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Kolumne: Pokémon X/Y - Eine Analyse der positiven Punkte und Schattenseiten

Alexander Schneider & Tjark Michael Wewetzer, am 24.11.2013, Seite 1 von 2

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Der revolutionäre Start in eine neue Ära

Ein wenig mehr als einen Monat ist es nun her, dass Pokémon X und Pokémon Y in aller Welt erschienen sind. Allein der weltweit zeitgleiche Release ist ein Meilenstein der Pokémon-Historie, gab es eine solche Gerechtigkeit in der Veröffentlichungspolitik doch noch nie zuvor. Möglicherweise aufkommende kritische Stimmen seitens der Spielergemeinde wurden durch solch positive Nachrichten wie diese, aber auch durch die immer wieder präsentierten Trailer, die nach und nach alle Neuerungen der sechsten Generation preisgaben, geschickt eingedämmt. Nach diesem Muster steigerte sich die Vorfreude beinahe aller Pokémaniacs bis hin zum Hype - und ein solcher tut einem Spiel, welches noch nicht erschienen ist, selten gut. Sicher, die Verkaufszahlen profitieren zu Beginn davon, doch fällt ein Spiel, welches zuvor bis in den Himmel gelobt wurde, umso tiefer, sobald die Spieler in der vermeintlich tristen Realität angekommen sind und endlich Hand anlegen dürfen. Ganz so schlimm ist es hier nicht, denn das neue Editionspaar ist trotz aller Schwächen ein herausragendes Beispiel dafür, wie man eine eingestaubte Reihe vom schier unüberwindlichen Zement der eingefahrenen Strukturen befreien kann. Mit meinem Part dieses ausführlichen Artikels möchte ich darauf aufmerksam machen, wie exzellent Pokémon X/Y trotz all der Kritik auf verschiedensten Plattformen sind. Darauf hinweisen, wie mutig das Risiko der Entwickler von Game Freak ist, nicht auf altbewährte Muster zurückzugreifen, sondern neue Pfade zu beschreiten - ungeachtet der Resonanz. Und letztendlich ein Portrait von zwei Spielen zeichnen, die sichtlich und in jeder Spielsekunde mit unendlich viel Liebe zum Detail kreiert wurden. Jahrelang wurden Innovationen im Pokémon-Universum gefordert, immer wieder kamen Nörgler auf, die die scheinbar fehlende Bereitschaft zur Erneuerung anprangerten - nun ist der erste Schritt in die von vielen geforderte Richtung getan. Als glühender Verfechter der neuen Generation (siehe Testbericht) möchte ich nun mein Wort erheben, um die positiven Seiten des Spiels darzustellen, da sie für mich eindeutig in der Überzahl sind und Pokémon X/Y zu einem außergewöhnlichen Spielerlebnis machen.


Neue Kampfvarianten als belebendes Element

Man kann den Entwicklern von X/Y vieles ankreiden - aber sicherlich keine fehlende Kreativität oder nicht vorhandenen Mut. Selbstredend sind so einige der Neuerungen in den brandneuen Pokémon-Ablegern ein gefundenes Fressen für Kritik, je nach Standpunkt des Betrachters gar Nährboden. Genauso klar ist, dass man die Himmelskämpfe als Randerscheinung im Spielgeschehen bezeichnen kann, und natürlich kann man auch die Massenbegegnungen mit gleich fünf wilden Pokémon, auf die der geneigte Trainer trifft, als Störfaktor abtun. Mache ich aber nicht. Bei aller Euphorie und Vorfreude muss man das, was uns hier vorgesetzt wird, auch einfach mal vollkommen nüchtern sehen, losgelöst von jeder kleinkarierten Fehlersuche. Für mich persönlich war es vor dem Start dieser Generation - eigentlich schon seit ihrer Ankündigung - hochwichtig, dass die Entwickler maßgeblichen Wert auf die Entwicklung und auf den Fortschritt der Reihe legen. Und hier handelt es sich ganz sicher um eine Mega-Entwicklung! Wem die ewigen Einzelkämpfe, die etwas selteneren Doppelkämpfe und chaotischere Zeitgenossen wie etwa die Reihumkämpfe zu einseitig wurden, der erhält an dieser Stelle die Vollbedienung. Ein wenig Abwechslung schadet doch nie, oder?

Die Argumente der Kritiker sind schnell entkräftet - vor allem, wenn es um die Himmelskämpfe geht. So werden diese nicht selten als bloße Randerscheinung bezeichnet, weil sie im Spielverlauf nur einige Male vorkommen und häufig ein wenig abseits der Hauptpfade auf den Routen ausgetragen werden. Da fragt man sich doch: Warum stört man sich an den Himmelskämpfen, wenn diese nach eigener Aussage der Kritiker doch sowieso nur eine Randerscheinung sind und zudem kein Zwang besteht, sie auszutragen? Sobald eine Option freiwillig ist, kann man doch nicht ernsthaft ein negatives Bild von ihr zeichnen. Und sollte man sich doch dazu genötigt fühlen: Einfach weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen!


