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Event: EGX Berlin 2018 - Deutschlands neue Spielemesse

Sebastian Mauch, am 02.10.2018, Seite 1 von 1

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Wer Spiele liebt, liebt fast immer auch Infos zu neuen Spielen. Noch besser als interessante Neuerungen aus Artikeln im Internet oder Magazinen in gedruckter Form herauszulesen ist es aber, stattdessen selbst Hand anzulegen – und das bevor es der Rest der Welt darf. Diese Möglichkeit bietet im großen Umfang zum Beispiel die allseits bekannte Gaming-Messe gamescom in Köln. Früher - als Games Convention in Leipzig - noch eine der gefragtesten Events in der Szene, ist die Messe nun Jahre nach dem Umzug nach Nordrhein-Westfalen nun aber leider gnadenlos überrannt. Jahr für Jahr verkünden die Veranstalter neue Besucherrekorde, was aber logischer auch bedeutet, dass es für die Besucher in den lauten und warmen Hallen stetig enger wird. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch die Lage. Köln liegt alles andere als zentral in Deutschland und ist für viele Fans der gepflegten Unterhaltung meist mit einer immensen Anreise verbunden.

Doch wie wäre es, wenn es hierzulande noch eine zweite richtige Gamingmesse geben würde? Das dachten sich wohl auch die Köpfe hinter der EGX, einer Gaming-Veranstaltung, die bisher nur in Birmingham und London im schönen England stattfand. Dieses Jahr haben die Veranstalter die Messe aber auch nach Deutschland gebracht und das sogar direkt in die Hauptstand. Wie gut, wenn man quasi nebenan wohnt! Ich war deshalb für euch vor Ort und habe mir das Spektakel zusammen mit Julia und Lars vom Instagram-Blog jula_gaming mal live angesehen. Dabei konnte ich viele Eindrücke sammeln und Fotos schießen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten kann. Daher sei jetzt einfach mal gesagt: Viel Spaß dem Erfahrungsbericht für die erste EGX in Berlin!


Alles fing ganz ruhig an
Eingangs hatte ich ja kritisiert, dass Köln für einen Großteil der Deutschen schlecht zu erreichen ist. Unsere Hauptstadt Berlin ist da wohlgemerkt nicht besser platziert. Der Fakt, dass es nun aber fortan zwei Messen gibt, lockert die Situation ja schon mal gehörig auf. So können Leute aus der näheren Umgebung eher zur EGX Berlin gehen, anstatt bis nach Köln zur Gamescom zu reisen. Bis der Begriff „EGX“ aber die Runde machte, hat es ganz schön lange gedauert. Wenige Monate vor der Veranstaltung war es nämlich noch ziemlich ruhig und ich erfuhr nur durch Freunde davon. Auch in Sachen Aussteller sah es zunächst echt dürftig aus. Kurz, also etwa ein, zwei Monate, vor Tag X stieg die Anzahl namhafter Hersteller jedoch gewaltig an und plötzlich wurden in sämtlichen sozialen Netzwerken Werbeanzeigen zur neuen deutschen Spielemesse geschaltet. Die EGX-Crew hat den Turbo gezündet. Beiträge auf Facebook fanden immer mehr Anklang und die Resonanz im Vorfeld hätte positiver nicht sein können. Kein Wunder, wurden doch Titel als spielbar angekündigt auf die alle Welt sehnlichst wartet. Das ging vom Disney-Abenteuer Kingdom Hearts 3 über Resident Evil 2 und Metro: Exodus bis hin zum PlayStation-exklusiven Zombie-Survival Days Gone. Letzteres sollte man übrigens auf der EGX zum ersten Mal überhaupt in Deutschland anspielen können.



