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Spielname:
Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Alphadream

Genre:
Rollenspiel

Release:
25.01.2019 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise

Review: Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise

Tjark Michael Wewetzer, 28.01.2019

1348°

4

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Huch, haben wir etwas verpasst? Gab es nach Mario & Luigi: Superstar Saga nicht noch ein anderes Spiel? Ja, das gab es, nur haben Nintendo und Alphadream das Zeitreiseabenteuer mit den Mario-Brüdern kurz und bündig übersprungen, um sich für das nächste 3DS-Remake dem wohl beliebtesten Teil der Rollenspiel-Reihe um die beiden Klempner aus dem Pilzkönigreich zu widmen. Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise ist dementsprechend natürlich auch vor allem größer, gewaltiger, schöner und abwechslungsreicher. Es erfordert zeitweise aber auch reichlich Durchhaltevermögen, wenn man sich denn an seinen unbestreitlichen Qualitäten erfreuen möchte.

Kugelrunde Krankheit
Doch rollen wir den Fall doch lieber einmal von vorne auf. Immerhin geht es bei Abenteuer Bowser nicht direkt um die Entführung von Prinzessin Peach. Ausgangspunkt dieser Reise ist die im Pilzkönigreich grasierende Metabowlie – eine merkwürdige Krankheit, die ihre Opfer zu riesigen Kugeln anschwellen lässt. Klingt schräg, ist aber natürlich trotzdem ein großes Problem, für das die hiesige Regentin direkt eine Konferenz einberuft. Eine, zu der Bowser nicht eingeladen ist. Nicht, dass es die feuerspeiende Riesenechse davon abhalten würde, daran teilzunehmen. Nun hat sich Bowser vorher von einem mysteriösen Händler mit Sprachfehler einen seltsamen Pilz aufschwatzen lassen, mit dem der Koopa-König sich für die ausbleibende Einladung „bedanken“ möchte – nur um dann den gesamten Konferenzsaal samt anwesender Personen in einem Zug zu inhalieren. Jetzt sitzen Prinzessin Peach, Mario, Luigi und eine Staffel Toads in Bowsers Körper fest und müssen einen weg nach draußen finden, während die Riesenechse mit eigenen Problemen zu kämpfen hat. Wie sich nämlich herausstellt, ist der mysteriöse Händler mit dem Zauberpilz in Wahrheit Superstar Saga-Handlanger Krankfried, der nun Bowsers Schloss gekapert hat und große Pläne schmiedet.

Ihr seht schon, das ist erstaunlich viel und eigentlich sogar erschreckend komplexer Stoff für ein Mario-Spiel. Wenn Abenteuer Bowser jedoch irgendwo punktet, dann in der rundum unterhaltsamen Geschichte, obgleich auch diese nicht um ein paar bewährte Klischees herumkommt. Diese werden dafür humorvoll verpackt und mit interessanten wie unterhaltsamen Charakteren zur Schau gestellt. Krankfrieds wirre Reden sind schon längst Kult und sogar Nebenfiguren wie ein sich als Arzt verdingender Wahrsager bieten reichlich Stoff für Schmunzler oder gar große Lacher. Dazu tragen auch die üblichen Slapstick-Einlagen der Charaktere ein, bei denen natürlich der zurückhaltende Luigi häufiger mal leiden muss. Neu in der 3DS-Version: Falls euch die ganzen Dialogsequenzen zu lang dauern, könnt ihr sie per Druck auf die R-Taste ein wenig beschleunigen. Das macht vor allem wiederholte Anläufe ein wenig schmerzfreier.

