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Spielname:
Metroid: Samus Returns

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
MercurySteam/Nintendo

Genre:
Action Adventure

Release:
15.09.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Metroid: Samus Returns

Review: Metroid: Samus Returns

Sebastian Mauch, 14.09.2017

2795°

6

Test mögen: Weitersagen:

Mannomann, das wurde aber Zeit Nintendo! Endlich steht Fans und Neueinsteigern mal wieder ein richtig gutes Metroid-Spiel bevor. Zuletzt zweckentfremdete man ja den guten Ruf der Prime-Reihe für das eher unepische Federation Force (zum Test). Kein Multiplayer, keine Chibi-Marines, nur die blonde Kopfgeldjägerin im Hightech-Anzug und jede Menge Aliens. Metroid: Samus Returns sieht sich übrigens als Neuerfindung von Metroid II: Return of Samus für den Game Boy. Nintendo und MercurySteam beließen es aber nicht bei einer moderneren Grafik, sondern spendierten auch dem Gameplay einige Upgrades. Ob das gelungen ist oder ob es das Erbe der Vorlage durch den Dreck zieht, das zeigen wir euch im folgenden Test. Viel Spaß beim Lesen!

Alle Metroids finden du musst!
Für Story war die Metroid-Reihe ja noch nie wirklich berühmt. Zwar ging man bei der Prime-Trilogie etwas mehr in die Tiefe und schoss ausnahmsweise mal mit Metroid: Other M den cineastischen Vogel ab, doch in der Regel darf man nur einen zweckmäßigen Plot erwarten. Damals entwickelte sich die Geschichte aufgrund technischer Limitationen noch größtenteils im Kopf der Spieler mithilfe von dezent eingestreutem Lore und schick ausformulierten Spieleanleitungen. Ergo hat auch dieses Remake keine packende Story zu bieten, weshalb das Ganze schnell zusammengefasst ist. Nach der Vernichtung von Mother Brain galten die Metroids als ausgestorben und das All somit all sicher(er). Der Schein trügt jedoch, denn auf einem abgeschiedenen Planeten namens SR388 sind noch immer die fiesen Saugnapfmonster vertreten. Bisherige Einsätze herkömmlicher Soldaten schlugen gnadenlos fehl, weshalb sich die galaktische Föderation dazu entschied, die äußerst talentierte Kopfgeldjägerin Samus Aran zu verpflichten.

40 Metroids an der Zahl gilt es also ausfindig zu machen und zu eliminieren. Dazu muss man ein gehöriges Stück in den mit Chozo-Ruinen durchzogenen Planetenkern absteigen. Im Grunde läuft es so ab: Ihr betretet eine Zone, sammelt auf dem Weg einige kleinere und größere Upgrades auf und durchsiebt die begehbare Gegend nach versteckten Metroid-Nestern. Diese kündigen sich unter anderem durch kaputte Eikapseln oder über die Minimap an. Die „Arenen“ haben nahezu immer dieselbe Größe und sind dementsprechend auch leicht auszumachen. Dort angekommen macht man dem größten Feind der Menschheit den Garaus und sucht den nächsten. Klingt eher lahm, oder? Ist es aber gar nicht. Man kommt nämlich nicht immer auf Anhieb zu jeder Metroid-Niststätte. Mal muss man auch erst verwinkelte Ecken erkunden, um so etwa einen neuen Beam, also ein Upgrade für Samus' Waffenarm, zu finden. Nur so können dann entsprechende Tore geöffnet werden. Dieses Prinzip treiben Metroidvania-Games seit jeher auf die Spitze.

Quasi im Minutentakt rennt oder hüpft man an Bereichen vorbei, die man schlichtweg noch nicht öffnen kann. Manch einer mag das nervig finden, was es auch manchmal ist, doch regt diese Art von Leveldesign auch extrem zum Experimentieren und akribischen Absuchen der Umgebung an. Hat man dann das passende Upgrade gefunden, stellt sich zusätzlich noch ein Erfolgserlebnis ein. Was sich aber in Samus Returns stellenweise auch einschleicht, ist eine seltsame Monotonie. Alle Gänge sehen relativ gleich aus, Gegnertypen sind nicht allzu zahlreich und wiederholen sich ständig und die Bossfights sind in Wirklichkeit keine. Das merkwürdige an diesem Remake ist, dass man diese Eintönigkeit nicht allzu schwer nimmt. Die Entwickler haben nämlich ihr Bestes getan, sich wiederholende Elemente zu variieren. Bestimmte Gegnerarten ändern mit steigendem Fortschritt leicht ihr Aussehen und bekommen neue Fähigkeiten oder Resistenzen. Vermeintlich immergleiche Gegenden werden gekonnt durch die lebhaften Hintergründe überzeichnet und selbst die Metroids entwickeln sich im Laufe des Spiels weiter. Schon zu Beginn des Abenteuers hauen die kleinen Parasiten mächtig rein. Ein, zwei Evolutionsstufen später sollte man sich aber erst richtig in Acht nehmen. Doch freilich wird auch Samus' Ausrüstung stärker.

