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Spielname:
Resident Evil: Revelations

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Capcom

Genre:
Action

Release:
27.01.2012 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Review: Resident Evil: Revelations

Marcel Eifert, 04.06.2012

13k°

10

Test mögen: Weitersagen:

Seit 15 Jahren verbreitet Resident Evil unter Videospielern nun Angst und Schrecken. Mit einer genialen Idee setzte Schöpfer Shinji Mikami damals den Trend für das Survival-Horror-Genre: Angelehnt an alte Zombie-B-Movies war die Flucht vor den Untoten und anderen grässlichen Mutationen in einem verlassenen Herrenhaus eines der intensivsten Videospiel-Erlebnisse der Neunziger. Selbstverständlich nur für Volljährige. Knackige Rätsel kamen hinzu und sollten die Resident Evil-Formel fortan so bekannt wie Coca-Cola machen.

Doch irgendwann wollte Capcom mit dem Franchise nicht mehr den klassischen Weg gehen. Survival-Horror sei keine sichere Einnahmequelle mehr, so Produzent Masachika Kawata. Man wechselte also vom klassischen Action-Adventure zum Third-Person-Shooter. Alteingesessene Fans verfluchen dieses neue Konzept selbst heute noch...

Als 2010 ganz überraschend ein neues Resident Evil für Nintendos neuen Handheld angekündigt wurde, versprach man aber, zu den Wurzeln zurückzukehren. Und nicht nur das: Man wollte die alten Hasen, aber auch Fans des neuen Action-Gameplays gleichermaßen begeistern. Am Ende ist eigentlich ein komplett anderes Spiel erschienen, als im E3-Trailer damals zu sehen war, aber warum Resident Evil: Revelations dennoch das beste serieninterne Abenteuer seit Jahren ist, erfahrt ihr im Test.

Resident Evil: Enthüllungen
Zeitlich spielt Revelations zwischen dem vierten und fünften Teil. Die Ereignisse im 3DS-Ableger zählen zum offiziellen Resident Evil-Canon und somit zur Haupthandlung. Ihr übernehmt die Rolle von gleich mehreren BSAA-Agenten, darunter alte Veteranen wie Chris Redfield und Jill Valentine. Neu hinzugekommen sind die Agenten Parker Luciani und Jessica Sherawat.

Im Jahr 2005 werden also Jill Valentine und Parker Luciani ausgesandt, um auf einem havarierten Schiff, dem Luxusliner SS Queen Zenobia, nach den vermissten BSAA-Agenten Chris Redfield und Jessica Sherawat zu suchen. Allerdings befinden sich diese an einem ganz anderen Ort... Es scheint, als hätte die Terror-Organisation Veltro Jill und Parker absichtlich auf das Geisterschiff gelockt. Dabei verschwand Veltro vor einigen Jahren nach ihrem Biowaffen-Angriff auf die Insel Terragrigia wie vom Erdboden. Ein mysteriöses Video beweist nun jedoch eindeutig: Veltro existiert noch. Und diesmal wollen sie nichts geringeres als gleich alle Gewässer mit dem T-Abyss Virus zu verseuchen. Für die Protagonisten beginnt eine Tour de Force, die sie bis an die Grenzen ihres Verstandes bringen wird. Denn trauen kann man bei dieser Geschichte niemandem.

Erzählerisch bietet Revelations ziemlich viel. Vom typischen B-Movie-Stil hat man sich verabschiedet und sich dafür an dem TV-Serien-Format bedient: Das Spiel ist in Episoden unterteilt. Nach jeder Episode gibt es nicht nur eine Was bisher Geschah-Einblendung, fast immer wechselt ihr dann auch die Protagonisten. Mal seid ihr mit Jill und Parker unterwegs, ein anderes Mal mit Chris und Jessica. In Flashbacks spielt ihr zudem noch weitere Charaktere. Das ist nicht nur in Resident Evil ein bisher einzigartiges Feature, es dürfte auch allgemein unter Videospielen eine sehr exotische Art und Weise sein, eine Geschichte erzählt zu bekommen. Euch sei jedoch gesagt: Ihr werdet mit einigen Überraschungen konfrontiert werden. Das Spiel hat den Titel Revelations (Enthüllungen) wahrlich verdient.

