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Hardware: New 2DS XL - Hardware-Test und Akku-Check

Tjark Michael Wewetzer, am 05.08.2017, Seite 1 von 2

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Hardware-Test | Akku-Check

Mit dem Produktionsstop des kleineren New 3DS-Modells braucht es eine neue, kostengünstigere Alternative für Leute, die in die Welt von Nintendos etablierter Handheld-Plattform einsteigen wollen. Und die gibt es auch: Seit wenigen Tagen ist nämlich der New Nintendo 2DS XL auf dem Markt. Dieses Mal ganz ohne das Türkeil-Design des Vorgängermodells, stattdessen zeigt es sich im klassischen Klappkasten-Look. Kann das neue Gerät aber auch im Praxistest überzeugen und lohnt sich eventuell sogar ein Umstieg?

Das schmucke Design im zugeklappten Zustand
Was direkt beim Öffnen und Leeren der kompakten Schachtel auffällt: Neben der üblichen Kurzanleitung, dem sechs Motive umfassenden AR-Kartenset in einer Plastiktüte und natürlich der Konsole selbst liegt zur Abwechslung wieder ein Ladekabel in der Box. Erfreulich für alle Neueinsteiger, die somit nicht erst separat für die Stromversorgung zahlen müssen und gegebenenfalls beim Auspacken eine böse Überraschung erlebt hätten! Es handelt sich dabei aber um ein handelsübliches 3DS-Ladekabel, wie es schon seit dem ersten Modell – und streng genommen sogar seit DSi-Zeiten – zum Einsatz kommt. Doch genug der Kabel-Geschichten, wir sind ja eigentlich wegen des Geräts an sich hier. Und das wirkt auf den ersten Blick gar nicht mal so übel.


Das abgerundete Design der Außenhülle gefällt und wirkt im zugeklappten Zustand sofort stimmig. Die Unterseite der Konsole ist glatt, während sich auf der oberen Hälfte ein geriffeltes Muster samt Nintendo-Logo in einer Ecke befindet. Eine kleine Erkundungstour an den Rändern offenbart zudem weitere kleine Anpassungen bei der Anordnung. Die Power-Taste befindet sich abermals am unteren Außenrand, daneben sind der neue Stylus und die Kopfhörerbuchse gut sichtbar angebracht. Zumindest gilt die Sichtbarkeit für unser 2DS-XL-Modell in weiß-orange, denn die Bausteine sind auch hier schwarz gehalten. Der Touchpen fällt in der neuen Version übrigens wieder ein Stück kleiner aus, was erstaunt – immerhin war der der New 3DS-Reihe auch schon ziemlich kurz! Der ebenfalls unten gelegene Modulschacht zeigt sich dieses Mal jedoch etwas versteckt: Um das runde Design zu wahren, ist er nun hinter einer ausziehbaren Verschlussklappe platziert – und der microSD-Kartenslot hat hier ebenfalls direkt Platz gefunden. An sich eine tolle Idee, nur leider wird die eine Klappe dadurch ungemütlich breit, was das schnelle Auswechseln von Spielmodulen leidlich ungemütlich macht. Auch haben wir das Gefühl, dass der Schacht etwas zu tief in der Vorrichtung sitzt, denn selbst wenn wir die Klappe so weit wie möglich rausziehen, kommen wir nur mit etwas Mühe an das Modul heran. Womöglich sind aber auch einfach unsere Wurstfinger an dem Umstand schuld.

