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Kolumne: Das gefährliche Spiel mit der Ländersperre

Marcel Eifert, am 08.07.2012, Seite 1 von 1

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Once upon a time in the west
Die etwas ältere Generation - nennen wir sie mal Generation Super Nintendo - wird sich schmerzlich an eine Zeit erinnern, in der es nicht so einfach war, sich ein Spiel aus den USA zu importieren und das Modul in sein geliebtes SNES zu stecken. Gleich mehrere Faktoren machten das Importieren zu einer kostspieligen Angelegenheit. Zum einen waren da die horrenden Importkosten. Zum anderen der Fakt, dass das Super Nintendo überhaupt keine Module aus anderen Regionen abspielen konnte. Dies lag an den Video-Formaten wie PAL (Phase Alternating Line) und NTSC (National Television Systems Committee), die nicht untereinander kompatibel waren, und natürlich auch an den Modulen selbst, die zumindest im amerikanischen Raum anders geformt waren. Mit einem geeigneten Adapter – und derer gab es viele! - konnte man diese Unannehmlichkeit allerdings umgehen. Eine sehr komplizierte Angelegenheit damals.

Aber auch wenn sich mal etwas zu uns verirrte, waren wir PAL-Spieler praktisch immer benachteiligt. Die betroffenen Lokalisierungen liefen langsamer als das NTSC-Original und litten unter den sogenannten PAL-Balken – schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand, die durch unzureichende Anpassungen entstehen. Meilensteine wie Chrono Trigger erblickten nie das Tageslicht in Europa. Manchmal entschlossen sich Publisher aber auch dazu, ihre Werke komplett in Japan zu lassen. Darunter zählten beinahe komplette Reihen wie zum Beispiel Fire Emblem. Dragon Quest auf der anderen Seite erschien nur sporadisch und unter dem Titel Dragon Warrior in den USA. Von den legendären EarthBound/Mother-Games hat es auch gerade mal ein Ableger in den Westen geschafft, und auch dieser lediglich in die fernen USA.

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Einzigartige Rollenspiel-Legenden, beinahe auf Ewigkeit im fernen Osten gefangen. So gab es nicht nur das PAL/NTSC-Problem, sondern auch eine fiese Sprachbarriere. Denn ohne das Internet war der Ferne Osten gleich so fern, dass er, besonders für uns Europäer, völlig außer Reichweite war. Hunderte von Videospielen sind dadurch seinerzeit nicht in Europa erschienen. Noch eine ganze Schippe konnte man drauf legen, wenn man die Titel mitzählte, die exklusiv in Japan blieben. Eine Lokalisierung war, und ist bis heute, kostspielig. Und das Geld schien bei den Käufern damals längst nicht so locker zu sitzen, wie es in der Gegenwart der Fall ist.

Die Jahre vergingen und auch Sonys PlayStation spielte Titel aus fremden Regionen nicht ohne eine Modifikation ab. Aber die Fernseher wurden besser. Mit der Einführung der 60-Hertz-Geräte in Europa war plötzlich das Videoformat kein Thema mehr. Ob PAL oder NTSC, der gute alte Röhrenfernseher war in der Lage, jedes Format wiederzugeben. Damit verlor die Ausrede mit der Zeit also immer mehr an Wert, ein Videospiel aus diesen Gründen nicht in verschiedenen Regionen zu veröffentlichen.

Die DVD verschaffte jedoch Abhilfe. Mit den sogenannten Regionalcodes sperrte man die Disc einfach für den Gebrauch auf zum Beispiel europäischen Geräten, sofern der Regionalcode des Gerätes nicht mit dem auf der Disc übereinstimmt. Später erschienen dann auch Geräte und Discs, die den sogenannten Region-Free-Stempel trugen und somit auf allen Geräten abspielbar waren.

Mit dem System der Regionalcodes (Deutschland und Japan tragen übrigens den gleichen: Regionalcode 2) wollte man die Zuschauer weniger ärgern, als ein Lizenz-Chaos zu verhindern. Denn welcher heimische Vertrieb würde schon gerne ein Produkt übernehmen wollen, welches gleich in Massen von Importeuren rübergeholt werden würde?

