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Spielname:
Steel Diver

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Simulation

Release:
06.05.2011 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Review: Steel Diver

Jakob Nützler, 11.05.2011

6493°

8

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Endlich ein frischer 3DS-Titel! Clever platziert im europäischen Release-Kalender erscheint „Steel Diver“ als First Party-Produkt im verfrühten Sommerloch. Dabei ist die Unterwasser-Simulation gar nicht so neu, setzt man die rosarote Taucherbrille einmal ab. Vor geschlagenen sechs Jahren, auf der E3 2004, präsentierte Nintendo eine „Submarine“-Techdemo für DS - der Prototyp für den heutigen Tauchspaß. Laut Miyamoto haben Nintendos Leute sechs Jahren an „Steel Diver“ getüftelt. Hat diese Wartezeit geholfen? Wir sind für euch abgetaucht und haben unter dem Meeresspiegel nach einer Antwort gefischt.

Seichte Unterhaltung in tiefen Gewässern
Strategie, Action, Geschicklichkeit? Die schwierig einzuordnende Tauchsim teilt sich in drei eigenständige Modi auf: Die „Seeschlacht“ ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, der „Periskop“-Modus verwendet die Bewegungssteuerung des 3DS und in den „Missionen“ schließlich werdet ihr die meiste Zeit verbringen. Entweder man versucht in den acht Zeitmissionen, sein U-Boot möglichst rasch durch verwinkelte Strecken zu manövrieren, oder begibt sich in die 'Story' - wobei man die „Spezialmissionen“ kaum so bezeichnen kann; eine ausgefeilte Präsentation weist „Steel Diver“ nämlich nicht auf.

Da ist von einem „Schurkenstaat“ die Rede, der im Jahre „19XX“ nach der Weltherrschaft strebt - also bitte! Das Spiel ist doch eh ab 12 freigegeben - die Kids kapieren den Unterschied zwischen U-Boot-Software und historischer Realität! Russland, Deutschland, Irak - irgendein Bösewicht hätte sich in diesem fiktiven Szenario sicherlich gefunden. Hätten sich die fantasielosen Entwickler bloß mal mit Tom Clancy an einen Tisch gesetzt... Drei Kommandanten (z.B. Ben Triton) sind zwar ein netter Ansatz, haben allerdings keinerlei Einfluss auf das Spielgeschehen. Um das vorwegzunehmen: „Steel Diver“ fehlt es an logischen Verknüpfungen der Missionen, an Zwischensequenzen, an Liebe zum Detail.

Abtauchen und aufatmen
Dafür konzentrierte man sich auf das spaßige Gameplay. Über das Touchpad wählt ihr eines der drei unterschiedlich großen und wendigen U-Boote aus, die sich über Geschwindigkeits- und Tauchregler kontrollieren lassen und durchquert die fünf (mit Zusatz-Missionen sieben) Unterwasser-Level innerhalb eines Zeitlimits. Abseits der geringen Missionsauswahl gibt es hier durchaus hübsche, abwechslungsreiche Szenarien: eine Urwaldregion, Unterwasser-Vulkane oder -Festungen.

Manchmal müsst ihr mit Torpedos einen hartnäckigen Endboss bezwingen, zwischendurch behindern euch aber ebenfalls feindliche U-Boote und Schlachtschiffe, Seeminen und sogar der eine oder andere Meeresbewohner - eine Kollision kostet Energie. Taucht ihr auf, regeneriert sich das U-Boot allmählich wieder, doch die Uhr und teilweise feindliche Luftangriffe sitzen euch im Nacken... Die richtige Balance zwischen Schnelligkeit und Tauchtiefe zu halten, parallel feindliche Torpedos mit einer Maskierungsfunktion abzulenken und sich selbst in Angriffsposition zu bringen, erfordert eure ganze Konzentration - und macht Spaß, nachdem man sich einen Überblick über das Unterwasser-Chaos verschafft hat. Jede Mission lässt sich mit allen drei U-Booten bestreiten, ihr könnt euch z.B. mit der Entwickler-Bestzeit messen und sammelt in den Bonus-Missionen sogenannte Embleme - mehr dazu im „Features“-Abschnitt.