Weiterhin warb man mit einer After-Party, Vorträgen von Entwicklern und Publishern sowie eSports und einem Cosplay-Contest. Die Argumente für einen Besuch der neuen Messe waren also mannigfaltig. Stattfinden sollte das Ganze in der Event-Location „STATION Berlin“, einem ehemaligen Postbahnhof im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Und dort kamen mir als Ex-Berliner schon die ersten Zweifel. Dort fand zum Beispiel nämlich auch schon die BMT (Berliner Motorrad Tage) statt. Bei dieser wirkte schon alles sehr gedrungen und eher schlecht organisiert. Wie will man also bitte eine „Mini-gamescom“ auf so wenig Fläche unterbringen? So ganz ohne Skepsis ging ich also nicht dorthin, ließ mich dann aber schließlich doch von der Euphorie meiner Freunde anstecken, die ich dorthin begleitet habe.

Auf zum Gleisdreieck, die EGX steht auf dem Plan!
29. September, 9 Uhr, Aufbruchsstimmung. Gleich öffnet die EGX Berlin zum zweiten Mal an diesem Wochenende ihre Pforten. Also ab in die Tram nächste und schnell ins Herz von Berlin. Dort angekommen, machte sich in meinem Kopf zunächst Verwirrung breit. Als Stammgast auf der gamescom war ich nämlich irgendwie mental auf unglaubliche Menschenmassen und Gedränge eingestellt. Doch selbst wenige Meter vor dem Eingang ging es noch ziemlich ruhig zu. Erst als man den Einlass dann öffnete, bildeten sich am Rand des Geländes lange Schlangen. Diese wurden aber glücklicherweise schnell abgearbeitet und das trotz Taschenkontrolle! Ein großer Pluspunkt der Veranstaltung war nämlich eine bestimmte Bedingung. Zutritt bekam nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist, was schon mal den Lärmpegel senkte und den Besucherkreis etwas „exklusiver“ formte. Auch konnten so die Aussteller ihre Stände offen bauen, wodurch vieles weniger gedrungen wirkte. Aus irgendwelchen Gründen hat man dann aber hier und da doch Kinder herumlaufen sehen, was das Konzept wieder halbwegs sinnlos dastehen ließ. Von einer Ausweiskontrolle am Einlass war nämlich keine Spur. Ticket einscannen lassen, Plastikbändchen an den Arm und rein ins Vergnügen. Gut, es gibt sicher Schlimmeres, aber man stelle sich mal vor welche Wellen so etwas auf der Erotik-Messe Venus geschlagen hätte.

Innen angekommen, wurde man direkt von Rockstar Energy begrüßt und durfte sich ein Goodie abholen. Die Energy-Drinks, also das Steckenpferd des Herstellers, durften aber nicht als Goodie verteilt werden. „Der Veranstalter“ wolle das nicht, hieß es von einer Mitarbeiterin am Glücksrad. Hier ist man von der guten, alten gamescom anderes gewohnt, wo man Werbegeschenke in allen Farben und Formen um die Ohren geschmissen bekommt. Weiterhin tummelten sich direkt in der Eingangshalle auch Imbisse und Merch-Stände. Doch irgendwie sah es auch etwas luftig aus. Etliche Flächen waren frei und sorgten dafür, dass die wenigen Stände in dieser Halle etwas verloren aussahen. In der etwas kleineren, länglich angeordneten Nebenhalle fand man alles rund ums Thema eSport und Cosplay. Gezeigt wurden dort etwa Turniere und Matches der Spiele Rocket League, Fortnite, FIFA und anderen. Angekündigt wurden von den Betreibern nicht nur Profi-Matches, sondern auch Turniere, für die sich Besucher vor Ort anmelden konnten. So haben es auch ein Kumpel und ich für Rocket League getan – die Vorfreude war groß. Im Vorfeld des Turniers konnte man sich auch von eher unbekannteren Profis in der „Coaching Area“ Tipps und Tricks zeigen lassen, um seine Fähigkeiten auszubauen.