Ein ungeliebtes System, welches man sogar mit in die neue Generation nahm, der Blu-ray-Disc. Videospielhersteller machten Gebrauch von den Regionalcodes und sperrten ihre Titel, ganz unabhängig von irgendwelchen alten Videoformaten, die längst durch eine fortschrittlichere Technik der Vergangenheit angehörten. Ein Trend, der bis zum Ende der PlayStation-2-Ära ein fester Bestandteil der Branche für Unterhaltungselektronik war. Zumindest im Heimkonsolen-Bereich. Doch wie war das bei den kleinen, aber feinen Handhelds?

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Regionegal
Schluss jetzt mit dem ganzen PAL/NTSC- und Regionen-Kram. Warum sollte man sich nicht lieber auf das Wesentliche konzentrieren? Was war das nochmal? Da kommt man bei den ganzen Sperren ja völlig durcheinander. Ah..... genau, das Zocken. Immerhin verbindet Videospielen. Zumindest zu Zeiten, seitdem das Internet an Zuwachs gewonnen hat. Und 2004 sollte es dann endlich soweit sein. Seinerzeit war bereits der GameBoy, der Urvater der Handhelds, seinen großen Konsolenbrüdern in einer Sache voraus. Etwas, was er auch an seinem Enkel, dem Game Boy Advance vererbte: Die Möglichkeit, uneingeschränkt Spiele aus allen Regionen auf dem heimischen Gerät zocken zu können. Ein Feature, welches Nintendos neuster Handheld, der DS, erst recht nicht vermissen lassen durfte. Und nicht nur der DS: Als Ende 2004 auch Sonys erster portabler Handheld, die PSP, erschien, ging auch sie, trotz Regionalcodes, den nervigen Ländersperren aus dem Weg. Obwohl die UMD-Datenträger gekennzeichnet waren, spielte dies für den Konsument zumindest bei den Spielen keine Rolle - für Filme auf UMD galt diese Regel jedoch nicht. Der DS und die PSP fraßen alles, was man in den Schlitz oder ins Laufwerk steckte. Es begann eine Ära, in der Entwickler und Publisher mutiger wurden. Man ging das Risiko ein, auch viele exotische Titel zu lokalisieren. Denn neben günstigen Importkosten, wurden insgesamt die wichtigsten Spiele für den nordamerikanischen und europäischen Markt lokalisiert.

Zwar fehlt bei vielen Handheld-Titeln, die in Deutschland erschienen sind, auch weiterhin eine deutsche Vertonung oder Untertitel, aber man verpasste somit keinen wichtigen Titel mehr. DS-Spieler kamen sogar in den Genuss alter Klassiker von Square Enix, die nie ihren Weg in europäische Regionen schafften. Darunter auch das bereits erwähnte Chrono Trigger und die verlorene Dragon Quest-Reihe. Noch immer haben es unzählige Perlen nicht nach Europa geschafft, aber die Flut an exotischen japanischen Titeln, die uns in den vergangenen Jahren erreichte, machte so einiges wieder gut. Dies hat man auch so einigen mutigen Publishern zu verdanken, die sich ausschließlich auf japanische Titel konzentrieren. Ganz wiedergutmachen kann man die vielen verpassten Highlights bei europäischen Spielern aber nicht mehr. Nichtsdestotrotz: Fehlende Lokalisierungen scheinen wie ein Dämon aus alten Zeiten zu sein. Er war besiegt und wird nie wiederkehren. Leider aber haben viele anscheinend folgenden Fakt vergessen: Dämonen sind unsterblich.

Nintendo DSi und 3DS: Ein Rückschritt in antike Zeiten
Auf Microsofts Xbox 360 ist es ist jedem Publisher selbst überlassen, ob er seine Spiele mit einer regionalen Sperre versieht. Von daher ist es ein Lotteriespiel, ob Importtitel auch auf einer europäischen Konsole funktionieren. Sony hingegen schlug mit der PlayStation 3, sowie mit seinem neuen Handheld, der Vita, den gleichen Weg ein wie bei der PSP: Alle Titel, die erscheinen, sind frei von Ländercodes und lassen sich auf allen Systemen abspielen – naja, zumindest fast. Empörung gab es dafür jedoch, als Nintendo bekannt machte, dass der 3DS regional beschränkt sein würde. Eine Gefahr, die sich bereits durch die Veröffentlichung des DSi anbahnte. Bereits einige neue DS-Titel wie Assassin's Creed 2, Solatorobo oder Pokémon Schwarz und Weiß liefen nicht als Import auf DSi-Geräten anderer Regionen. Und auch auf dem 3DS ist die regional bedingte Sperre nun fest eingespeichert. Soll heißen: Steckt ihr ein japanisches oder amerikanisches Mario Kart 7 in euren 3DS, so wird euch weiterhin nur ein leeres Feld da angezeigt, wo nun das Logo des Titels erscheinen sollte. Erschreckt euch also nicht, euer 3DS ist nicht kaputt.

