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Kolumne: Pokémon X/Y - Eine Analyse der positiven Punkte und Schattenseiten

Alexander Schneider & Tjark Michael Wewetzer, am 24.11.2013, Seite 2 von 2

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Das könnt ihr aber besser, Game Freak!

Man kennt ja das ewige Genöle der Veteranen: „Die neuen Pokémon sind total einfallslos!“ „Die Neuerungen sind doch eh nie der Rede wert!“ „Die erste Generation war sowieso die beste!“ Normalerweise zähle ich mich ja nicht zu den ewigen Meckerfritzen, die sich an den kleinsten Dingen stören und anhand derer das Spiel nach Strich und Faden niedermachen. Bei der nun eingeläuteten sechsten Pokémon-Generation wurde allerdings auch bei mir ein falscher Knopf gedrückt. Nach den ersten optimistischen Spielstunden fasste ich mir quasi im Minutentakt an den Kopf. Immer wieder kam die Frage hoch, was der Mist eigentlich soll. Und deswegen möchte ich hier im Kontrast zu den bereits erwähnten positiven Seiten von Pokémon X/Y hervorheben, was im nächsten Editionspaar – oder besser noch, gleich beim unausweichlichen Sonderspiel der sechsten Generation – dringendst bearbeitet werden sollte.

Dabei möchte ich betonen, dass es sich bei einigen Punkten im Grunde genommen (abzüglich des letzten) um pure Erbsenzählerei handelt und Game Freaks erstes, richtiges 3DS-Pokémon-Spiel noch immer klasse ist. Aber das sind Kleinigkeiten, die dennoch störend auffallen und das Endprodukt insgeheim ein wenig unfertig wirken lassen. Dabei hangeln wir uns von den kleinsten Mängeln bis hin zum größten Schnitzer durch. Also dann, schnallt euch an. Das wird wild!


3D: Wenig Tiefgang in der Optik

Pokémon ist groß. Ein regelrechter Systemseller. Die Marke ist so stark, dass sie auf dem 3DS den momentan besten Software-Verkaufsstart hinlegen konnte, den der Handheld bislang gesehen hat. Da könnte man meinen, dass auch die speziellen Eigenschaften des Geräts gut zur Geltung kämen – allem voran der 3D-Effekt. Tut er allerdings nicht. Absolut nicht. Stattdessen fehlt der Tiefeneffekt an vielen Stellen des Spiels. Lediglich in Höhlen, einigen besonderen Gebäuden und in Zwischensequenzen kommt er zuverlässig zum Einsatz. In den Kämpfen gibt es ihn nur, wenn auf beiden Seiten exakt je ein Pokémon steht – bei Doppel- oder gar Hordenkämpfen ist's Essig mit der Tiefe.


Das wäre ja an sich gar nicht tragisch. Immerhin ist dieser ganze 3D-Kram ja nicht viel mehr als ein simples Gimmick. Nur beschleicht mich an vielen Stellen das Gefühl, dass Game Freak durchaus mehr damit vorhatte und letztenendes an irgendwas gescheitert ist. Schauen wir uns zum Beispiel mal die Arena von Fluxia City an: Dabei handelt es sich um eine in drei Ebenen aufgeteilte Kugel, auf der der Spieler herumwandert. Gerade der Übergang zu dieser Arena - ihr betretet einen rechteckigen Raum, der danach aufgeklappt wird und den eigentlichen Schauplatz enthüllt - schreit geradezu danach, euch in 3D ins Gesicht zu springen. Tut er aber nicht. Stattdessen gibt es den Tiefeneffekt hauptsächlich dort, wo er eh niemanden beeindrucken kann. Und wo wir schon bei Arenen und 3D sind: Warum werden uns Kernfiguren wie Arenaleiter und die Top Vier im Kampf nur als 2D-Artworks präsentiert, während einfache Rüpel von Team Flare (zu dem Verein kommen wir später noch einmal) 3D-Modelle spendiert bekommen haben? Und warum finden die Kämpfe gegen normale Trainer in den Arenen eigentlich auf einem weißen Boden vor schwarzem Hintergrund statt?

Verzeihung, da bin ich wohl ein wenig vom Thema abgekommen. Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, warum es nicht zum starken 3D-Einsatz gekommen ist. Bei aktivem Tiefeneffekt in 1-gegen-1-Kämpfen knickt die Bildrate nämlich schon mal ein wenig ein. Vielleicht war das an anderen Stellen sogar noch wesentlich stärker ausgeprägt, was das Spiel schwer bis gar nicht spielbar machte. Was auch immer das Problem ist, es sollte behoben werden, damit uns Game Freak in Sachen Präsentation so richtig aus den Socken hauen kann.


Reiten: „Und Rihorn-Jockey ist wirklich ein Beruf?!“

Auch ein kleines Ärgernis, das eigentlich nicht viel am Spiel verdirbt, aber zumindest stark genug in die Promotion eingewoben wurde, um kurze Szenen im Opening-Filmchen der Editionen zu rechtfertigen: X und Y lassen euch erstmalig an Land auf Pokémon reiten. Was nach einer spannenden Alternative zu Bike und Rollerskates klingt, entpuppt sich im eigentlichen Spielablauf als kurzes, unterbenutztes Gimmick.


