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Spielname:
Heroes of Ruin

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Square Enix

Developer:
n-Space

Genre:
Rollenspiel

Release:
15.06.2012 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Heroes of Ruin

Marcel Eifert, 29.06.2012

10k°

22

Test mögen: Weitersagen:

Oft verschoben, nun endlich im Handel: Heroes of Ruin. Produziert von Square Enix und entwickelt von n-Space, wagte sich erstmals ein Hack and Slay im Stile von Diablo auf eine portable Nintendo-Konsole. Sehr vorbildlich präsentierte sich dafür 2001 Baldurs Gate: Dark Alliance auf der Playstation 2 mit ähnlichem Gameplay. Nun versprach n-Space im Vorfeld bereits großes und machte 3DS-Besitzern den Mund wässrig... Mit einem ganz besonderen Fokus auf das Online-Erlebnis wollte man etwas bisher einzigartiges auf dem Handheld erschaffen. Die Demo wies noch einige Schönheitsfehler auf. Ob n-Space daraus gelernt hat, erfahrt ihr ausführlich im Test

Ataraxis: Kein Bier aus dem Land der Wikinger
Die zu 50% berechenbare und zu 50% haarsträubende Geschichte ist schnell erzählt. Ihr schlüpft in die Rolle eines Söldners, von denen gleich vier Stück zur Auswahl stehen. Nachdem ihr Schiffbruch erlitten habt, ist eure erste Aufgabe ein neues Transportmittel zu finden. Dieses soll euch anschließend nach Nexus bringen, eine Stadt der Magie, gegründet von dem mächtigen Sphinx-Ruinlord Ataraxis. Jedoch macht Ataraxis ein unfreiwilliges Nickerchen, irgendwer hat das große Kätzchen nämlich verflucht. Es liegt an euch, ihn aus seinem tiefen Schlaf zu wecken.

Die Söldner sind allesamt mit unterschiedlichen Fähigkeiten gesegnet. Der Verteidiger ist vergleichbar mit dem Paladin aus Diablo II, ein Allrounder in Sachen Kampf und Magie. Der Revolverheld ist ein defensiver Kämpfer, der mit seinen Waffen aber ordentlichen Schaden verteilt. Die Alchitektin ist das weibliche und wendigere Gegenstück zum Verteidiger, verfügt jedoch über offensivere Zauber. Zum Schluss hätten wir da noch den Barbaren. Diese hauen drauf auf alles, was ihnen vor die Faust kommt.

Euch stehen genau vier Slots zur Verfügung. Man darf die Story also mit jedem Charakter spielen, ohne sich um zu wenig Speicherstände sorgen zu müssen. Und das ist auch das mindeste, was n-Space tun konnte. Denn hat man die gerade mal 8-10 Stunden lange Kampagne beendet, sind weitere Möglichkeiten zur Unterhaltung ziemlich limitiert. Dazu aber später mehr.

Das Spielprinzip ist Hack-and-Slay-typisch. Wie es sich für einen guten Dungeon Crawler gehört, kloppt ihr euch durch Höhlen und exotische Dschungel. Eine frei begehbare Welt gibt es jedoch nicht. Demon's-Souls-Fans sollten nun hellhörig werden: Wie bei dem großen Playstation-3-RPG werden all eure Missionen von einer Stadt namens Nexus verwaltet. Je weiter ihr kommt, umso mehr Wege schalten sich in der Stadt frei, über die sich weitere Dungeons erreichen lassen. Insgesamt gibt es fünf Akte, die meistens in drei bis vier Gebiete unterteilt sind: Eine Höhle unter dem Meer, ein Dschungel, eine Eiswüste und das Nichts. Das Nichts ist eine von den Magiern erschaffene Welt, die unendlich groß zu sein scheint.