Tales of the Abyss
Durch den neuen, äußerst gefährlichen T-Abyss-Virus bekommt ihr es mit den schrägsten Mutationen zu tun. Zombies und die neu mutierte Gattung Plaga wird man vergebens suchen. Stattdessen kämpft man gegen Ooze und Scagdead - BOWs, die teilweise an Unterwasserwesen erinnern. Doch auch alte Bekannte wie die Hunter, in Revelations als Farfarello bekannt, gilt es zu bekämpfen. Und dies soll nicht die einzige bekannte Spezies bleiben...

Die Namen der Kreaturen stammen aus der italienischen Sprache. An sich ist das Spiel auch sonst als eine Hommage an Dante Alighieris Divina Commedia (dt. Die Göttliche Komödie) zu verstehen. Am Ende einer Episode werden aus verschiedensten Gesängen des Meisterwerks Zitate eingeblendet. So gesehen stellt Revelations eine Allegorie dar und man kann den Ausflug unserer Protagonisten als Abstieg in die Hölle bezeichnen. Ein erneut ziemlich gelungener Aspekt, was das erzählerische angeht.

Natürlich befinden sich unsere Freunde nicht wirklich in der Hölle. Aber ihr bekommt genug bleihaltige Argumente, eure Widersacher dorthin zu senden. Ob herkömmliche Handfeuerwaffen, brachiale Schrotflinten, Maschinengewehre oder Scharfschützengewehre, sie alle könnt ihr benutzen und aufrüsten. Seid aber gewarnt, mit Munition wird in Revelations gespart. Erstmals nach Teil 4 müsst ihr jede einzelne Patrone, die ihr verschießt, rechtfertigen. Ihr werdet also an bestimmten Stellen grübeln: Warum habe ich meine Munition so leichtsinnig verschwendet? Ein Fehler, der spätestens im nächsten Schwierigkeitsmodus brutal bestraft wird. Enormer Frust ist da bereits vorprogrammiert.

In der tiefen Dunkelheit lauert die Action
Wie versprochen will Capcom gleich zwei Fanlager bedienen: die Horror-Fans, und die Action-Fans. Dies gelingt ihnen nicht ganz, aber fast. Die gruselige Atmosphäre auf dem Schiff erinnert tatsächlich an das alte Spencer-Herrenhaus. Dies hat bereits bei der kostenpflichtigen Erweiterung zu Resident Evil 5, In Albträumen verloren, ziemlich gut funktioniert. Durch die geniale Sound-Untermalung raschelt und poltert es in allen Ecken im verlassenen Schiff. Einen unglaublichen Schrecken jagten uns dabei des Öfteren die unberechenbaren Ooze ein. Diese stehen manchmal, in völliger Dunkelheit, irgendwo mitten in einem Gang. Einige schleichen sich auch langsam an einen heran. Doch so langsam sie sind, so gefährlich sind sie auch. Bereits einer von ihnen kann euch das Leben kosten, wenn ihr nicht gut auf ihn Acht gebt. Sie saugen nämlich so lange an euch, bis sämtlicher Lebensgeist aus eurem Körper geflossen ist. Beinahe jeden erledigten Gegner könnt ihr anschließend auch mit dem Genesis-Scanner scannen. Erreicht ihr dabei 100%, erhaltet ihr als Belohnung ein Heilspray.

Schmerzlich vermisst haben wirbei all der gruseligen Atmosphäre leider die Rätsel. Diese tauchen nur ab und an in einer sehr vereinfachten Variante auf, zum Beispiel auf eurem Touchscreen. Hier müsst ihr dann mit dem Stylus ein elektronisches Schloss knacken. Am Anfang ist das zwar sehr unterhaltsam, zu schnell findet ihr allerdings raus, wie ihr das System austricksen könnt. Einen weitreren Kritikpunkt stellt auch noch die Umgebungskarte dar. Diese ist sehr unübersichtlich und führt euch meistens mehr in die Irre, anstelle sie euch zum Zielort führt. Ohne die Karte findet ihr meistens sogar wesentlich schneller an euer Ziel.

