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Kolumne: Paris - Der Reisebericht eines Pokémon-Freaks

Alexander Schneider, am 21.06.2014, Seite 1 von 2

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Der Reisebericht | Die Fotogalerie


Mitte Mai berichteten wir über die zeitnahe Eröffnung des ersten Pokémon Centers in Europa. In Paris, der französischen Hauptstadt, sollte das idyllische Merchandise-Paradies vom 04. bis zum 21. Juni seinen Platz finden. Natürlich war es schon damals schade, dass der Laden nur begrenzt geöffnet sein würde, doch ein Pokémon-Freak wie ich konnte sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Zumal Paris auch noch eine meiner absoluten Lieblingsstädte ist! Die Reise sowieso schon lange erträumt und das Pokémon Center vor Augen - wenn nicht jetzt, wann dann? Meine Freundin, ebenso großer Pokémaniac wie meine Wenigkeit, und ich buchten also eine Busreise in die weltbekannte Metropole. Busreise? Das hört sich erst einmal etwas beschwerlich und unkonventionell an, doch dies war im ersten Augenblick die unkomplizierteste Möglichkeit und auch finanziell nicht so schwer zu stemmen. Ein paar Wochen später folgte eine Reise, die ein Leben lang in meinem Kopf herumspuken wird! Wer also möchte mit meinen Erinnerungen auf eine Reise in die wohl geschichtsträchtigste Stadt überhaupt gehen? Bienvenue en France!

Ankunft im sonnigen Frankreich
Das Pokémon Center war ja nun bereits knapp eine Woche lang geöffnet, als wir Paris erreichten. Die Nachrichten, die im Internet kursierten, erheiterten unsere Gemüter nicht wirklich: So seien alle Plüschtiere ausverkauft, auch Tassen gäbe es keine mehr und T-Shirts seien nur noch in Kindergrößen verfügbar. Nun denn, etwas geknickt aufgrund dieser Gerüchte und noch viel müder wegen einer schlaflosen Fahrt durch die Nacht kamen wir am Morgen des 12. Juni in Paris an. Nach einer Stadtrundfahrt, die von der Notre-Dame über den Eiffelturm bis hin zum Arc de Triomphe alles umfasste, was es in Paris an bedeutsamen Sehenswürdigkeiten gibt, fanden wir uns im Hotel wieder. Die Taschen hingeschmissen, kurz ins Bad - und dann sollte es ja schließlich auch losgehen! Keine Zeit zu verlieren. Das Pokémon Center liegt in der etwas versteckten "rue des Halles", welche mit der überaus praktischen Pariser Metro in etwa 35 Minuten zu erreichen war. Die Erwartungen waren sehr gedämpft, da wir den Berichten über die Lage im Pokémon Center Glauben schenkten, doch immerhin mussten wir nicht - wie viele andere Pokémaniacs, die in den ersten Tagen nach der Eröffnung kamen - stundenlang anstehen. Nachdem vor dem Gebäude ein paar Fotos geschossen wurden, enterten wir auch schon den Laden. Und was sahen wir? Es wurden sehr wohl noch Plüsch-Taschenmonster zum Kauf angeboten. Der Kauf war zwar auf ein Exemplar beschränkt, das sollte uns jedoch nicht am Erwerb hindern. Also, alles nur Panikmache im World Wide Web? Teils, teils. Die originalen Pokémon Center-Plüschtiere schienen wirklich ausverkauft zu sein, stattdessen sorgten die Betreiber für Ersatz in Form von Plüschfiguren der Marke Tomy.


