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Kolumne: E3 2015 - Ein kleiner Rückblick auf den Messewirbel

PortableGaming-Redaktion, am 23.06.2015, Seite 1 von 2

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Es war die Messe, bei der sich die Wünsche vieler Spieler endlich erfüllten. Wo die Big Player des Videogame-Business es richtig krachen ließen und damit auch geschickt über andere Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen konnten. Und es war eine Show, bei der wir spürbar mehr zu sehen bekamen – und zwar in Form von Pressekonferenzen diverser Hersteller, die ihr Programm bislang eher klein hielten. Spricht doch eigentlich für eine rundum gelungene E3, nicht wahr? Vor allem wenn wir auf die Besucherzahlen schauen, die 2015 etwa 3000 Köpfe mehr zählen als noch im Vorjahr.

Ein guter Anfang
Für die positive Grundstimmung sorgte der furiose Einstieg ins Konferenzengetümmel. Den Startschuss gab Nintendo mit einer kleinen Smash Bros.-Präsentation, die uns zwar dank eines Leaks im Vorfeld keine wirklich neuen Informationen gab und dennoch punkten konnte - wenn man mal von der Preisgestaltung der neuen Download-Inhalte für das Prügelspiel absieht, die für manch Fan mit Sicherheit etwas happig ausfallen. Am selben Abend folgte dann noch eine weitere Enthüllung im Zuge der Nintendo World Championships. Dort durften die Teilnehmer erstmalig Hand an Blast Ball anlegen, welches zu diesem Zeitpunkt noch nach neuer IP mit Metroid Prime-Anleihen aussah. Wenn wir damals nur geahnt hätten, was sich wirklich dahinter verbirgt…


Nachdem Bethesda in einer eigenen Konferenz in den deutschen Morgenstunden des Montags Fallout 4, ein neues Doom und Dishonored 2 präsentierte, machte sich Microsoft schon für den eigenen Auftritt bereit – immerhin kann die Xbox One, wie eigentlich jede der aktuellen Spielkonsolen, jeden Schub gebrauchen, den sie kriegen kann. Ein Herzenswunsch der Spielerschaft wurde dabei auch tatsächlich erfüllt: Das System wird demnächst abwärtskompatibel zu Xbox-360-Spielen, die sogar online spielbar sein sollen und von denen man Screenshots erstellen kann. Den kleinen Haken an der Sache verschwieg man natürlich, es sind nicht alle Titel vom Start weg kompatibel. Eine erste Listung zählte sogar gerade mal 18 Spiele – wo kurioserweise die von Ubisoft als Extra für Rainbow Six: Siege angekündigten Rainbow Six: Vegas-Teile fehlten. Natürlich kann und wird diese Liste noch mächtig erweitert werden, aber wenn man mal so auf die etwas widerspenstige und unzuverlässige Abwärtskompatiblität der Xbox 360 selbst schaut, stimmt mich das jetzt nicht unbedingt ultraoptimistisch. Insgesamt lieferte Microsoft aber eine rudimentär solide Show ab, hatte mit Halo 5, Gears of War und Konsorten auch einige große Namen im Portfolio und beeindruckte mit einer Augmented-Reality-Techdemo für Minecraft.