Aus alt und gut wird neu und noch besser
Nintendo und MercurySteam hätten es einfach bei einer optischen Generalüberholung belassen können und die Fans wären zufrieden gewesen. So begeisterte beispielsweise schon The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D die Massen. Statt eines plumpen Facelifts bekommen wir stattdessen aber ein richtiges Upgrade. Es wurden nämlich neue Elemente ins bewährte Gameplay eingewoben, ohne dieses zu leicht zu machen oder komplett über den Haufen zu werfen. Eine Sache, die in 2D-Metroids besonders nervig war, ist das ständige Abtasten aller Winkel mit Raketen und Morphballbomben, um weiterzukommen oder restliche Upgrades zu finden. Auch ein Axiom Verge, eine der besten Alternativen zu Metroid, leidet unter diesem Manko. Fünf Buchstaben sorgen aber von nun an für einen frustfreieren und zugleich interessanteren Spielablauf: A-E-I-O-N.

Aeion ist eine neue Chozo-Fähigkeit, die Samus' Anzug mit vier neuen Fähigkeiten bestückt. Direkt zu Beginn findet man beispielsweise die Fähigkeit, seine Umgebung in einem bestimmten Radius zu scannen. Das macht das Suchen nach unerforschten Gebieten weitaus bequemer und gibt außerdem Hinweise auf versteckte Ziele oder Upgrades. Damit wird eine bisher künstliche Gameplay-Hürde gekonnt ausgehebelt. Die drei anderen Fähigkeiten thematisieren wir hier aus nicht weiter, um die Überraschung nicht vorwegzunehmen. Aber auch die anderen Aeion-Kräfte erwiesen sich im Spielverlauf als sehr nützlich und können geschickt eingesetzt werden. Wohlgemerkt erhält man aber auch keinen Freifahrtschein zum Scannen und „aeionisieren“. Bei übermäßigem Gebrauch leert sich nämlich die Kraftleiste und dann ist auch schnell mal eine Energieflaute angesagt. Da kommen dann ebenfalls Upgrades in Frage sowie ein weiteres neues Gameplay-Element: Der Nahkampfkonter.

Nahezu jeder Gegner nimmt die Kopfgeldjägerin nach kurzer Zeit ins Visier und attackiert sie. Dies wird durch ein Aufblinken des Gegners signalisiert. Drückt man dann im richtigen Moment die Nahkampftaste, schmettert Samus den Widersacher schwungvoll zurück, woraufhin dieser für einen Moment wie gelähmt seinen Schwachpunkt offenbart. Nach erfolgreichem Konter zielt man automatisch auf den Gegner und kann direkt mit einem starken geladenen Beam auf die Attacke antworten. Auf diesem Wege wird auch mehr Aeion-Energie ausgeschüttet, weshalb sich der Konter gleich doppelt als sinnvoll erweist. Ebenfalls neu und sehr praktisch ist das freie Zielen. Ob in freier Bewegung oder an einer Kante hängend, kann man nun den Waffenarm frei ausrichten und so gezielt Gegner oder versteckte Blöcke aufs Korn nehmen. Auch dieses Element machten sich die Leveldesigner geschickt zunutze. Praktischerweise spart man sich so auch den einen oder anderen unliebsamen Kontakt mit dem Gegner oder unbeholfenes Umhergespringe, um Schüsse ins Ziel zu befördern. Als wäre das noch nicht genug, kann man nun auf der Karte auf dem Touchscreen Marker in verschiedenen Farben setzen. Zwar ist die Anzahl der Marker pro Gebiet eingeschränkt, wer sich jedoch nicht jeden Kiesel markiert, der wird diese Funktion zu schätzen wissen.

Steuerung:
Wie oben schon erwähnt, bringt das Spiel zahlreiche neue Elemente ins Gameplay ein. Sie fügen sich schon mal hervorragend ein, wie hoffentlich herauszulesen war. Doch auch im Steuerungskonzept fühlen sich Samus Arans neue Fähigkeiten wohl. Die Aeion-Kräfte wählt man etwa bequem über das Steuerkreuz aus. So entfällt zwar die Steuerung unserer Protagonistin über dieses, doch ist das Movement über das CirclePad ohnehin schon sehr komfortabel und präzise geraten. Das freie Zielen ersetzt im Prinzip das steife 45-Grad-Zielen. Hierbei kann man nun nur zusätzlich mit dem CirclePad die Richtung angeben. Das ist zwar nicht immer zu 100 Prozent eingängig, meistens trafen wir aber ohne Probleme ins Schwarze. Lediglich beim Umherhangeln mittels Grapple Beam landeten wir vereinzelt in der darunterliegenden Giftsuppe oder Lava. Alles in allem gibt es im Steuerungskonzept von Metroid: Samus Returns kaum Angriffsfläche für Kritik - so sieht gutes Gameplay aus.

