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Spielname:
Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Alphadream

Genre:
Rollenspiel

Release:
06.10.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen

Review: Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen

Tjark Michael Wewetzer, 04.10.2017

2058°

4

Test mögen: Weitersagen:

Lust auf noch ein Jubiläum? Die Mario & Luigi-Reihe feiert dieses Jahr ihr 14-jähriges! Gut, das ist nicht so ein schöner Meilenstein wie 15 Lenzen, doch für Entwickler Alphadream war das offensichtlich trotzdem nah genug dran, um den Serieneinstand in Form eines üppigen Remakes wieder neu aufleben zu lassen. So viel sei jedoch vorweggenommen: Anders als bei dem ebenfalls kürzlich erschienenen Metroid: Samus Returns halten sich die Ergänzungen hier eher in Grenzen. Stattdessen versteht sich Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen als recht originalgetreue Neuauflage mit Schwerpunkt auf einem Grafik-Update. Ob sich der aufgehübschte GBA-Titel trotzdem lohnt und was es eigentlich mit dem neuen, im Untertitel angemerkten Zusatz auf sich hat, das verraten wir euch in unserem Test.

Zwei Klempner im Ausland
Zur (damaligen) allgemeinen Überraschung ist nicht etwa die Prinzessinnentführung durch eine Riesenschildkröte der Auslöser für das neue Abenteuer, sondern dreister Stimmendiebstahl. Die bohnenländische Schurkin Lugmilla entwendet eines Tages prompt die lieblichen Klänge von Prinzessin Peach und hinterlässt als Souvenir wahrhaft bombige Ersatzstimmbänder. Auf so einen Plan ist sogar Bowser neidisch! Da aber weder der Koopa-König noch die Mario-Brüder dies auf sich sitzen lassen können, beschließen die drei flugs, ins Bohnenland einzureisen und die Stimmdiebin zu stellen. Ein einfacher Plan, den ein unschöner Absturz nahe des Grenzpostens schnell zunichte macht und darin resultiert, dass das Brüderpaar erst einmal auf eigene Faust durch die fremden Lande zu ziehen hat. Die Geschichte allgemein bauscht sich dabei gar nicht mal großartig auf und fällt insgesamt ziemlich kurz aus. Nach 15 Stunden könnt ihr locker bereits den Abspann über den 3DS-Screen flimmern sehen. Was die Handlung in Länge nicht hat, macht sie jedoch durch schieren Witz wieder wett. Da sich Mario und Luigi mehr oder minder als Touristen im Ausland bewegen und zumindest der rot bemützte Klempner eine große Berühmtheit ist, kommen dabei gerne mal ulkige Dialoge und reichlich Slapstick zum Einsatz.

Seinen Beitrag zur Kürze leistet jedoch auch das Gameplay, das sich im Vergleich zum GBA-Original weitestgehend unverändert präsentiert. Noch immer bewegen sich die Brüder – sofern es Puzzles erlauben – gemeinsam durch die Welt und erkunden so das aus der Vogelperspektive dargestellte Bohnenland. Vorsprünge müssen durch abwechselnde Hüpfer erklommen werden und die zahlreichen kleinen Aufgaben, die es auf der Suche nach Lugmilla zu erledigen gilt, setzen nicht selten besondere Fähigkeiten voraus. Wirklich komplex werden diese Denkaufgaben jedoch praktisch nie, was auch dem recht überschaubaren Move-Arsenal zu verdanken ist. So lernt das Duo früh, durch Zusammenarbeit höhere Sprünge zu bewerkstelligen oder kleinere Abgründe zu überfliegen. Später machen wir uns hingegen die bohnenländischen Hämmer zunutze, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder Luigi ins Erdreich zu befördern, damit er sich unter Tore und Zäune durchbuddeln kann. Langeweile kommt da trotz der Einfachheit der Knobeleien praktisch nie auf, da sie an sich abwechslungsreich aufgebaut sind und sich vielmehr wie Teile eines klassischen Jump 'n' Runs als Rollenspielelemente anfühlen.