Ein Rückschritt, den weder Analytiker noch Fans nachvollziehen können. Nintendo setzt auf ein veraltetes Konzept, welches noch etliche Probleme mit sich bringen sollte - und das nach nicht einmal zwei Jahren 3DS. Denn ganz plötzlich sind Lokalisierungen wieder ein Problem, nicht nur in Europa. Auch der nordamerikanische Markt muss um jeden Titel bangen, der aus Nippon stammt. Und nicht nur kleinere, typisch japanische Titel sind betroffen. Mit Titeln wie Monster Hunter und Dynasty Warriors sind auch prominente Serien betroffen. Willkommen zurück in den Neunzigern. Nein, ihr befindet euch nicht auf einer Zeitreise, so sieht die düstere Realität aus.

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Die Monster Hunter-Krise
Unter vielen 3DS-Besitzern wird diese Bezeichnung ein fester Begriff sein. Zwei Namen, die auf allen Videospiel-orientierten Websites in den letzten Monaten beinahe täglich zu lesen waren, lauten Capcom und Christian Svensson. Und ein bereits jetzt legendäres Zitat: Habt noch etwas Geduld.

Capcom weigert sich partout, das seit Ende 2011 erhältliche Monster Hunter Tri G in westlichen Gebieten zu vertreiben. Christian Svensson, Vizepräsident für geschäftliche Angelegenheiten beim amerikanischen Zweig von Capcom, fungiert dabei als klassischer Buhmann. Dieser bemüht sich inständig, dem Millionenseller Monster Hunter Tri G für eine Lokalisierung freizugeben. Allerdings legen ihm seine eigenen Kollegen aus Japan Steine in den Weg. Die Hauptzentrale verpasste ihm dabei auch noch einen Maulkorb, so dass er weder Gerüchte bestätigen, noch dementieren kann. Ein Debakel bahnt sich für Capcom an, denn die meisten Fans kehrten dem Unternehmen längst den Rücken. Svensson selbst meint jedoch, schon bald würde man sich mit Capcom wieder versöhnlich stimmen. Allerdings fürchten Fans bereits, dass auch die Veröffentlichung des 3DS-exklusiven Monster Hunter 4 in Nordamerika und Europa auf dem Spiel stehen könnte. Bange bei einem Titel, der noch nicht einmal in Japan erschienen ist.

Ganz anders macht es da bereits Publisher Tecmo Koei. Diese verkündeten nämlich recht zügig, dass ihr neues Dynasty Warriors VS. nicht für den westlichen Markt geplant sei. Auch das sicher geglaubte Fire Emblem: Awakening wurde von Nintendo vorerst aus der Planung geworfen. Diese bestätigten nämlich vor einiger Zeit, vorerst sei keine Lokalisierung geplant. Überraschend kündigte jedoch, kurz nach der 3DS-Software-Präsentation im Zuge der E3, Nintendo of America Präsident Reginald Fils-Aime den Titel für Nordamerika an. Und auch Nintendo of Europe zog nach. Satoru Shibata, Chef von NoE, kündigte das neue Fire Emblem erneut und definitiv für den europäischen Markt an - wenn auch erst für 2013.


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Auf der Kippe steht auch die Veröffentlichung des im Herbst/Winter erscheinenden Adventures Zero Escape: Virtue's Last Reward. Bereits der Vorgänger 999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors für den DS erschien nicht in Europa. Genau so ungewiss ist auch das Schicksal kommender Atlus-Titel wie Etrian Odyssey IV und Devil Summoner: Soul Hackers. Der Entwickler besitzt keinen festen europäischen Zweig. Somit muss sich ein unabhängiger Publisher dazu bereiterklären, ihre Spiele in Europa zu vertreiben. Recht sicher hingegen ist bei den letzten genannten Titeln zumindest, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Nordamerika erscheinen werden. Durch die regionale Beschränkung schauen europäische 3DS-Besitzer aber auch hier wieder in die Röhre. Ein kleiner Trost: Publisher Ghostlight bringt demnächst die verloren geglaubten Shin Megami Tensei-Spinoffs Devil Survivor Overclocked für den 3DS und Devil Survivor 2 in europäische Geschäfte. Bislang waren die Taktik-RPGs lediglich dem japanischen und nordamerikanischen Markt vorbehalten.