An dieser Stelle muss ich die verantwortliche Pokémon Company rügen, so sehr ich sie ansonsten für all ihre Meisterwerke und Leistungen schätze und liebe: Hier wurde es schlicht und ergreifend versäumt, für einen ausreichenden Vorrat an Artikeln zu sorgen, nicht umsonst war der Großteil des Merchandises schon nach wenigen Tagen vollkommen vergriffen. Warum man da wohl geschlafen hat? Angeblich habe es seitens der Hersteller "Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen" gegeben. Das mag ja durchaus stimmen, doch hätte man schon Monate im Voraus dafür sorgen können, dass solche Schwierigkeiten und Engpässe gar nicht erst entstehen. Man hat ja wohl lange genug gewusst, dass man ein Pokémon Center in Paris eröffnen möchte, oder etwa nicht? Die Verantwortlichen haben scheinbar nicht an einen großen Erfolg in Europa geglaubt, und genau das ist ihnen vorzuwerfen. Wie kann man einen solchen Andrang nicht erwarten, wenn man die herausragenden Verkaufszahlen der letzten Pokémon-Editionen betrachtet? Die Planung ist jedenfalls überhaupt nicht durchdacht und eher altertümlich als solch einem großen Unternehmen und Event angemessen. Trotz allem muss ich natürlich den mittlerweile herbeigeschafften Ersatz loben - die Tomy-Artikel sind allesamt von höchster Qualität und sehen ebenso niedlich aus! Der Ärger verflog also, als meine Freundin sich ihr Fynx schnappen konnte und ich mir mein Froxy. Ein paar andere Artikel, die es zum Glück noch gab, haben wir uns ebenfalls unter den Nagel gerissen, um dann alles zusammen zu bezahlen.

Was macht man wohl im Pokémon Center? Klar, kämpfen!
Nun wollten wir uns selbstverständlich ein wenig im Laden umschauen, denn wir waren ebenso gespannt auf die Verteilung des Event-Vivillons und die Ausstellung, die vor allem in der Etage unter uns präsentiert wurde. Nachdem wir uns jeweils zwei Vivillons (jeder hatte sowohl Pokémon X als auch Pokémon Y mit dabei) gesichert haben, wurde ich auch schon angesprochen. Natürlich von der Seite und ganz genau so, damit ich es nicht vorausahnen kann. Etwas überrascht blickte ich dem jungen französischen Herrn, der mich umgehend zum Kampf aufforderte, ins Gesicht. Seine prompte Herausforderung nahm ich natürlich ohne zu zögern an, und schon befanden wir uns in einem 3 vs. 3-Kampf. Ich begann mit meinem Mega-Scherox, welches mir schon viele Kämpfe gewinnen konnte, und mein Gegner schickte ein Mega-Simsala in den Kampf. Tja, da seine "Hypnose" daneben ging und somit verpuffte, war der Kampf schon früh in die richtigen Bahnen gelenkt und somit entschieden - die Kombination aus "Schwerttanz" und "Patronenhieb" wirkte also einmal mehr. Immerhin besitzt "Patronenhieb" eine erhöhte Priorität von +1 - sollte euer Gegenüber also eine Attacke mit einer niedrigeren Priorität einsetzen, wird "Patronenhieb" immer als Erstes angreifen dürfen, völlig unabhängig von der Initiative der teilnehmenden Pokémon. Und so war es nach wenigen Sekunden schon vorbei... Schade nur, dass der Herr, der eben noch mein Gegner war, seinen 3DS nach dem Kampf sofort ausschaltete, sodass der Sieg nicht gewertet werden konnte. Und auch seinen Freundescode wollte er mir nicht überlassen...