Und dieses Gefühl sickert auch in das Kampfsystem von Superstar Saga. Noch bevor spätere Serienableger die Gefechte zu überlangen Minispielorgien ausarten ließen, präsentierte sich die Premiere noch äußerst simpel. Gerade einmal drei Standard-Kommandos lernen die Brüder und lediglich besondere Paar-Attacken sorgen für etwas mehr Wumms. Durch gut abgestimmte Tasteneingaben – gutes Reaktionsvermögen wird hier ebenso belohnt wie die richtige Strategie – lässt sich mit diesen Super-Angriffen im Kampf einiges rausholen, was sich in der Regel jedoch nur bei Bossgegnern wirklich lohnt. Alle kleineren Feinde sind in wenigen Zügen von der Bildfläche gefegt und stören damit kaum den Spielfluss. Wenn euch die Beute in Form von Erfahrungspunkten und Geld zu gering ausfällt, könnt ihr die jederzeit auf der Oberwelt sichtbaren Kleingegner sogar umgehen. Ein insgesamt sehr einsteigerfreundliches Rollenspielerlebnis, das jedoch nichtsdestotrotz gerade gen Ende reichlich Geschick abverlangt. Außerdem können sich Kenner des Originals auf einige Überraschungen gefasst machen, denn so ganz ohne Änderung wurde hier dann doch nicht alles übernommen.

Was macht eigentlich Bowsers Gefolge so?
Das größte Alleinstellungsmerkmal des Remakes dürfte jedoch die Zusatzgeschichte mit dem Titel „Schergen-Saga: Findet Bowser!“ sein. Relativ früh – sobald Mario und Luigi die Zentralebene des Bohnenlandes betreten – erhalten wir die Möglichkeit, jederzeit zur Perspektive einer Gruppe kleinerer Handlanger im Dienste des Koopa-Königs zu wechseln und deren Seite der Geschichte zu erleben. Die ist tatsächlich gar nicht mal so uninteressant und äußerst humorvoll erzählt, zumal ihr primär wirklich mit einem ordinären (Unter-)Durchschnitts-Gumba unterwegs seid, der aus Faulheit seiner Kameraden zum Anführer des Bowser-Suchtrupps erklärt wird. Frei bewegen könnt ihr den kleinen Truppenführer allerdings nicht, stattdessen wählt ihr die Gefechte aus einem simplen Menü aus, das sowohl durch Fortschritte in der Hauptgeschichte als auch denen in der Schergen-Saga selbst stetig erweitert wird.

Dadurch verkommt der ganze Trip trotz kleinerer Abzweigungen leider zu einem sehr gradlinigen Erlebnis – auch weil selbst bei diesen gespaltenen Pfaden schlussendlich alle Gefechte zum Voranschreiten gewonnen werden müssen. Die Kämpfe selbst sind ebenfalls eher mäßig umgesetzt. Theoretisch entscheidet hier statt gut abgestimmten Tasteneingaben die Aufstellung eurer bis zu acht Einheiten starken Truppe über Sieg oder Niederlage. Die in drei Klassen aufgeteilten Mitstreiter funktionieren dabei nach einem klassischen Schere-Stein-Papier-Prinzip und die fairen Gegnerprognosen lassen euch praktisch nie blindlings in Gefechte wandern, ohne eine passende Konter-Strategie auszutüfteln. Leider ist die exakte Aufstellung fest vom Spiel vorgegeben. Wollt ihr etwa zwei Reihen an Stürmern platzieren, um die hinter ihnen platzierten Flieger vor den gegnerischen Schützen zu beschützen, geht das höchstens mit gewaltiger Hirnakrobatik. Auch seid ihr bei den Schlachten, die pro Stage auch noch in mehreren Wellen ablaufen, weitestgehend zum Zuschauen verdammt. Zwar dürft ihr hin und wieder mal den Angriff eines Kumpanen durch rechtzeitige Tasteneingaben verstärken oder im begrenzten Maße Anführer-Fähigkeiten verwenden, wirklich groß Einfluss nehmen könnt ihr auf das Geschehen jedoch nicht. Das ist schade, denn so klickten wir uns eher gelangweilt durch die Gefechte, nur um der immerhin noch lustigen Geschichte zu folgen.

Steuerung:
Alles wie vom GBA gehabt? Von wegen, Entwickler Alphadream hat die Charakter-Kontrolle gehörig überarbeitet! So sind Mario und Luigi nun gemäß späterer Serienableger fest der A- und B-Taste zugeordnet – im Original war das noch aufstellungsabhänig. Außerdem sind per X-Taste praktische Synchron-Hüpfer für simple Sprungeinlagen möglich. Der manuelle Stellungswechsel ist hingegen gestrichen worden, stattdessen werden über die Schultertasten oder den Touchscreen nun direkt alle möglichen Oberwelt-Aktionen durchgeschaltet. Im Prinzip simpel und super, nur leider bedeutet dies auch, dass Basis-Handlungen wie Sprung, Hammer und Elementarhand nun durch die Kombi-Manöver getrennt wurden und ihr euch mit den Schultertasten erst ein wenig durchklicken müsst. Trotzdem sorgt dies für weitaus weniger Kopfschmerzen als das manuelle Herauspicken der richtigen Aktions-Kombinationen in der Vorlage.