In Rückblenden oder ausgewählten kleinen Parts wird schließlich geballert. Im verseuchten Terragrigia müsst ihr dann auch schon mal des Öfteren gegen eine ganze Armee von Hunter-BOWs antreten. Doch auch in diesen Abschnitten sei euch geraten: Achtet auf eure Munition. Freie Erkundungen sind bei den Actioneinlagen übrigens nicht erlaubt. Euer Weg führt meistens ziemlich klassisch von Punkt A nach Punkt B.

Den ausgewogenen Wechsel zwischen Horror und Action hat Capcom gut hinbekommen. Trotz immer mal wieder kleinerer schwächen bei den unterschiedlichen Spielweisen, wird man als Spieler ziemlich gefordert. Die Kampagne wird euch beim ersten Durchspielen circa 10 bis 12 Stunden irdische Lebenszeit kosten. Ein weiterer Durchgang auf dem Schwierigkeitsgrad Hölle dauert noch länger.

Steuerung:
Resident Evil: Revelations bietet gleich mehrere Alternativen, was die Steuerung betrifft. Die eleganteste und einfach beste Wahl fällt hier auf die Circle Pad Pro-Erweiterung. Diese konnte man zum Release auch im Bundle, zusammen mit dem Spiel, erwerben. Mit der Erweiterung könnt ihr dank zweitem Schiebepad elegant die Kamera betätigen. Sorgen, nicht an die anderen Tasten heranzukommen, müsst ihr euch nicht machen. Selbst in einem hektischen Feuergefecht wird stets der Überblick bewahrt. Die Steuerung verfügt über alle Features großer Konsolen-Resident-Evil-Ableger, das schnelle Umdrehen inklusive. Exklusiv mit Circle Pad Pro könnt ihr auch während einer Bewegung feuern. Doch auch ohne Erweiterung ist Revelations gut spielbar. Es liegt also ganz an euch, für welche Variante ihr euch entscheiden werdet. Überfordern dürfte euch aber keine Auswahl.

Grafik:
Grafisch zählt Revelations zusammen mit Kid Icarus: Uprising zu den momentanen Highlights des Systems. Die Figuren und Areale machen allesamt einen sehr detaillierten Eindruck. Besonders die Bosse (und ganz besonders die zwei finalen Kämpfe) sind super in Szene gesetzt. Der 3D-Tiefeneffekt lässt sich neben dem 3D-Regler am Gerät noch zusätzlich in den Optionen erweitern. Dort könnt ihr die Stärke erhöhen oder verringern. Auf der höchsten Stufe kann es aber passieren, dass eure Augen nach circa einer Stunde etwas schwerer werden. Ist allerdings alles eine Sache der Gewöhnung.

Einen nicht ganz so guten Eindruck machen die Texturen, wenn man sie mal aus der Nähe betrachtet oder zoomt. Wände oder Böden sehen etwas verwaschen aus. Ooze die ausbluten hinterlassen einen hässlichen Klumpen, der Blut nur sehr wenig ähnlich sieht.

Ein weiteres kleines Manko gibt es leider auch bei den Protagonisten. Wenn man sich im Spiel befindet, und bei einem Gespräch genau drauf achtet, bemerkt man, dass sie ihre Lippen nicht bewegen. Die Ladezeiten sind dafür ziemlich kurz. Lediglich wenn ein neuer Abschnitt geladen wird, kann es etwas dauern. In Revelations gibt es nur Ladescreens, wenn ein Video eingespielt wird oder ein neues Kapitel startet. Wechselt ihr im Spiel einen größeren Abschnitt, muss nachgeladen werden. Da kann es auch schon einmal passieren, dass ihre eure Figur während diesen Prozess nicht bewegen könnt durch die Ruckler. Allerdings sind diese Mankos kaum der Kritik wert. Man bemerkt sie alle nur, wenn man wirklich genau darauf achtet. Und bei dem rasanten Tempo des Spiels bleibt dazu eigentlich nie Zeit. Revelations wartet mit tollen Effekten auf, beinahe komplett ohne Einbrüche der Framerate.

