PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Pokémon Ultrasonne & Ultramond

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Game Freak

Genre:
Rollenspiel

Release:
17.11.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:


Pokémon Ultrasonne & Ultramond

Review: Pokémon Ultrasonne & Ultramond

Tjark Michael Wewetzer, 16.12.2017

3361°

2

Test mögen: Weitersagen:

Wenn der kalte oder manchmal auch bloß fürchterlich feuchte Winter hereinbricht, dann wünscht man sich doch nichts sehnlicher als einen ausgelassenen Urlaub in sonnigen Regionen. Wie wäre es zum Beispiel wieder mit Alola? Dort ließ es sich im letzten Jahr eigentlich gut aushalten. Doch genau derselbe Trip erneut wäre ja auch öde… Von daher kommt es gerade recht, dass mit Pokémon Ultrasonne und Ultramond gleich ein neues Rahmenprogramm für unseren Urlaub geschmiedet wurde! Also nichts wie rein in den Flieger und ab an den malerischen Strand der tropischen Inselkette!

Wiedersehen macht Freude
Wobei: So ganz rundumerneuert wurde das Szenario nicht. Wieder einmal beginnt unsere Reise damit, dass wir aus Kanto zur Insel Mele-Mele in der Alola-Region ziehen und uns dort flugs mit dem örtlichen Pokémon-Professor Kukui anfreunden. Besser noch: Der zuvorkommende Forscher hilft uns direkt mit seinen drei mitgeführten Pokémon Robball, Flamiau und Bauz aus der Patsche und überlässt uns sogar eines davon als Partner. Wir nehmen das auch direkt als Anstoß für die unter heranwachsenden Alola-Jünglingen gern durchgeführte Inselwanderschaft: Eine Reise, die uns durch alle Gebiete der Inselkette führt und bei der wir zahlreiche Prüfungen zu meistern haben. Mit dabei sind übrigens auch zwei Begleiter: Der aufgewechte Tali, der mit seinem Pokémon-Team einfach nur möglichst viel Spaß haben möchte, und die eher schüchterne Lilly, welche sich sorgenvoll um ein mysteriöses Pokémon, das sie Wölkchen getauft hat, kümmert.

Alles wie in Sonne und Mond zuvor also? Nicht direkt. Der grobe Spielablauf und sogar diverse Handlungseckpunkte und Dialoge bleiben mit den Basisversionen identisch, doch der Teufel steckt im Detail. Oder sollten wir lieber von Necrozma reden? Zwei geheimnisvolle, als Ultraforscher betitelte Gestalten machen sich nämlich schon früh bemerkbar und kommen auf das unheimliche, finstere Pokémon zu sprechen – da versteht sich von selbst, dass es im späteren Spielverlauf entsprechend eine größere Rolle einnimmt. Wer allerdings eine vollkommen umgekrempelte Geschichte oder gar eine komplett neue Erzählung erwartet, wird bitterlich enttäuscht. Ultrasonne und Ultramond verstehen sich deutlich mehr als erweiterte, abgewandelte Neuauflagen des letztjährigen Editionspaares und nicht als komplett neue Spiele.

Der steinige Prüfungsweg
Was natürlich nicht unbedingt schlecht sein muss, schließlich waren >Sonne und Mond keineswegs übel. Stetig schubst uns das Spiel voran und regt zum Erkunden der idyllischen Insel-Regionen an, während wir uns auf die Suche nach der nächsten Inselprüfung machen oder in hohen Gräsern nach wildlebenden Pokémon für unser Team suchen. An Artenvielfalt mangelt es nicht und in den Ultra-Editionen wurden die aufspürbaren Taschenmonster noch einmal ordentlich durchgemischt. So begrüßte uns etwa bereits auf Route 1 ein wildlebendes Zorua, das wir postwendend in unsere Truppe aufnahmen. Der generelle Kampf- und Fangablauf bleibt hierbei im Prinzip unangetastet: In der Regel wird in Eins-gegen-Eins-Duellen gekämpft, wobei Pokémon-Trainer ihre vorgeschickten Freunde natürlich auch auswechseln können – bis zu sechs Taschenmonster lassen sich hierfür mitführen. Jedes Pokémon kann über bis zu vier Attacken gleichzeitig verfügen, die dann rundenweise eingesetzt werden. Wildlebende Kreaturen lassen sich, wie zuvor angemerkt, einfangen und ins Team mit aufnehmen, sofern man sich vorher mit Pokébällen eingedeckt hat – die Erfolgschancen hierbei steigen, wenn euer Fangziel vorher geschwächt wird.