Schade ist dies primär um die Chevrumm-Ritte, die flott von der Hand gehen und auch Spaß machen. Leider dürft ihr nur sehr selten auf den Rücken dieses Pokémon steigen und dann auch nur ein stark eingeschränktes Gebiet erkunden. An anderen Stellen wartet etwa ein geparktes Rihorn oder ein Mamutel, diese Ausflüge gehören dank des lahmen Tempos aber eher zu den zähen Teilen des Spiels. Warum kann man nicht auf Pokémon aus dem eigenen Team reiten, die groß genug dafür sind? Immerhin ist der Transport mit den VMs Fliegen und Surfer ja auch möglich. Auf diese Weise könnte man auch viel mehr aus dem Reit-Feature herausholen. So wirkt es bislang mehr wie eine Idee, die man einfach mal so ohne weiter nachzudenken reingeschmissen hat.


Supertraining: „Aufsteh'n! Aufsteh'n! Rauf auf den Rasen!“

Wer sich zu den kompetitiven Pokémon-Zockern zählt, hat sicherlich schon etliche Stunden ins EV-Training gesteckt. Diese bislang versteckten Werte bestimmen, wie sich euer Pokémon weiterentwickelt. In der aktuellen Generation wollte Game Freak mit offeneren Karten spielen und Anfängern den Einstieg in die Welt des EV-Trainings erleichtern. Dies ist auch ohne Zweifel gelungen, aber das Ergebnis lässt dennoch zu wünschen übrig.

Statt wie gewohnt auf wilde Pokémon einzudreschen und so die Werte zu manipulieren, könnt ihr nun an sogenannten Supertrainings teilnehmen. Dahinter verbirgt sich ein kleines Minispiel, bei dem ein Pokémon-Ballon mit Fußbällen eingedeckt werden muss, bis er am Boden liegt. So löblich diese Idee ist, tauscht sie im Prinzip aber nur eine nervige Grind-Aufgabe gegen eine andere aus. Das Minigame wiederholt sich nämlich unweigerlich und wird auf Dauer in etwa so öde wie die Jagd nach passendem Kanonenfutter im hohen Gras. Darüber hinaus wird dem Spieler so zwar verklickert, dass es diese Werte gibt, aber mit Erklärungen geizt man nach wie vor. Für wirklich interessierte Online-Spieler gilt also nach wie vor: Foren und Guides wälzen, monotone Grinding-Sessions überleben und dann irgendwann vielleicht mal im kompetitiven Spiel bestehen.


Neue Kampfmodi: „Himmel, Arceus und Zwirn!“

Und wo ich gerade schön auf nett gemeinten, aber nicht ganz zu Ende gedachten Neuerungen herumhacke: Was sollte das eigentlich mit den zwei neuen, ach so revolutionären Kampfvarianten? Sowohl die Massenbegegnungen als auch die Himmelskämpfe wirken wie Randerscheinungen, die Game Freak der „Innovation“ halber eingebaut hat, dann aber zumindest im Falle Letzterer ziemlich gut verstecken wollte.

Die Gefechte zwischen fliegenden Pokémon finden nämlich stets irgendwo abgelegen am Wegesrand statt. Sie können sogar komplett umgangen und ignoriert werden. Zwar wird das wohl deswegen so eingerichtet worden sein, damit der Fortschritt im Spiel nicht an einem Mangel an flugfähigen Pokémon scheitert, auf diese Weise kommt einem diese Kampfvariante allerdings richtig überflüssig vor. Dass nirgendwo auch wirklich genau geklärt ist, welche Pokémon teilnehmen dürfen, hilft ebenfalls wenig. Flug-Pokémon und solche mit der Schwebe-Fähigkeit sind erlaubt, heißt es. In der Praxis schließt das Spiel aber Dodu (eigentlich logisch), Gengar und Dartiri aus. Stattdessen geht es danach, was in der Kampf-Animation bereits schwebt – aber selbst da bleiben Geister wie Gramokles auf der Strecke. Die Regeln müssen unbedingt klarer definiert werden.


Finde den Fehler!

Die Massenbegegnungen hingegen sind eine eher nervige Angelegenheit. Fünf Voltilamm mit Statik? Wunderbar. Eine Horde Kieslinge schmeißt mit Sandwirbeln um sich? Könnte nicht besser laufen. Ihr habt keinen Flächenangriff parat oder wollt eines der Pokémon im Gewimmel fangen? Macht euch auf eine lange, nervige Kampfprozedur gefasst. Einziger Lichtblick hierbei: Für kleine Gags ist dieses Feature wie geschaffen. Da kann man schon mal Vipitis und Sengo aufeinander losgehen sehen oder ein Mogelbaum in einer Gruppe Trombork erspähen. EV-Trainer freuen sich hierbei auch über massig Kanonenfutter. Aber für den Hausgebrauch? Unpraktisch.

Was hingegen nicht beworben wurde, aber definitiv ausgebaut werden sollte: Der Umkehrkampf. Sagt euch nichts? Dann habt ihr den einsamen NPC auf der Route 18 verpasst, der euch hierzu einlädt. Bei dieser Kampfvariante werden die Wechselwirkungen umgekehrt – Wasser ist schwach gegen Feuer, Drachen können Feen grillen und so weiter. Das sorgt für ein erstaunlich frisches Spielgefühl, lässt sich allerdings zugegebenerweise nur schwer in den eigentlichen Spielablauf einweben. Selbst hier braucht es einen kräftigen PSI-Nutzer, der die alteingesessene Typen-Regulation auf den Kopf stellt. Ich hoffe jedoch inständig, dass Game Freak diese Idee noch einmal aufgreift. Besser als die Massenbegegnungen und Himmelskämpfe ist sie allemal.