Leider musste man sich dort aber einen Zeitslot sichern. Komisch nur, dass wir bestimmt an die fünf Mal dort vorbei gelaufen sind und es jedes Mal so aussah, als wären die Plätze gar nicht belegt. Ebenso verhielt es sich mit dem Turnier fürs Raketenfußball. Zig mal fragten wir nach, wann es denn circa soweit sei. Immer wieder wurden wir weiter hingehalten. „Die Profis“ machen sich warm hieß es anfangs. Und tatsächlich, ein paar „Rocket League‘ler“ haben am laufenden Band Übungen durchlaufen. Leider taten sie das nach drei Stunden immer noch… Ringsherum waren jede Menge Plätze wie verlassen und man begann sich zu fragen, warum denn jetzt nicht dort die Turniermatches ablaufen. Die Anzahl der Bewerber soll jedenfalls nach Aussagen der Mitarbeiter gestimmt haben. Nun denn, wir waren ja nicht nur für den Wettstreit dort, sondern für die Spiele!

Wenig Warten, viel Spielen
Dies war der Leitspruch der EGX Berlin 2018 und wurde auch stets so beworben. Für den Messefreitag und –Sonntag soll das scheinbar auch halbwegs zutreffend gewesen sein. Am Samstag, wo ich dort zugegen war, hat das aber nur bedingt gestimmt. Sämtliche Anspielstationen tummelten sich in einer Halle, die von der Fläche her sogar noch kleiner war als eine einzige Entertainment-Area-Halle der gamescom. Dort wiederum ging ein wesentlicher Teil für weitere Merch-Stände drauf und eine ganze Ecke für einen originalgetreuen Nachbau eines X-Wings aus dem Star Wars-Universum. Wow, wann bekommt man schon mal so etwas zu sehen? Fans oder Schaulustige durften sogar für ein einmaliges und unvergessliches Foto ins Cockpit des riesigen Weltraumjägers klettern.

In der Mitte zwischen X-Wing und Merch war dann quasi das „Herz“ der Messe: Die Anspielstände. Anwesend waren Größen wie PlayStation, Ubisoft, Bluebyte, Square Enix und viele weitere. Auch einige Indie-Entwickler präsentierten an etwas kleineren Ständen ihre neuen Spiele. Darunter auch einige Titel, die demnächst für die Nintendo Switch erscheinen sollen. Doch von einem Joy-Con war nirgends etwas zu sehen. Dafür ist man zumindest dort recht schnell auf seine Kosten gekommen, was auch für Call of Duty: Black Ops 4 und FIFA 19 gilt. Alle anderen großen Stände wie der von Metro: Exodus, Resident Evil 2 oder Days Gone waren hingegen schon nach kurzer Zeit gnadenlos überfüllt, eben genau wie man es von der gamescom kennt. Doof nur, dass die EGX gerade in dieser Hinsicht ihrem großen Konkurrenten am Nächsten kommt. Die Menschenschlange ging teilweise um ganze Stände herum und wand sich im Zick-Zack durch freie Flächen. Geschätzt hätte man dort um locker um die 2 Stunden warten müssen, da es zumindest meiner Ansicht nach viel zu wenig Anspielstationen gab beziehungsweise die Timeslots pro Person gemessen am Andrang auch etwas zu ausgiebig waren.



Die Warterei war insofern schade, da es doch in den beiden anderen Hallen so viel ungenutzte Fläche gab. Hätte man diese also besser gefüllt, wären auch mehr Spielebegeisterte auf ihre Kosten gekommen. Freunde aus meiner Gruppe ergatterten sogar einen Timeslot bei der PSVR-Abteilung, konnten aber letztlich aufgrund eines technischen Fehlers auch nichts anzocken. Positiv war aber immerhin, dass das Klima in den Hallen echt erträglich war, auch nachdem diese sich über Stunden mit Menschen und jeder Menge Technik aufgeheizt hatten. Das liegt wohl auch am Veranstaltungszeitraum. Der kalte September ist meiner bescheidenen Meinung nach für solche Veranstaltungen wesentlich geeigneter als die wärmste Zeit des Jahres August, in der die gamescom Jahr für Jahr stattfindet und wo sich alle zu Tode schwitzen.

