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Event: Post E3-Event 2010 - Nintendo 3DS angespielt

Jakob Nützler, Robert Grötenherdt und Felix Rau, am 14.07.2010, Seite 1 von 2

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Ausprobiert: So spielt sich der Nintendo 3DS - Seite 1 | Das Nintendo DS-Areal - Seite 2


Nintendo macht ernst: Erstmalig bei einem Post E3-Event in Deutschland, welches direkt an die sommerliche Bombast-Messe in L.A. anknüpft, erreicht die neuste Handheld-Hardware augenblicklich auch uns. Der Nintendo 3DS - live, in Farbe und natürlich auch 3D! Zum Fummeln! Zum Fotofieren! …Sogar zum Spielen!

Trotz wenig tatsächlichem Anspielstoff und den recht kurzen 3D-Videodemos erheiterten diese Hardware-Vorglüher die Stimmung enorm und ließen Zelda und Donkey Kong als Nintendo-Maskottchen oder die letzten großen DS-Spiele erstmal im Schatten verblassen. Alle wollten IHN, den neuen 3DS. Eben noch von Iwata emporgehoben, heute schon von PlanetDS.de befingert… Meinen Eindruck lest ihr in den kommenden Zeilen - war die Skepsis berechtigt? Oder hat Nintendo ein neues Juwel geschliffen?



Am Hauptbahnhof trafen wir uns an Gleis 6 - das ist das doppelte von 3, wie der 3DS! Sicher ein gutes Omen... Jetzt sind wir da. Wird Nintendo den 3DS wirklich zeigen?


Das Spiel beginnt, die Bühne frei!

Wir wurden direkt in einen abgesonderten Vorführraum des Nintendo 3DS geschleust - jeder bekam eine „eigene“ Nintendo-Dame mitsamt Wunder-Handheld gestellt und nach ein paar vorstellenden Worten, die an unseren Sinnen vorbeirauschten wie Klose beim Sturm aufs Tor an englischen Verteidigern, startete endlich ein Trailer. Komplett in 3D! Realistisch fotografierte Pflanzenpracht, kunstvoll in Wasser fallendes Obst und Gemüse, Super Mario im Galaxy-Style und ein erwachsener Link positionierten sich und demonstrierten den dreidimensionalen Effekt, der ganz einfach mit einem Schieberegler am oberen Screen reguliert werden kann. Ersteindruck: Klasse! Ein ähnlich fähiger 3D-Effekt, den man inzwischen auch von „Avatar - Aufbruch nach Pandora” und Konsorten gewohnt ist.

Dennoch hieb mich der Unterschied zwischen normalem 2D und 3D nicht immer völlig aus den Socken - das WTF-Gefühl, wie zu Kindertagen im 3D-IMAX Kino Berlin, wollte sich bei mir erst bei der grandiosen und recht langen Metal Gear Solid-Videodemo einstellen. Hier geht es wie in einem interaktiven Abenteuer-Film zur Sache: In sehr realistischer Grafik erkundet Naked Snake einen Dschungel, wird fast von feindlichen Soldaten entdeckt, begegnet einem Krokodil und überquert eine Schlucht via Hängebrücke… Wirklich spannend inszeniert! Auch wenn man sich nur über das Slidepad in den vorperspektivierten Einstellungen umschauen konnte, traute ich meinen Augen manchmal kaum. Konami prophezeit hier bereits, was auf dem 3DS zu erwarten ist.

Die antestbaren Programme stellten eine Auswahl der E3-Spiele dar: „Hollywood 61” von Ubisoft war als Krimi-Rätsler ebenso auszuprobieren wie „Pilotwings Resort”, quasi das „Wii Play” für den 3DS - ein einstiegsfreundliches Spielprinzip (Ringe durchfliegen und Ballons kaputten), bunte Grafiken und die sorglose Mii-Mucke im Hintergrund. Nett! Mit „Nintendogs + Cats” erlaubte Nintendo weiterhin, direkt zu den Hündchen durchzugreifen - Erinnerungen an die DS-Anfangszeiten wurden wach! „Mario Kart 3DS”, „Resident Evil Revelations” und „Kid Icarus: Uprising” beeindruckten in Video-Demonstrationen durch ihre flüssige Grafik und bieten scheinbar alles, was sich alteingesessene Fans für die 3D-Auflagen wünschen. Wie gern hätte ich Super Mario selbst in dieser Optik über die asphaltierten Strecken gelenkt… Für die Zukunft mehr „richtige” Demos bitte, Nintendo!


Fleißig am Andaddeln: Kollege Robert entert die dritte Dimension!


Auf zwei weiteren 3DS-Modellen konnte man mit der stereoskopischen 3D-Kamera Fotos knipsen und diese in 3D bewundern - schickes Gimmick, und gerade mit Objekten auf mehreren Ebenen gut erkennbar. Allerdings erweist sich hier die Raumbeleuchtung als relevant, die bei übermächtiger Dunkelheit die Foto-Qualität mindert - diese Schwierigkeiten kennen wir schon von DSiWare-Experimenten, beispielsweise „WarioWare: Snapped!”. Ein 3D-Trailer vom Animationsfilm „Legend Of The Guardians” machte den Sack zu - auch 3D-Filme protzen auf den kleinen Screens mit sehenswerten Tiefeneffekten.

