PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de

2427°

4

Kolumne: Nintendo meets Smartphone-Markt - Unser Eindruck zu Miitomo

Sebastian Mauch, am 17.04.2016, Seite 1 von 2

Artikel mögen: Weitersagen:


Teil 1: Das ist Miitomo | Teil 2: Das Fazit der Redaktion

Soziale Netzwerke sind gewiss nicht jedermanns Sache. Manch einer liebt sie, manch einer hasst sie. Viele Leute nutzen solche Netzwerke aber auch gemischt, und schauen sich beispielsweise nur witzige Posts an bzw. teilen eher selten eigene Momente mit. Das Miiverse war Nintendos erster Versuch, ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen. Natürlich liegt der Fokus dort mehr auf den Spielerfahrungen als auf dem persönlichen Leben. Diese Lücke versucht eine neue App namens Miitomo jedoch abzudecken, und das wohlgemerkt auch noch auf Android und iOS, und nicht etwa auf den hauseigenen Konsolen Wii U und 3DS. Wir schauen für euch daher einmal etwas über den Tellerrand hinaus und werfen einen Blick auf Nintendos erste Smartphone-App.

Soziales Netzwerk oder Spiel?
Beides! Miitomo lässt sich ehrlich gesagt etwas schwierig beschreiben. Im Prinzip ist es eine Mischung aus beiden Facetten. Einerseits verknüpft man sich direkt oder per Facebook und Twitter mit seinen Freunden, andererseits bietet die App auch ein spielerisches Element an. Beide Aspekte werden wir im Verlauf des Artikels beleuchten, doch zuerst schauen wir uns den Kernaspekt an: Das Soziale. Wie schon erwähnt kann man Miitomo mit seinen Netzwerken verknüpfen und erfährt so, wer aus dem eigenen Freundenkreis die App ebenfalls nutzt. Das Problem: Bei einer solch jungen App kann man so kaum jemanden finden. Zwar gibt es die Möglichkeit, bei Anwesenheit eines anderen Nutzers direkt über die Smartphones Freunde hinzuzufügen, doch was genau tut man, wenn man auch so niemanden parat hat? Das ist auf jeden Fall ein Aspekt, der den anfänglichen Spaß mit Miitomo etwas einschränken kann. Hat man aber erst einmal ein paar Freunde bekommen, kann man sich über diese ganz leicht mit Freundesfreunden verbinden. So geht es irgendwann ruck-zuck und schon hat man an die 200 virtuelle Freunde. Doch wozu das Ganze, was macht diese App eigentlich?

Verrate mir all deine Geheimnisse, ich sag’s auch keinem!
Im Grunde ist der Sinn von Miitomo der Austausch von persönlichen Erfahrungen zwischen den Nutzern. Dazu erstellt man sich sein virtuelles Alter-Ego in Form eines Miis - der Editor ist übrigens spitze! -, verleiht diesem seine eigene Persönlichkeit anhand von groben Charakterzügen, und schon kann die muntere Fragerei losgehen. Dabei begegnen einem echt alle möglichen Arten von Fragen. Von „Was ist dein Lieblingsgericht?“ bis „Für welches Ereignis in der deiner Kindheit schämst du dich besonders?“ haben wir schon alles gesehen. Nun kommt es auf den Nutzer an, wie viel und vor allem welche Informationen man mit teils komplett fremden Menschen teilen möchte. Im Gegenzug dazu kann man natürlich auch den inneren Spanner ausleben und sich in Ruhe die Antworten anderer Miis zu Gemüte führen. Auch in dieser Hinsicht ist uns schon allerlei untergekommen. Mit anstößigen und unangemessenen Antworten geht Nintendo hier komischerweise ziemlich liberal um, denn so etwas wie einen Kinderschutz oder einen Schimpfwortfilter gibt es nicht. Bei der Frage: „Was ist dein Lieblingswort mit 5 Buchstaben?“ etwa lasen wir jede Menge vulgärer Begriffe. Manche Leute gehen sogar so weit und nutzen Miitomo als ihr persönliches Tagebuch und lassen Leute sogar an ihrem Sexleben teilhaben. Wohlgemerkt hält sich das aber in Grenzen, denn größtenteils sind die Antworten durchaus vertretbar, auch wenn die Fragen teils echt absurd sind. Was soll man auf die Frage „Was ist die schönste Erinnerung aus deiner Zeit als Baby?“ auch bitteschön antworten?! Das Erinnerungsvermögen setzt nämlich in den meisten Fällen erst im Kleinkindalter ein, also mit etwa drei bis oder vier Jahren. Wer also Freude daran hat, sich mt Freunden und Fremden über gewisse Erfahrungen auszutauschen, für den ist Miitomo definitiv einen Blick wert. Feedback zu Antworten erhält oder vergibt man übrigens über Herzen (Likes) und Kommentare. Lustigerweise liest euer Mii auch alles mit einer synthetischen Stimme laut vor, was besonders „deppert“ erscheint, wenn andere Sprachen mit deutscher Betonung ausgesprochen werden. Hin und wieder doppeln sich Fragen, um dem Nutzer die Chance zu geben, etwas Aktuelleres einzutragen, im Großen und Ganzen gibt es aber einen stattlichen Fundus an Fragen, den man nicht allzu schnell ausschöpfen können sollte.