Post-Game-Inhalte: Wenig Neues auf alten Pfaden

Ihr seid der Held von Kalos, der Champ der Liga, der Meister aller Klassen... Und was jetzt? Tja, der Pokédex könnte komplettiert werden. Es warten auch zwei, drei legendäre Pokémon darauf, von euch gefangen zu werden. Dabei grast ihr allerdings primär alte Wege ab, die ihr auf eurem Weg hierher bereits gesehen habt.


Während ihr bei der fünften Generation nach dem Abspann viele Teile der Weltkarte noch gar nicht gesehen habt und Generation II sogar mit einer kompletten, zusätzlichen Region aufwartet, gibt es in Kalos nur ein paar neue Höhlen, eine Stadt mit Kampf-Herausforderungen und eine kurze Zusatzstory in Illumina City – das war es auch schon. Wer also nach dem Sieg über die Liga noch mit irgendwelchen großen Überraschungen oder Herausforderungen abseits des Online-Spiels und der Pokédex-Vervollständigung erwartet, wird gnadenlos enttäuscht.

Das wirkt unter anderem deswegen so, weil viele vermeintliche Nebenpfade dank kleiner Story-Details Pflicht sind. Ihr wollt direkt zum nächsten Städtchen marschieren? Aber das Mamutel ist besorgt! Irgendwas geht in der Eishöhle dort drüben vor sich! Schau doch bitte mal nach! Ein ärgerliches Händchenhalten, das einem die Entdeckungslust nimmt.


Story: „Was ist deine Motivaton?“

Die obige Frage ist wirklich interessant. Sie wird euch nach Erhalt des fünften Ordens gestellt und fasst in diesen vier einfachen Worten meine Gedanken zu Pokémon X/Y zusammen. Sie bringt mein größtes Problem mit dem Spiel auf den Punkt, erklärt, warum ich mich teils so furchtbar durch das Abenteuer quälen musste. Als wollte man mich verhöhnen, stellt man mir hier die Frage, die mir schon seit Beginn meiner Reise durch die Kalos-Region durch den Kopf schwirrte.

Haltet mich für verrückt, aber ich spiele Pokémon tatsächlich auch für die Story. Gerade nachdem Schwarz und Weiß bewiesen haben, dass auch Game Freak ordentliche (wenngleich noch immer recht simple) Geschichten bringen kann, waren meine Erwartungen in diesem Sektor sehr hoch, als ich mein Exemplar von Pokémon Y in Empfang nahm. Schnell holte mich das Spiel dann in die knallharte Realität zurück: Die Handlung hier bewegt sich fast schon auf dem Niveau des ersten Editionspaares. Ein Wort der Warnung: Ab hier folgen SPOILER.


Kontext? Kann man das essen?

Zu Beginn gehe ich nämlich nicht mit einem großen Ziel auf die Reise, sondern eigentlich nur so. Will ich in der Pokémon-Liga siegen, so wie meine Rivalin Serena? Klar, liegt ja eh auf dem Weg, durch den mich das Spiel linear schleift. Soll ich wie Trovato am Pokédex arbeiten? Versuchen kann ich es ja mal. Aber eigentlich laufe ich nur einen einzigen vorgegebenen Pfad entlang, ohne überhaupt den Grund dafür zu kennen. Bis zur Ankunft in Illumina City gibt mir das Spiel praktisch keine Vorstellungen in dieser Beziehung. Erst dort spricht Professor Platan dann davon, dass wir – also mein virtueller Freundeskreis und ich – die Mega-Entwicklung erforschen sollen. Wunderbar. Das ist so, als würden wir den Pokémon-Ei-Plot aus Gold und Silber auf einen nennenswerten Teil des Spiels – in meinem Fall immerhin neun der 34 Spielstunden! - ausstrecken. Diesem Faden folgt man bis zum Erhalt des dritten Ordens, nur um ihn danach sang- und klanglos fallen zu lassen. Immerhin hat man dann den Mega-Ring und kann Mega-Entwicklungen vollziehen. Mission accomplished! Willkommen im Plot-Vakuum.

Denn danach wird es ruhig um die Story. Ich wandere weiter den linearen Pfad entlang und suche nach einem Sinn und Zweck hier. Okay, zwischenzeitlich gibt es ein paar Begegnungen mit Team Flare, der obligatorischen bösen Organisation. Nur wirken die so halbgar hineingeworfen und absolut kontextlos, dass man hier nicht mal von einem richtigen Plot sprechen kann. Warum ist Team Flare böse? Gemessen an den ersten Rüpeln, die man in einer Fossilien-Höhle plättet: Na, deshalb. Einfach so. Sie stehen herum, sind albern und hacken auf Kindern rum. Böse. Eindeutig. Später zapfen sie ein Kraftwerk an und stehlen Pokébälle. Auch ohne Kontext. Wunderbar. Was soll das jetzt?