Abenteuer auf zwei Ebenen
Da die Mario-Brüder nun in Bowsers Körper herumturnen, läuft die Welterkundung dezent anders ab als üblich. So steuert ihr primär das großspurige Riesenreptil höchstpersönlich, das mit gewaltigen Schritten durch die Weltgeschichte marschiert und dabei mit geballter Feuerkraft Büsche und Bäume verkokelt oder unliebsame Steine mit kräftigen Hieben wegfegt. Kleinere Feinde, die Mario und Luigi anständige Kämpfe abverlangen würden, pustet der König der Koopas ohne große Gegenwehr vom Bildschirm. Es gibt aber natürlich auch reichlich Gegner auf seiner Augenhöhe, die dann in klassischen Rundenkämpfen beseitigt werden. Neben Hieben und Flammen kommt hierbei beispielsweise auch der situationsbedingt nützliche Saug-Atem zum Einsatz, durch den sich Feinde immobilisieren oder für eine Nebenaufgabe aufzuspürende Blockkatzen einkassieren lassen. Witzig hierbei: Werden auf diese weise kleinere Kontrahenten aufgesaugt, landen sie in Bowsers Magen, von wo aus die Mario-Brüder übernehmen.

Womit wir zu unseren beiden Erforschern des Inneren einer feuerspeienden Giganto-Schildkröte kommen. Erstaunlicherweise ist das Innenleben fast schon nach 2D-Plattformer-Manier aufgebaut und bietet in der Regel recht simple Hindernisparcours, welche von den bemützten Brüdern zu bewältigen sind. Dabei kommen natürlich auch wieder diverse, im Spielverlauf angeeignete Tricks zum Tragen. So hämmert Luigi beispielsweise Mario auf Miniaturgröße, um enge Gänge zu passieren, oder die beiden stapeln sich für einen Wirbelsprung, um sich von Tornados in die Luft katapultieren zu lassen. Wie auch schon bei Bowsers Oberwelt-Expedition sind diese Aufgaben nie wirklich knifflig, dafür aber durchweg spaßig zu lösen, weswegen sie gut den allgemeinen Spielfluss auflockern. Im Kampf – auch im Körper der Riesenechse gibt es einiges an unfreundlichem Feindvolk – verlässt sich das Duo maßgeblich auf ihre Hämmer und Sprungkraft, durch Fähigkeitspuzzles angeeignete Brüder-Attacken gibt es aber natürlich auch dieses Mal. Dann wird ein kleines Minispiel durchgeführt, um für mächtig Schaden bei der Opposition zu sorgen.

Noch einmal mit Gefühl
Und das ist leider auch bitter nötig, denn in den Gefechten offenbart Abenteuer Bowser nach den ersten Spielstunden ein bemerkbares Problem: Die Scharmützel dauern gefühlt zu lang. Bei den Mario-Brüdern liegt das primär an ihrer vergleichsweise niedrigen Kampfkraft, während bei Bowser die langen Animationsphasen der Feinde das Geschehen in die Länge ziehen. Dies wird gerade bei den sonst eigentlich kreativen Bossgegnern nur noch nerviger, da diese in der Regel über gewaltige Trefferpunktreserven und noch mühseligere Angriffsmuster verfügen. Wenn man dann auch noch maßgeblich zu Abwehrmanövern anstelle anständiger Konter gezwungen wird, sitzt man schon mal gute zehn Minuten an einer einzigen Schlacht, bei der man stets dieselben Bewegungsmuster wiederholt. Spannend geht anders.

Andere Arten, für Abwechslung zu sorgen, erzielen leider auch eher gemischte Ergebnisse. So müsst ihr hin und wieder mit den Klempnern einen gewissen Körperbereich von Bowser aufsuchen, damit der wandernde Panzerschrank von seiner vollen Kraft Gebrauch machen kann – etwa wenn er eine Insel ans Festland ziehen soll, um eine gestrandete Block-Person zu retten (Anmerkung: Das ergibt im Kontext nicht viel mehr Sinn als hier in der Zusammenfassung). Also geht es in die Armmuskulatur, die entsprechend stimuliert werden muss. Und das geschieht in Form eines schnellen Minispiels, das je nach Körperregion unterschiedlich ausfällt. Blöderweise werden diese Aufgaben munter wiederverwertet, zudem sind manche von ihnen gar nicht mal so einfach und dann auch noch alles andere als kurz. Auch die vom Konzept her recht coolen Fights mit Riesen-Bowser sind schlussendlich mehr Spektakel als anspruchsvolles Spielelement. Hier gilt es dann, mit recht simplen Touch-Kommandos den jeweiligen Gegner unter bestimmten Bedingungen unangespitzt in den Boden zu rammen. Das hätte durchaus spaßig werden können, doch dank langer Animationsphasen wird auch dieses Element schnell ermüdend. Glücklicherweise kommen diese Riesenkämpfe eher selten vor.