Willkommen daheim. Alles wieder beim Alten bei Nintendo
Wir stehen wieder vor dem gleichen Problem wie zu Zeiten des Super Nintendo. Keine Möglichkeiten den Import als Ausweg zu nutzen, und eine Sprachbarriere. Denn der westliche Markt scheint selbst für das ein oder andere große Unternehmen, darunter Capcom, kein großes Thema mehr zu sein. 3DS-Besitzer rechnen bei jedem System-Update mit einer Bereinigung der regionalen Sperre. Bisher scheint dies bei Nintendo aber noch nicht zur Debatte zu stehen. Fest steht aber auch, dass in naher Zukunft daraus ein echtes Problem resultieren wird. Bei den an sich wenigen 3DS-Titeln, die erscheinen, hat dies zu Folge, dass noch weniger Spiele erhältlich sein werden. Letzten Endes ein System, dass sich auch noch bei Nintendo selbst rächen könnte, denn es besitzt eindeutig die Funktion eines Bumerangs: Getroffen werden alle einmal. Eine Frage bleibt aber: Ist eine Lokalisierung spezieller Titel wirklich unmöglich bei der europäischen Käuferschaft? Oder sind Publisher einfach nicht mehr mutig genug, das Wagnis aufgrund zu potentiell großer, finanzieller Verluste einzugehen? Schaut man sich das derzeitige Angebot im Handel jedoch an, so wird deutlich klar: Die Charts werden von westlichen Titeln angeführt.

Doch bei aller Liebe, Nintendo, diese Dämonen aus vergangenen Zeiten hättet ihr gerne ruhen lassen dürfen.

Steckt in sein Reisbällchen ein importiertes Japan-Modul von Fire Emblem: Awakening- aber nichts passiert: Marcel Eifert [R.Godless] für Planet3DS.de

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33 Kommentare

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profil 415 comments
[08.07.2012 - 23:59 Uhr]
ecj_89:
Naja übertreibt es nicht, so viele potenzielle Käufer werden es ja nicht sein den diese Generation ist mittlerweile über 20 wenn gar nicht über 30.

Und wer möchte kann sich einen japanischen oder amerikanischen 3DS kaufen - zwei Modelle gibt es ja bereits. Früher war das so aber es gibt genügend Games für den Handheld und alle wichtigen Games wie beispielsweise Pokemon wird es immer für alle Regionen erscheinen.
profil 378 comments
[09.07.2012 - 00:21 Uhr]
RGodless Marcel Eifert
Naja übertreibt es nicht, so viele potenzielle Käufer werden es ja nicht sein den diese Generation ist mittlerweile über 20 wenn gar nicht über 30.

Ich verstehe nicht ganz. Genau die Zocker der alten Generation, die jetzt über zwanzig sind, kann man als potentielle Käufer bezeichnen weil sie nun Geld verdienen und ihr Hobby finanzieren können. Oder glaubst du, nur weil man älter wird, werden Videospiele uninteressant? Ich bin jetzt auch schon 25, und an meiner Philosophie hat sich nichts geändert. Leider lese ich momentan viele Meinungen wie die Deine. So werden wir auch zukünftig keine Spiele bekommen, wenn ein exotisches Spiel die Leute bereits abschreckt und sie sich halt mit den alteingesessenen Titeln wie Pokemon oder Mario zufrieden geben.
profil 550 comments
[09.07.2012 - 00:45 Uhr]
Dirki:
@RGodless da kann ich dir nur zustimmen. Das trifft genauso auf viele weitere zu, einschließlich mich.