Nach dem siebten Orden fällt den Machern augenscheinlich ein, dass sie sowas wie eine Story vorbereitet haben. War ich bis hierhin noch auf harmloser Ordenjagd, folgt beim Austritt aus dem Arena-Gebäude plötzlich ein Anruf: „Guten Tag, wir sind Team Flare. Ihr werdet alle sterben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“ Okay, so hat es Flordelis, der Anführer der Gurkentruppe, jetzt nicht ausgedrückt, aber so kam es rüber. Von einer Sekunde auf die nächste ist von der Auslöschung der Welt, von Völkermord die Rede. Einerseits ist es respektabel, dass Team Flare diesen Plan so lange geheim halten konnte. Andererseits traue ich den völlig inkompetenten Rüpeln dieses Vorgehen einfach nicht zu. Wenn ein Wachmann einen Zugangsschlüssel verliert, sagt wo er ist und dann in eine andere Richtung geht, oder ein anderer, und ich zitiere, „Oh nein! Er findet noch heraus, dass die Losungsworte für die Geheimtür 'Sesam öffne dich' sind!“ sagt, wenn man ihn anspricht… Entschuldigung, aber ich kaufe denen nicht ab, dass die ihren großen, bösen Plan so lange verschleiern konnten!


Eine wahrhaft umwerfende Katastrophe!

Und damit nicht genug: Wenn wir mal völlig außer Acht lassen, dass mir bei einigen Handlungs-Teilen die Worte „Fullmetal Pokémon“ in den Sinn kamen (Stichwort: Stein der Weisen), wirken darüber hinaus sowohl der Bösewicht Flordelis als auch der großgewachsene Wanderer Azett unglaublich platt. Ersterer schwingt vielleicht zwei Reden, deren nächster logischer Schritt augenscheinlich Völkermord ist. Azett taucht hingegen exakt einmal ganz kurz auf, bevor man ihn in Gefangenschaft wiedertrifft. Seine Worte bei der zweiten Begegnung? „Herausforderer von Flordelis... Hör mir zu!“ Nein, ich habe nichts heruntergekürzt. Man kommt in den Korridor mit dem eingesperrten Azett (Flordelis steht übrigens vor der Zelle), der Hüne gibt diesen Satz von sich und ZACK: Wir erfahren seine Backstory. Die wäre mit Sicherheit auch bewegend, wenn nicht sogar herzzereißend – wenn sie denn nicht so wirken würde, als hätte man sie in letzter Sekunde einfach ins Spiel geklatscht. Ihr fehlt einfach, wie so vielen Dingen hier, ein passender Kontext. Aus demselben Grund funktioniert auch die letzte Szene des Spiels nicht, in der Azetts Geschichte aufgelöst wird. Wo soll die bitte entlohnend wirken, wenn einfach kein anständiger Bogen zu ihr aufgebaut wurde?

Überhaupt wirkt an vielen Stellen das Pacing bzw. der Spielfluss ziemlich uneben. Das merkt man bereits zu Beginn, wo man verdächtig viel Zeit zwischen dem ersten und zweiten Arena-Orden verbringt. An sich wäre das eine löbliche Abwechslung, wenn A) in der Zeit irgendwas Nennenswertes passieren würde und B) man danach nicht die restlichen Orden in Rekordzeit abklappern würde. Auch wirkt sich dieser Aufbau beispielsweise auf die Kämpfe gegen meine Rivalin Serena aus. Wurde die ersten rund acht bis neun Stunden der unausweichliche Kampf gegen sie geradezu hochgehypt, weil man bis dahin immer nur an ihrer Seite gefochten hat, folgen nach der endlich auftretenden ersten Begegnung vor dem Erhalt des Mega-Ringes sehr schnell gleich mehrere weitere Duelle - mit einem kaum merklichen Fortschritt in Serenas Team. Noch schlimmer hat es hier Flordelis erwischt. Seine drei Kämpfe im Spiel? Werden innerhalb von vielleicht zwei Spielstunden ausgefochten, sofern man trödelt. Bei jeder Begegnung verfügt er über exakt ein neues Pokémon - stets eine Weiterentwicklung - und der Levelunterschied ist nicht der Rede wert. „Wir haben erst vor 10 Minuten gekämpft! Was lässt dich Kasper glauben, dass es dieses Mal anders läuft?“, waren meine Gedanken bei seiner letzten Herausforderung. Okay, da hat er mich mit seinem Mega-Ring überrascht. Der Kampf endete allerdings - natürlich - genauso wie die zwei davor.

Wisst ihr, was wirklich witzig ist? Dass Game Freak im selben Spiel innerhalb eines vielleicht zweistündigen Sideplots das geschafft hat, was in den vorherigen 30 Stunden einfach nicht klappen wollte. Die nach dem Spielabschluss verfügbare Kurzgeschichte um den verdeckten Ermittler LeBelle verfügt über einen nachvollziehbaren Anfang, einen kompakten und guten Spannungsbogen sowie über einen vielleicht nicht perfekten, aber immerhin abgeschlossen wirkenden End-Teil. In diesen zwei Stunden, in denen ich mich mit LeBelle und einem begabten Straßenkind, das durch seine Naivität unwissentlich auf die schiefe Bahn gerät, habe ich mich wesentlich besser unterhalten gefühlt als beim ganzen Team Flare-Plot zuvor. Irgendwer bei Game Freak kann also noch Geschichten erzählen. Aber irgendwie will der Rest ihn aus unbekannten Motiven einfach nicht ranlassen.


Was uns zu unserer Ausgangsfrage zurückbringt: Was ist denn nun eigentlich meine Motivation? Serena zog los, um sich in der Pokémon-Liga zu beweisen. Trovato möchte Professor Platan helfen und am Pokédex arbeiten. Sannah reist umher, um Erinnerungen zu schaffen und die Welt zu erkunden. Tierno ist auf der Suche nach dem funkigsten Pokémon-Tanz-Team aller Zeiten.

