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Spielname:
Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Sega

Genre:
Musik

Release:
05.04.2012 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers

Review: Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers

Tjark Michael Wewetzer, 07.04.2012

6561°

9

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Das Genre der Musikspiele wird man nicht so einfach los, auch wenn sich die jüngste Welle mit den Plastikinstrumenten mehr oder minder totgetreten hat. So lange ein paar kreative Geister, vielleicht gerade aus Japan, noch immer ihre kuriosen Einfälle für neue Rhythmus-Spielereien beisteuern, wird die Gattung fortbestehen. Außerdem: Warum sollte man nicht mal ein anderes Experiment wagen? Wie wäre es mit einem Musikspiel mit Adventure-Anteil? Das ist ein Fall, dem sich Sega nur zu gerne mit Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers annimmt. Ob die in Paris angesiedelte Geschichte um den jungen Dieb Raphael tatsächlich genügend Rhythmus für ausreichenden Spielspaß im Blut hat, wollen wir im Folgenden beleuchten.

Auf der Suche nach dem verschollenen Vater
Hach ja, Paris. Die Stadt der Liebe! Und die Stadt, in der unser rothaariger Protagonist nach seinem Vater sucht. Dieser hat Raphael nämlich bei seinem Verschwinden eine Münze mit einem seltsamen Symbol hinterlassen – und wie es der Zufall so will, prangt genau dieses Symbol auf einigen wertvollen Kunstgegenständen. Klarer Fall, da muss ein Zusammenhang bestehen! Aus diesem Grund reißt sich der Jungspund die Wertsachen unter den Nagel. Bei seinem jüngsten Raubzug, der ihm einen schmucken Armreif einbringt, trifft er jedoch auf ein Mädchen namens Marie, dessen Geige ebenfalls mit dem Symbol versehen ist. Außerdem wird Madame von einer Horde Ritter verfolgt, die unter dem Kommando des eigentlich verstorbenen Kaisers Napoleon stehen. Wie das ganze zusammenpasst? Das erzählt euch Rhythm Thief in der rund zehn Stunden langen Handlung.

Damit diese auch anständig erzählt werden kann, verlässt sich das Spiel auf ein Adventure-Interface, wie wir es bereits bei den Professor Layton-Titeln für den DS gesehen haben – mit kleinen Detailunterschieden. Zwar klappern wir auch hier mit Touchscreen-Getippe diverse Areale nach versteckten Medaillen, Interaktionsobjekten oder Gesprächspartnern ab, die Bewegung erfolgt allerdings primär über eine Karte auf dem oberen Bildschirm, die mit dem Steuerkreuz oder Circle Pad navigiert wird. Auch die Rätsel funktionieren in Segas Abenteuer ein wenig anders. Anstelle von Gegenständen werden Klänge aufgesammelt, die sich bei Bedarf abspielen lassen. Mit dem richtigen Sound am richtigen Ort kann Raphael weiter voranschreiten – etwa, indem er ein schreiendes Baby mit Rasselklängen beruhigt oder ein stimmgesichertes Schloss mit dem Schnarchen einer Wache überlistet. Gelegentlich zeigt sich aber auch mal ein gewöhnliches Minispiel der Marke „Welche dieser Tasten ist die richtige?“ bzw. „Drücke die Knöpfe in der richtigen Reihenfolge“.

Beutezug im Dreiviertel-Takt
Doch diese Beschäftigungen sind freilich nicht die Hauptattraktion von Raphaels Geschichte. Diese Ehre gebührt den 50 Rhythmus-Spielen, die im Laufe der Handlung bewältigt werden wollen. Das fängt bei einer ganz simplen und scheinbar kontextlosen Tanz-Einlage an, bei der ihr vorgegebene Schritte nachahmen müsst, geht aber schnell zu gut mit den Geschehnissen verwobenen Aktionen über. So dürft ihr etwa Marie vor den im Takt der Begleitmusik anstürmenden teuflischen Rittern beschützen, geschwind in einem langen Korridor von Plattform zu Plattform hüpfen oder auch Raphaels Hund Fondue mit leckerem Fleisch füttern. Alles geschieht über recht simple Eingaben und erinnert in der Ausführung ziemlich stark an Rhythm Paradise für den DS. Zumindest, wenn Sega mal gerade nicht auf ein anderes Musikspiel aus eigenem Hause anspielt.

Dies jedoch alles vorwegzunehmen, würde nur den Spaß an den Entdeckungen mildern. Lasst euch daher nur noch gesagt sein: Es warten einige Überraschungen auf euch! Vor allem auch abseits der Haupthandlung, denn einige Nebenaufgaben konnten sich die Macher dann doch nicht verkneifen. So sind einige der 50 Aufgaben komplett optional, ebenso wie eine Vielzahl der sammelbaren Klänge. Was die verborgenen Medaillen anbelangt, auf die wir im Adventure-Teil eingegangen sind, so lassen sich diese gegen Herausforderungen, Zwischensequenzen oder Hilfen bei den Rhythmus-Spielen eintauschen. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Laytons Hinweismünzen kann man also nicht bestreiten, auch wenn sie hier funktionell mehr Zwecke erfüllen.