Im schwierigen Fall der Massenbegegnungen, die den Spieler immer mal wieder in Form von fünf niedlichen oder weniger niedlichen Pokémon im hohen Gras anspringen, kann man noch deutlichere Worte finden. Wozu gibt es in der Pokémon-Reihe seit Jahr und Tag die Möglichkeit, aus einem Kampf zu flüchten? Auch hier unterliegt niemand einer Verpflichtung - jeder Trainer hat die angenehme Wahl, das wunderschöne Feld auf dem Touchscreen seines 3DS zu betätigen. Noch besser: Es soll gewisse Pokémon geben, die mit einer Attacke gleich mehrere gegnerische Taschenmonster angreifen können! Jedem steht offen, sich ein solches Pokémon zum Freund zu machen, um im Rahmen einer Massenbegegnung jeder nervlichen Belastung aus dem Weg zu gehen. Aus meiner Sicht bieten die Massenbegegnungen nicht nur Abwechslung und eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit, auf ein Shiny-Pokémon zu treffen, sondern vor allem Authentizität: Wie, wenn nicht in Rudeln von mehreren Pokémon, sollen die Tierchen denn zusammenleben? Es ist doch nur allzu logisch, dass man das Prinzip der Rudelbildung auch in die Spiele integriert. Die gelegentlichen Gags wie die offene Rivalität zwischen Vipitis und Sengo im Kampf sorgen für weitere Würze in einem Konzept, das vielleicht nicht durchweg gelungen, aber doch unsagbar wichtig für die angestrebte (R)Evolution ist.

Um ehrlich zu sein: Nach meinem Erachten sollte man die neuen Kampfvarianten als Gesamtkunstwerk sehen, als ersten Schritt auf einem neuen Weg in die Zukunft der Pokémon-Reihe. Man kann nicht erwarten, dass neue Ideen schon zu Beginn in Perfektion funktionieren, eher sollte man der Mühe und dem Biss der Entwickler, ungeachtet der Risiken Neuerungen zu implementieren, huldigen. Es war dringend notwendig, ein wenig frischen Wind in das angestaubte Kampfsystem zu bringen - die eisigen Lüfte, die nun auf die Entwickler zukommen, werden sie ertragen können. Und wer sagt, dass man das klar vorhandene Potenzial später nicht noch voll ausschöpfen kann? Es wird mitnichten die letzte Generation gewesen sein.


Nintendogs verirrt sich nach Kalos

Schon nach den ersten Szenen, die das Konzept von PokéMonAmi vorgestellt haben, erntete eben dieses höhnisches Gelächter von jenen Spielern, die sich für ganz erwachsen halten. Vielleicht sollten diese lieber bei Call of Duty reinschnuppern? Der Nintendogs-Verschnitt fügt sich jedenfalls vortrefflich in das neue Editionspaar ein, ohne auch nur einen Moment störend zu wirken. Nicht wenige Pokémon-Spieler werden sich schon lange gewünscht haben, ihre Pokémon auch mal aus einer anderen Perspektive bewundern zu dürfen - nun ist es endlich möglich! Und das auch noch in wirklich fantastischer Optik. Was will das Trainerherz mehr? PokéMonAmi stärkt nicht nur im Spiel, sondern auch in der Wirklichkeit das Band zwischen Trainer und Pokémon, indem es ein höheres Maß an Identifikation mit dem eigenen Team schafft. In diesem Sinne ist das Knuddel-Feature nicht nur eine logische Entwicklung, sondern viel mehr als das: Es sorgt für faszinierende Spielmomente. Ganz nebenbei sollten auch die Minispiele erwähnt werden, die im Rahmen von PokéMonAmi ausprobiert werden können - Suchtfaktor pur!


Ein neues Feature von etwa gleicher Bedeutung ist das Supertraining, welches vor allem unerfahrenen Spielern eine Hilfe sein soll, wenn es um das EV-Training geht. Spieler, denen der bisherige Weg, die Werte der eigenen Pokémon zu steigern, zu beschwerlich war, kommen nun voll auf ihre Kosten: Das Supertraining läuft in Form eines kurzweiligen Minispiels ab - das erwählte Pokémon muss hierbei mit Fußbällen auf einen Pokémon-Ballon schießen, der je nach zu steigerndem Wert unterschiedliche Verhaltensmuster aufweist. Dies kann aufgrund des immer wieder gleichen Ablaufs schnell langweilig werden, doch auch hier kann man einiges entgegenhalten: Die Werte des eigenen Teams können im Supertraining gezielt und vor allem schnell gesteigert werden wie noch nie zuvor. Vor allem für Spieler, die von den Online-Features der Spiele Gebrauch machen und auf internationalem Terrain gegen mitunter brettstarke Gegner kämpfen wollen, dürfte das Supertraining eine willkommene Neuerung sein. Ist das nicht etwa schon genug Motivation, um aus eigenem Antrieb zum Befürworter des Supertrainings zu werden? Eines sollte aber trotz aller lobenden Worte klar sein: Das Einbinden weiterer Minispiele im Rahmen des Supertrainings sollte künftig die logische Konsequenz sein, denn sonst droht absolute Einöde im Spielgeschehen - und genau das wollen die Entwickler ja sicherlich nicht, wenn man die aktuelle Flut der sinnvollen Neuerungen mal ins Auge fasst.


Lebendig wie noch nie zuvor: Ein grafischer Meilenstein

Auch in technischer Hinsicht wurden spätestens seit der vierten Generation Rufe laut, die eine Anpassung der Optik an die technischen Gegebenheiten der neueren Hardware forderten. Mit der sechsten Generation und dem Sprung auf den Nintendo 3DS folgt nun, was schon längst an der Tagesordnung gewesen sein sollte: Der grafische Rundumschlag. Dieser führt unweigerlich dazu, dass die Kalos-Region so herausragend gut aussieht wie keine der anderen Regionen zuvor. Ganz zu schweigen vom wunderschönen Ambiente, welches bildhübsche Orte wie das märchenhafte Romantia City, das winterliche Fractalia City, die Metropole Illumina City und die großartige Halloween-Route 14 bieten! Doch bringen alle zauberhaften Ideen der Gestaltung selbstredend nichts, wenn man nicht auch was in die letztendliche Umsetzung investiert hat. Hat Game Freak das? Und ob! Von berauschend schönen Effekten wie etwa aufwirbelndem Staub und wehenden Blumen bis hin zur vollständigen Dreidimensionalität in so manchem Gebäude, in Illumina City und in der Leuchthöhle, welche erst durch die technischen Gegebenheiten zu einem wahren Labyrinth wird - die gesamte grafische Komponente macht den Eindruck, aus einem Guss zu sein und zumindest zeitweise das technische Potenzial des 3DS auszuschöpfen.