Und ich? Ich habe mein erstes Pokémon bekommen, woraufhin ich von meiner Mutter aus dem Haus geschmissen wurde. Jetzt bin ich hier.

Obdachloser Pokémon-Trainer: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Geht euch das Gegrummel und Gezeter auch so auf den Keks? Ruhig Blut, immerhin haben auch Pokémon X und Y ihre guten Seiten. Welche das im Detail sind, könnt ihr auf der ersten Seite dieses Artikels in Erfahrung bringen.


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21 Kommentare

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profil 124 comments
[24.11.2013 - 12:57 Uhr]
Ogerscherge:
Ich lese ständig davon, dass man Flordelis' Beweggründe ja irgendwie nachvollziehen könnte.
Geht's noch? Der Mann wollte alle Menschen und Pokémon, die nicht seiner komischen Sekte angehören, in welche man sich für ein paar Millionen Pokédollar einkaufen kann, ermorden.

Versteht mich nicht falsch, die Story fand ich gut. Ich bekämpfe gerne wahnsinnige Massenmörder.
Aber dass das Spiel ständig versucht hat, Flordelis' barbarische Machenschaften irgendwie zu entschuldigen, oder zu relativieren hat mich mächtig gestört.
profil 271 comments
[24.11.2013 - 13:27 Uhr]
Redline:
Also ich fand diese Generation besser als die davor. Zwar ist diese Generation nicht so gut, wie die Erste, aber dafür mag ich diese Generation wieder. Außerdem mag ich auch die Region und so einfallslos, finde ich die Pokémon gar nicht.
profil 143 comments
[24.11.2013 - 16:14 Uhr]
DaedaliusRE:
Es wäre für mich das perfekte Pokemonspiel gewesen...aber irgendwie ist es Gamefreak unwichtig, eine Möglichkeit einzubauen die Pokemon den Spieler folgen lassen. Klar...es ist eigentlich auch unwichtig ob einem das erste Pokemon im Team nun nachläuft oder nicht. Aber ich wäre da irgendwie trotzdem abgegangen wie ein Irres 12 jähriges Bieber Fangirl : <

Abgesehen davon liebe ich diesen Teil trotzdem. Aber das sollte niemanden zu sehr wundern wenn man bedenkt, dass ich Schwarz/Weiß als auch deren Nachfolger gekonnt ignoriert habe (keine Evolis erhältlich in Schwarz und Weiß...wtf! >: O)
profil 99 comments
[24.11.2013 - 22:28 Uhr]
E39freak:
Finde es mega schade, dass die Story so gekürzt wurde =/ ich meine was war denn unsere Motivation? Wir bekamen unser Pokemon zogen los weil wir das Spiel durchspielen wollten. Wir wollten nicht wissen "boa was passiert wohl gleich?" einfach weiter durch die Landschaft irren...
Ich erinnere mich wie ich vor Jahren Smaragd verschlungen habe, weil gegen Ende die Story mit den Legis und den bösen Teams so gefesselt hatte.

Mich stört auch sehr dass die Legis einfach da sind, oder brav in ihrer Höhle warten bis sie entdeckt und gefangen werden. Ganz ohne Hinweise, Plot oder ähnlichem. Das Mewtu welches im Dorf quasi wohnt/lebt. Da dachte ich sofort an die Fortsetzung des 1. Poke-Films, aber es gab gar keine Hinweise darauf ebensowenig gab es irgendeinen Plot um seine Mega-Entwicklung... naja

die Spiele sind nicht schlecht... freue mich darauf dass man aus Pokemon ein "geschichten" spiel macht, selbst die 1. Gen hatte mehr Story. man hatte immerhin das Ziel Pokemonmeister zu werden...das war damals unsere Motivation
profil 104 comments
[24.11.2013 - 22:58 Uhr]
Gardevoir ex Alexander Schneider
@ Ogerscherge: So, ist dem so? Steht hier irgendwas von "nachvollziehen können"? Lies dir den Part mal genauer durch: "[...]so krude und seltsam sie auch erscheinen mögen."

Nur, weil die Taten eines Menschen abscheulich sind - und das sind die Taten von Flordelis ganz gewiss - heißt es nicht, dass man sich über eben seine Ansichten bezüglich des Zusammenlebens zwischen Menschen und Pokémon keine Gedanken machen darf. Dass der Typ daraus allerdings so schockierende Pläne und Taten ableitet, ist natürlich widerlich. Ganz genauso sehe ich es, und nicht anders steht es im Artikel. :)
profil 3172 comments
[25.11.2013 - 07:42 Uhr]
Iwazaru:
Ich finde nur einen Punkt richtig schlecht: Wenn man ein Pokemon nicht entwickeln lassen will, dann muss man bei jedem Levelanstieg die Entwicklung abbrechen... Meh.

@E39freak: Die Megaentwicklungen wurden doch oft genug im Spiel thematisiert. Steine hier, Steine da...