Sound:
Auch der Sound braucht sich vor einem Resident Evil in HD nicht zu verstecken. Der orchestrierte Soundtrack, komponiert von Kota Suzuki (Resident Evil 5), bietet zu allen Abschnitten die beste Atmosphäre. Ob ruhig und stimmig oder episch und kraftvoll. Alles ist dabei. Ganz besonders möchten wir dabei den Titelsong loben. Dieser wird auch komplett noch einmal im Abspann gespielt.

Eine weitere Premiere stellt die Sprachausgabe dar. Um das Flair einer TV-Serie zu gewährleisten, wurde Revelations in die bekanntesten Sprachen übersetzt und vertont. Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Japanisch könnt ihr als Sprache eurer Wahl einschalten. Die englischen Stimmen setzen dabei auf altbekannte Sprecher der Serie. Auch die deutsche und japanische Vertonung kann sich durchaus hören lassen.

Features:
Die Kampagne könnt ihr auf drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchspielen. Habt ihr das Spiel einmal geschafft, erwartet euch die Option Neues Spiel+. Dort könnt ihr dann von vorn beginnen, mit all euren errungenen Waffen und Ausrüstungen. Gleichzeitig schaltet ihr im Laufe des Spiels auch den Online-Modus frei. Ursprünglich plante Capcom einen Online-Co-Op-Modus für im Stile von Resident Evil 5, verwarf diese Idee aus technischen Gründen jedoch wieder. Stattdessen erwartet euch der Raubzugmodus. Dieser erinnert an The Mercenaries, kombiniert mit Rollenspiel-Elementen. Ihr kämpft Solo oder zusammen mit einem Partner durch ausgewählte Abschnitte und steigt mit der Zeit Level auf. Von den erbeuteten Punkten könnt ihr dann für weitere Raubzüge neue Waffen und Upgrades freispielen. Das sorgt auch nach dem Bewältigen der Kampagne für sehr viel Motivation. Und das alles ohne nervige Lags. Für Sammler gibt es dann auch noch Erfolge, die ihr nach und nach freispielen könnt. Einige dieser Efolge müsst ihr dann in den Optionen einmal anklicken. So schaltet ihr zum Beispiel Level für den Raubzug-Modus und andere Boni frei. Die meisten dienen allerdings nur der Galerie und repräsentieren eure Verdienste.

Fazit:
Resident Evil: Revelations darf sich als einen der gelungensten Serienableger der letzten Jahre bezeichnen. Am Ende haben wir zwar ein anderes Spiel bekommen, als nach dem E3-2010-Trailer vermutet - das Ergebnis ist aber mehr als beeindruckend. Capcom gelingt es, Horror und Action zu vereinen. Einzig die fordernden Rätsel vermissen wir. Und auch technisch macht Revelations einen sehr guten Eindruck. Erst bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass es sich bei dem System doch „nur“ um einen 3DS handelt. Über einige unschöne Texturen und kleinere Ruckler kann man daher getrost hinwegsehen. Von solchen Resident Evil Ablegern wollen mir mehr sehen. Und ja, bitte auf dem 3DS. Produzent Masachika Kawata kündigte zum Glück bereits an, den 3DS auch weiterhin mit Resident Evil-Futter zu versorgen. Alle Spieler, die 16 oder älter sind und einen 3DS besitzen: Zugreifen! Tipp der Redaktion: Nach dem Abspann nicht das Spiel verlassen.

Wird Kreuzfahrten wohl für immer meiden: Marcel Eifert [R.Godless] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Pflichtkauf
Deine Wertung:

-
Capcom lädt zu einer höllischen Kreuzfahrt ein, die spielerisch begeistert und endlich den Grusel wieder in den Vordergrund stellt.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

9.0

TECHNIK:

8.0

ABWECHSLUNG:

9.0
9
von 10

Einzigartiger Erzählstil im Format einer TV-Serie

Nervenaufreibender Showdown

Abwechslungsreiches Gameplay

Gelungene Sprachausgabe

Unterhaltsamer Online-Modus

Stellenweise etwas verwaschene Texturen und Ruckler

Keine echten Rätsel

Unübersichtliche Gebietskarte

Wie werten wir?

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