Hier fühlt man sich wie in Kalos!
Man kann die Ausstellung im unteren Bereich des Pokémon Centers getrost Bildergalerie nennen, denn viel mehr gibt es dort nicht zu sehen. Dies ist beileibe kein Makel, denn die Konzeptskizzen und bisher unveröffentlichten Artworks, die man dort zu sehen bekommt, sind wahrlich einen Blick wert! Die Konzeptskizzen selbst zeigen vor allem Gebäude aus der Kalos-Region, etwa den Prismaturm, den man in Illumina City antreffen kann, oder auch das Innere des Hauses, in dem die eigene Spielfigur ihr Abenteuer beginnt. Ein sehr interessanter Blick hinter die Kulissen, da man die Orte hier aus ganz neuen Perspektiven zu Gesicht bekommt! Allerdings war das noch nicht alles, denn auch mit Artworks zu einzelnen Pokémon kann man hier aufwarten. Ganz gleich, ob Groudon, Piondragi oder Darkrai - hier wird jeder Geschmack bedient! Und unter manchen Bildern fand sich sogar die Unterschrift der jeweiligen Designer wieder. Für Pokémon-Fans eine interessante Reise durch alle Zeiten der Taschenmonster-Historie! Am Ende der Galerie konnte man nicht nur TV-Bildschirme bestaunen, die Szenen aus allen bisher erschienenen Pokémon-Editionen abspielten, sondern auch eine Nachricht von Junichi Masuda, dem Director der Pokémon-Editionen: "Hier ist was los! Pokémon Center Paris! Vielen Dank, Frankreich! Schönen Tag!" - so zumindest der Wortlaut der Übersetzung, die ich einst im Internet finden konnte. Kurz darauf mussten noch ein paar Fotos geschossen werden und schon sollte der lang erwartete Besuch des französischen Pokémon Centers Geschichte sein. Ein wenig schnell nach meinem Erachten, wo man sich doch zuvor wochenlang auf diesen Tag gefreut hatte - doch so viel Zeit wie die Spieler, die es sich dort in einer kleinen Sitzecke gemütlich gemacht haben, hatten wir leider nicht. Immerhin alles gesehen - mission completed!

Paris: Die schönste Stadt der Welt...
Darüber, dass wir nach unserem Aufenthalt im Pokémon Center noch ein nahegelegenes Restaurant besuchten, muss ich hier wohl keine Worte verlieren. Viel eher sollte ich ein wenig von Paris schwärmen, denn ich habe diese Stadt beileibe nicht nur wegen des Pokémon Centers besucht. Paris an sich bietet hunderte Gründe, sich in diese einmalige Stadt zu verlieben. Ganz gleich, ob es die endlosen Sehenswürdigkeiten sind, die man überall in der Stadt bewundern kann, oder die zahllosen Geschäfte zum Shoppen - hier kommt ganz sicher jeder Einzelne auf seine Kosten. Ganz zu schweigen von der Atmosphäre, die sich dort bei Nacht bietet, wenn der Eiffelturm funkelt und die Gebäude im hellsten Lichterglanz erstrahlen!


Aber bleiben wir mal lieber im Programm: Schon am nächsten Tag bot sich uns die Gelegenheit, das ehrwürdige Schloss Versailles und seine wunderschönen Schlossgärten zu besichtigen. Das Schloss, vor allem als Sitz des Sonnenkönigs Ludwig XIV bekannt, bietet eine prächtige Kulisse für Fotos, eignet sich aber auch als Informationsquelle, wenn man sich für die damaligen Verhältnisse der Monarchie interessiert. Noch immer ist Versailles eine der größten Palastanlagen Europas und ganz sicher einen ausgiebigen Besuch wert. An dieser Stelle machen wir wieder einen kleinen Schlenker zur Kalos-Region, denn der Magnum-Opus-Palast aus Pokémon X/Y ist ganz sicher an das Schloss Versailles angelehnt. Jedenfalls konnten die Entwickler den Charme des realen Schlosses perfekt einfangen! Den Nachmittag dagegen widmeten wir der wohl bekanntesten Kathedrale der Welt: Notre-Dame de Paris. Ganz abgesehen davon, dass die Seineinsel Île de la Cité sowieso schon wunderschön ist, überragt dieses Gotteshaus im gotischen Stil alles andere. Man mag von Religionen halten was man will, aber die Architektur dieses Meisterwerks ist absolut erhaben und zauberhaft. Wenn man vom Äußeren der Kathedrale ebenso angetan ist wie ich, dann sollte man sich auch in die Schlange stellen und warten, bis man in den Innenraum gelassen wird, denn auch dieser besticht mit seinen aufwändigen, majestätischen Fenstern. Am Tag darauf - das nehme ich schon mal vorweg - haben wir uns aufgemacht, um auf die Türme der Kathedrale zu gelangen. Da das Anstellen dafür ebenso zeitaufwändig ist, sollte man ein wenig Zeit mitbringen. Der Blick auf die Wasserspeier von Notre-Dame und auf die gesamte Stadt ist aber jede Sekunde des Wartens wert! Am Abend zog es uns dann noch für etwa zwei Stunden in den Louvre, wo wir uns die Mona Lisa und viele andere Kunstwerke der italienischen, aber auch spanischen Historie ansahen.