Dreihundertsechzig
Die gerade erwähnten Bonus-Missionen sind ein motivierender Motor und locken schnell in den Periskop-Modus, funktionieren sie doch nach dem gleichen, erfrischenden Prinzip: Hier haltet ihr den 3DS in den Händen, dreht euch in vollen 360° und blickt euch damit aus der Ego-Perspektive nach gegnerischen Schiffen um. Der Auftritt der Bewegungssensorik! Meistens gibt es ein Schlachtschiff, das euer U-Boot im Visier hat und dessen Schüssen ihr durch kurze Tauchgänge ausweichen könnt. Mittels A-Knopf feuert ihr Torpedos ab - leider ist das innovative Periskop-Spielchen kinderleicht und nach wenigen Minuten vorbei, alles läuft sofort auf Highscore-Hascherei hinaus. Eine spielerisch identische Variante bei Sturm und eine U-Boot-Schlacht, bei der immerhin das Sonar als Ortungssystem für kleine Nuancen sorgt, ändern nichts am verschenkten Potential. Schade!

Wer es weniger stressig mag, kann in der „Seeschlacht“ auf einem Brettspiel viel Zeit verplempern. Der rundenbasierte Modus versucht ein besseres „Schiffe versenken“ zu sein... Problematisch: Pro Spielzug könnt ihr nur eine Einheit auf dem hexagonalen Feld verrücken, die Schiffe gleichen sich optisch und die Kampf- bzw. Bewegungssequenzen können nicht abgebrochen werden, machen also aus dem Strategie- ein Geduldsspiel. Nichtsdestotrotz könnt ihr hier noch einige Spielfelder freischalten oder gegen einen Kumpel antreten - ob das allerdings die Behäbigkeit dieses Spielmodus übertüncht, bleibt fraglich.

Steuerung:
Die DS-Techdemo damals bringt dem Endprodukt heute viele Pluspunkte ein: Die Menü-Navigation oder die komplexe Steuerungskonsole, mit der man sein U-Boot manövriert, funktionieren gut und lassen den Touchscreen aufleben. Hätte man das Unterwasserschiff lediglich über das Steuerkreuz gelenkt, entstünde nicht so ein authentisches Kontrollgefühl, das aber auch viel Übung und Konzentration verlangt - ihr könnt neben der Tauch- und Geschwindigkeitskraft z.B. auch die Neigung der größeren U-Boote verstellen und müsst Lecke schließen, indem ihr den Stylus darauf haltet. Besonderes Lob ist erneut den kreativ verwendeten Bewegungssensoren einzuräumen, wenngleich dieser Ansatz kaum ausgebaut wurde.

Grafik:
Dem Steuerungskonzept mochte der Ursprung zu DS-Zeiten geholfen haben, grafisch allerdings macht sich Ernüchterung breit - wir leben jetzt doch in einer neuen Handheld-Generation! Während schicke Himmel- und Wassereffekte in einigen Levels noch positiv auffallen, sehen die Schiffchen im Strategiespiel oder dem Periskop-Modus unbeholfen aus und wirken einigermaßen verpixelt. Auch die 2D-Umgebungen können nichts reißen - der 3D-Effekt kommt hier kaum zur Geltung. Böse: Spätestens bei manchen Endgegnern treten nervtötende Slowdowns ein, die erheblich den Frustfaktor erhöhen. Mayday!