Erfüllte Träume und vermisste Personen
Auch EA und Ubisoft lieferten in etwa das, was man von den jeweiligen Leutchen erwartete, was im Fall A besonders viel Sport und im Fall B für Open-World-Spiele nach Assassin's Creed-Muster steht – die Communication-Tower-Reihe wird fortgesetzt! Richtig spannend wurde es dann allerdings mit der Sony-Konferenz, die für uns Deutsche zur nachtschlafenden Zeit um 3 Uhr ausgestrahlt wurde. Wer hier ein kleines bisschen Müdigkeit verspürte, bekam diese quasi auf dem Fuße ausgetrieben: Der Konsolenhersteller eröffnete mit der „Wiederbelebung“ von The Last Guardian, das jetzt für PlayStation 4 kommt. Oder eher kommen soll. Nach all der Zeit glaube ich erst an das Produkt, wenn ich es im Laden sehe. Nichtsdestotrotz ist es erfreulich, dass Sony den Titel wieder ein wenig ins Rampenlicht rückt. Und wer glaubt, dem könne man keinen mehr draufsetzen, wurde im Laufe der Konferenz eines Besseren belehrt. Square stellte einen Trailer für ein richtiges, echtes und tatsächlich in Entwicklung befindliches Remake von Final Fantasy VII vor und Yu Suzuki, der uns den Kultklassiker Shenmue für Segas Dreamcast brachte, war für die Ankündigung von Shenmue III am Start. Letztere wurde leider davon überschattet, dass es sich dabei trotz Sony-Sponsoring um eine Kickstarter-Kampagne handelt und sich damit eine kleine Kontroverse über die AAA-Nutzung der unabhängigen Crowdfunding-Plattform einfing. Fans wird’s aber wohl nicht stören, die erfreut mit aller Wahrscheinlichkeit eher, dass der böse Cliffhanger von Teil 2 nicht mehr den Endpunkt der Reihe darstellen wird.

Abseits dieser großen Knallerankündigungen lieferte Sony auch noch andere interessante Projekte wie beispielsweise Horizon und natürlich Uncharted 4 in petto, Handheldspieler werden allerdings eine Kleinigkeit vermisst haben: Die PS Vita. Schlappe zweimal wurde die Existenz des Gerätchens anerkannt. Das erste Mal, als Square vor der FFVII-Bombe noch World of Final Fantasy für PS4 und Vita ankündigte. Die zweite Erwähnung erfolgte in Form eines vielleicht fünfsekündigen Videoclips innerhalb einer großen PS4-Spieleschau. Sony beteuert zwar nach wie vor, dass man die Vita nicht aufgeben werde, aber was sollen sie denn auch sonst tun? Als Hersteller können sie schließlich schlecht sagen: „Jepp, die Vita ist tot. Das war's. Danke fürs Spielen!“ Aber nicht einmal mehr Indie-Spiele für das System wurden großflächig vorgestellt. Eine äußerst beunruhigende Entwicklung.


Wo wir schon mehrfach über Square Enix gesprochen haben: Der Trupp war ebenfalls mit einer eigenen Pressekonferenz dabei, die gleichermaßen für weit geöffnete Augen sorgte – zumindest in Teilen. Einige Knaller wie das Final Fantasy VII-Remake, das neue Hitman und Deus EX: Mankind Divided wurden ja bereits anderorts präsentiert, dass wir aber je ein neues NieR sehen werden, obwohl sich der erste Teil so ganz und gar nicht anständig verkaufen konnte, hätte ich nie zu träumen gewagt. Stilecht trat Produzent Yoko Taro auch mit dem Antlitz von Emil aus Teil 1 auf, stets darauf bedacht, sein Gesicht auch ja verborgen zu halten. Besser noch: Das neue NieR wird vom renommierten Studio PlatinumGames entwickelt, das sich auf dieser Messe ohnehin als fleißige Entwicklermaschine zeigte. Da waren Spielszenen aus Kingdom Hearts 3, die Square Enix natürlich schelmisch NACH einem Smartphone-Kindgom Hearts präsentierte, oder die im Vorfeld bereits angekündigte Abwesenheit von Final Fantasy XV für manch Fan nur noch Nebensache.