Klein, aber fein: Das Design

Oberflächlich sind nur wenige Unterschiede zu den aktuellen DS-Modellen zu erkennen. Never change a running system! NEVER! Und daran hielt man sich. Das Gerät ist live erstaunlich klein - gerade auf mich, der seit April nur noch mit der DSi XL-Variante zockt, wirkte der 3DS fast niedlich und höchst kompakt in meinen Händen… Das Gewicht ist dabei kaum der Rede wert, ebenso wie Buttons und Anschlüsse.

Auch der Touchscreen ist um einiges geschrumpft, was dem Spielgenuss aber selbst bei Nintendogs-Streicheleinheiten keinen Abbruch tat - wohl nur eine Frage der Gewöhnung. Etwas unschöner fühlt sich hingegen das kleine und unter den Fingern rutschige Steuerkreuz an, das angesichts des Slidepads aber sowieso in den Hintergrund geriet. Und vielleicht hatte ich einfach vor Aufregung schweißige Hände!? Oder mir selbige nach dem Buttercroissant nicht ausreichend gewaschen? Herzensgut übrigens, wie die Nintendo-Damen immer wieder mit Mikrofasertüchern die 3DS-Screens abwischten, als wären es ihre Sprösslinge, die sich wieder und wieder mit Eiscreme bekleckerten…


Detaillierte Fotos waren nur von geschlossenen Geräten erlaubt - hier einer der begehrten Probe-3DS.


Apropos Slidepad: Eine Neuerung, die Nintendo angesichts der für Realistik-Shooter verbindlichen Grafik dringend gebraucht hat. Das Pad ist recht flach angelegt, fässt sich aber bequem an und lenkt sich solide - auch konkret in die vier Himmelsrichtungen, ähnlich dem PSP-Analogpad. „Pilotwings Resort” demonstrierte hierbei gut, wie man seinen Flieger sicher zu lenken hat. Ergo: Mit dem Slidepad sollte optimaler Steuerung von hitzigen Kartrennen, herumlaufenden grünen Helden und springenden Klempnern nichts mehr im Wege stehen.

Immer wieder betonten die Pressesprecher die Verstellbarkeit von 3D in augenfreundlicheres 2D - denn nicht nur mir fiel auf, dass Kopf- und Augenwehweh zumindest nicht ausgeschlossen sind, auch wenn ich persönlich nie der Ohnmacht nahe war… Ab und an sollte man sich jedoch eine Pause von der abgehobenen Dreidimensionalität gönnen, wenn man Unwohlsein verspürt. Ebenfalls etwas ernüchternd, wenngleich schon bekannt: Von der Seite ist der 3D-Effekt nicht auszumachen, man muss sich direkt vor den Bildschirmen positionieren.

„Wir wollen möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben, den 3D-Effekt mit eigenen Augen zu sehen.”

Ist dieser Satz eines Pressesprechers möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die gamescom 2010 ebenfalls bereits mit 3DS-Präsentationen für das Publikum aufwartet? Auf der Messe wird Nintendo jedenfalls definitiv vertreten sein. Abermals hält man an der Politik fest, es allen Zielgruppen recht machen zu wollen - ein problematisches wie gleichsam lobenswertes Vorhaben, das ein abwechslungsreiches Start-Lineup auf jeden Fall vorweisen kann. Wohin die Reise geht und welche zusätzlichen, eventuell geheimen Features tatsächlich in die finale 3DS-Fassung wandern, bleibt jedoch offen.

Auftauchen…
…und Luft holen. Wieder in der zweiten Dimension (ja, ich bin ein 2D-Pappmännlein!) und im Diesseits angekommen, wirken die neuartigen 3DS-Erfahrungen noch immer heftig nach, jetzt wo ich im Zug sitze und meine Eindrücke schildere. Zum Glück gehören wir nicht zu den 12%, die 3D nicht erkennen können! Doch selbst wer bisher mit Problemen bei Shutter-Brillen oder ähnlichem Firlefanz zu kämpfen hatte, kann aufatmen.

Kurzum: Nintendo lässt einen mit dem wohligen Gefühl zurück, alles im Griff zu haben und die eingetrocknete Nintendo-Welt mit einer optischen Rundumdusche zu erfrischen - auch wenn die eigentlichen Inhalte eher Tiefkühlware zu sein scheinen. Auch sonst gibt es diskussionswürdige Details und Unklarheiten… Sind die Kameras so viel besser? Weshalb das kleine Touchpad? Und man muss sich keinen Illusionen hingeben: Wie auch Touchscreen und Doppelbildschirm, wird 3D nach den ersten Software-Wellen ein Gefühl der Selbstverständlichkeit und kein ungeheures Jubelgeschrei mehr auslösen. Das hingegen muss Nintendo beispielsweise mit einem intelligent aufgewerteten Ocarina of Time-Remake selber initiieren.

Dennoch hat der Hype um plastische Nintendo-Figuren auch in der Redaktion nicht abgenommen - denn das Gerät ist gut verarbeitet, scheint die DS-Features weiterzuentwickeln und wird somit nicht nur mich zum Kauf verleiten. Noch ein weitestgehend ungeschliffener Diamant - bald aber vielleicht der strahlendste Handheld seiner Zeit.


Missbraucht 3D-Brillen ab sofort nur noch als Sonnenschutz: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de



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