Sound:
Sämtliche Tauchtouren werden begleitet von atmosphärischen Melodien, die an „Advance Wars“ erinnern und ganz gut passen - gerade bei den Endgegnern trägt die treibende Musik zur spielerischen Ekstase bei. Weniger Mühe hat man sich bei den Sprachsamples gegeben, die z.B. beim Tauch-Kommando zu hören sind. Nicht nur, dass sie sich selbst bei unterschiedlichen Kommandanten gleich anhören - die Wortfetzen nerven schnell und lassen Erinnerungen an manche Handy-Spiele aufkeimen.

Features:
„Steel Diver“ verliert sich in drei unterschiedlichen Spielvarianten, ohne eine davon fehlerfrei auszubügeln - so säuft z.B. das intelligente Feature der 'Embleme' (Upgrades für eure U-Boote) dank fehlender Einsatzzeit schnell ab. Ihr erobert die Sticker (z.B. Wappen, Seepferdchen oder Galeone), wenn ihr in den Bonus-Missionen feindliche Schiffe versenkt - jedoch wird eine gewisse Anzahl desselben Emblems benötigt, um die Power-ups wie zusätzliche Sekunden, schnellere Auftauchgeschwindigkeit oder stärkere Torpedos überhaupt zu aktivieren. Bei einer Masse von ca. 30 Emblemen und nur 5 regulären Missionen gerät dieses Konzept schnell ins Schwimmen: Wer sich immer wieder durch die gleichen Level quält und Embleme in den nur sekundenlangen Bonus-Missionen erkämpft, kann die Spezialfähigkeiten trotzdem erst sehr spät nutzen. Und selbst DANN lässt sich immer nur ein Emblem einsetzen. Zudem wirken manche Embleme beinahe überflüssig und anderen völlig unterlegen.

Verschenktes Potential wäre auch im fehlender Multiplayer zu finden - okay, immerhin könnt ihr die rundenbasierte Seeschlacht mit einem einzigen Modul gegen einen Freund zocken, aber gerade die Spielmechanik aus den Missionen oder dem Periskop-Modus, wobei also mehrere Teilnehmer der kniffligen Spielphysik ausgesetzt wären, hätte sich hierfür angeboten.

Fazit:
Leider gibt sich „Steel Diver“ alle Mühe, unscheinbar und ungespielt im 3DS-Lineup unterzugehen. Dabei birgt das ehemalige DS-Konzept einiges an Potential: Die Touchscreen-Steuerung ist komplex und knifflig genug, um für ein längeres Unterwasser-Abenteuer herzuhalten, der Periskop-Modus verwendet die Neigungssensoren des 3DS auf intelligente Weise und auch das Feature der U-Boot-Upgrades bildet eigentlich eine gute Grundlage für eine spannende, authentische Simulation. Nintendos Entwickler müssten sich aber selbst nach angeblich sechs Jahren Produktionszeit eingestehen, dass auf vielen Baustellen noch geschuftet werden müsste: Die Grafik schwächelt nicht erst bei deutlichen Slowdowns, die Präsentation kratzt höchstens an der Oberfläche und der Umfang repräsentiert eher ein zu groß geratenes Download-Spiel. Zwar bringen also die Mechanik und der angenehme Schwierigkeitsgrad etwas feuchtfröhlichen Spielspaß, doch auf längere Zeit werden nur Highscore-Jäger dieser Tauchtour die Treue halten.

Plädiert für S- und U-Boot-Linien im Öffentlichen Verkehr: Jakob Nützler [Miroque] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Theoretisch gute Konzeptideen, aber durchwachsen umgesetzt.

Wertung

SPIELTIEFE:

4.0

AUTHENTIZITÄT:

7.0

MISSIONEN:

4.0
5
von 10

Fordernder Touchscreen-Einsatz

Stimmiger Soundtrack

Innovativer Gebrauch der Gyro-Sensoren

Billige Präsentation: Was ist bitte ein „Schurkenstaat“!?

Sehr überschaubarer Umfang

Emblem-Feature nicht zu Ende gedacht

Periskop-Modus schnell erschöpft

Kein echter Multiplayer

Wie werten wir?

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8 Kommentare