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Spielname:
Demon's Crest

Typ:
Virtual Console Spiel

Original-System:
SNES

eShop Preis:
7,99 €

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
15.12.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Kurztest: Demon's Crest

Sebastian Mauch, 11.01.2017

1614°

1

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Damals kämpfte die Welt der Videospiele noch mit heftigen Limitationen. Zu Zeiten des Nintendo Entertainment Systems (NES) und des Nachfolgers SNES hatte man schlichtweg extrem wenig Rechnenpower und sehr begrenzte Speicherressourcen. Darum mussten Entwickler damals die Spieler auf andere Art und Weise an ihr Spiel fesseln. Oft gelang das vor allem über den Schwierigkeitsgrad – so auch beim SNES-Titel Demon’s Crest. Warum das so ist, erfahrt ihr im folgenden Test.

Es beginnt alles sehr einfach…
Zu Beginn wirkt das Geschehen noch recht harmlos. Wir starten direkt als Gargoyle - auch bekannt als Wasserspeier - in das erste Level, ohne jegliche Kenntnisse über die Hintergrundgeschichte oder das Steuerungsschema. Auch diese beiden Punkte waren in damaligen Verhältnissen nahezu beispielhaft. So musste man seiner Fantasie freien Lauf lassen und das Spiel mehr oder minder durch das Lesen der Anleitung oder stumpfes Ausprobieren erlernen. Allzu viele Fähigkeiten besitzt unser Gargoyle zu Beginn aber ohnehin nicht. Mit der Y-Taste schießen wir kleine, recht schwache Feuerprojektile ab, mit B springen wir und mit der A-Taste vollführen wir eine Art Kopfnuss. Mit Letzterer lassen sich übrigens Objekte wie Statuen, die sich hinter unserer Spielfigur befinden, zerstören. Diese lassen dann gelegentlich kleine Power-Ups oder Geld fallen. Halten wir die Sprungtaste gedrückt, schwebt der kleine Unhold außerdem unbegrenzt in der Luft.

Dieses Move-Set klingt zugegebenermaßen nicht sonderlich spannend. Jedoch ist das nur eine Form von vielen. Recht früh im Spiel schaltet man nämlich schon nach einem Bossgegner den „Ground Gargoyle“ frei. Dieser ist wesentlich stärker, kann per Rammbock-Attacke so gut wie alles an Hindernissen zerstören, büßt dafür aber die Flugfähigkeit ein. Diese Form bietet sich vor allem an, um Gegner schnell zu plätten und so wertvolle Lebenspunkte zu sparen. Sollte man doch mal zu wenig Leben übrig haben, hält man besser nach Items Ausschau, um die Lebensleiste permanent zu erhöhen - ähnlich dem Herzcontainer der Zelda-Reihe. Zwar kann man zwischen den verschiedenen Formen des Monsters hin- und herschalten wie man möchte, dies geschieht jedoch jedes Mal relativ unbequem über den Weg ins Menü.

…artet jedoch ziemlich schnell aus.
Bevor wir uns den Schattenseiten dieses Spiels widmen, möchten wir aber erst einmal einen Blick auf das Gute werfen. Ein großer Pluspunkt ist die Szenerie. Die düsteren Level mit bewegten Hintergründen und allerlei schaurigen Widersachern fügt sich perfekt ins Gesamtbild ein und vermittelt einen Charme wie wir ihn zum Beispiel an der Castlevania-Serie schätzen. Auch der Soundtrack ist durchweg stimmig, wenn auch nach dem 50. Mal bei einem Bossgegner etwas nervig. Ebenfalls recht gelungen finden wir die Oberwelt. Diese ist zwar nicht sonderlich groß, dafür aber umso übersichtlicher. Man fliegt über eine Landschaft hinweg und kann an bestimmten Ortschaften per Sturzflug landen. Weiß man doch mal nicht wohin, bekommt man per Druck auf die Start-Taste eine kleine 2D-Übersicht der Oberwelt. Ein Richtungsweiser zeigt in dieser Übersicht sogar wohin wir gerade schauen, somit kann man sich entspannt ausrichten und muss dann quasi in der Oberwelt nur noch geradeaus fliegen, bis man sein Ziel erreicht hat. Die Hauptlevel sind außerdem vorbildlich durchnummeriert, einen roten Faden gibt damit also auch.