Ohne Frage sticht sofort das Manko der fehlenden 3D-Tiefe in der Oberwelt und in Kämpfen mit mehr als zwei Pokémon, also etwa in Doppelkämpfen oder Massenbegegnungen, ins Auge. Ein deutlicher Kritikpunkt, wenn man das 3D-Feature als wichtigsten Bestandteil der Hardware sieht - vernachlässigbar, wenn man ohnehin mehr Wert auf den Inhalt des eigentlichen Games legt. Noch dazu sollte man in Betracht ziehen, dass ein durchgängiger 3D-Effekt der Technik nicht immer zuträglich gewesen wäre, wenn man die schon jetzt bestehenden Probleme mit der Bildrate in Einzelkämpfen ins Auge fasst oder gar als störend empfindet. Wem eben diese Einbrüche sauer aufstoßen, der sollte doch eher froh darüber sein, dass man in Sachen 3D nicht noch eine Schippe draufgelegt hat, denn in einem solchen Falle wäre wohl eher mit einer Riesenwelle von Framerate-Einbrüche zu rechnen gewesen. So aber läuft das Spiel aus meiner persönlichen Sicht durchaus noch flüssig genug, um genossen werden zu können - auch, wenn die besagten Einbrüche der Bildrate so manchen Spieler gehörig nerven. Wer allerdings behauptet, X/Y seien in der vorliegenden Version nicht spielbar, der sollte schleunigst einen Arzt aufsuchen!


Insgesamt also findet man die technisch hochwertigsten Pokémon-Editionen überhaupt vor - die Grafik überzeugt mit vielen Sprüngen in das gegenwärtige Zeitalter der Technik, während der Sound dynamischer und kraftvoller als je zuvor daherkommt. Man sollte also dezidiert darauf hinweisen, dass der Übergang auf den 3DS mehr als gelungen ist, zumal nur die aktuellste Mobilkonsole von Nintendo überhaupt technische Möglichkeiten bietet, die eine solche Entwicklung überhaupt zulassen. Im Grundsatz sind X/Y ein Augenschmaus, wenn der Betrachter mal davon absieht, dass ein wenig Feinschliff sicher gut getan hätte.


Plötzliche Steigerung der Story entschädigt für Längen

Natürlich wünscht man sich ein in allen Bereichen perfektes Spiel - doch ein solches ist auch in X/Y nicht zu finden, obgleich ich die aktuelle Generation aufgrund ihrer vielen Neuerungen durchaus als Meilenstein ansehe. Und so muss man sich am Ende fragen, welche Teilbereiche einem ganz persönlich am wichtigsten sind, um die Spiele in der größtmöglichen Intensität genießen zu können. Gibt man eher dem Drang der Forschung nach und findet seine Berufung darin, den Pokédex zu vervollständigen? Oder schlägt in einem das feurige Trainer-Herz, welches in jedem Moment nach Kämpfen lechzt? Ist es die Story allein, die einen bei Laune halten kann, weil man ein Liebhaber von tiefgründigen Erzählungen ist? Vielleicht ist es ja von allem ein bisschen, doch das ist an dieser Stelle nicht die Frage.

Nach meiner eigenen Erfahrung und dem Austausch mit so einigen Fans der Pokémon-Reihe finden die meisten Trainer ihre hauptsächliche Erfüllung darin, ihre Pokémon zu trainieren, am Multiplayer und an Online-Kämpfen teilzunehmen und den Pokédex, der dem Spieler von Professor Platan anvertraut wird, zu komplettieren. Eben diese Sammelleidenschaft ist es doch, die den Hype um Pokémon in einem längst vergangenen Jahrzehnt auferstehen ließ! Eben diese umkämpften Schlachten sind es doch, die zum weltweiten Erfolg der Taschenmonster geführt haben! Ganz darauf konzentriert sich auch das neue Editionspaar - und lässt dabei ein wenig die Story außer Acht. Dafür aber hat man der gesamten Region viel mehr Charme und Atmosphäre verliehen, als den beiden letzten Regionen Einall und Sinnoh zusammen! Jede einzelne Stadt hat ihren ureigenen Charakter, jede Route wirkt durchdacht wie nie zuvor. Aus diesem Grunde feiert ein ganz besonderes Gefühl, das ich beim Spielen der Pokémon-Titel zumindest in den ersten drei Generationen immer hatte, ein Comeback: Das zauberhafte Gefühl, Teil einer magischen Welt zu sein. Man hat sich im Hause Game Freak sichtlich auf die Basics der Reihe konzentriert - auf die grundlegenden Bausteine, die die Reihe immer ausgemacht haben, und diese durch die vielen Neuerungen in all ihren Teilbereichen aufgewertet. Meine These: Wer braucht schon eine durchgehend vorhandene oder spannende Story, wenn man auf allen anderen Ebenen begeistert wird? Wer als Spieler schon durch die Kämpfe und durch das Fangen der vielen verschiedenen Pokémon in Euphorie verfällt und damit für den ein oder anderen sicherlich dem Minimalismus frönt, der wird in X/Y seine Erfüllung finden. Dazu muss man aber vor allem Gefallen an den Grundpfeilern der Serie finden, und nicht etwa ein Rollenspiel der üblichen Machart suchen. Wer sich diesen Vorstellungen anschließen kann, macht mit einem Kauf absolut nichts falsch!


