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Interview: SteamWorld Heist - Im Gespräch mit Julius Guldbog

Nicola Hahn, am 23.08.2015, Seite 1 von 2

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Nach Tower Defense und einem Buddelabenteuer geht die SteamWorld-Saga mit SteamWorld Heist abermals neue Wege. Mit dem nahenden Release im Herbst 2015 arbeitet das Entwicklerteam Image & Form auch bereits fleißig am nächsten Kapitel der etwas anderen Steampunk-Welt. Dieses Mal wird nämlich in Form eines rundenbasierten Strategiespiels geplündert, geschossen und um das nackte Überleben gekämpft. Auf der gamescom 2015 in Köln hatten wir die Gelegenheit, uns mit Julius Guldbog von Image & Form zu treffen, uns mit ihnen über SteamWorld Heist zu unterhalten und natürlich auch das neue Baby der Schweden anzuzocken.

Planet3DS: Hallo, Julius! Du bist bei Image & Form, den Schöpfern der SteamWorld-Reihe, als Community Manager tätig. Kannst du unseren Lesern euer neues Spiel SteamWorld Heist kurz beschreiben?

Julius Guldbog: Na sicherlich! SteamWorld Heist ist ein rundenbasiertes Strategiespiel. Man spielt als Piraten-Roboter, entert andere Raumschiffe und hofft dabei auf große Beute. Der Ablauf dabei ist… Naja, wie bei einem seitlich scrollenden Rundenstrategiespiel. Bewegt man seinen Charakter innerhalb des orangenen Bereichs (zeigt auf den Bildschirm, der den Laufweg des Charakters anzeigt), kann man die Figur im selben Zug bewegen und mit ihr schießen. Man kann natürlich auch sprinten, indem man sich weiter bewegt, allerdings sind andere Aktionen danach nicht möglich. Eine solide Basis-Taktik ist es, sich hinter Kisten zu verschanzen und die Gegner von dort aufs Korn zu nehmen – diese Kisten fangen nämlich Feindfeuer ab. Es ist aber auch möglich, durch Plattformen zu schießen oder durch Zielen mit dem Steuerkreuz Kopfschüsse zu platzieren.

Planet3DS: Klingt wie ein 2D-X-COM.

Julius Guldbog: Ja, es ist so ziemlich ein Mix aus Worms und X-COM, wobei Letzteres unsere größte Inspiration war. (Guldbog erklärt die Steuerung nochmal, während wir spielen - der abgefeuerte Schuss trifft auf eine Wand und wird von dieser wieder abgelenkt).

Planet3DS: Schüsse können also von Wänden umgelenkt werden?

Julius Guldbog: Richtig. Wie du gerade gesehen hast, können Kugeln am Boden und den Wänden abprallen, was ziemlich coole Trickschüsse ermöglicht. Man ist nicht zwangsweise darauf angewiesen, aber in einigen Situationen ist es mehr als hilfreich, den Feind aus einem anderen Winkel heraus attackieren zu können. Es gibt übrigens auch kein Friendly Fire, du kannst also problemlos durch deine Kameraden hindurchballern. (der nächste Schuss trifft den Hut des Gegners, welcher auf den Boden fällt) Hey, du hast seinen Hut erwischt!

Planet3DS: Plant ihr eigentlich auch einen Mehrspielermodus oder wird es ein reines Einzelspieler-Spiel?

Julius Guldbog: Momentan haben wir nur den Solo-Modus aber das kann sich womöglich noch ändern. Der Release im Herbst ist schon recht nah… Schauen wir mal. Die 3DS-Version wird jedenfalls zu Beginn wahrscheinlich nur den Einzelspieler-Modus umfassen. Während der Arbeit lassen wir uns aber stets großartige neue Inhalte einfallen. (der Character steht genau vor einem Gegner) Du bist jetzt genau in Nahkampfreichweite. Drücke R, um ihm mal so richtig eins auf den Deckel zu geben. Danach kannst du dir den kleinen Geldbeutel schnappen und über die Leiter dort zur Luke hinuntergehen.

Planet3DS: Was lässt sich mit dem gesammelten Geld anstellen?