Grafik:
Ein weiterer Sektor, in dem das Remake einen bemerkbaren Sprung macht: Die visuelle Darstellung wurde schön auf den Stand der späteren Serienableger gebracht, verzichtet allerdings beinahe komplett auf 3D-Modelle. Stattdessen erstrahlt die Spielwelt in detaillierter 2D-Optik, die zwar etwas an den übertriebenen Slapstick-Einlagen und einigen einzigartigeren Charakteren vermissen lässt, dafür aber einfach nur bildhübsch aussieht. Mit dem Verzicht auf 3D-Bauten kommt übrigens auch der Fakt hinzu, dass Superstar Saga + Bowsers Schergen gar keinen stereoskopischen Tiefeneffekt bietet. Ein ziemlich bedrückender Umstand, wo doch die 3D-Darstellung der beiden vorherigen 3DS-Ableger einiges zu bieten hatte!

Sound:
Mit dem Grafik-Update geht auch eine Neufassung der Hintergrundmusik einher, die… sagen wir mal, bei Fans dürfte sie wohl für gemischte Gefühle sorgen. Die neu eingespielten Versionen der alten Melodien sind jetzt nicht schlecht, doch gerade die reguläre Kampfmusik lässt den peppig-jazzigen Ton des GBA-Gegenstücks irgendwie vermissen. Trotzdem erwarten euch hier insgesamt gelungene Kompositionen, die unweigerlich im Kopf hängenbleiben und gut zu den Landen des Bohnenlands passen. Die cartoonhaften Soundeffekte wiederum unterstreichen sehr gut die komödiantische Note der Handlung – gerade das sympatische Gebrabbel der Mario-Brüder passt immer noch klasse.

Fazit:
Wem die späteren Teile der Reihe zu minispiellastig geworden sind, der wird mit Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen auf jeden Fall glücklich. Seine größten Stärken zieht der Titel aus der locker-flockigen Rahmenhandlung, die zwar für RPG-Verhältnisse schnell endet, nichtsdestotrotz aber mit reichlich Witz und Charme von Anfang bis Ende unterhält. Das flotte Kampfsystem, dessen Würze auch eher in der Kürze liegt und sich mehr wie die logische Rollenspielumsetzung eines klassischen Mario-Plattformers anfühlt, passt ebenfalls noch wunderbar. Nur sind die Stärken des Spiels leider auch irgendwo die Schwächen, denn gerade in Sachen Story haben einige der chronologischen Nachfolger schlussendlich mehr geleistet. Auch zieht der Schwierigkeitsgrad der Gefechte ziemlich langsam an – erst die letzten Spielstunden fallen richtig fordernd aus. Zu guter letzt enttäuscht die große, neue Schergen-Saga. Klar überzeugt auch hier die Handlung und die Dialoge sind urkomisch geschrieben, in Sachen Gameplay fühlt sich das Gebotene allerdings spürbar zu flach an. Dennoch sei euch gesagt: Egal ob ihr nun das GBA-Original in- und auswendig kennt oder noch nicht das Vergnügen mit den Anfängen dieser Rollenspiel-Saga hattet, dieses bildhübsche und originalgetreue Remake lohnt sich auf jeden Fall!

Vergisst bei Reisen ständig seinen Reisepass: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Gelungene Neuauflage der ohnehin schon denkwürdigen, wenn auch kompakteren Anfänge der Mario & Luigi-Reihe.

Wertung

STORY:

8.0

SPIELWELT:

8.0

STEUERUNG:

8.0
8
von 10

Originalgetreues Remake…

…mit feinen Überraschungen

Unterhaltsame Bonus-Geschichte

Flottes, unkompliziertes Gameplay

Überarbeitete Steuerung

Schmucke 2D-Optik

Schergen-Saga spielerisch öde

Für ein RPG ziemlich kurz

Nicht jede Detail-Änderung zündet

Kein 3D-Tiefeneffekt

Wie werten wir?

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4 Kommentare