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Spielname:
Ambition of the Slimes

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
5,00 €

Publisher:
Circle Entertainment

Developer:
altairworks

Genre:
Strategie

Release:
11.08.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Ambition of the Slimes

Kurztest: Ambition of the Slimes

Tjark Michael Wewetzer, 24.08.2016

1293°

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Rollenspielfans kennen das: Auf dem Weg zum großen Obermotz und der Lösung aller weltenbedrohenden Probleme mäht man sich unweigerlich durch Horden von mal mehr, mal weniger garstigen Gestalten, nur um für die finale Schlacht auch ausreichend gestärkt zu sein. Am unteren Ende dieser Kanonenfutternahrungskette befinden sich in der Regel die wobbeligen Schleime, die gerade in Dragon Quest Kultstatus erlangt haben. Doch was, wenn die kleinen Gesellen eines Tages genug davon haben, ständig zu Matsch gemacht zu werden? Dann wird zurückgeschlagen, und zwar mit Schmackes! Oder eher mit Strategie, denn in Ambition of the Slimes ist allem voran taktisches Feingefühl gefragt.

Die glibbrige Gefahr
Auf eurem Rachefeldzug verschlägt es euch nämlich auf diverse Schlachtfelder, die nach klassischem Rundenstrategiemuster bewältigt werden müssen. Ziel eines jeden Gefechts ist es, sämtliche Gegner unschädlich zu machen. Das kann durch den einfachen Zweikampf geschehen, nur sind Schleime leider etwas schwach auf der wabbeligen Brust. Allerdings verfügen sie über einen coolen, wenngleich auch ziemlich gruseligen Trick: Sie können in die Körper von Menschen schlüpfen und diese so kontrollieren. Ihr braucht einen Mann fürs Grobe? Bringt einen Schwertkämpfer in eure Gewalt. Die Magierin geht euch auf den Keks? Übernehmt die Kontrolle über sie und grillt ihre ehemaligen Kameraden. Aber Achtung: Einheiten mit mundverhüllenden Kleidungsstücken oder starkem Willen lassen sich deutlich schwerer übernehmen und müssen zuvor mit den Spezialfähigkeiten eurer Schleime weichgeklopft werden – etwa indem ihr mit der Lähmungsfähigkeit des einfachen, blauen Schleims einen gepanzerten Ritter festsetzt.

Da ihr die übernommenen Menschenkörper nicht in Folgeschlachten mitnehmt, startet ihr praktisch jedes Gefecht mit einem deutlichen Nachteil. Es gilt also, sich vorsichtig heranzutasten und teilweise gewinnt Ambition of the Slimes dadurch beinahe Knobelspiel-Charakter. Leider wird die Taktiererei nicht selten frustig, da euch das Spiel nie mit klaren Daten versorgt. Allein bei der Schlachtvorbereitung, bei der ihr aus eurer durch Levelabschlüsse versammelten Schleimarmee einen Trupp zusammenstellt, müsst ihr sehr viel Rätselraten betreiben, da euch abgesehen von kleinen Einheitenicons vorab keine Informationen über eure Gegner gegeben werden. Das kann man gegebenenfalls noch ignorieren, man verspielt sich so aber eventuelle Elementvorteile, die nach einem einfachen Stein-Schere-Papier-Prinzip bestimmt werden. Weitaus störender ist, dass ihr nur sehr grob schätzen könnt, wie eine Kampfaktion verläuft – etwaige Vorhersagen bezüglich des verursachten Schadens gibt es keine. Wollt ihr wissen, ob ihr mit eurem Höhenbonus und dem Elementarvorteil einen Gegner ausschalten könnt? Dann müsst ihr es auf gut Glück versuchen. Ebenfalls nervt, dass übernommene Einheiten erst im nächsten Zug agieren können. Da ihr eure Streitmächte primär aus feindlichen Reihen pflückt, dürfen sich die Neuzugänge dementsprechend gleich auf eine mächtige Schelte einstellen. Das sorgt bereits auf normaler Stufe für einige frustrierende Schlachten. Immerhin bietet das Spiel verschiedene Härtegrade, die sich neben der Anzahl und Stärke der platzierten Gegner auch im KI-Verhalten unterscheiden – löblich!

Leider ändert das nichts daran, dass Ambition of the Slimes insgesamt halbgar erscheint. Das wirkt sich auch auf die Präsentation aus. Klar wirkt der Pixellook der dreidimensionalen Umgebung stimmig und verleiht dem Spiel einen gewissen Retro-Charme, aber auf der anderen Seite ist der Stil auch nichts Besonderes mehr. Die an sich netten Chiptune-Kompositionen sind uns hingegen in Windeseile auf den Keks gegangen und sorgten mit ihren nervigen Melodien dafür, dass wir die Lautstärke unseres 3DS gnadenlos heruntergedreht haben. Die englische Übersetzung der wenigen Dialoge – deutsche Texte gibt es nicht – lässt ebenfalls zu wünschen übrig und liest sich teilweise ziemlich holprig.

Fazit:
Zugegeben, Ambition of the Slimes hat ein cooles Konzept. Man spielt die Underdogs des JRPG-Genres und zieht los, um die ganze Welt zu unterjochen, indem man gezielt in die Körper von Menschen schlüpft und sie so gegen ihre eigenen Kameraden einsetzt – so ein Szenario sieht man nicht alle Tage! Auch wirkt das Kampfsystem auf den ersten Blick robust und durchdacht. Leider offenbaren sich nach etwas Spielzeit bereits einige Schwächen: Die Einsatzverzögerung übernommener Einheiten erschwert den Erfolg in der Schlacht, da ihr praktisch jedes Gefecht aus einer eindeutig benachteiligten Position heraus beginnt. Dank mangelhafter Informationen lässt sich zudem schlecht abschätzen, wie ein Schlagabtausch ausgehen wird, was nicht selten in einer verlorenen Einheit endet. Was im Prinzip ein nettes Taktikspiel mit Knobelanleihen hätte werden können, verkommt so leider zu einem ziemlich frustrierenden Feldzug, den wir höchstens beinharten Fans des Rundenstrategiegenres empfehlen können.

Weich und wabbelig: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
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-
Tolle Idee, frustige Ausführung: Nur etwas für Hardcore-Taktiker mit dickem Fell!

Wertung

Fordernde Gefechte…

Klasse Grundidee

…aus nicht immer fairen Gründen

Viel planlose Rumprobiererei nötig

Nerviges Chiptune-Gedudel

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