Außer Spesen nix gewesen? Mein Fazit zur EGX Berlin 2018.
Wer einen anderen Tag beziehungsweise einen Nachmittagsbesuch gewählt hat und bereit war, auch Zeit in Warteschlangen zu verbringen, der mag sicherlich auf Deutschlands neuer Spielemesse auf seine Kosten gekommen sein. Für mich als alter gamescom-Hase war das Gebotene aber äußerst ernüchternd. Nach gefühlt nicht mal zwei Stunden hat man alles gesehen, da es im Prinzip nur eine kleine Gaming-Halle gab, wovon letztlich nur ein Teil für die eigentlichen Aussteller genutzt wurde. Abgesehen von den wenigen Indies und Ubisoft oder Square Enix hat man vor allem eines gesehen: PlayStation. PlayStation, soweit das Auge reicht. Man läge gar nicht so falsch, hätte man die EGX als PlayStation-Messe vermarktet. Nirgends ein Anzeichen einer Nintendo Switch, und auch von Microsoft oder MMO-Herstellern war weit und breit keine Spur. Mit Vielfalt konnte die EGX aus meiner Sicht also nicht punkten.

Das zu Beginn des Artikels angesprochene Rocket League-Turnier fiel dank schlechter Organisation dann letztlich (für uns) auch ins Wasser, da selbst nach etlichen Stunden noch nichts zustande kam und man uns selbst am Nachmittag noch nicht mal eine Zeit nennen konnte. Auch das Cosplay-Event sollte irgendwann am Abend stattfinden, wo vermutlich der Großteil der Besucher schon wieder das Weite gesucht hat. Hängen geblieben sind vor allem lange Wartezeiten, viel verschwendete Fläche, wenig Goodies und nicht wenige Patzer bei der Organisation. Dafür war es sehr erträglich in Hinsicht auf die Raumtemperatur und die Menschenmassen. Da ich quasi fast in Berlin wohne, habe ich das Event gern mitgenommen, eine Anfahrt von einigen Stunden wie bei der gamescom wäre mir die EGX aber nicht wert gewesen. Auch waren die Tickets für das Gebotene ein wenig zu teuer für meinen Geschmack und erst sehr spät erfuhren viele von 10%-Nachlass und schnelleren Fastlane-Eintritt für PS Plus-Mitglieder. Trotz aller Kritikpunkte ist es dennoch gut, dass die gamescom mal etwas Gesellschaft bekommt und eine zweite Spielemesse in Deutschland Einzug hält. Viel Potenzial für die kommenden Jahre ist auf jeden Fall da. Man stelle sich nur vor wie viel man den Besuchern präsentieren könnte, würde die EGX Berlin 2019 auf dem Messegelände der alljährlichen IFA stattfinden. Bis dahin haben die Veranstalter aber wohl einiges an Eindrücken und Kritik zu verarbeiten. Mein Fazit fällt jedoch enttäuschend negativ aus. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr!


EGX Highlight: Ein lebensgroßer Nachbau eines X-Wing!
EGX Lowlight: Kinder auf einer Messe ab 18? Geht gar nicht...
Der coolste Stand: Metro: Exodus! Obwohl wir keine zwei Stunden anstehen konnten schenkte man uns netterweise trotzdem ein T-Shirt <3
Handheld-Spiel der Messe: Welche Handhelds??
Konsolen-Spiel der Messe: Nach Jahren der Abstinenz hat Call of Duty: Black Ops 4 echt mal wieder Laune gemacht!
Längste Anstehzeit an einem Stand: Gefühlt 30 Minuten am Stand für Buchweizencrêpes... *würg*
Liebstes Loot: Das Metro-Shirt, war auch so ziemlich das Einzige...
Das wünsche ich mir für die nächste EGX: Mehr Vielfalt und eine bessere Organisation
Mein Ein-Wort-Fazit zur Messe: Ausbaufähig

Geht mit gemischten Gefühlen, ist aber gespannt aufs nächste Jahr: Sebastian Mauch [Paneka] für Planet3DS.de


Noch mehr Eindrücke von der Messe gibt es im Couch-Gaming-Blog von jula_gaming


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1 Kommentar

profil 264 comments
[07.10.2018 - 13:50 Uhr]
Mitsurugi:
Cool endlich mal wieder seit der Leibziger Game Convention, eine Gaming Messe in meiner nähe X)
Ich werde der EGX Berlin 2019 bestimmt mal nächstes Jahr einen besuch abstatten X)
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