Die zwei ebenfalls am unteren Außenrand platzierten Schlitze stellen übrigens die neuen Lautsprecher dar. Anders als bei bisherigen Modellen der 3DS-Familie sind sie nicht neben dem oberen Bildschirm angebracht, sondern beschallen euch von unterhalb. Leider hat dies zur Folge, dass die Klanggeber nicht mehr so klar klingen und selbst bei der lautesten Einstellung irgendwie leiser wirken. Der Regler dafür befindet sich übrigens abermals links am Gerät, dieses mal jedoch an der unteren Hälfte und nicht am oberen Bildschirm. Eine weitere designtechnische Veränderung – und die dürfte wohl beim Auspacken am deutlichsten auffallen – ist am oberen Außenrand zu finden. Das Scharnier zwischen den Bildschirmen ragt nämlich dieses Mal nach oben heraus und präsentiert auch gleich weitere umplatzierte Elemente. So sind sowohl die Signalanzeige für SpotPass-, StreetPass- und Online-Benachrichtigungen, das Mikrofon und die Front-Kamera hier sichtbar angebracht. Auf die Auswirkungen dieses Standortwechsels kommen wir später noch einmal zu sprechen. Davon abgesehen präsentiert sich jedoch alles wie gehabt: Der Anschluss für das Ladekabel, die Infrarot-Schnittstelle und die vier Schultertasten finden allesamt unter dem Scharnier Platz und sind gemütlich zu erreichen.

Altbekanntes Terrain auf der Innenseite
Doch genug des Vorgeplänkels, klappen wir das Gerät doch mal auf! Im Inneren stechen sofort die großen Bildschirme ins Auge, wie man sie von den XL-Geräten der 3DS-Reihe kennt. Tatsächlich messen sie sogar dieselbe Größe, obwohl der Handheld an sich etwas kleiner als seine 3DS XL-Kollegen ist. Der Grund dafür liegt am eingesparten Platz durch die Verschiebung von Lautsprechern und Front-Kamera. Der Touchscreen liegt zudem nicht in einer erhöhten Fassung, sondern ist direkt auf Normalhöhe in der unteren Systemhälfte eingelassen. Bedeutet dies ein lange herbeigesehntes Aus für die glücklicherweise ohnehin schon zurückgegangenen Abdrücke dieses Elements auf dem oberen Bildschirm? Das schon, aber leider stellte sich bei uns heraus, dass die Tasten und das Circle Pad noch immer etwas zu weit nach oben ragen und Abdrücke hinterlassen. Ob das auf Dauer in Kratzern endet – zumal dieses Mal auch wieder die ganze obere Innenseite aus einem spiegelglatten Material besteht – lässt sich nur schwer abschätzen. Etwas Vorsicht beim Zuklappen wäre jedenfalls nicht verkehrt, auch wenn Nintendo durchaus für etwas Abstand zwischen Bildschirm und Unterseite gesorgt hat.


Bei den Tasten an sich ist praktisch alles beim Alten. Wir finden sämtliche klassischen Steuerelemente plus den C-Stick, der leider auch in der New 2DS XL-Inkarnation als kleiner, unbeweglicher Knubbel aus der Fassung ragt. So wirklich gemütlich fühlt sich das Steuerungselement noch immer nicht an und gerade bei Titeln wie Kid Icarus: Uprising, die für den Linkshänder-Modus darauf zurückgreifen, funktioniert es nicht so gut wie ein klassisches Circle Pad, doch für manch einen dürfte der Umgang damit lediglich Gewöhnungssache sein. Apropos Gewöhnung: Dass die Home-Taste der Platzersparnis halber nun links vom Touchscreen angebracht ist, will auch erst einmal in Fleisch und Blut gehen.

Softwareseitig ist der New 2DS XL weitestgehend vergleichbar mit seinen Kollegen der 3DS-Familie aufgestellt. Kein Wunder, ist dies doch schließlich nur eine Hardware-Variation anstelle eines komplett neuen Systems. Wie der Name erahnen lässt, fällt die räumliche 3D-Tiefendarstellung natürlich flach. Da kaum ein Spiel wirklich zwingend Gebrauch von dem Feature macht, ist dies allerdings vernachlässigbar. Damit ist auch das bewegungsstabile 3D nicht mehr in den Systemeinstellungen zu finden, kurioserweise wurde jedoch auch die automatische Helligkeitsregulierung entfernt. Stattdessen bleibt uns nur die manuelle Wahl des Helligkeitsgrades. Aber auch dies empfinden wir als keinen allzu großen Verlust. Und immerhin bietet die neue Konsole ganz gemäß der New-Reihe ab Werk amiibo-Kompatibilität ganz ohne zusätzliche Hardware.