Die Welten sind alle ordentlich aufgebaut und versprühen ihren eigenen Charme. Nach dem typischen Schlauchlevel-Prinzip sind weiterhin die Dungeons aufgebaut, welche sich leider alle ziemlich gleich spielen. Kaum irgendein Dungeon ist kompliziert verschachtelt oder auch nur ansatzweise so groß, wie zum Beispiel ein vergleichbares Pendant aktuell bei Diablo III. Am Anfang sieht man darüber noch hinweg. Doch das Design wiederholt sich stetig, und am Ende sind die Dungeons sowohl vorhersehbar, als auch nervig, da sich immer wieder alles nach dem gleichen Prinzip abspielt. Für Auflockerung dieses unspektakulären Formats gibt es immer mal wieder Quests, die ein Rätsel bereithalten. Die Rätsel sind teilweise im Stile von The Legend of Zelda gehalten (wenn auch längst nicht so komplex). Bei einem Hack and Slay ist das eine willkommene Abwechslung - leider sind Rätselpausen aber nicht sonderlich häufig vertreten. Am Ende eines jeden Dungeons erwartet euch dann der obligatorische Boss. Diese Kämpfe sind ebenfalls ein wenig inszeniert wie in The Legend of Zelda. Bei einigen Gegnern muss der Schwachpunkt gesucht werden. Diesen hat man jedoch meistens recht schnell gefunden und somit steht dem oft einfachen Kampf nichts im Wege. Zumindest lässt das der recht einfache Schwierigkeitsgrad zu.

Fähigkeitus Nutzlosus?
In Diablo III vermisst man es, in Heroes of Ruin darf man wieder: Punkte verteilen. Ganz klassisch nach jedem Aufstieg eines neuen Levels. Pro Level bekommt ihr drei Punkte gut geschrieben die ihr, frei nach eurem Bedarf, auf die Attribute Macht, Vitalität und Seele verteilen könnt.

Anschließend könnt ihr noch einen Punkt für Fertigkeiten vergeben, allerdings völlig optional. Denn von euren drei Talentbäumen taugen nur die wenigsten Fertigkeiten etwas. Wirklich sinnvoll sind nur passive Fertigkeiten, die euren Charakter stärken. Jede Fertigkeit könnt ihr auch noch zusätzlich dreimal aufleveln, um sie noch weiter zu verstärken. Ihr könnt praktisch problemlos durch die Akte marschieren, ohne eine aktive Fertigkeit zu benutzen. Ein ganz schöner Dämpfer. Ab Level 30 ist dann übrigens auch das Maximallevel erreicht. Und bereits da habt ihr schon einen Speicherstand von über 90%.

Menüführung Anno 1998 und fehlende Herausforderungen
Eine recht harte Herausforderung stellt die Menüführung dar. Denn da hat man schon wieder bei Zelda geklaut, nämlich bei dem in die Jahre gekommenem Ocarina of Time für das Nintendo 64. Für jedes Item, welches ihr anlegen oder nur mal schnell nachschauen wollt, was ihr überhaupt eingesammelt habt, müsst ihr in ein Menü und somit das aktuelle Spielgeschehen verlassen. Und das kostet Zeit. Besonders im Online-Modus bremst es den Spielfluss gewaltig, wenn vier Spieler mit von der Partie sind und ständig jemand seine Rüstung wechseln muss. Warum entscheidet man sich zu so einem umständlichen System? Selbst bei Diablo I war der Itemwechsel im laufenden Spiel bereits Standard. Ähnlich umständlich ist es, wenn man seine Quests nachschauen oder Fertigkeitspunkte verteilen will. Anstatt alles praktisch in einem kleinen Fenster per Knopfdruck serviert zu bekommen, muss man wie bei Ocarina of Time aus dem Jahre 1998 immer wieder das Menü besuchen. Ohne die komplizierte Menüführung würde sich eure Spielzeit vermutlich noch einmal verringern.

Das nächste Ärgernis: die fehlende Herausforderung. Es gibt nur einen Schwierigkeitsgrad - und der ist über weite Strecken zu einfach. Auch nach dem Durchspielen ist keine größere Herausforderung verfügbar. Das Debakel wird dadurch noch perfekt gemacht, dass man nach dem Kampagnenabschluss außer dem Lösen liegengebliebener Quests und den Online-Herausforderungen nichts mehr zu tun hat. Nicht einmal Bosse können erneut bekämpft werden. Somit ist der Wiederspielwert mit dem gleichem Charakter ziemlich gering. Die größte Motivation dürfte da vermutlich sein, gleich einen neuen Charakter zu beginnen. Was bringen einem rund 100.000 Gegenstände, wenn man sie für nichts verwenden kann? Man kann ja nicht einmal mehr mit seinem Gold was anfangen. Davon könnt ihr übrigens auch nicht mehr als 99.999 Münzen tragen.