Alles also wie gehabt und einfach zu erlernen, doch das simple Spielprinzip verfügt durchaus über Tiefe. So will der Typ, also das Element, eurer Pokémon auf den Gegner abgestimmt sowie eine gute Balance aus Angriffs-Attack und Support-Moves gefunden werden und auch das ein oder andere Item – egal ob am Pokémon ausgerüstet oder aus eurem Beutel hervorgekramt – kann den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage bedeuten. Das kommt wohlgemerkt vielmehr im Multiplayer zum Tragen, doch der Schwierigkeitsgrad der Hauptgeschichte ist nicht völlig unterfordernd. Mit roher Gewalt allein kommt man nun mal schlecht weiter, wenn der Gegner gegen die eigenen Angriffe immun ist und durch Ausnutzung eurer Typen-Schwäche die KP des eigenen Pokémon dezimiert. Selbst die Aktivierung des EP-Teilers, der die Erfahrungspunkte-Ausschüttung auf all eure mitgeführten Pokémon ausweitet, macht die Inselwanderschaft noch lange nicht zum Spaziergang. Wer sich jedoch aufmerksam umschaut, findet in der Regel in der näheren Umgebung immer das passende Gegenmittel für die kniffligeren Herausforderungen. Da es in dieser Generation keine VMs gibt und entsprechende Reise-Manöver wie Surfer, Verschieber und Fliegen auf spezielle PokéMobil-Funktionen verlegt wurden, könnt ihr eure Truppe komplett nach eigenem Gutdünken zusammenstellen.

Sightseeing in Alola
Dass Pokémon Sonne und Mond das alte Arena-Prinzip mit der Sammelei von acht Arenaorden auf dem Weg zur Pokémon-Liga aufgerüttelt hat, sollte bekannt sein. Auch Ultrasonne und Ultramond nutzen die deutlich abwechslungsreicheren Inselprüfungen aus und halten dort sogar ein paar nette Überraschungen für Kenner der Originale bereit – ganz so wie an diversen Punkten des Abenteuers. Immer wieder stolpert man über neue Ereignisse und Geheimnisse, die die Rückkehr nach Alola zur reinsten Freude machen. Ebenfalls cool, wenn auch eher kosmetischer Natur: Wer fleißig die auf den Inseln verteilten Herrscher-Sticker sammelt, kann besondere Pokémon in Herrscher-Größe – also quasi die Boss-Monster aus den Prüfungen – zu seiner Sammlung hinzufügen. Für alteingesessene Serienfans hat sich Game Freak zudem ein Wiedersehen mit dem Team Rocket-Boss Giovanni einfallen lassen, der nun unter dem Rainbow Rocket-Banner eine ganze Bande teuflischer Gesellen versammelt. Ein schönes, wenn auch leider eher kompaktes, Bonus-Szenario!

Und da hören die Neuerungen im Prinzip noch nicht auf. Man kann sich nun als Wellenreiter versuchen und im Zuge eines Minispiels auf dem Rücken des Mantarochens Mantax surfen, es gibt reichlich kleine Nebenaufgaben, die mit netten Zusatzgeschichten aus der Inselkette aufwarten und sie so viel lebendiger erscheinen lassen… Man könnte sich stundenlang in den Details der Alola-Region verlieren, egal ob nun alt oder neu. Leider wird man bei all dieser Masse an Inhalten das Gefühl nicht los, dass sich die Reise mehr wie ein Themenpark-Trip anfühlt. Speziell in der ersten Spielhälfte werden am laufenden Band neue Features vorgestellt und dann prompt wieder fallengelassen – wohl schlichtweg deswegen, um dem Spieler auch die Präsenz aller Elemente näher zu bringen. Da wird schon mal ein Ausflug ins neue Foto-Studio zum Pflichtprogramm und an anderer Stelle wird der eigentlich auf mehrere Runden ausgelegte Battle Royale aus Demonstrationsgründen nur auf eine magere Runde limitiert. Erst später kommt das Spiel etwas zur Ruhe und lässt euch verschnaufen, bevor dann die Hauptgeschichte so richtig ins Rollen kommt.

Steuerung:
Frei nach dem Motto „Wo nichts kaputt ist, muss auch nichts repariert werden“ präsentiert sich das Kontrollschema von Ultrasonne und Ultramond praktisch so, wie man es von der letztjährigen Pokémon-Ausgabe kennt. Mit dem Circle Pad bewegt ihr euch komplett analog und ohne Rollerskates durch die Spielwelt, aufgeräumte Menüs sorgen dafür, dass ihr mit wenigen Handgriffen alles Wichtige findet – egal ob es sich dabei um hilfreiche Items, den PokéMobil-Funk oder eine kuschelige Knuddelpause mit eurem Pokémon-Team handelt. Neue Kurztasten sorgen sogar für noch mehr Komfort: So lässt sich nun mit der Y-Taste im Menü direkt speichern, ohne großartig einen entsprechenden Menüpunkt ansteuern zu müssen. Einen unschönen Mangel gibt es allerdings: In einer sehr speziellen und im Prinzip auch recht kurzen Szene müsst ihr auf die Bewegungssteuerung des 3DS zurückgreifen - und das funktioniert in der Praxis leider mehr schlecht als recht.