All dies führt unweigerlich dazu, dass die Story-Elemente mehr als rar gesät sind. Wer allerdings so viel Mühe und so viele Ideen in eine einzige Generation investiert, wie es Game Freak hier getan hat, der sollte für eine mühsam aufkommende Handlung nicht geschmäht werden. Wann haben wir jemals eine Generation erlebt, die mit so vielen neuen Features auf einmal auftrumpfen konnte? Wann haben wir jemals eine solche Kreativität erspähen können? Man muss hier auch einfach mal den positiven Grundgedanken der Entwickler sehen, die Reihe in so vielen Punkten wie möglich sinnvoll weiterentwickeln zu wollen.

Nach dem Beginn des Spiels also, der uns nach unserem Aufbruch aus unserem Heimatort Escissia durch die bezaubernde Kalos-Region führt, kommt die Story sehr schwer in Gang, das ist sonnenklar. Das berührende Finale allerdings entschädigt für viele Längen, die zuvor erduldet werden mussten, und so ist man nach dem Ending im Regelfall auch mit dem Spiel im Reinen. Wer im Laufe der Reise so dermaßen viel mit seinem Team und mit dem Pokédex zu tun hat, der wird sowieso nicht permanent auf eine mögliche Geschichte achten. Team Flare kann für die lächerlichen Klamotten und seine dümmlichen Rüpel belächelt werden, doch hat dieses Bündnis von Verbrechern durchaus eine klare Philosophie und so auch Beweggründe für seine Taten. Sehr spät kommen die eigentlichen Gedanken von Boss Flordelis zum Vorschein, und doch reichen sie dazu aus, um der Vereinigung ein Gesicht zu geben. Ganz abgesehen davon haben die Entwickler von Game Freak durchaus einige gesellschaftskritische und weltpolitische Denkanstöße gegeben, indem die Menschheit in ihren Grundzügen Skepsis und noch negativere Gefühle durch Flordelis erfährt. Nicht immer musste man mehrfach über die Ansichten eines Bösewichtes nachdenken, so krude und seltsam sie auch erscheinen mögen. Ich plädiere also für etwas Nachsicht mit den Machern.


Die Mega-Entwicklung: Nicht nur ein optisches Highlight

Verwundert waren die Mienen, als Nintendo erstmals von der Mega-Entwicklung schwadroniert hat. Was gab es nicht alles zu hören - Vergleiche mit Digimon wurden beschworen, gar der Tod der Pokémon-Reihe befürchtet. All diese negativen Gedankenspiele sind prinzipiell vollkommener Unfug, denn die Mega-Entwicklungen bringen ebenso wie der neue Feen-Typ endlich wieder ein bisschen Würze und Innovation in die Auseinandersetzungen zwischen den Taschenmonstern.

Rein äußerlich sind die Mega-Entwicklungen doch meist sowieso ein Highlight. Ob Voltenso, das in seiner Mega-Entwicklung noch cooler wirkt als zuvor, Ampharos, das nach seiner Entwicklung an flauschiger Anmut zulegt oder Bisaflor, welches auf seiner letzten Stufe erst recht wie ein lebendiges Gewächshaus durch die Gegend wandelt - zumeist kommt man in optischer Hinsicht auf einen gemeinsamen Nenner. Fast alle Mega-Entwicklungen legen in ihrem Aussehen gegenüber ihrer Vorstufe zu und haben dabei eine ganz eigene Note, die zum Beispiel durch hinzugekommene Details in der Gestaltung entsteht. Wie bei allem im Leben bestätigen Ausnahmen die Regel, und so sind selbstredend auch weniger gelungene Exemplare wie Mega-Skaraborn anzutreffen. Im Kampf allerdings bekommen die Mega-Entwicklungen eine weitere Bedeutungsebene, die ihren elementaren Einfluss auf das Geschehen verdeutlicht. Verloren geglaubte Kämpfe können durch plötzliche Mega-Entwicklungen noch zu den eigenen Gunsten gedreht werden, und auch eine etwaige Typveränderung der Vorstufe gegenüber bringt so manchen Vorteil mit sich. Es fällt also unsagbar leicht, ein positives Résumé im Bezug auf die Mega-Entwicklung zu ziehen: Game Freaks Erfindung wirkt sich positiv auf die Duelle der Trainer aus - ohne dabei aber eine Übermacht darzustellen, die Balance zunichte macht. Kritik? Fehlanzeige.


Stärken machen Schwachpunkte vergessen

Eigentlich ist es sehr einfach, ein zusammenfassendes Urteil der ausführlicheren Art zu fällen, wenn es um Pokémon X und Pokémon Y geht. Nicht nur die großteilig positive Resonanz vieler Spieler und die rege Beteiligung am verbesserten und technisch einwandfreien Online-Modus beweist, dass viele Spieler grundsätzlich zufrieden mit dem sind, was Game Freak der Pokémon-Gemeinde vorsetzt.