Nun zum Schlechten, wovon es aus heutiger Sicht leider zu viel in Demon’s Crest gibt. Nach dem recht entspannten Einstieg wird es sehr schnell ziemlich schwierig. Selbst wenn man sich an die Nummerierung der Level hält, zieht der Schwierigkeitsgrad dann doch recht kräftig an. Zu sehr, wie wir letztlich finden. Schon beim dritten Boss stießen wir schnell an unsere Grenzen. Was damals noch Standard war, wirkt aus heutiger Sicht leider einfach nur unfair schwer. Ohne Zusatzmaßnahmen ist der dritte Boss unserer Ansicht nach nur mit einer dezenten Portion Glück und dem Lernen der Angriffsmuster des fiesen Flammenmonsters zu bewältigen.

Letztlich waren wir gezwungen, unsere nebenbei ergatterten Münzen in diversen Shops auf der Oberwelt gegen verschiedene Zaubersprüche einzutauschen und ein Extraleben zu kaufen. Besonders hilfreich ist der Zauberspruch „Imp“, der einen kleinen schwebenden Imp als Helfer herbeiruft der automatisch angreift. Dumm nur, dass dieser Imp nur für ein Gebiet gilt, nicht mal für ein ganzes Level. Lädt man also einen neuen Abschnitt, war es das mit dem Helfer. Dann heißt es, erneut alte Level - diesmal ohne Bosskampf - zu durchschreiten und neue Münzen anzuhäufen. Dass man sich da als verwöhnter Gamer aus dem Jahre 2017 etwas veräppelt vorkommt, muss wohl nicht weiter hervorgehoben werden. Auch eher suboptimal ist die Gestaltung der Levelstruktur. Zwar sieht die Szenerie stets authentisch aus, jedoch wird man oft innerhalb eines Levels gezwungen, die Vorteile der diversen Gargoyle-Formen zu nutzen um alles Relevante mitnehmen zu können. Somit verbringt man letztlich jede Menge Zeit damit im Menü zwischen bestimmten Formen zu wechseln. Spaß geht leider heutzutage anders.

Fazit:
Trotz dieser Negativpunkte verteufeln wir Demon’s Crest nicht per se. Es ist nun mal unabstreitbar ein Klassiker aus alten Zeiten. Aus damaliger Sicht könnten wir uns gut vorstellen den Titel als „Kracher“ oder zumindest als „Nicht übel“ einzustufen. Doch für heutige Verhältnisse wirkt der Schwierigkeitsgrad einfach sehr erzwungen und künstlich, wenngleich der Charme des dämonischen Abenteuers zu jeder Minute zu überzeugen weiß. Nostalgikern, die sich gern mal wieder einer Reise in die Vergangenheit und einer außerordentlich Herausforderung aussetzen möchten, können wir Demon’s Crest ruhigen Gewissens ans Herz legen. Ungeduldigen Gemütern oder „Spaßspielern“ raten wir von einem Kauf jedoch ab. Möglicherweise fehlte mir am Ende aber auch einfach nur der nötige Skill, wer weiß das schon?

Geschöpf der Nacht: Sebastian Mauch [Paneka] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
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-
Ein Klassiker mit Vorzügen und gehobenem Schwierigkeitskeitsgrad. Nur etwas für Nostalgiker!

Wertung

Stimmige Spielwelt

Allerlei Gargoyle-Upgrades

Gelegentliche Bildrateneinbrüche

Teils bockschwer

Viel Menü-Klickerei

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1 Kommentar