Mii über Kopf und mit einem Bein im Mode-Business
Wie eingangs erwähnt hat Miitomo natürlich auch ein paar spielerische Aspekte, die App ist ja schließlich auch von Nintendo. Gemeint ist damit das eingebaute Minispiel „Mii über Kopf“. Das ist im Groben vergleichbar mit der Nintendo Badge Arcade, denn man setzt die Ingamewährungen dafür ein, um in einem Automatenspiel tolle Kleidungsstücke einzuheimsen. Ganz oben in diesem Automaten wird ein beliebiges Mii - das kann das eigene oder ein befreundetes sein - festgehalten, und schießt auf Knopfdruck in die Tiefe. Dabei prallt es gegen allerlei Bumper und rotierende oder feste Objekte und landet schließlich irgendwo, wo es nicht mehr fallen kann. Natürlich findet man ganz unten im Automaten nur die Trostpreise in Form von Bonbons oder nicht ganz so begehrenswerten Accessoires. Mit den Bonbons könnt ihr übrigens andere Miis füttern, um so noch mehr Antworten einsehen zu können, pro Tag kann man sich nämlich nur ein paar Anworten einer Person kostenlos anhören. Doch zurück zu „Mii über Kopf“. Während unser Mii nach unten plumpst, rasseln wir natürlich an gewissen Schmuckstücken wie etwa einem Ninja- oder Hotdog-Outfit vorbei, oder einer süßen Katze, die sich an die Schulter eures Miis hängt. Diese Items zu erreichen ist allerdings meist reine Glückssache und bedarf einiges an (Geld-)Einsatz. Die Spielrunden kann man auf zwei Arten bezahlen, entweder durch Münzen, die man durch fleißiges Kommentieren und Beantworten erhält oder mit sogenannten Spielscheinen. Beides erhält man auch durch den täglichen Login in Miitomo oder man tauscht seine wertvollen Platinmünzen bei My Nintendo in Spielscheine um.

Wer bei „Mii über Kopf“ jedoch nicht so viel Glück hat, soll nicht zu kurz kommen, denn auch im Ingame-Shop gibt es haufenweise Kleidungsstücke für Münzen zu kaufen. Das Sortiment ist ziemlich groß und verändert sich ständig. Wer täglich sein Outfit wechselt, verdient nebenher übrigens auch Platinmünzen für My Nintendo. Es gibt aber auch andere tägliche Missionen wie „Erhalte 5 Herzen“ oder „Beantworte 3 Fragen“, wodurch man durch regelmäßiges Stalken recht flott an einen Batzen Platinpunkte kommt. Durch die Interaktion mit anderen Miis oder das Zusammenstellen von Outfits gibt steigert man zusätzlich noch seinen Beliebtheits- und Moderang. Steigt man dort jeweils eine Stufe auf, winken wieder Münzen, Bonbons und Spielscheine. An Belohnungen mangelt es Miitomo also wahrlich nicht. Etwas schade ist allerdings, dass man seine virtuelle Wohnung nicht im geringsten anpassen kann - ein Feature aus Tomodachi Life, das wir hier schmerzlich vermissen. Nach einiger Zeit kann die soziale Kommunikation nämlich ganz schön öde werden. Es gibt aber auch noch eine andere Schattenseite von Miitomo.