In meiner fast durchgängig positiven Berichterstattung und Einschätzung von den Spielen habe ich bereits viele Neuerungen erwähnt, die die durchaus vorhandenen Schwächen des Spiels im Vorbeigehen vergessen machen, da sie allein aufgrund ihrer Notwendigkeit überzeugen und teils sogar euphorisieren können. Das Wort Notwendigkeit ist hier von elementarer Bedeutung, immerhin war es längst an der Zeit, den Staub vom Franchise zu wischen. Und wenn dafür ein gründlicher Hausputz notwendig ist - kein Problem, nehme ich gern in Kauf! Die vielen Neuerungen, die man aufgrund ihrer Quantität beinahe nicht mehr aufzählen kann, führen zu einem frischen Spielerlebnis, das auf die ureigenen Stärken der Reihe setzt, diese aber auch konsequent und mit Bedacht ausbaut. Die in vielen Momenten fehlende Story und der an den meisten Orten nicht vorhandene 3D-Tiefeneffekt sind fraglos Aspekte, die nicht beschwerdefrei bleiben dürfen. Doch sollte man sich davon ein ganzes Spielerlebnis zerstören lassen? Ist es das wirklich wert? Ich sage: Nein! Eine Spielerfahrung, die den Spieler allein durch das neue Feature PokéMonAmi und durch die nach den eigenen Vorstellungen individualisierbare Spielfigur tiefer in das Geschehen zieht als je zuvor, verdient Spieler, die sich auf diese zauberhafte Reise einlassen. Doch es sind nicht nur die kleinen Dinge, die den Titeln zuträglich sind, auch die größeren Veränderungen wie die Mega-Entwicklung und die neuen Kampfvarianten wirken spürbar positiv auf das Gesamtwerk ein. Wenn sogar die Arenaleiter wie beispielsweise die elegante Valerie zu gefallen wissen, muss doch irgendetwas richtig gemacht worden sein.

Was also bleibt, sind zwei Pokémon-Editionen, die allein durch ihren revolutionären Charakter Einfluss auf die kommenden Generationen haben werden. X und Y bestimmen den Kurs, den die Serie künftig einschlagen wird. Sie bieten Ansätze und sehr positive Beispiele dafür, wie es in den nächsten Jahren in Sachen Pokémon aussehen könnte. Welcher der letzten Generationen ist ein solcher Wendepunkt zuzuschreiben? Richtig, keiner. Und allein deshalb sind Pokémon X und Pokémon Y Pflichtprogramm für alle Pokémon-Jünger! Ein Neubeginn spielt immer eine außergewöhnliche Rolle.

Hat lange auf Veränderungen gewartet und sieht nun keinen Grund darin, sie zu verteufeln: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Ist also alles eitel Sonnenschein? Mitnichten! Natürlich gibt es auch bei den neuen Pokémon-Editionen so einige prägnante Schwachpunkte. Wie diese im Detail aussehen, erläutern wir auf der nächsten Seite.



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profil 117 comments
[24.11.2013 - 12:57 Uhr]
Ogerscherge:
Ich lese ständig davon, dass man Flordelis' Beweggründe ja irgendwie nachvollziehen könnte.
Geht's noch? Der Mann wollte alle Menschen und Pokémon, die nicht seiner komischen Sekte angehören, in welche man sich für ein paar Millionen Pokédollar einkaufen kann, ermorden.

Versteht mich nicht falsch, die Story fand ich gut. Ich bekämpfe gerne wahnsinnige Massenmörder.
Aber dass das Spiel ständig versucht hat, Flordelis' barbarische Machenschaften irgendwie zu entschuldigen, oder zu relativieren hat mich mächtig gestört.
profil 271 comments
[24.11.2013 - 13:27 Uhr]
Redline:
Also ich fand diese Generation besser als die davor. Zwar ist diese Generation nicht so gut, wie die Erste, aber dafür mag ich diese Generation wieder. Außerdem mag ich auch die Region und so einfallslos, finde ich die Pokémon gar nicht.
profil 143 comments
[24.11.2013 - 16:14 Uhr]
DaedaliusRE:
Es wäre für mich das perfekte Pokemonspiel gewesen...aber irgendwie ist es Gamefreak unwichtig, eine Möglichkeit einzubauen die Pokemon den Spieler folgen lassen. Klar...es ist eigentlich auch unwichtig ob einem das erste Pokemon im Team nun nachläuft oder nicht. Aber ich wäre da irgendwie trotzdem abgegangen wie ein Irres 12 jähriges Bieber Fangirl : <

Abgesehen davon liebe ich diesen Teil trotzdem. Aber das sollte niemanden zu sehr wundern wenn man bedenkt, dass ich Schwarz/Weiß als auch deren Nachfolger gekonnt ignoriert habe (keine Evolis erhältlich in Schwarz und Weiß...wtf! >: O)
profil 99 comments
[24.11.2013 - 22:28 Uhr]
E39freak:
Finde es mega schade, dass die Story so gekürzt wurde =/ ich meine was war denn unsere Motivation? Wir bekamen unser Pokemon zogen los weil wir das Spiel durchspielen wollten. Wir wollten nicht wissen "boa was passiert wohl gleich?" einfach weiter durch die Landschaft irren...
Ich erinnere mich wie ich vor Jahren Smaragd verschlungen habe, weil gegen Ende die Story mit den Legis und den bösen Teams so gefesselt hatte.

Mich stört auch sehr dass die Legis einfach da sind, oder brav in ihrer Höhle warten bis sie entdeckt und gefangen werden. Ganz ohne Hinweise, Plot oder ähnlichem. Das Mewtu welches im Dorf quasi wohnt/lebt. Da dachte ich sofort an die Fortsetzung des 1. Poke-Films, aber es gab gar keine Hinweise darauf ebensowenig gab es irgendeinen Plot um seine Mega-Entwicklung... naja

die Spiele sind nicht schlecht... freue mich darauf dass man aus Pokemon ein "geschichten" spiel macht, selbst die 1. Gen hatte mehr Story. man hatte immerhin das Ziel Pokemonmeister zu werden...das war damals unsere Motivation
profil 100 comments
[24.11.2013 - 22:58 Uhr]
Gardevoir ex Alexander Schneider
@ Ogerscherge: So, ist dem so? Steht hier irgendwas von "nachvollziehen können"? Lies dir den Part mal genauer durch: "[...]so krude und seltsam sie auch erscheinen mögen."