Julius Guldbog: Man kann neue Waffenupgrades und Hüte erwerben sowie natürlich neue Charaktere anheuern. Letztere gibt es reichlich, allesamt mit verschiedenen Klassen und Fähigkeiten. (der Charakter betritt einen großen Raum mit vielen Gegnern) Hier ist es nicht verkehrt, sich hinter einem der Fässer zu verstecken und ein wenig Spaß mit den Feinden zu haben. An den Lebensbalken der Fässer kannst du erkennen, dass sie noch stabil sind. Sie fangen also einiges an Schaden ab, aber natürlich nicht alles – da verhalten sie sich ganz wie die Roboter.

Planet3DS: Verfügt nur der Captain über ein Laservisier? (andere Charakter müssen ihre Zielrichtung abschätzen um den Gegner zu treffen. Es gibt kein Zeichen dafür, ob man nun auf den Gegner zielt oder wo anders hin)

Julius Guldbog: Das liegt nicht am Captain, sondern daran, dass das Laservisier an seiner Waffe angebracht ist. Es gibt nur sehr wenige Waffen mit diesem Hilfsmittel, man muss also in der Regel einiges an Geschick mitbringen und manuell zielen. Es ist auch möglich, kritischen Schaden zu verursachen – indem man den Gegnern punktgenau in den Kopf schießt.


Planet3DS: Was passiert, wenn der Captain stirbt?

Julius Guldbog: Naja, es gibt hier keinen dauerhaften Tod oder so in der Art. Die Figuren sind schließlich Roboter, können also jederzeit erneut zusammengebastelt werden. Wenn also dann mal ein Charakter draufgeht und man zur Flucht ansetzt, sollte man seine Einzelteile einsammeln und sie später gegen eine Gebühr zusammensetzen lassen.

Planet3DS: Wie sind SteamWorld Dig und SteamWorld Heist eigentlich miteinander verbunden?

Julius Guldbog: Beide Spiele sind im selben Universum angesiedelt, allerdings ist etwas auf dem Planeten, auf dem SteamWorld Dig stattfand, vorgefallen. Deswegen mussten die Roboter ins Weltall fliehen. Dummerweise handelt es sich bei ihnen um dampfgetriebene Maschinen und im Weltraum kommt man nur schwer an Wasser heran. Nun versuchen alle möglichen Fraktionen, eine neue Ordnung zu schaffen, und man selbst reist als Weltraumpirat los, um die gestohlenen Wasserreserven zurückzuerobern. Da setzt das Spiel ein.

Planet3DS: Man verkörpert also unseren Helden, den Captain, der nach den Wasserreserven sucht?

Julius Guldbog: So ziemlich, ja. Da steckt aber natürlich noch mehr hinter. Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen aber das ist die Ausgangslage der Story. Auf deiner Reise wirst du viele verschiedene Fraktionen treffen. Man selbst gehört natürlich den Steam Bots an, den Guten. Dann gibt es da noch die Scrapper Bots, die Geißel des äußeren Randes. Einfach nur fiese, gemeine Roboter. Und jeder Charakter in deiner Truppe verfügt über verschiedene Eigenschaften, Klassen und kann ausgerüstet werden. Man darf sich also seinen Traumtrupp zusammenstellen.

Planet3DS: Verfügt man auch über eine Basis oder sowas in der Richtung?

Gulblog: Das eigene Raumschiff dient quasi als Basis und kann auch direkt zum Andocken an feindliche Schiffe genutzt werden. Man holt sie mit dem eigenen Kahn ein, dockt an, entsendet seine Truppen und schon zieht sich die Basis zurück. Man muss über das Fluchtdeck entkommen, wenn man auf sein Schiff zurückmöchte. Und natürlich darf man mit dem Kreuzer auch durch das All segeln, um Weltraum-Kneipen aufzusuchen und dort Drinks, Upgrades und neue Crew-Mitglieder einzukaufen. (wir treffen in einem Raum einen neuen Charakter, der von den Gegnern festgehalten wird) Hier siehst du einen Rekruten mit einer etwas anderen Waffe. Du kannst jetzt drei Roboter statt nur zwei befehligen und mit der linken Schultertaste zwischen ihnen wechseln.

Planet3DS: Wieviele Crewmitglieder kann man maximal ins Gefecht schicken?

Julius Guldbog: Wenn ich mich nicht irre, dürfen zwei bis fünf Teammitglieder gleichzeitig zu einer Mission aufbrechen. Es wird aber deutlich mehr zu rekrutieren geben, die alle über ihre eigenen Geschichten verfügen und so ihren Beitrag zur Spielwelt leisten. Wir haben sogar zwei Vollzeit-Autoren dafür in unserem Team. Sie schreiben sämtliche Textstücke und Dialoge und bringen auch richtig Humor rein. Was wir hier jedoch zeigen, ist erst einmal das reine Gameplay. Im finalen Spiel gibt es weitaus mehr zu entdecken.