Allgemein wunder ich mich über die Aufreger zur Story. Die Serie kann mMn nie einen Preis für ein Drehbuch gewinnen. Wieso also alles bockernst nehmen, oder bis in's Detail ausgereizt?
profil 40 comments
[25.11.2013 - 14:14 Uhr]
NintendoFan1103:
@ Iwazaru
Man muss die Entwicklung nicht immer abbrechen. Dafür gibt's den Ewigstein :P
profil 3172 comments
[25.11.2013 - 14:19 Uhr]
Iwazaru:
...den man erst haben muss und finden kann man auch nur einen in einem Dorf, ansonsten muss man den von Kieslingen (?) ergattern. Und das ist irgendwie unnötig, denn einmal Abbrechen sollte reichen.
profil 124 comments
[25.11.2013 - 14:59 Uhr]
Ogerscherge:
@Gardevoir ex
Ich hab das in diesem Zusammenhang etwas unglücklich formuliert. Ich meinte nicht speziell Deinen Artikel sondern im allgemeinen die Gedanken zu Team Flare, die man im Internet, oder im Spiel selbst, so aufgreift.

Aber trotzdem. Die Ermordung von Milliarden von Menschen und Pokémon (Wenn wir davon ausgehen, dass in der Welt von Pokémon eine ähnliche Population besteht, wie auf der Erde) als "krude und "seltsam" zu bezeichnen ist sehr vorsichtig ausgedrückt.
Das in diesem Artikel ein klares Statement gegen apokalyptischen Massenmord fehlt, ist natürlich kein Problem. Das ist ja selbstverständlich und bedarf keiner Erwähnung.
...Das würde man zumindest meinen. Aber wie eingangs erwähnt genießt Team Flare in weiten Teilen des Internets und auch im Spiel selbst einen für meinen Geschmack etwas zu guten Leumund.
Meine Kritik richtet sich an eben diesen Teil des Internets und vor allem an das Spiel, nicht an Deinen Artikel.

Ich entschuldige mich für das Missverständnis.
profil 3172 comments
[25.11.2013 - 17:31 Uhr]
Iwazaru:
@ Ogerscherge: Eigene Meinung in Ehren, aber wenn man Pokemon bockernst nimmt, dann weiß ich auch nicht. Ich würde mal behaupten du interpretierst zu viel rein und daher würde ich ein "Nintendo ist schuld für das was sie gemacht haben, nicht für das was du daraus machst" sagen. Ich verstehe das Spiel so, dass man de Gedanken von Team Flare versteht, nicht die Art wie es gemacht wird. Ganz abgesehen davon geht es in japanischen RPGs - zu denen Pokemon ja irgendwie gehört - doch eh immer um das Opfern von mindestens einem teil der Bevölkerung um einen anderen teil zu retten. J-Melodrama eben...
profil 124 comments
[25.11.2013 - 18:26 Uhr]
Ogerscherge:
@Iwazaru
Dann sind wir grundverschieden.
Ich finde, ein Gedanke der mit dem Tod Unschuldiger endet wäre besser ungedacht geblieben und verdient kein Verständnis.
Aber da Du Ihre Gedankengänge zu verstehen scheinst, kannst Du mich vielleicht aufklären.
Ihr "Gedanke" ist die Erschaffung einer schöneren Welt, allein für ihre Sektenmitglieder, in der jeder andere tot ist. Wenn der Gedanke verständlich ist und nur die Ausführung falsch, wie macht man es dann richtig?

Und gegen den Vorwurf, ich nähme Pokémon zu ernst muss ich mich vehement wehren.
Es ging nie um Pokémon. Es hätte genauso gut jedes andere Spiel, ein Film oder ein Ereignis aus der echten Welt sein können. Es ist eine rein moralische Frage.
profil 3172 comments
[25.11.2013 - 19:10 Uhr]
Iwazaru:
Der Gedanke geht doch nicht um das Töten, sondern darum eine Welt zu schaffen in der man nicht um Dinge kämpft. Soll heißen: Klassischer Wunsch nach Frieden. Es gibt auch keine Sekte.

Doch du nimmst es zu ernst. Du nimmst mMn die Moral nur als Deckmantel... Da wird mit großen Worten herumjongliert, dass mir fast schlecht wird. Wie gesagt: Eigene Meinung in Ehren, aber so deine Ausführungen rüberkommen sitzt eher du mir in etwas wie einer Sekte (Wortspiel: Moralapostel :p) und würdest doch am liebsten auch nur eine heile, schöne Welt haben. Oder etwa nicht? Moral des Gutmenschen wegen, oder um irfendwie zu erstrahlen hat mit Moral nicht viel zu tun.
profil 40 comments
[25.11.2013 - 19:29 Uhr]
NintendoFan1103:
@Ogerscherge
Dann müsstest du dich auch aufregen, dass Mario auf Gumbas und Koopas, also unschuldige Wesen, springt. Ist das moralisch?!? Wen kümmert's? In Zelda Majoras Mask ist man ständig uner dem Druck des Mondes, der für Tod steht. Ist dies dem Spieler zumutbar und damit moralisch inkorrekt? Ich glaube nicht! Wenn auf der Suche nach logischen Stories bist, bist du bei Nintendo schon mal generell falsch...
profil 124 comments
[25.11.2013 - 19:46 Uhr]
Ogerscherge:
@Iwazaru
Sekte (von lateinisch secta ?Partei?, ?Lehre?, ?Schulrichtung?) ist eine Bezeichnung für eine religiöse, philosophische oder politische Richtung und ihre Anhängerschaft.
-Aus Wikipedia.

Aber zum Thema. Ich fürchte das Missverständnis geht von Deiner Seite aus. Der Gedanke ist, dass sich durch das Töten aller Menschen, die nicht Team Flare angehören eben die von dir beschriebene
"friedliche Welt" erschaffen lässt.