Juniors große Stunde
Ähnlich wie beim Remake von Superstar Saga gibt es auch bei Abenteuer Bowser eine Nebenhandlung rund um das Gefolge des Koopa-Königs – nur ist bei Bowser Jr.s Reise eben Sohnemann selbst die Hauptperson. Zeitlich läuft diese Story parallel zu den Ereignissen des Hauptspiels und dokumentiert, wie sich der lernunwillige Jungspund auf die Socken macht, um seinen Papa stolz zu machen. Währenddessen geben sich die übrigen Koopalinge größte Mühe dabei, Junior aus der Gefahrenzone zu halten und ihn nach Kräften zu unterstützen. Ein Unterfangen, das alles andere als einfach ist, wenn Krankfried nebenher mit seinen Häscheern ins heimische Schloss einfällt. Die Geschichte wird dabei abermals mit viel Witz und Charme erzählt, das Gameplay dahinter lässt jedoch immer noch zu wünschen übrig. Erneut habt ihr es in jeder Stage – ihr kämpft euch durch lineare Stufen mit mehreren Staffeln kleinerer Fights – mit einer überschaubaren Armee zu tun, die ihr mit euren Truppen beinahe vollautomatisch bekämpft. Interaktion kommt höchstens durch gelegentliche Tastenkommandos zur Attackenverstärkung sowie eine Hand voll von Kommandanten-Befehlen ins Spiel. Davon abgesehen seid ihr primär zum Zuschauen verdammt. Immerhin: Anders als bei der Schergen-Story von Superstar Saga dürft ihr nun eure Aufstellung ohne große Gehirnakrobatik direkt im Menü bestimmen und so beispielsweise Schützen sicher hinter Nahkämpfern platzieren. Trotzdem erfordert ein Marsch durch diesen Modus mehr als reichlich Geduld.

Steuerung:
Alles wie gehabt im Pilzkönigreich: Ihr bewegt eure aktive Partei mit dem Circle Pad durch die Weltgeschichte, während die fest zugewiesenen Aktionstasten für allerlei Manöver zur Verfügung stehen. So schlägt Bowser mit X zu oder schmeißt den Verbrenner-Atem über die Y-Taste an, während Mario und Luigi ihre Sprung- und Hammerkraft mit A und B demonstrieren. Die Tastenpaare sind in den Kämpfen auch jeweils fest den entsprechenden Parteien zugeschrieben, was sich stets intuitiv anfühlt. Dieses Mal kommt jedoch auch der Touchscreen auf seine Kosten! Die Bowser-eigenen Schergen-Attacken – sein Äquivalent der Brüder-Moves – werden nämlich über den berührungssensitiven Bildschirm ausgeführt und auch für die Riesenkämpfe muss der Stylus geschwungen werden. Kurios bei letzterem: Diese Schlachten der Giganten werden mit dem 3DS in Buch-Haltung ausgefochten. Schauten im DS-Original noch Rechtshänder mangels entsprechender Bildschirmausrichtung in die Röhre, müssen nun Linkshänder umgreifen, um die nötigen Touch-Eingaben auf dem rechten Bildschirm zu tätigen. Eine Möglichkeit zum Umschalten der Ausrichtung gibt es leider auch dieses Mal nicht. Ärgerlich!