Steuerung:
Die Navigation wurde perfekt auf den Handheld zugeschnitten. So bewegt sich die Figur flott via Schiebepad und die automatische Kamera macht, bis auf wenige Ausnahmen, einen guten Job. Über den Touchscreen werdet ihr in die einzelnen, umständlichen Untermenüs geführt, und in der Mitte befindet sich eine Karte. Aus unerklärlichen Gründen bekommt ihr davon keine Komplettübersicht per Knopfdruck. Ansonsten weiß die Steuerung aber trotz einiger Mängel zu überzeugen. Es ist also eindeutig möglich, ein typisches PC-Spiel auch auf einem Handheld umzusetzen - wobei Maus und Tastatur natürlich das Maß der Dinge bleiben.

Grafik:
Die Optik schwankt zwischen Hui und Pfui. Teilweise gibt es echt schöne Areale, dann werden einem aber auch immer wieder matschige Texturen um die Ohren geworfen. Auch die Charaktere wirken alle sehr unscharf, die Rüstungen verwaschen. Der stereoskopische 3D-Effekt macht hingegen einen guten Eindruck, der stellenweise einen deutlicheren Überblick verschafft. Ein großes Problem aber ist die Framerate. Im 3D-Modus teilweise manchmal unspielbar, wird sie auch im 2D-Modus ab und an in die Knie gezwungen. Hinzu kommen auch noch unschöne Ruckler. Im Online-Modus mit mehreren Spielern gehen die Frames noch wesentlich mehr in die Brüche. Für einen Titel zum Vollpreis ist das mangelhaft, besonders wenn man sich optisch wesentlich schönere 3DS-Titel wie Resident Evil: Revelations oder Kid Icarus: Uprising anschaut. Nach über 11 Jahren macht Baldurs Gate: Dark Alliance hier immer noch einen besseren Eindruck.

Sound:
Heroes of Ruin ist komplett eingedeutscht. Vertont wurden allerdings nur die wenigsten Passagen. Die Synchronsprecher, größtenteils bekannt aus der TV-Serie Die Sopranos, machen einen soliden Job. Eine Qualität wie in der hochwertigen HBO-Serie legen sie hier aber nicht ab. Die sich ständig wiederholenden Einzeiler der Helden nerven eher nach einiger Zeit. Viele Stimmen sind dazu auch noch mehrfach besetzt worden. Die Musikstücke sind allesamt sehr stimmig und passen zu den jeweiligen Arealen. Die Menümusik hingegen wird man dafür spätestens nach zwei Stunden leid. Wenn es lauter wird, übersteuern die Effekte und alles fängt ein wenig an zu leiern oder zu knacken. Durch einen seltsamen Bug passierte es mir auch schon, dass der Sound beim Schwingen der Waffen und dem Treffen der Gegner komplett stumm war. Ein weiterer, äußerst unheimlicher Bug: An manchen Stellen, an denen man einen mächtigen Gegner oder Endboss erledigt hat, ist selbst nach gewonnenem Kampf immer noch das Geräusch des besiegten Gegners (z.B. das Knurren eines Wolfes) zu hören.

Multiplayer:
Der Mehrspielermodus sollte hier das eigentliche Prunkstück darstellen. Doch ganz so elegant hat man die Pläne nicht umsetzen können. Direkt nach Spielstart kann man seinen Charakter mit der Website heroesofruin.com verknüpfen. Dazu muss man hier lediglich mit seiner 3DS-Kamera einen QR-Code fotografieren. Euer Square-Enix-Konto sollte dafür aber bereits bestehen. Sobald ihr die Registrierung abgeschlossen habt, werden euch im Spiel 2000 Tapferkeitsreliquien gutgeschrieben. Noch scheint es nicht möglich zu sein, aber über die Website sollt ihr auch später Zugriff auf eure Statistiken haben. Tapferkeitsreliquien erhaltet ihr übrigens durch das Meistern von Online-Herausforderungen, welche in Tages- und Wochenherausforderungen unterteilt sind. Sehr simpel gestaltete Aufgaben, die man in den jeweiligen Gebieten lösen muss. Mit den Tapferkeitsreliquien könnt ihr euch auf dem Schwarzmarkt besondere Items zulegen, die nicht von Gegnern fallengelassen werden oder sich in Kisten befinden.