Nur, weil die Taten eines Menschen abscheulich sind - und das sind die Taten von Flordelis ganz gewiss - heißt es nicht, dass man sich über eben seine Ansichten bezüglich des Zusammenlebens zwischen Menschen und Pokémon keine Gedanken machen darf. Dass der Typ daraus allerdings so schockierende Pläne und Taten ableitet, ist natürlich widerlich. Ganz genauso sehe ich es, und nicht anders steht es im Artikel. :)
profil 3144 comments
[25.11.2013 - 07:42 Uhr]
Iwazaru:
Ich finde nur einen Punkt richtig schlecht: Wenn man ein Pokemon nicht entwickeln lassen will, dann muss man bei jedem Levelanstieg die Entwicklung abbrechen... Meh.

@E39freak: Die Megaentwicklungen wurden doch oft genug im Spiel thematisiert. Steine hier, Steine da...

Allgemein wunder ich mich über die Aufreger zur Story. Die Serie kann mMn nie einen Preis für ein Drehbuch gewinnen. Wieso also alles bockernst nehmen, oder bis in's Detail ausgereizt?
profil 40 comments
[25.11.2013 - 14:14 Uhr]
NintendoFan1103:
@ Iwazaru
Man muss die Entwicklung nicht immer abbrechen. Dafür gibt's den Ewigstein :P
profil 3144 comments
[25.11.2013 - 14:19 Uhr]
Iwazaru:
...den man erst haben muss und finden kann man auch nur einen in einem Dorf, ansonsten muss man den von Kieslingen (?) ergattern. Und das ist irgendwie unnötig, denn einmal Abbrechen sollte reichen.
profil 117 comments
[25.11.2013 - 14:59 Uhr]
Ogerscherge:
@Gardevoir ex
Ich hab das in diesem Zusammenhang etwas unglücklich formuliert. Ich meinte nicht speziell Deinen Artikel sondern im allgemeinen die Gedanken zu Team Flare, die man im Internet, oder im Spiel selbst, so aufgreift.

Aber trotzdem. Die Ermordung von Milliarden von Menschen und Pokémon (Wenn wir davon ausgehen, dass in der Welt von Pokémon eine ähnliche Population besteht, wie auf der Erde) als "krude und "seltsam" zu bezeichnen ist sehr vorsichtig ausgedrückt.
Das in diesem Artikel ein klares Statement gegen apokalyptischen Massenmord fehlt, ist natürlich kein Problem. Das ist ja selbstverständlich und bedarf keiner Erwähnung.
...Das würde man zumindest meinen. Aber wie eingangs erwähnt genießt Team Flare in weiten Teilen des Internets und auch im Spiel selbst einen für meinen Geschmack etwas zu guten Leumund.
Meine Kritik richtet sich an eben diesen Teil des Internets und vor allem an das Spiel, nicht an Deinen Artikel.

Ich entschuldige mich für das Missverständnis.
profil 3144 comments
[25.11.2013 - 17:31 Uhr]
Iwazaru:
@ Ogerscherge: Eigene Meinung in Ehren, aber wenn man Pokemon bockernst nimmt, dann weiß ich auch nicht. Ich würde mal behaupten du interpretierst zu viel rein und daher würde ich ein "Nintendo ist schuld für das was sie gemacht haben, nicht für das was du daraus machst" sagen. Ich verstehe das Spiel so, dass man de Gedanken von Team Flare versteht, nicht die Art wie es gemacht wird. Ganz abgesehen davon geht es in japanischen RPGs - zu denen Pokemon ja irgendwie gehört - doch eh immer um das Opfern von mindestens einem teil der Bevölkerung um einen anderen teil zu retten. J-Melodrama eben...
profil 117 comments
[25.11.2013 - 18:26 Uhr]
Ogerscherge:
@Iwazaru
Dann sind wir grundverschieden.
Ich finde, ein Gedanke der mit dem Tod Unschuldiger endet wäre besser ungedacht geblieben und verdient kein Verständnis.
Aber da Du Ihre Gedankengänge zu verstehen scheinst, kannst Du mich vielleicht aufklären.
Ihr "Gedanke" ist die Erschaffung einer schöneren Welt, allein für ihre Sektenmitglieder, in der jeder andere tot ist. Wenn der Gedanke verständlich ist und nur die Ausführung falsch, wie macht man es dann richtig?

Und gegen den Vorwurf, ich nähme Pokémon zu ernst muss ich mich vehement wehren.
Es ging nie um Pokémon. Es hätte genauso gut jedes andere Spiel, ein Film oder ein Ereignis aus der echten Welt sein können. Es ist eine rein moralische Frage.
profil 3144 comments
[25.11.2013 - 19:10 Uhr]
Iwazaru:
Der Gedanke geht doch nicht um das Töten, sondern darum eine Welt zu schaffen in der man nicht um Dinge kämpft. Soll heißen: Klassischer Wunsch nach Frieden. Es gibt auch keine Sekte.

Doch du nimmst es zu ernst. Du nimmst mMn die Moral nur als Deckmantel... Da wird mit großen Worten herumjongliert, dass mir fast schlecht wird. Wie gesagt: Eigene Meinung in Ehren, aber so deine Ausführungen rüberkommen sitzt eher du mir in etwas wie einer Sekte (Wortspiel: Moralapostel :p) und würdest doch am liebsten auch nur eine heile, schöne Welt haben. Oder etwa nicht? Moral des Gutmenschen wegen, oder um irfendwie zu erstrahlen hat mit Moral nicht viel zu tun.
profil 40 comments
[25.11.2013 - 19:29 Uhr]
NintendoFan1103:
@Ogerscherge
Dann müsstest du dich auch aufregen, dass Mario auf Gumbas und Koopas, also unschuldige Wesen, springt. Ist das moralisch?!? Wen kümmert's? In Zelda Majoras Mask ist man ständig uner dem Druck des Mondes, der für Tod steht. Ist dies dem Spieler zumutbar und damit moralisch inkorrekt? Ich glaube nicht! Wenn auf der Suche nach logischen Stories bist, bist du bei Nintendo schon mal generell falsch...
profil 117 comments
[25.11.2013 - 19:46 Uhr]
Ogerscherge:
@Iwazaru
Sekte (von lateinisch secta ?Partei?, ?Lehre?, ?Schulrichtung?) ist eine Bezeichnung für eine religiöse, philosophische oder politische Richtung und ihre Anhängerschaft.
-Aus Wikipedia.