Nein, Moral liegt mir wirklich am Herzen. Und "Moralapostel" ist kaum ein Wortspiel...
Deinen letzten Satz verstehe ich nicht ganz, aber ja, ich würde gerne in einer schönen Welt leben. Und ja, ich versuche ein guter Mensch zu sein.
Aber dass Du "Gutmensch" als abwertende Bezeichnung verwendest sagt viel über Dich aus.
profil 124 comments
[25.11.2013 - 20:00 Uhr]
Ogerscherge:
@NintendoFan1103
Du hast meinen Grundgedanken nicht verstanden. Ich erwarte keine Moral von den "Bösen".
Ich erwarte sie von den "Guten". Wenn sich Link hinstellt und sagt: "Der Mond hat doch Recht! Menschen sind doof und sollten sterben!". Dann habe ich ein Problem mit der Geschichte.

Gumbas, Koopas und der Mond aus Zelda sind Feinde, die den Helden töten, wenn man sie lässt.
Das tun Unschuldige nicht.
profil 3172 comments
[25.11.2013 - 20:31 Uhr]
Iwazaru:
Und dass du, Ogerscherge, Wikipedie rezitieren musst und alles in einen Topf wirfst, nicht eingestehen kannst Dinge bierernst zu nehmen, usw. usw. sagt auch viel aus.

Team Flare ist weder eine Lehre, noch eine Partei noch eine Schulrichtung, noch religiös, philospohisch oder politisch. Das mit den Geld scheinst du dir auch eher zusammenzuzaubern. Ja, sie sagen "Der Anzug hat soooo viel gekostet", ja, sie bilden sich viel auf Ihre Anzüge ein. Aber wo genau fällt denn die Aussage, dass man das Geld alles für die Chefetage ausgegeben hat um zur Elite zu gehören? ...

Ich glaube einfach, du hast das Spiel nicht verstanden. Es wandert auf den klassischen Pfaden japanischen RPG-Melodramas. Nicht mehr, nicht weniger. Es gibt immer einen Bösen, der die hälfte der Menschheit ausrotten will, weil ihn der Hafer sticht, am Ende wird er meist durch Freundschaft besiegt.

SPOILER

Wenn du schon Moralapostel spielst (Doch ein Wortwitz... Sekte -> Religion -> Apostel!), dann erwarte ich eher eine Kritik darüber, dass der Schuss von Team Flare nach hinten losgegangen ist und jetzt offenbar alle hinüber sind. Oder ist irgendwie einer von denen aus dem Bunker gekrochen? Ich denke doch nicht...

Was machst du überhaupt im Internet? Der Ort mit wohl am wenigsten Moral überhaupt. Steigst du an jeder Ampel aus, wenn jemand über Gelb fährt und damit - wie es so schön heißt - Fußgönger nötigt? Bekommst du deine Energie - zum Beispiel für das Internet - auch aus erneuerbaren Energien? Ja, das hat auch alles mit Moral zu tun... Daher auch mein letzter Satz da oben: Du verwendest das Wort "Moral" fast schon großko...ig (sorry), weil du damit vielleicht irgendwie im reinen bist - who knows? Scheinst dabei aber nicht zu merken, dass keinen Funken besser zu sein scheinst. Das erinnert mich fast schon an die spanische Inquisition - und da sind wir uns wohl einig: Moralisch sehr kritisch!

Gumbas, Koopas und der Mond aus Zelda sind Feinde, die den Helden töten, wenn man sie lässt.
Das tun Unschuldige nicht.


Der Mond ist kein Feind, sondern eine Bedrohung. In dem Fall ist das ein ziemlicher Unterschied, denn er macht nichts - er hat keine Wahl. Und Goombas sind Mitglieder der Bowser-Sekte, die auch unschuldige Mitmenschen angehen. Wieso sollten sie sonst immer am Entführen der Prinzessin beteiligt sein, oder andere Dinge machen? Unschuldig gibt's ganz am Rande eh nicht - aber ich finde es schön, wenn man sich den Glauben daran aufrechthält.

Ich erwarte sie von den "Guten". Wenn sich Link hinstellt und sagt: "Der Mond hat doch Recht! Menschen sind doof und sollten sterben!". Dann habe ich ein Problem mit der Geschichte.

Und wo ist dann das Pokemon-Problem? Es wird wieder und wieder gesgat, dass man dem Wunsch nach einer schönen Welt durchaus verstehen kann, aber die Guten betonen dabei auch, dass sie daran glauben, dass es einen anderen Weg gibt als den, den Team Flare geht.

Auch noch interessant: Laut PETA sind Pokemontrainer ja auch nicht unschuldig... Hmmm...

Tut mir leid, aber ich finde deine Ausarbeitungen zu deiner Meinung alles, nur nicht schlüssig. Und den guten Menschen kann ich dir auch nicht abkaufen. Alleine weil du mir anhängst ich hätte Gutmensch als abwertende Bezeichnung genutzt. Das ist moralisch mMn nun auch sehr verwerflich, denn ich bin verantwortlich für das was ich schreibe, nicht für das, was du daraus machst.

Weiter muss man das Thema wohl auch nicht breittreten - am Ende kommt sonst noch das übliche "du arroganter F***zknoten akzeptiert meine Meinung nicht"-Drama, worauf die Seite und die Moderatoren gut und gerne verzichten können.
profil 124 comments
[25.11.2013 - 21:51 Uhr]
Ogerscherge:
@Iwazaru
Team Flare fällt mit seinen Ansichten unter die Sparte "Philosophie".