Und wer möchte kann sich einen japanischen oder amerikanischen 3DS kaufen

Erm, nicht jeder beherscht japanisch? Außerdem sind dort viele Spiele, die ich echt mal spielen würde :(
profil 489 comments
[09.07.2012 - 00:56 Uhr]
Spike_V1:
Ich sag es gern nochmal: Die Ländersperre muss weg und zumindest englische Textausgabe sollte in sämtlichen Spielen aus allen Regionen Standard sein. Diejenigen, die die Spiele wirklich wollen, können idR Englisch und haben dann auch kein Problem mehr mit dem Import.
profil 1031 comments
[09.07.2012 - 01:20 Uhr]
Loos3r:
Zero Escape muss sein. 999 war so toll, dass ich da nicht drauf verzichten kann. Und wenns bei uns nicht rauskommt, wird halt die Vita-Version importiert. Generell: Regionensperren gehören abgeschafft - einer der wenigen Pluspunkte der Sony-Geräte gegenüber der Konkurrenz.
profil 662 comments
[09.07.2012 - 07:00 Uhr]
Trunx
Wohl einer der besten Artikel der letzten Jahre, sehr schn geschrieben, gut recherchiert und mit klarer Aussage. Toll.

Habe das Problem mit dem DSi. Hatte ihn meiner Freundin geschenkt und sie hat sich über ebay Spiele geholt. Leider alle US-Versionen, die sie jetzt auf meinem DS zocken muss, weil sich der DSi weigert.
profil 9 comments
[09.07.2012 - 07:21 Uhr]
Lord_Onion:
@RGodless

Um genau zu sein empfinde ich es so, dass durch das Altern gewisse Dinge uninteressant(er)/unwichtig(er) werden. Und da gehört das um jeden Preis zwanghafte Habenwollen irgendwie auch ein wenig dazu(bezieht sich in dem Kontext auf das Importieren, beschränkt sich aber nicht nur darauf). Zumindest bei mir. Ich gehe davon aus, dass ältere Spieler nicht mehr so gierig einem Spiel hinterherhinken und demnach der Import eher auf eine jüngere Zielgruppe fällt. Auf meine Erfahrung hin bezogen machen mir und vielen meiner Bekannten Videospiele bei weitem nicht mehr so viel Spaß wie vor vielleicht 10 Jahren und das, obwohl diese qualitativ immer besser werden. Das ist entgegen der Jammerlappen die sagen, dass die heutigen Spiele keinen Tiefgang mehr haben. Ich sehe es eher so, dass die Kunden keine Befriedigung mehr darin finden, obwohl sich die Entwickler den Arsch aufreißen um der gewünschten Perfektion nahezukommen. Aber das nur am Rande...
Auch wenn man das Geld dazu hätte(oder hat), jedes Spiel zu kaufen, werden sich oftmals die Prioritäten woandershin verlagert haben. Beispielsweise eine Familie gründen oder sich ein Haus oder eine Wohnung leisten, ein neues Auto kaufen, einen besseren Job anstreben oder einfach anderen Hobbies nachgehen. Da bleibt oft nicht extra viel Zeit, Lust oder Energie und man erspart sich vielleicht den Kauf von etwas, das man kaum nutzt, am wahrscheinlichsten ist es da, auf Importtitel zu verzichten. Ich denke das passionierte Videospielen ist eher eine jugendliche Leidenschaft und eine, die Konsumenten trifft, die noch keine alternative Beschäftigung im Leben gefunden haben, die Sinn macht. Das ist nun zwar hart gesagt, aber trifft doch auf zu viele zu um es ignorant unter den Teppich zu kehren...
profil 3144 comments
[09.07.2012 - 07:27 Uhr]
Iwazaru:
Naja, die Ländersperre hat aber durchaus auch ihre Gründe die man einfach nachvollzehen kann (Copyright, Absicherung wegen der anderen Altersfreigaben innerhalb der Länder, ...). Aber das kann ja jeder selber sehen wie er will. Fakt ist natürlich dass man so einige Spiele nicht spielen kann, egal wo. Die USA hat zum Beispiel nie Desaster bekommen, oder Tingle, oder die Fortsetzung zu Another Code. Pandoras Tower scheint auch weit weg zu sein... Sony? Naja, vom Prinzip her sind alle Spiele codefree, auch auf der PSP, aber die haben ein anderes Problem: Oft genug gibt es z.B. US- oder JAP-Spiele, die einfach nur dann (richtig) laufen, wenn das System auf die jeweilige Ländersprache gestellt wird. So ganz doll ist das dann auch wieder nicht, oder? Wenn ein Spiel plötzlich muckt und nur in Spanisch läuft (Dead Head Fred), oder man nie über das Intro rauskommt (Folklore), dann bin ich jedenfalls nicht wirklich begeistert.

