, euch mit den Kunden zu unterhalten – alle mit einem eigenen Namen und einer kurzen Beschreibung ihrer Persönlichkeit – sie zu beraten, auf der Mode-Messe nach neuen Kleidungsstücken für euer Privat-Ensemble und die Boutique zu schauen, die Schaufenster mit passend gekleideten Mannequins auszustatten... Man merkt an allen Ecken und Enden, dass die Macher nicht einfach nur einen Verkaufsköder für kleine Mädchen programmiert haben, sondern auch mit Herz bei der Sache waren. Und damit kann man sich auch trotz des allgemein leider etwas niedrig gehaltenen Schwierigkeitsgrades ziemlich lange beschäftigen.

Steuerung:
Linkshänder/innen können aufatmen! New Style Boutique wird nämlich nicht im Buchformat gespielt, sondern ganz klassisch. Entsprechend flott geht auch abermals die Bedienung von der Hand: Das vorwiegend auf Menüarbeit ausgerichtete Spiel wird komplett mit dem Stylus gesteuert. Und das, möchten wir behaupten, auch ziemlich gut.

Grafik:
Wir erinnern uns: Das DS-Style Boutique sah schon solide aus, wirkte aber insgesamt noch ziemlich starr. Genau hier haben die Macher auf dem 3DS aber spürbar nachgebessert. Eure Kunden verfügen über ein weitreichendes Repertoire an Animationen, die Modelle wirken merkbar runder und auch die Umgebungen sind um einiges hübscher. Viel reißt der 3D-Effekt allerdings nicht raus. Außerdem gibt es hier und da immer noch ein paar Ungereimtheiten – etwa das aus Zwei-Bild-Animationen bestehende Contest-Publikum oder die sich ständig wiederholenden Animationen von besonderen Kunden, die euren Shop aufsuchen. Es ist erstaunlich, dass so viele verschiedene NPCs exakt die selben Bewegungen beherrschen... Dennoch ein löblicher Schritt nach vorne.

Sound:
Die Trackliste mag überschaubar und simpel sein, aber seid gewarnt: Wenn ihr es zulasst, brennen sie sich in eure Ohren ein. Vielleicht sind wir einfach nur extrem anfällig darauf, aber unsere gewählte Shop-Melodie will sich auch Monate nach unserer Arbeit als Mode-Mogul nicht aus unserem Kopf verziehen. Wirklich großartig ins Blickfeld drängt sich der Soundtrack allerdings nicht. Unterm Strich bleibt es solides Begleit-Geduldel.

Multiplayer:
Warum alleine auf den Laufsteg gehen, wenn es doch mit mehreren Leuten so viel Spaß macht! Im lokalen Mehrspieler-Modus könnt ihr mit bis zu drei Freunden im Fashion Contest beweisen, dass eure Boutique die beste ist. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr erstmal Freunde mit einem eigenen Exemplar des Spiels findet. Wesentlich realistischer nutzbar ist da schon die Möglichkeit, online Klamotten aus Shops anderer Spieler einzukaufen oder selbst Mode-Ensembles zum Verkauf zu stellen. Mit letzterer Option bereichert ihr eure Boutique, ersteres hingegen gilt eher eurem persönlichen Kleiderschrank, über den ihr das Aussehen eures Spielercharakters anpassen könnt. Und natürlich könnt ihr – ähnlich wie beim DS-Vorgänger – eure Web-Boutique per StreetPass bekannter machen. Nett ist das allemal!

Fazit:
Ihr habt hier den ultimativen Verriss eines Spiels erwartet, welches unserer Jugend falsche Ideale propagiert? Dann müsst ihr leider woanders vorbeischauen, denn uns hat New Style Boutique einiges an Freude bereitet – ganz ohne Östrogene! Das Team von syn Sophia hat merklich an der Formel geschraubt, die bereits Style Boutique auf dem DS zu einem kurzweiligen Vergnügen gemacht hat. Das Spiel wirkt insgesamt einfach ein gutes Stück lebendiger und einladender, man war bei der Programmierung mit Herz und Seele dabei. Und süchtig macht der unkomplizierte Spielablauf ebenfalls. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es noch ein Stück einfacher geworden ist als der ohnehin schon wenig fordernde DS-Vorgänger und die Freischaltbedigungen für höhere Fashion-Contest-Ränge sind spürbare Spielzeitstrecker. Dennoch: Wenn ihr nach einer nett gemachten Wirtschaftssimulation für jüngere Mädchen sucht, macht ihr mit diesem Spiel wenig falsch – und vielleicht ertappt sich sogar der ein oder andere Zocker außerhalb der Zielgruppe dabei, wie er Freude an den Kundengesprächen hat.

Kleidet sich dennoch unmodisch: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

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Glaubt's oder nicht: Hinter der abschreckenden Aufmachung steckt ein kleiner, solider Süchtigmacher.

Wertung

SPIELTIEFE:

6.0

AUTHENZITÄT:

7.0

PRÄSENTATION:

7.0
7
von 10

Simpler Charme

Lebhafte Charaktere

Gut aufgemachte Wettbewerbe...

Nette Netzwerk-Features

Wenig Tiefgang

Animations-Recycling

...die unnötig viel Zeit in Anspruch nehmen

Anspruchsloser Schwierigkeitsgrad

Wie werten wir?

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