Zwischen Marktforschung und Geldregen
Man muss kein Verschwörungstheorethiker sein, um zu wissen, dass Nintendo die Millionen von Antworten nicht nur zum Spaß der Nutzer abspeichert. Ohne Frage geht ein Großteil davon in die Marktforschung, was wiederum zukünftige Produkte stark beinflussen kann. Vor allem deckt man so spielerisch regionale Vorlieben der Leute auf. Ob Nintendo mit diesen Daten Geld verdient, ist ungewiss und wäre eine reine Unterstellung - die Datenschutzrichtlinien lassen jedenfalls primär auf interne Nutzung der Daten schließen. Wo sich in anderen Ecken des Internets jede Menge Leute über das Ausspitzeln der eigenen Gewohnheiten und zu wenig Privatsphäre beschweren und ganze Petitionen lostreten, da gibt ein Miitomo-Nutzer diese Präferenzen freiwillig zum Besten. Doch mal abgesehen von all dem verschwörerischen Zeugs: Fakt ist, dass sich Miitomo schon jetzt für Nintendo bezahlt gemacht hat. Schon am ersten April - das ist ein Tag nach dem Deutschlandstart - hatte Miitomo bereits über drei Millionen Nutzer. Da ein gewisser Prozentsatz der Nutzer auch Münzen für Echtgeld kauft, kam so ein ganz ansehnlicher Gewinn für Big-N zustande.

Das persönliche Fazit unserer Redaktion findet ihr auf der nächsten Seite!


Gehe zu Seite:
Vorherige Seite | Nächste Seite

Kommentare verstecken

4 Kommentare

profil 20 comments
[17.04.2016 - 14:24 Uhr]
Wolpar:
Meine Meinung deckt sich mit Sebastian Mauch. Es ist eine nette tägliche Münzenjagd, bei der die erforderlichen Missionen abgearbeitet werden. Sobald kein Münzgeräusch mehr erklingt geht die Motivation schnell flöten.
Nur die möglichen Fotos mit Miis kitzeln an der Kreativität und provozieren Schnappschüsse. :)
profil 78 comments
[17.04.2016 - 14:34 Uhr]
SnakeTD:
Ich bin mir ziemlich unsicher, ob ich die App nutzen würde, gäbe es nicht die Platinmünzen. Ich denke sobald ich meine 1000 für das Zeldapuzzleding zusammen hab, wird's erstmal einschlafen. "Freunde" hab ich in der App auch nicht einen, da ich in meinem Bekanntenkreis bei fb, Twitter und sogar im echten Leben irgendwie der einzige Nintendofan bin. Aber was soll's, ich geh mal wieder Fragen beantworten.

Danke für das umfassende Review!
profil 25 comments
[18.04.2016 - 19:33 Uhr]
sandtigerhai:
mich stört, dass man freunde nur über fb oder oder twitter haben kann. alle freunde die ich aufm ds habe, sind weiter weg, sodass ich sie nicht lokal hinzufügen kann.
eine option den 3ds freunde code her zu nehmen wäre eine option... ansonsten hab ich die app zwar nutz sie aber irgendwie gar nicht XD
profil 349 comments
[19.04.2016 - 01:42 Uhr]
Rikaji:
ja finde die app auch nett, weil umsonst. ich spiele es auch hauptsächlich wegen den punkten. in 3-4 tagen sollte ich meine zweiten 1000 punkte zusammen haben für wario ware touched, das zelda picross hab ich schon.
freunde aus dem echten leben habe 10 im spiel. ein paar davon sind kaum aktiv, 2-3 sehr. mit einem hatte ich gar nicht so kontakt davor, aber er schreibt immer sehr lustige antworten, weshalb ich es auch halbwegs gern spiele. man kriegt halt punkte für spam :D
ich hoffe sie werten meinen wunsch nach einem neuen f-zero, wave race und 1080 aus xD

Um Kommentare zu schreiben, bitte oben einloggen oder jetzt Registrieren!