@ Trunx: Kaufe ich dir nicht so ganz ab. Es gibt kaum Spiele die den DSi wirklich voraussetzen. Ich kenne gerade mal DREI (!) die das wirklich machen. Ein albernes MakeUp-Spiel, weil man die Kamera benötigt, der Korg DS10+ und dieses Photo-Pokemon-Abklatsch-Teil. Würde mich also interessieren welche Titel sich deine Freundin da so gekauft hat, weil bei mir alle großen und kleinen Spiele, die den Namen irgendwie auch verdient haben, wirklich auf dem DSi laufen.
profil 237 comments
[09.07.2012 - 08:36 Uhr]
blablub:
Ohne Regionalcodes würden alle Händler und viele Spieler aus Afrika oder Südamerika importieren, wo Videos und Spiele nur ein Zehntel kosten und unsere lokale Wirtschaft würde riesigen Schaden nehmen. Das ist einer der Hauptgründe (neben den genannten rechtlichen Dingen, wie Altersbeschränkungen).

Die Hersteller würden doch keinen Mehraufwand für so eine Technologie investieren, wenn es nicht gute Gründe gäbe (im Gegensatz zu Kopierschutzmaßnahmen, wo sie "notgedrungen" investieren müssen).

Der Markt für Importware ist außerdem viel zu klein. Nur weil sich auf so einer Seite wie Planet3DS natürlich alle Import-Interessenten sammeln (weswegen dieses Thema hier so emotional hochkocht), heißt das nicht, dass auch alle 3DS-Besitzer importieren wollen (geschweige denn von der Möglichkeit oder dem "Problem" überhaupt wissen). Hier nimmt sich mal wieder ein nur winziger Bruchteil einer riesigen Gesamtmenge von Spielern viel zu wichtig, weil er glaubt, jeder aus der "Szene" hätte dieses Problem, was aber gar nicht so ist. ;)
profil 67 comments
[09.07.2012 - 10:19 Uhr]
IKAY:
Ohne Regionalcodes würden alle Händler aus Afrika oder Südamerika importieren? Wohl kaum... Besonders in Deutschland muss das wunderschöne USK-Logo drauf sein, damit es verkauft werden darf.

Die Regionalsperre ist mir persönlich ein riesen Dorn im Auge... Ich hatte mir damals Pokemon Weiß importiert, weil ich mal wie andere das Spiel ziemlich früh spielen wollte. Mit Weiß 2 kann ich das nicht machen, da mein DS nicht mehr zum spielen geeignet ist und mein 3DS ne Sperre drin hat. Eine deutsche Version des Spiels habe ich mir übrigens trotzdem zugelegt. Da die Sprache für mich ein Problem darstellt werde ich mir wohl kein Spiel mehr aus japan Importieren.

Die Regionalsperre beim 3DS geht aber noch weiter als nur bei Spielen: In der StreetPass Lobby gibts das Fire Emblem Puzzle nur für Japaner und diese können es nicht an Europäer/Amerikaner weitergeben. Auch die QR-Codes der speziellen Mii sind mit ner Sperre versehen.
profil 10 comments
[09.07.2012 - 10:30 Uhr]
Suiumuounu:
Ich kann nichts mit Import anfangen da warte ich lieber darauf des es in deutschland rauskommt
profil 3144 comments
[09.07.2012 - 10:30 Uhr]
Iwazaru:
Pkmn Weiß 2 ist ein DS-Spiel, kein DSi-Spiel. Korrigiert mich ggf. Das Spiel hat demnach keine Sperre drinnen und kann auf jedem DS, DSi und 3DS gespielt werden. Die Sperre beim 3DS bezieht sich bei Spielmodulen auch nur auch nur auf DSi- und 3DS-Titel. DU kannst noch immer jedes normale DS-Spiel darauf daddeln.