Steuerung:
Wie sich der Adventure-Teil spielt, haben wir bereits erwähnt – wie für das Genre üblich gut. Bei den rhythmischen Minispielen jedoch beweisen die Macher ihre Kreativität bei der Steuerungsvielfalt: Ob simples A-Tasten-Getippe, Linienzieherei auf dem Touchscreen oder gar Neigung des 3DS – es kommen viele Kontrollvarianten zum Einsatz. Diese funktionieren auch glücklicherweise zuverlässig, was bei einem auf Rhythmus getrimmten Spiel beileibe nicht unwichtig ist. Lediglich die Bewegungssteuerung kommt uns ein wenig zickig vor. Das Ausweichen in einem gewissen Kampf-Minispiel wollte uns dank der kleinen Eingabeverzögerung leider nicht so recht gelingen. Dennoch ein verschmerzbares Manko, da nur wenige Aufgaben auf den Gyrosensor setzen.

Grafik:
Wenn wir nicht wüssten, dass Professor Layton 5 bereits fertig und in Japan erhältlich ist, würden wir sagen, dass Rhythm Thief in Sachen Präsentation die Messlatte für unseren werten Professor ziemlich hoch ansetzt. Wunderschön gezeichnete, wenngleich natürlich stille Hintergründe gibt es auf dem unteren Bildschirm zu bewundern, während auf dem Topscreen gelungene Grafiken im Cel-Shading-Stil dafür sorgen, dass ihr vom netten Tiefeneffekt auch etwas habt. Ebenfalls erfreulich: Die zahlreichen schönen Anime-Sequenzen sind ebenfalls in 3D gehalten.

Sound:
Kennt ihr das Gefühl, wenn euch etwas einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen möchte? Das beschleicht uns nach Rhythm Thief ständig. Vielleicht ist es der Fokus auf den Rhythmus, der für den Ohrwurm-Effekt der Melodien sorgt und uns dazu antreibt, sie für den besseren Levelabschluss auswendig zu lernen. Vielleicht aber ist die Soundkulisse schlicht und ergreifend gelungen, wie man es von einem Spiel mit Musikthema auch erwartet. Einziger Wermutstropfen: Die englische Sprachausgabe – Deutsch gibt es nur in den Untertiteln – ist leider nicht ganz das Gelbe vom Ei. Sie ist zwar verkraftbar, klingt jedoch an einigen Stellen ziemlich öde. Gerade Marie wirkt durch ihre Stimme beinahe ständig abwesend.

Features:
Wer nach Abschluss der Handlung noch nach einer Herausforderung sucht, kann sie auf der 3DS-Karte finden. Das Aufspüren gewisser Objekte schaltet nämlich Bonus-Szenarien frei, außerdem warten nach dem Abspann noch einmal schwierigere Versionen sämtlicher Rhythmus-Spiele darauf, von euch angegangen zu werden. Außerdem hat Sega dem Titel auch einen kleinen Mehrspieler-Modus spendiert, bei dem ihr lokal gegen einen Freund antreten könnt. Sofern ihr mit einer starken Auswahl-Einschränkung leben könnt, geht dies sogar mit nur einem Exemplar von Rhythm Thief. Schade ist lediglich, dass ihr eure Leistungen nicht online, sondern nur über StreetPass mit anderen Leuten teilen könnt. Dafür gibt euch die Funktion die Möglichkeit, auch direkt die Highscores der zufälligen Begegnungen zu schlagen. Alles in allem eine nette Spielerei.



Fazit:
Wer sagt denn, dass es für ein gutes Musikspiel irgendwelche Plastikinstrumente bräuchte? Rhythm Thief & der Schatz des Kaisers zeigt hervorragend, dass es auch ohne teure Zusatzgeräte klappen kann – mit einem unverbrauchten Spielkonzept, peppigen Melodien und einer guten Rahmenhandlung, die alles zusammenhält und über gelungene Cutscenes erzählt wird. Auch gehören die musikalischen Minispiele, wie schon beim ähnlich gearteten Rhythm Paradise, zu der Sorte, die man immer mal wieder einlegt. Schließlich will man ja an seinem Highscore arbeiten. Wer über die kleinen Schwächen bei der seltenen Bewegungssteuerung hinwegsehen kann, nichts gegen die simplen Adventure-Einlagen hat und über Rhythmus im Blut verfügt, sollte sich Segas kleine Perle unbedingt näher anschauen.

Duelliert sich tanzend mit Napoleon: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

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Deine Wertung:

-
Professor Layton meets Rhythm Paradise: Ein kurzweiliger Mix aus Adventure und Minispielsammlung mit Musikthema.

Wertung

SOUND:

9.0

ABWECHSLUNG:

8.0

STORY:

8.0
8
von 10

Abwechslungsreiche Rhythmus-Spiele

Die Musik geht ins Ohr

Vielfältige Steuerung...

Gelungene Präsentation

Spannende Handlung

Schwache Sprachausgabe

...mit Macken bei der Gyro-Eingabe

Online-Ranglisten werden vermisst

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9 Kommentare