Aber zum Thema. Ich fürchte das Missverständnis geht von Deiner Seite aus. Der Gedanke ist, dass sich durch das Töten aller Menschen, die nicht Team Flare angehören eben die von dir beschriebene
"friedliche Welt" erschaffen lässt.

Nein, Moral liegt mir wirklich am Herzen. Und "Moralapostel" ist kaum ein Wortspiel...
Deinen letzten Satz verstehe ich nicht ganz, aber ja, ich würde gerne in einer schönen Welt leben. Und ja, ich versuche ein guter Mensch zu sein.
Aber dass Du "Gutmensch" als abwertende Bezeichnung verwendest sagt viel über Dich aus.
profil 117 comments
[25.11.2013 - 20:00 Uhr]
Ogerscherge:
@NintendoFan1103
Du hast meinen Grundgedanken nicht verstanden. Ich erwarte keine Moral von den "Bösen".
Ich erwarte sie von den "Guten". Wenn sich Link hinstellt und sagt: "Der Mond hat doch Recht! Menschen sind doof und sollten sterben!". Dann habe ich ein Problem mit der Geschichte.

Gumbas, Koopas und der Mond aus Zelda sind Feinde, die den Helden töten, wenn man sie lässt.
Das tun Unschuldige nicht.
profil 3144 comments
[25.11.2013 - 20:31 Uhr]
Iwazaru:
Und dass du, Ogerscherge, Wikipedie rezitieren musst und alles in einen Topf wirfst, nicht eingestehen kannst Dinge bierernst zu nehmen, usw. usw. sagt auch viel aus.

Team Flare ist weder eine Lehre, noch eine Partei noch eine Schulrichtung, noch religiös, philospohisch oder politisch. Das mit den Geld scheinst du dir auch eher zusammenzuzaubern. Ja, sie sagen "Der Anzug hat soooo viel gekostet", ja, sie bilden sich viel auf Ihre Anzüge ein. Aber wo genau fällt denn die Aussage, dass man das Geld alles für die Chefetage ausgegeben hat um zur Elite zu gehören? ...

Ich glaube einfach, du hast das Spiel nicht verstanden. Es wandert auf den klassischen Pfaden japanischen RPG-Melodramas. Nicht mehr, nicht weniger. Es gibt immer einen Bösen, der die hälfte der Menschheit ausrotten will, weil ihn der Hafer sticht, am Ende wird er meist durch Freundschaft besiegt.

SPOILER

Wenn du schon Moralapostel spielst (Doch ein Wortwitz... Sekte -> Religion -> Apostel!), dann erwarte ich eher eine Kritik darüber, dass der Schuss von Team Flare nach hinten losgegangen ist und jetzt offenbar alle hinüber sind. Oder ist irgendwie einer von denen aus dem Bunker gekrochen? Ich denke doch nicht...

Was machst du überhaupt im Internet? Der Ort mit wohl am wenigsten Moral überhaupt. Steigst du an jeder Ampel aus, wenn jemand über Gelb fährt und damit - wie es so schön heißt - Fußgönger nötigt? Bekommst du deine Energie - zum Beispiel für das Internet - auch aus erneuerbaren Energien? Ja, das hat auch alles mit Moral zu tun... Daher auch mein letzter Satz da oben: Du verwendest das Wort "Moral" fast schon großko...ig (sorry), weil du damit vielleicht irgendwie im reinen bist - who knows? Scheinst dabei aber nicht zu merken, dass keinen Funken besser zu sein scheinst. Das erinnert mich fast schon an die spanische Inquisition - und da sind wir uns wohl einig: Moralisch sehr kritisch!

Gumbas, Koopas und der Mond aus Zelda sind Feinde, die den Helden töten, wenn man sie lässt.
Das tun Unschuldige nicht.


Der Mond ist kein Feind, sondern eine Bedrohung. In dem Fall ist das ein ziemlicher Unterschied, denn er macht nichts - er hat keine Wahl. Und Goombas sind Mitglieder der Bowser-Sekte, die auch unschuldige Mitmenschen angehen. Wieso sollten sie sonst immer am Entführen der Prinzessin beteiligt sein, oder andere Dinge machen? Unschuldig gibt's ganz am Rande eh nicht - aber ich finde es schön, wenn man sich den Glauben daran aufrechthält.

Ich erwarte sie von den "Guten". Wenn sich Link hinstellt und sagt: "Der Mond hat doch Recht! Menschen sind doof und sollten sterben!". Dann habe ich ein Problem mit der Geschichte.

Und wo ist dann das Pokemon-Problem? Es wird wieder und wieder gesgat, dass man dem Wunsch nach einer schönen Welt durchaus verstehen kann, aber die Guten betonen dabei auch, dass sie daran glauben, dass es einen anderen Weg gibt als den, den Team Flare geht.

Auch noch interessant: Laut PETA sind Pokemontrainer ja auch nicht unschuldig... Hmmm...

Tut mir leid, aber ich finde deine Ausarbeitungen zu deiner Meinung alles, nur nicht schlüssig. Und den guten Menschen kann ich dir auch nicht abkaufen. Alleine weil du mir anhängst ich hätte Gutmensch als abwertende Bezeichnung genutzt. Das ist moralisch mMn nun auch sehr verwerflich, denn ich bin verantwortlich für das was ich schreibe, nicht für das, was du daraus machst.