Planet3DS: Diese roten Fässer sehen verdächtig explosiv aus, ganz wie in anderen Spielen…

Julius Guldbog: Du musst sie schon abschießen, um das herauszufinden.


Planet3DS: Sind die Level wie bei anderen Roguelikes auch zufallsgeneriert?

Julius Guldbog: Jepp, sie werden prozedural generiert. Sei also nicht überrascht, wenn du einen Level erledigst, später zurückkommst und er dann etwas anders als vorher aussieht. SteamWorld Heist hat als Roguelike angefangen, sich dann aber mehr in Richtung eines traditionellen Rundenstrategiespiels entwickelt. Das passte dann auch irgendwie so.

Planet3DS: (wir machen uns die Zerstörungskraft der roten Fässer zu Nutze) Gibt es noch weitere Explosionswaffen wie Granaten oder Artillerie?

Julius Guldbog: Aber natürlich!

Planet3DS: Schauen wir uns doch mal den Touchscreen an. Sind die Balken neben den Charakterporträts die Gesundheitsbalken?

Julius Guldbog: Exakt. Der Touchscreen ist sowas wie ein Inventar-Bildschirm und eine Minikarte zugleich. Man kann seine Teammitglieder auch über Touchbefehle auswählen. (Wir spielen weiter und erreichen langsam das Ende der Demo) Und am Ende der Veranstaltung gibt es einen Bosskampf.

Planet3DS: Erhalten wir nach der Mission Beute?

Julius Guldbog: Ja, aber man sammelt sie auch während der Mission schon ein. Außerdem gibt nach Abschluss eines jeden Auftrags Erfahrungspunkte und zusätzliche Fähigkeiten.

Planet3DS: Das Spiel soll also noch im Herbst 2015 erscheinen?

Julius Guldbog: Richtig.

Planet3DS: Kannst du uns vielleicht einen genaueren Releasemonat nennen?

Julius Guldbog: Wir arbeiten so schnell, wie wir können, damit wir das Spiel so bald wie möglich veröffentlichen können. Also vielleicht zwischen August und Dezember. Das ist die sicherste Antwort, die ich euch geben kann. Es ist aber sehr einfach, ein Spiel zu verschieben. Wir machen es aber schnellstmöglich fertig und sorgen dafür, dass es nach Plan kommt. Rechnet also nach wie vor mit dem Herbst.

Planet3DS: Was für Vorteile siehst du in der Entwicklung für den Nintendo 3DS im Vergleich zu anderen Plattformen?

Julius Guldbog: Der größte Vorteil ist die meiner Ansicht nach unglaublich leidenschaftliche Community. Einfach fantastisch! Und natürlich weiß Nintendo ein gutes Spiel stets zu schätzen – ganz wie jede andere Community auch. Was ich am 3DS richtig mag sind die ganzen Möglichkeiten für Entwickler. Man hat den 3D-Effekt, die Touch-Bedienung, Online-Funktionen. Man kann ganz sein eigenes Ding durchziehen. Außerdem erreicht man auf dem 3DS ein breites Publikum in verschiedenen Ecken der Welt. Wir haben SteamWorld Dig zuerst auf dem 3DS veröffentlicht – es ist mit Heist fast so, als wollen wir unseren Wurzeln treu bleiben.

Planet3DS: Wie sieht es mit der Story eigentlich genau aus? Du erwähntest ja bereits, dass das Spiel 100 Jahre nach SteamWorld Dig angesiedelt sei und die Dampfroboter den Planeten verlassen haben, um das All zu erkunden.

Julius Guldbog: Man kann mit Sicherheit sagen, dass sich die Roboter weiterentwickelt haben und irgendwas in SteamWorld passiert ist, das sie ins All trieb, wo verschiedene Fraktionen um die Vorherrschaft kämpfen. Einige wollen für Chaos und Anarchie sorgen. Inmitten all dieser verschiedenen Fronten kämpft man als rebellische Weltraumpiraten. Zu Beginn stiehlt eine der Fraktionen deine Wasservorräte, die Handlung entwickelt sich aber natürlich noch weiter. Man wird auf zahlreiche böse Roboter und auch neue Kameraden mit eigenen Geschichten und Gründen für ihren Aufbruch stoßen. Wir sind mit voller Kraft dabei, das auszuarbeiten. Das vorherige Spiel hatte einige Geschichten zu bieten, allerdings eher kleine. Diese hier wird wirklich, wirklich, wirklich grßer. Wenn ihr auf RPGs steht, werdet ihr das hier mögen.