Das mit dem Code hat allerdings nichts mit dem angebotenen Online-Angebot zu tun. Zumindest nicht so, wie das hier - meiner Meinung nach - dargestellt wird. Fakt ist auch hier wieder dass die Ratings zum Beispiel in Japan anders ausfallen als in den USA als in Europa. Demnach geht man den sicheren Weg und bietet NICHT einen Pool an Sachen an, auf die jeder sofort zugreifen kann. Siehe auch PS3 und 360: Du kannst nicht von einem deutschen Account auf einen US- oder JAP-Store zugreifen. Hätte das also was mit der Sperre zu tun, dann wäre spätestens bei SONY ein Zugriff von einem Account auf ALLE Stores ohne weitere Probleme möglich. Ist aber nicht der Fall.
profil 345 comments
[09.07.2012 - 10:48 Uhr]
Lemon96:
Klar, dass der Import durch die Codes verhindert wird. Aber ich verstehe nicht, warum eine Lokalisierung des Spiels dadurch erschwert wird. Eigentlich müsste diese doch sogar noch reizvoller werden, weil die europäischen Spieler dann auf die lokalisierte Version angewiesen sind, weil sie sich nichts importieren können, oder?
profil 237 comments
[09.07.2012 - 11:19 Uhr]
blablub:
IKAY, du kannst doch problemlos Sachen bei Amazon.com oder .co.uk bestellen. Oder eben auch bei afrikanischen Versandhäusern. Mit Kreditkarte oder Paypal, kein Problem. Entweder du machst es selbst, oder lässt einen Einzelhändler den Bestellvorgang für dich abwickeln. Das ist alles legal. Und ohne Regionalsperren würde dieses Verhalten stark zunhemen.

Lemon96, Es gibt ja Spiele, die für den europäischen Markt nicht interessant sind. Klar, auch hier gibt's Leute, die das kaufen würden. Aber wenn die Lokalisierungskosten höher sind, als das, was die Zielgruppe einspielen würde, dann wird es eben nicht lokalisiert. Ab wann eine Lokalsiierung finanziell interessant wird, das finden Marktforscher raus. Nintendo ist nunmal ein gewinnorientiertes Unternehmen.

Unsere Welt ist einfach viel zu komplex (Sprachen, Währungen, Gesetze, Kutluren, Ansprüche, Wünsche,...) als dass man einfach alles mit einmal gleichschalten kann, nur weil eine Minderheit (ob ihr es wollt oder nicht, Importspieler sind nunmal eine Minderheit und für große Konzerne deswegen nicht interessant) gerne ein paar Videospiele hätte, die es sonst nicht gibt.
profil 662 comments
[09.07.2012 - 11:40 Uhr]
Trunx
@ Iwazaru New Super Mario Bros, Mario 64 DS, etc. Alles US-Versionen, daran hatte sie beim Kauf aber nicht gedacht. Der DSi erkennt sie nicht, der normale DS lite spielt sie problemlos ab.

Glaube aber nach deinem Posting, dass du mich falsch verstanden hast ;)
profil 3144 comments
[09.07.2012 - 12:11 Uhr]
Iwazaru:
Nö... denke ich nicht. Wäre mir auch neu dass das nicht geht. Bei mir geht's jedenfalls... Mein PAL-DSi spiel alle US DS-Spiele ab, ausgenommen die, die exklusiv für den DSi gekommen sind und einen anderen Code als das Gerät haben.
profil 662 comments
[09.07.2012 - 12:25 Uhr]
Trunx
habs auf Grund deiner Angaben nochmal gegoogled und in Nintendos FAQ steht auch: Der größte Teil der Nintendo DS Hard- und Software ist weltweit kompatibel. Man kann also Nintendo DS-Software jedes Landes auf dem Nintendo DSi verwenden.

Hatte damals schon die Befürchtung, dass es Raubkopien sind, aber ich konnte nix dergleichen feststellen. Original-Packung, Modul, Anleitung, etc. Nur eben US und nicht lauffähig auf dem DSi... :(
profil 3144 comments
[09.07.2012 - 12:36 Uhr]
Iwazaru:
Hmmm... Und das Gerät? Vielleicht findet sich was über die Produktionsnummer auf der Rückseite. Es wäre jedenfalls schon stark, wenn Nintendo da klammheimlich doch noch einen Regionalcode nachgereicht hätte.
profil 489 comments
[09.07.2012 - 12:45 Uhr]
Spike_V1:
@blablub: Einerseits redest du davon, dass unsere Wirtschaft riesigen Schaden nehmen würde, andererseits sagst du, dass Import eher was für ne Randgruppe ist, womit du These 1 schon widerlegst.
profil 59 comments
[09.07.2012 - 15:24 Uhr]
Blue Dragon:
Na toll und gerade die Top Spiele erscheinen nicht wie Monster Hunter 3G und 4, Dragon Quest Monsters 3D,Beyond the Labyrinth,Bravely Default: Flying Fairy. etc. erscheinen nicht.Da kann man nur noch hoffen und abwarten.
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