Ist das noch zu toppen?
Und damit kommen wir zum vom Publikum ernannten Sorgenkind dieser Messe: Nintendo. Deren Digital Event lief eine Stunde vor der Square-Show und angesichts des Feuerwerks von Sonys Seite versprach man sich große Ankündigungen. Besonders wenn man bedenkt, dass Titel wie Sonic Boom: Fire & Ice, Little Battlers eXperience und Bravely Second: End Layer ganz ohne großes Trara noch im Vorfeld der Messe vorgestellt wurden – also müssen da ja ein paar richtige Musterexemplare dabei sein, nicht wahr? Leider wurde Nintendo diesen Erwartungen so gar nicht gerecht. Klar gab es weitere Szenen aus Xenoblade Chronicles X, #FE, Fire Emblem Fates und Yoshi's Woolly World zu sehen, viele der gezeigten Titel wurden sogar mit genaueren Releasedaten versehen, aber die wirklich große Überraschung fehlte einfach. Oder zumindest eine positive Überraschung, denn Metroid Prime: Federation Force für den 3DS, zu dem übrigens auch das eingangs erwähnte Blast Ball gehört, kam bei den Spielern alles andere als gut an – wohl auch, weil es das erste Metroid-Spiel seit fünf acht Jahren ist und Fans dementsprechend deutlich mehr wollten als ein auf Multiplayer ausgelegtes Spinoff mit Knuddeloptik. Die oben aufgeführten Ankündigungen im Vorfeld fehlten dann übrigens auch komplett während der Präsentation – was zumindest im Falle von Bravely Second für den 3DS und Project Zero 5: Priesterin des schwarzen Wassers für Wii U doch irgendwie weh tut. Apropos Wii U: Gerade für dieses schwächelnde System fehlte eindeutig etwas mit Wumms. Klar präsentierte man gleich zu Beginn Star Fox Zero, das augenscheinlich auch die Inspiration für das wortwörtliche Muppet-Theather während des Digital Events war und übrigens von den fleißigen Bienchen bei PlatinumGames mitentwickelt wird, aber wirkte das in den gezeigten Spielszenen noch etwas steril und nicht so groß, wie es Nintendo zurzeit eigentlich nötig hat. Man merkt, dass die Abwesenheit des stärksten Zugpferdes – also Zelda - ein klaffendes Loch bei der diesjährigen Präsentation hinterließ.


Heißt das jetzt, dass Nintendos Messeauftritt ein kompletter Schuss in den Ofen ist? Absolut nicht! Ähnlich wie im letzten Jahr war das Team vom Nintendo Treehouse auch mit täglichen Livestreams am Start, um die im Zuge des Events vorgestellten Spiele und noch einige mehr ausführlich vorzustellen. Hier kamen dann auch Kandidaten zum Zuge, die nicht in die erste Show passten – selbst ein paar Indie-Titel wie SteamWorld Heist von Image & Form waren dabei zu sehen. Dieses lebhafte Programm, von dem wir uns bereits im Vorjahr mehr gewünscht hatten, rettet damit auch eigenhändig Big Ns schwache Kernvorstellung. Blöd nur, dass die Augen der Zocker natürlich eben auf Letzteres gerichtet waren und man sich deswegen allerlei Häme gefallen lassen muss.

Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Anders als die anderen Konsolenhersteller verfügt Nintendo über eine halbwegs regelmäßige, etablierte Show, bei der wir in Videoform mit neuen Informationen versorgt werden. Dementsprechend kann da in den kommenden Monaten noch einiges für beide Systeme anstehen, zumal die Firma ja eh zu eher kurzfristigen Ankündigungen tendiert – auch wenn das zur Folge hat, dass der Terminkalender so manches mal arg leer erscheint. Insofern hoffen wir das Beste, wünschen Nintendo alles Gute und feiern eine von solchen Unschönheiten abgesehen gelungene E3!

Völlig aus dem Schlafrhythmus: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PortableGaming.de

Umblättern nicht vergessen! Auf der nächsten Seite findet ihr unsere persönlichen Abrechnungen mit dem diesjährigen E3-Programm.


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1 Kommentar

profil 3150 comments
[24.06.2015 - 14:51 Uhr]
Iwazaru:
Schade, dass Nintendo viel bei Directs verpulvert hat. Dass da einiges aus bleibt bei der E3 war absehbar. Trotzdem insgesamt eine tolle E3 und auch die Treehouse-Szenen haben einen besseren Einblick in einige Nintendo-Spiele geliefert, als das die Trailer erstmal haben.
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