Planet3DS: Kannst du unseren Lesern noch mehr über die Besonderheiten von SteamWorld Heist verraten?

Julius Guldbog: Eine Besonderheit ist, dass Heist ein runbenbasiertes 3D-Strategiespiel mit Skill-Fokus ist. Wenn eure Leser mit X-COM und Code Name S.T.E.A.M. vertraut sind: Ungefähr so kann man sich das vorstellen, nur eben in 2D. Was den Zufallsaspekt angeht: Wir wollen unseren Fokus wirklich auf das Geschick des Spielers legen, deswegen werden nur sehr wenige Aspekte ausgewürfelt. Wenn ihr also ein rundenbasiertes 2D-Strategiespiel für den 3DS sucht, habt ihr hier euer Spiel gefunden!


Planet3DS: Kannst du uns etwas zum Soundtrack erzählen?

Julius Guldbog: Die Musik wurde von der Steampunk-Band Steam Powered Giraffe komponiert. Das sind großartige dampfgetriebene Robo-Sänger!

Planet3DS: Warum veröffentlicht ihr SteamWorld Heist eigentlich nicht als Modulspiel?

Julius Guldbog: Naja, die Herstellungskosten sind ein ziemliches Hindernis und es würde die Veröffentlichung des Spiels auch mächtig nach hinten verschieben. Aber vielleicht irgendwann mal…

Planet3DS: Wie wäre es mit einer Sammlung, die SteamWorld Tower Defense, Dig und Heist beinhaltet?

Julius Guldbog: Eine großartige Idee! Aber leider gilt es immer noch Herstellungskosten, Versand und weitere Kostenfaktoren zu bewältigen. Es ist schlichtweg ein teures Unterfangen und als kleiner Entwickler macht man damit nur schwer Profit. Der eShop passt daher schon perfekt für unser Spiel.

Planet3DS: Kannst du uns erläutern, wie die Steampunk-Elemente im finalen Spiel in visueller Hinsicht implementiert werden?

Julius Guldbog: Wenn du dich allein schon umschaust, siehst du eine Menge Gas. Dann gibt es noch viele raue Farben, reichlich Metall und einen Mix aus Cowboys und Weltraumpiraten. Steampunk ist das Basisstil des Spiels, schlussendlich aber nur ein Teil davon. Alles in diesem Universum ist dampfbetrieben – sogar die Raumschiffe.

Planet3DS: Was hat es eigentlich mit den Cowboy-Hüten auf sich? Haben die einen besonderen Nutzen?

Julius Guldbog: Man kann die Cowboy-Hüte und Steampunk-Brillen sammeln. Es gibt da einen Gegenstand namens Zielbrille, die wie eine traditionelle Steampunk-Schutzbrille aussieht. Mit dieser kann man einfacher zielen. Sie bietet sogar einen Ziellaser, wenn ich mich nicht irre, wenn auch einen recht kleinen.

Planet3DS: Gibt es irgendwelche Gesundheitsupgrades, die man kaufen oder in den Leveln finden kann?

Julius Guldbog: Es wird Gesundheitsupgrades und Trank-ähnliche Gegenstände geben. Man hat immer die Möglichkeit, seine Energie aufzufrischen, indem man Items benutzt. Diese und auch die Upgrades lassen sich allesamt kaufen. Ferner lässt sich die Lebensenergie durch das Sammeln von Erfahrungspunkten erhöhen.

Planet3DS: Vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten. Auf bald!

Dieses Interview wurde von Alexander Schneider [Gardevoir ex] und Nicola Hahn [501.legion] für Planet3DS.de geführt


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2 Kommentare

profil 13 comments
[24.08.2015 - 08:37 Uhr]
Ghoma:
danke für das coole interview! freu mich schon auf das game :D
profil 3162 comments
[26.08.2015 - 11:45 Uhr]
Iwazaru:
Ik freu mir - Und ich bin auch noch Botschafter geworden :D
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