Grafik:
Böse Zungen mögen behaupten, der 3DS sei leistungstechnisch veraltet und die Software sehe grob gesprochen „scheiße“ aus. Das mag zum Teil auch stimmen, doch was manche Entwickler wie Capcom kürzlich in Monster Hunter Stories oder nun MercurySteam und Nintendo aus Samus Returns herausholen, ist einfach nur beeindruckend. Auch ohne 4K und Kantenglättung kann eine gut designte Spielwelt den Spieler schnell in ihren Bann ziehen. Im Fall dieses Remakes ist das nicht nur die generalüberholte Optik des alten Gameplays, sondern vor allem auch die Bereiche hinter dem eigentlichen Geschehen. Mal bewegen sich im Hintergrund Maschinen oder Aliens, mal ist es aber auch ruhig und es leuchtet nur irgendetwas vor sich hin. Es wirkt durch die bewegten Hintergrundebenen einfach alles etwas lebendiger. Zu unserer Überraschung ist hier auch endlich mal wieder der 3D-Effekt der 3DS-Familie richtig sinnvoll! Durch die stereoskopische Darstellung wirken besagte Bereiche nochmal ein gutes Stück lebhafter und plastischer. Man hat teilweise wirklich das Gefühl, dass der Planet SR388 wirklich lebt und man würde am liebsten einen Abstecher in den Hintergrund unternehmen.

Sound:
Die Klangkulisse war schon immer ein Pro-Argument für Spiele der Metroid-Reihe. Das ist auch hier wieder der Fall. Neben den üblichen Ableger-eigenen Musikstücken werden Fans der Metroid Prime-Spiele mitunter zu Kapriolen geneigt sein. Achtet beim Spielen einfach mal beim Betreten einer heißen Lava-Umgebung auf die eingespielte Musik. Dem ein oder anderen könnten da durchaus nostalgische Gefühle aufkommen. Vielleicht ist das Einbauen bekannter, charakteristischer Stücke auch ein gezieltes Mittel um die Spannung auf das kommende Metroid Prime 4 aufzuschaukeln.

Fazit:
Es gab Remakes, die hatten mit der Vorlage nicht mehr sonderlich viel zu tun. Es gab aber auch Remakes, welche die Basis konsequent weiterentwickelten, um alte Schwächen abzulegen und zu einem noch besseren Spiel zu avancieren. Metroid: Samus Returns würden wir eher zu letzterer Kategorie zählen. Die neuen Spielelemente passen hervorragend ins Konzept und fühlen sich wie eine Bereicherung an. Einsteiger haben es so etwas komfortabler, aber auch Veteranen dürften die frischen Ideen begrüßen. Dazu gesellen sich die tolle musikalische Untermalung sowie zur Abwechslung mal ein wirklich ansehnlicher Tiefeneffekt. Einige Ermüdungserscheinungen im Spielablauf werden halbwegs elegant kaschiert, eine Sache gibt es aber dennoch zu bemängeln, wenngleich dieser auf eine Art auch als Plus gelten kann. Die Rede ist vom amiibo-Support. Durch bereits veröffentlichte und zwei neue Metroid-amiibos lässt sich ingame nämlich allerlei freispielen. Zusätzliche Container für Samus Energie- oder Munitionsvorräte mögen ja noch ok sein, auch wenn sie das Spiel extrem vereinfachen. Doch dass man ganze Spielmodi und Zusatzinhalte wie den Fusion-Modus nur per amiibo freischalten kann, finden wir dann doch etwas zu viel des Guten. Dennoch wird hier auch endlich mal richtig von den hübschen Figürchen Gebrauch gemacht. Doof nur, dass sie derzeit so gut wie überall ausverkauft sind… Nichtsdestotrotz ist mit Metroid: Samus Returns eine unglaublich packende Neuinterpretation des Klassikers gelungen. Jeder Fan, Neueinsteiger oder was auch immer sollte sich dieses Stück Software zumindest mal angesehen haben. Es lohnt sich!

Hat sie nicht alle (die Upgrades): Sebastian Mauch [Paneka] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Samus kehrt im neuen Gewand nach SR388 zurück und ist galanter denn je unterwegs. Ein Muss für jeden Jump 'n' Run-begeisterten 3DS-Besitzer!

Wertung

LEVELDESIGN:

9.0

ABWECHSLUNG:

8.0

PRÄSENTATION:

10
9
von 10

Samus kann nun auch Nahkampf…

Klassiker im frischen Gewand

Umfangreiche amiibo-Unterstützung…

Sinnvolle, neue Mechaniken

Genialer 3D-Effekt

Mächtige Anzugs-Upgrades

Großartiger Soundtrack

Geniales Weltdesign

Prime-Charme inklusive

Spielwelt lädt zum mehrmaligen Erkunden ein

Weniger Sucherei-Frust dank Aeion-Scanner

…der aber irgendwann auch nerven kann

Metroid-Kämpfe immer noch sehr repetitiv

…die zuweilen etwas zu „exklusiv“ wirkt

Wie werten wir?

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