Grafik:
Alola erstrahlt wieder einmal im vollen 3D, wenn auch systembedingt mit etwas verpixelten Texturen. Speziell die Gesichter der Trainer und das ewig starre Lächeln eures eigenen Charakters fallen in dieser Hinsicht negativ auf, doch das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Jedes Gebiet der Inselkette bietet vielfältiges Terrain und interessante Umgebungen, die zum Entdecken einladen. Ob nun die asiatisch angehauchte Hauptstadt von Ula-Ula, das Ulraubsresort von Akala oder das Blumenmeer von Mele-Mele – es gibt immer etwas zu sehen! Und auch die Pokémon selbst erstrahlen im vollem, dreidimensionalem Glanz. Dies allerdings in Doppelkämpfen mit bis zu vier Kämpfern auf dem Bildschirm gerne mal zu Lasten der Bildrate, was unschön wirkt, schlussendlich aber kein Beinbruch ist. Die Gefechte laufen schließlich rundenbasiert ab!

Sound:
Ebenfalls eine Disziplin, in der Game Freak mehr als genug Erfahrung vorzuweisen hat. Ultrasonne und Ultramond bieten sogar einen leicht angepassten Soundtrack mit abgewandelten Melodien, die ohne jeden Zweifel gut klingen. Wir bevorzugen aber ehrlich gesagt die aus den vorherigen Editionen bekannten Stücke. Nichtsdestortrotz wird viel Abwechslung für die Ohren geboten, sei es nun beim punkigen Theme der Radaubrüder von Team Skull, die fröhlichen Reisemelodien auf den Routen Alolas oder die respekteinflößenden wie anfeuernden Melodien, die beim Duell mit den Inselkönigen zu hören sind. Großer Respekt an die Musikabteilung!

Fazit:
Wie bereits im Test angemerkt, darf man an Pokémon Ultramond und Ultrasonne definitiv nicht mit der Erwartung eines komplett neuen Spiels herangehen. Im Prinzip versteht sich das Duo als verbesserte Neuauflage mit neu gemischten Pokémon, weiteren schnappbaren Taschenmonstern und einer abgewandelten Handlung, deren Anpassungen sich eigentlich erst in der zweiten Hälfte richtig bemerkbar machen. Doch das ändert nichts daran, dass Game Freak mit der siebten Generation ein Geniestreich sondergleichen gelungen ist. Zwar mögen die Alola-Inseln aufgrund des Darstellungsstils ungewöhnlich kompakt wirken, doch an Wundern und verborgenen Ecken lassen die Gebiete keinesfalls vermissen. Dank der PokéMobil-Pokémon kann man sein Team komplett frei und ohne Verschwendung wertvoller Move-Slots konfigurieren und die Inselprüfungen stellen eine willkommene Abwechslung zum alten Arena-Trott dar, auch wenn sie schlussendlich mehr oder minder den selben Zweck erfüllen. Und auch wenn sich vieles aus den orginalen Sonne- und Mond-Editionen wiederholt, so bietet das neue Duo doch genug zusätzlichen Stoff, um auch Veteranen bei der Stange zu halten – speziell das Bonus-Szenario um Rainbow Rocket sei hier hervorgehoben. Kurzum: Egal ob dies euer erster Ausflug nach Alola ist oder ihr ihn zum wiederholten Male antretet, dieser Abenteuerurlaub lohnt sich auf jeden Fall!

Unterwegs mit seinem Robball: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Zwar „nur“ eine Neuauflage der letztjährigen Abenteuer, doch eine mit zahlreichen spannenden Ergänzungen!

Wertung

STORY:

8.0

SPIELWELT:

10

UMFANG:

10
10
von 10

Lockere Insel-Atmosphäre

Cooles Zusatz-Szenario

Eingängiges Spielprinzip

Vielfältiges Pokémon-Kontingent

Keine VM-Attacken!

Reichlich Liebe zum Detail

Angenehmer Schwierigkeitsgrad

Interessante Umgebungen

Klasse Soundtrack

Wiederholt viel aus Sonne/Mond

Erste Hälfte wirkt etwas gehetzt

Story zündet nicht immer

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

2 Kommentare