Grafik:
Bei Abenteuer Bowser festigte sich damals auf dem DS schon gewissermaßen der Grafikstil der Reihe, das optische Upgrade auf Niveau der letzten 3DS-eigenen Ableger kann sich aber dennoch sehen lassen. Speziell Bowsers Innenleben wurde gehörig aufgemotzt und wirkt nun optisch abwechslungsreicher. In der Feuerkammer erwartet euch beispielsweise statt einfacher, rot angepinselter Wände nun loderndes Feuer im Hintergrund. Das schindet Eindruck! Schade nur, dass man ähnlich wie bei Superstar Saga auf einen 3D-Tiefeneffekt verzichtet hat.

Sound:
Generell ist die Mario & Luigi-Reihe mit für ihren gelungenen Soundtrack bekannt. Doch bei dem Abenteuer Bowser-Remake will der Funke irgendwie nicht so ganz überspringen. Klar sind viele Melodien immer noch gelungen und ein paar wenige Stücke sogar weltklasse, doch speziell Bowsers reguläres Kampfthema mit seinen Synthesizer-Trompeten in der Dauerschleife geht nach nur wenigen Minuten dermaßen auf die Nerven, dass man den Lautstärkeregler nur noch runterdrehen möchte. Und da die Kämpfe, wie weiter oben angemerkt, ziemlich lange dauern können, hat man reichlich von der Musik – ob man es nun will oder nicht.

Fazit:
Das DS-Original hat nicht umsonst seine Fans. Das wird auch bei Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise nur allzu schnell deutlich. Klar bedient sich die Geschichte unterm Strich diversen Klischees, doch sie ist trotzdem in gewissen Punkten eine willkommene Abwechslung vom Mario-Einerlei und besticht durch ihre humorvollen Unterhaltungen zwischen den vielfältigen Charakteren, mit denen es Großmaul Bowser und seine zwei blinden Passagiere zu tun bekommen. Auch macht das Erkunden der Oberwelt oder das Ergründen von Bowsers inneren Windungen trotz der eher simplen Aufgaben recht viel Laune. Leider wird all dies durch die unsäglich langgestreckt wirkenden Gefechte heruntergezogen. Nach den ersten Spielstunden muss man immer wieder elendig lange Animationsphasen von Normalo-Gegnern und Bosskreaturen ertragen, während derer man häufig nicht einmal anständig zum Gegenschlag ausholen kann – und da die Chefgegner im Speziellen viel aushalten, werden manche Fights zu stupiden Ausdauer-Partien. Die sich wiederholenden Minigames zur gelegentlichen Stärkung des Koopa-Königs gegen dabei ebenso schnell auf die Nerven, wie die eingestreuten Riesenkämpfe durch ihre strikten Strukturen langweilen. Und obwohl die fürs Remake ergänzte Zusatzgeschichte um Bowser Jr. spielerisch durchaus besser ist als die Extra-Handlung von Superstar Saga, bleibt sie immer noch recht schnörkel- und schmucklos. Was bleibt ist ein Rollenspiel, bei dem man sich zwar zweifelsohne an alle tollen Momente der Geschichte und die vielen zitierfähigen Sprüche erinnern wird, den dazwischen eingestreuten, zermürbenden Ausdauerlauf jedoch schlichtweg auszublenden versucht.

Kein Facharzt für Riesenechsen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Urkomisches, vertracktes Rollenspiel-Abenteuer, das jedoch unter zähen Gefechten leidet.

Wertung

GESCHICHTE:

9.0

SPIELWELT:

8.0

SPIELFLUSS:

6.0
7
von 10

Überraschend spannende, irrwitzige Story

Humorvolle Dialoge voller großartiger Sprüche

Bunte Schar denkwürdiger Charaktere

Abwechslungsreiche Umgebungen und Knobeleien

Gelungene optische Überarbeitung

Langgestreckt wirkende Gefechte…

…dank derer Bowsers eintönige Kampfmelodie nur noch mehr nervt

Mäßige Minigames in Bowsers Körper

Anspruchslose Riesenkämpfe

Kein 3D-Tiefeneffekt

Wie werten wir?

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