Die Schattenseiten des Schmuckstücks
Klingt doch so weit nicht verkehrt, oder? Leider sind uns beim Testzocken doch so einige kleine Makel an dem neuen Gerät aufgefallen. So können wir trotz des im zugeklappten Zustand ansehnlichen Designs nicht den Gedanken abschütteln, dass sich der New 2DS XL irgendwie ein wenig „billig“ anfühlt. Nicht falsch verstehen, er ist definitiv nicht schlecht verarbeitet, doch das Material, das Gewicht und die Tasten lassen ein wenig an Wertigkeit vermissen. Das könnte jedoch auch eine rein subjektive Einschätzung sein. Auch rächt sich im Spielbetrieb das rund wirkende Außendesign ein wenig. Die Konsolenkanten im aufgeklappten Zustand sind nämlich deswegen nicht abgerundet und können je nach Griffweise schon mal ungemütlich werden. Nicht zuletzt ist die Umplatzierung von Kamera und Leuchtsignal etwas ungünstig. Das Auge des 2DS bewegt sich nämlich nun logischerweise nicht mehr mit dem oberen Bildschirm mit, obwohl darauf zurückgreifende Software sehr wohl damit im Hinterkopf programmiert wurde. Die 3D-Außenkameras sind zudem ebenfalls auf der unteren Systemhälfte angebracht und offensichtlich nur noch deswegen dabei, damit eventuelle Spiele, die auf diese zurückgreifen, nicht aufmucken. Dass die Signalleuchte nun zwischen den Bildschirmen liegt, macht sie zudem im Spielbetrieb etwas störender – gerade wenn eure 3DS-Freunde häufig online und offline gehen sollten. Das sind zugegebenermaßen alles eher kleine Design-Ungereimtheiten, wenn man jedoch das durchdachte Äußere betrachtet, dann fallen diese schon ziemlich unangenehm ins Auge.

Fazit:
Als wir den New Nintendo 2DS XL erstmals auspackten, waren wir zunächst direkt vom schmucken Design angetan. Es ist simpel aufgezogen, ja, doch der runde Touch wirkt einfach gut und macht im geschlossenen Zustand schon etwas her. Am liebsten wollten wir sofort dauerhaft mit unseren Daten umziehen! Doch im einwöchigen Praxistest zeigten sich dann zumindest ein paar kleinere Nachteile. So liegt das Gerät in unseren Pranken nicht ganz so griffig in der Hand, wie wir es gerne hätten, und der erschreckend kurze Stylus ist im Kontrast zu den riesigen Bildschirmen ein schlechter Scherz. Auch kommen wir nicht darüber hinweg, dass die Hinweisleuchte nun ziemlich deutlich sichtbar zwischen den Bildschirmen platziert ist und die Blinklicht-Show somit noch mehr nerven kann. Trotzdem wollen wir dem Gerät nicht vollständig seinen Reiz absprechen. Als leicht günstigeres Einsteiger-System, das zudem auch mitsamt Ladekabel ausgestattet daherkommt, eignet sich der New 2DS XL trotzdem – vor allem, wenn man eben auf den rein kosmetischen 3D-Tiefeneffekt verzichten kann. Wer jedoch nun mit dem Gedanken zum Umsatteln spielt, sollte sich den Kauf vielleicht überlegen, denn wirkliche Neuerungen bringt die neue Design-Variante natürlich nicht mit. Selbst wenn ihr noch mit der klassischen 3DS-Reihe spielt, lohnt sich der Umstieg auf ein New-System nur bedingt, sofern ihr nicht beispielsweise Hyrule Warriors, Fire Emblem Warriors oder Software der SNES-Virtual Console spielen möchtet. An schlagkräftigen Exklusivtiteln mangelt es der stärkeren New-Reihe leider schlichtweg immer noch.

Ernennt den 2D-Handheld zu seiner Hyrule Warriors-Maschine: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


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1 Kommentar

profil 274 comments
[05.08.2017 - 17:01 Uhr]
Roonex:
"...sofern ihr nicht beispielsweise Hyrule Warriors, Fire Emblem Warriors oder Software der SNES-Virtual Console spielen möchtet."

Xenoblade Chronicles 3D nicht zu vergessen :D
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