Weiter muss man das Thema wohl auch nicht breittreten - am Ende kommt sonst noch das übliche "du arroganter F***zknoten akzeptiert meine Meinung nicht"-Drama, worauf die Seite und die Moderatoren gut und gerne verzichten können.
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[25.11.2013 - 21:51 Uhr]
Ogerscherge:
@Iwazaru
Team Flare fällt mit seinen Ansichten unter die Sparte "Philosophie".

Und tatsächlich gibt es einen Team Flare NPC (blockiert Route 15), der erwähnt, dass der Beitritt 5 Millionen Pokédollar kostet. Ferner haben wir noch einen Wanderer, der berichtet, dass er Team Flare nicht beitreten kann, weil es keine Anzüge in seiner Größe gibt.
Offensichtlich dürfen also nur die überleben, die reich und schlank sind.

Auf Flordelis trifft das "Durch Freundschaft besiegt"-Konzept nicht zu. Er hat zu keinem Zeitpunkt von seinem Plan abgelassen, er hatte sozusagen den Knopf bereits gedrückt, wurde aber aufgehalten. Sollte er im Bunker umgekommen sein, wäre das tragisch, aber nicht ungerecht.
Weswegen ich jetzt allerdings tatsächlich zurückrudern muss. Ich habe das Ende nämlich so interpretiert, dass er ungeschoren davongekommen ist. Aber Du scheinst Recht zu haben.
Dann ziehe ich meine moralischen Einwände bezüglich des Endes zurück.

Ehrlich gesagt beziehe ich Strom aus erneuerbarer Energie. Aber selbst wenn nicht, Umweltschutz ist nicht Teil meiner Moralvorstellungen. Aber das kann natürlich jeder handhaben wie er will. Es gibt nun mal nicht die "eine" Moral. Der eine befindet Miniröcke für unmoralisch, der andere Homosexualität.

Dann eben eine Bedrohung. Ob es ein Feind oder eine Bedrohung ist, die Unschuldigen zu schaden droht ist uninteressant. Und ja, die "Bowser-Sekte" lässt sich durchaus mit Team Flare, oder vielmehr mit Team Rocket vergleichen. Allerdings wird einem auch nicht nahegelegt, ihre Beweggründe doch zu verstehen.

Was das Thema betrifft sind wir schlichtweg andere Meinung. Wenn Du Dich erinnerst sind wir uns hinsichtlich der Wünsche und Absichten Team Flares uneinig. Du hältst ihren Massenmord für den Weg, ich für das Ziel. Deswegen verstehe zumindest ich sie nicht im Geringsten.

Gutmensch ist sprachlich eine ironische Verkehrung des ausgedrückten Wortsinns „guter Mensch“ in sein Gegenteil, und gilt als politisches Schlagwort mit meist abwertend gemeinter Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“), denen ihr Attribut „Gutsein“ oder „Gutseinwollen“ als übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten unterstellt wird. In der politischen Rhetorik wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet.[1] Im Januar 2012 erhielt das Wort als Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. In der Begründung gab die Jury an, mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“ und kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.

-Wieder aus Wikipedia



Aber gut, einverstanden. Es ist auch eigentlich alles geklärt.
Ich räume ein, das Ende der Story falsch verstanden zu haben, finde aber immer noch, dass die Ziele von Team Flare kein Verständnis verdienen.


profil 3144 comments
[26.11.2013 - 07:23 Uhr]
Iwazaru:
Umweltschutz ist nicht Teil meiner Moralvorstellungen. Aber das kann natürlich jeder handhaben wie er will.

In Bezug auf die Generation nach dir durchaus... Oder soll sie was ausbaden, was man selbst mit verbockt hat. Aber wenn du meinst Moral kann jeder handhaben wie er wiill, dann ist der ganze Einwand gegen Nintendo und Co doch eh hinfällig und bedarf keiner Kritik.

Der Rest soll sich im Mantel des Schweigens verlaufen.
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[26.11.2013 - 09:46 Uhr]
3DS3SD:
Ogerscherge, du hast wohl den tieferen Sinn von Team Flare nicht verstanden. Flordelis' Ziel kann ich durchaus auch nachvollziehen, wie er dieses Ziel jedoch erreichen will, nicht.
profil 117 comments
[26.11.2013 - 13:57 Uhr]
Ogerscherge:
@3DS3SD
Das Problem ist, dass wir die Ziele Team Flares verschieden definieren.
Wenn Du in der "PokéWiki", oder auf "Bulbapedia" Team Flare nachschlägst wird auch die Vernichtung der Menschheit als ihr Ziel aufgeführt.

"Team Flare ist die Verbrecherorganisation der Region Kalos. Ihre Mitglieder sind ganz in Orangerot gekleidet. Sie streben nach einer schönen Welt für ihre Mitglieder und nach der Vernichtung aller Anderen."

-Aus der PokéWiki

Ihre Große Idee ist, dass sich durch die Vernichtung fast aller Menschen eine schönere Welt erschaffen lässt.

Ich kaufe Flordelis seine noblen Ziele einfach nicht ab. Auf der einen Seite verurteilt er die Gier der Menschen, auf der anderen Seite ist er Kopf einer Organisation, deren Erklärtes Ziel es ist, Geld zu scheffeln. Sein Utopia ist also eine fast menschenleere Welt, die auschließlich von "stylischen", reichen (Wie bereits erwähnt kostet es 5 Millionen Pokédollar Team Flare beizutreten) und gierigen Idioten bevölkert wird.

"Team Flare appears in X and Y. Their goal is to create a "beautiful and better" world while making money, eliminating everyone who doesn't follow their standards."

-Aus der Bulbapedia
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