Und tatsächlich gibt es einen Team Flare NPC (blockiert Route 15), der erwähnt, dass der Beitritt 5 Millionen Pokédollar kostet. Ferner haben wir noch einen Wanderer, der berichtet, dass er Team Flare nicht beitreten kann, weil es keine Anzüge in seiner Größe gibt.
Offensichtlich dürfen also nur die überleben, die reich und schlank sind.

Auf Flordelis trifft das "Durch Freundschaft besiegt"-Konzept nicht zu. Er hat zu keinem Zeitpunkt von seinem Plan abgelassen, er hatte sozusagen den Knopf bereits gedrückt, wurde aber aufgehalten. Sollte er im Bunker umgekommen sein, wäre das tragisch, aber nicht ungerecht.
Weswegen ich jetzt allerdings tatsächlich zurückrudern muss. Ich habe das Ende nämlich so interpretiert, dass er ungeschoren davongekommen ist. Aber Du scheinst Recht zu haben.
Dann ziehe ich meine moralischen Einwände bezüglich des Endes zurück.

Ehrlich gesagt beziehe ich Strom aus erneuerbarer Energie. Aber selbst wenn nicht, Umweltschutz ist nicht Teil meiner Moralvorstellungen. Aber das kann natürlich jeder handhaben wie er will. Es gibt nun mal nicht die "eine" Moral. Der eine befindet Miniröcke für unmoralisch, der andere Homosexualität.

Dann eben eine Bedrohung. Ob es ein Feind oder eine Bedrohung ist, die Unschuldigen zu schaden droht ist uninteressant. Und ja, die "Bowser-Sekte" lässt sich durchaus mit Team Flare, oder vielmehr mit Team Rocket vergleichen. Allerdings wird einem auch nicht nahegelegt, ihre Beweggründe doch zu verstehen.

Was das Thema betrifft sind wir schlichtweg andere Meinung. Wenn Du Dich erinnerst sind wir uns hinsichtlich der Wünsche und Absichten Team Flares uneinig. Du hältst ihren Massenmord für den Weg, ich für das Ziel. Deswegen verstehe zumindest ich sie nicht im Geringsten.

Gutmensch ist sprachlich eine ironische Verkehrung des ausgedrückten Wortsinns „guter Mensch“ in sein Gegenteil, und gilt als politisches Schlagwort mit meist abwertend gemeinter Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“), denen ihr Attribut „Gutsein“ oder „Gutseinwollen“ als übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten unterstellt wird. In der politischen Rhetorik wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet.[1] Im Januar 2012 erhielt das Wort als Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. In der Begründung gab die Jury an, mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“ und kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.

-Wieder aus Wikipedia



Aber gut, einverstanden. Es ist auch eigentlich alles geklärt.
Ich räume ein, das Ende der Story falsch verstanden zu haben, finde aber immer noch, dass die Ziele von Team Flare kein Verständnis verdienen.


profil 3172 comments
[26.11.2013 - 07:23 Uhr]
Iwazaru:
Umweltschutz ist nicht Teil meiner Moralvorstellungen. Aber das kann natürlich jeder handhaben wie er will.

In Bezug auf die Generation nach dir durchaus... Oder soll sie was ausbaden, was man selbst mit verbockt hat. Aber wenn du meinst Moral kann jeder handhaben wie er wiill, dann ist der ganze Einwand gegen Nintendo und Co doch eh hinfällig und bedarf keiner Kritik.

Der Rest soll sich im Mantel des Schweigens verlaufen.
profil 160 comments
[26.11.2013 - 09:46 Uhr]
3DS3SD:
Ogerscherge, du hast wohl den tieferen Sinn von Team Flare nicht verstanden. Flordelis' Ziel kann ich durchaus auch nachvollziehen, wie er dieses Ziel jedoch erreichen will, nicht.
profil 124 comments
[26.11.2013 - 13:57 Uhr]
Ogerscherge:
@3DS3SD
Das Problem ist, dass wir die Ziele Team Flares verschieden definieren.
Wenn Du in der "PokéWiki", oder auf "Bulbapedia" Team Flare nachschlägst wird auch die Vernichtung der Menschheit als ihr Ziel aufgeführt.

"Team Flare ist die Verbrecherorganisation der Region Kalos. Ihre Mitglieder sind ganz in Orangerot gekleidet. Sie streben nach einer schönen Welt für ihre Mitglieder und nach der Vernichtung aller Anderen."

-Aus der PokéWiki

Ihre Große Idee ist, dass sich durch die Vernichtung fast aller Menschen eine schönere Welt erschaffen lässt.

Ich kaufe Flordelis seine noblen Ziele einfach nicht ab. Auf der einen Seite verurteilt er die Gier der Menschen, auf der anderen Seite ist er Kopf einer Organisation, deren Erklärtes Ziel es ist, Geld zu scheffeln. Sein Utopia ist also eine fast menschenleere Welt, die auschließlich von "stylischen", reichen (Wie bereits erwähnt kostet es 5 Millionen Pokédollar Team Flare beizutreten) und gierigen Idioten bevölkert wird.

"Team Flare appears in X and Y. Their goal is to create a "beautiful and better" world while making money, eliminating everyone who doesn't follow their standards."

-Aus der Bulbapedia
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