Startet ihr ein Spiel, so habt ihr immer die Möglichkeit, solo zu zocken, lokal oder online mit bis zu vier Freunden oder vier fremden Spielern aus ganz Europa. Untereinander in einer Gruppe kann man übrigens nicht verwertbare Items zum Verkauf bereitstellen. Sehr merkwürdig ist auch wieder, dass die Spielernamen der Mitstreiter nirgends auf dem Display angezeigt werden. Man kann weiterhin nicht ihren Status einsehen, was mal wieder das ganze System, welches n-Space sich ausgedacht hat, in Frage stellt. Irgendwo hätte man bestimmt noch kleine Avatare der Spieler unterbringen können.

Der Online-Modus läuft leider alles andere als rund. Lags halten sich in Grenzen, aber die erwähnten Probleme mit der Framerate sind nervig. Hinzu kommen eigenartige Fehler, die es zum Beispiel verhindern, im Spiel voranzukommen. Noch viel kurioser war der finale Kampf, als plötzlich der Balken des Bosses verschwand und er anschließend wie ein verrückter durch die Gegend tänzelte... Mit Heroes of Ruin hatte ich auch erstmals einen Crash, der mich nicht nur aus dem Spiel warf, sondern auch einen Neustart des Geräts erzwang. Eine Demonstration, wie ein Online-Multiplayer nicht funktionieren sollte. Die Grundidee ist super, und es macht auch wirklich Spaß mit einer Party von vier Leuten die Dungeons zu besuchen, allerdings versalzen die Bugs die Suppe jedoch. Per Mikrofon-Chat könnt ihr euch in einem 3DS-Spiel auch erstmals untereinander verständigen. Das eingebaute Mikrofon des 3DS macht es möglich. Eine Gelegenheit, die eingebaute Mikrofon-Funktion zu testen, bot sich aber leider nicht. Alle Spieler, mit denen ich während der Testphase zusammenspielte, entschieden sich gegen die Option die man völlig optional ein- und ausschalten kann.

Fazit:
Viel haben Square Enix und n-Space versprochen, kaum etwas konnten sie einhalten. Es war die Rede von stärkerer 3DS-Systempower für den Mutiplayer-Modus bis hin zu einem einzigartigen Online-Erlebnis, wie man es bisher noch nicht auf einem Handheld gesehen hat. Unterm Strich bleibt ohne die ganzen Bugs ein solider Dungeon Crawler übrig: unterhaltsam am Anfang, aber ohne Aspekte, die einzigartig in diesem Genre sind. Die spaßigen Rätsel etwa kommen leider viel zu kurz. Heroes of Ruin spielt somit weit unter seinen Möglichkeiten. Das könnte auch teilweise an der mangelhaften Erfahrung liegen, die n-Space hier an den Tag legen - schließlich sind sie eher bekannt für Auftragsarbeiten von Lizenzen. Was bleibt zu sagen? Ein Patch wäre wünschenswert. Vielleicht wird einer erscheinen, nachdem wir Europäer als Versuchskaninchen dienten und das Spiel am 17. Juli in den USA erscheint. Zumindest den Online-Modus sollte man bis dahin weiter optimieren. Betrachtet man das Ende der Kampagne, so ist eine Fortsetzung nicht auszuschließen. Man kann es n-Space nur wünschen, dass sie für einen solchen Nachfolger aus ihren Fehlern lernen und uns dann ein besseres Produkt vorstellen. Denn ein schlechtes Spiel ist Heroes of Ruin nicht. Alle Mankos hätten vermieden werden können, betrachtet man auch die lange Entwicklungszeit.

Ist von den Helden nicht verzaubert worden: Marcel Eifert [R.Godless] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Square Enix und Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Solider Dungeon Crawler, der sich trotz Potential selbst die Möglichkeiten zum Hit verbaut hat.

Wertung

STORY:

5.0

SPIELWELT:

6.0

MULTIPLAYER:

7.0
6
von 10

Einfaches Jagd- und Sammelprinzip

Kleine Rätseleinlagen

Rund 90.000 Gegenstände

Interaktive Nutzung zwischen Spiel und Website

Handelsnetzwerk im Multiplayer

Kurze Kampagne

Kaum Wiederspielwert

Technisch teilweise mangelhaft

Online-Modus mit Kinderkrankheiten

Völlig veraltete und umständliche Menüführung

Wie werten wir?

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