Schmerzvolle Erfahrungen
Nein, mit dem Titel dieses Abschnitts ist nicht etwa der Abschied von der Metropole gemeint, sondern das jähe Ende des gut gelaunten Aufenthalts in Frankreich. Dieses wurde dadurch begünstigt, dass ich schlicht und ergreifend mitten auf der Straße mit dem Fuß umgeknickt bin, was an eben diesem zweiten und am letzten Urlaubstag für nicht gerade geringfügige Schmerzen beim Laufen (wenn man das noch so nennen konnte) und bis heute für einige Arztbesuche sorgte. Am letzten Tag mussten wir uns also mit einem schmerzhaften Ausflug zum Schloss Fontainebleau begnügen, obgleich dieses ebenso schön ist wie das Schloss Versailles. Am Nachmittag dagegen musste ein Blick auf den Tour Montparnasse und der schon beschriebene Gang auf die Türme von Notre-Dame reichen, ehe der Tag in den Cafés der Innenstadt ausklang. Nach einer kurzen Bootsfahrt über die romantische Seine und einer weiteren Fahrt durch das nächtliche, lichttrunkene Paris sollte es dann wieder nach Deutschland gehen. Und eines sei gewiss: Hier war ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal!

Das Pokémon Center in der Nachbetrachtung
Manch einer mag sich nun fragen, ob sich der Besuch des Pokémon Centers gelohnt hat oder sogar noch immer lohnen würde, wäre es weiterhin geöffnet. Um diese Frage zu beantworten, muss sich jeder selbst die Frage stellen, zu welcher Gruppierung man gehört: Ist man beinharter Pokémon-Fan oder oberflächlicher Betrachter der Materie? Für erstere ist der Besuch absolut empfehlenswert, da zumindest bei unserem Besuch noch Merchandise erhältlich war. Zudem gibt es ja auch noch die Ausstellung und den Vivillon-Download. Einziger Kritikpunkt ist der mickrige Warenbestand im Vergleich zu den japanischen Pokémon Centern und die seltsame Planung der Betreiber. All diejenigen, die sich ohnehin problemlos in Geduld üben können, sollten also vielleicht abwarten, bis es die Pokémon Center fest auf unseren Kontinent schaffen - denn der Erfolg der Pariser Filiale könnte genau das zur Folge haben! Wenn das mal kein Grund zur Freude wäre...

Pokémon-Außenreporter im Einsatz: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Weitere Bildeindrücke aus Paris gefällig? Hier entlang geht's zur Foto-Galerie!


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5 Kommentare

profil 345 comments
[21.06.2014 - 23:51 Uhr]
Lemon96:
Interessanter Bericht!
Ich hoffe auch, dass der Pokémon Center in Paris nur der Anfang war und schon bald in mehreren europäischen Großstädten weitere aus dem Boden schießen werden. Auch wenn ich im Allgemeinen nicht so der Merchandise-Fan bin, hätte es schon was, dort mal offizielle Plüschis zu kaufen.
profil 262 comments
[22.06.2014 - 13:51 Uhr]
Mitsurugi:
Also ich, fände es schon echt Cool , wenn es der pokemon-Center, zu uns schaffen würde. X)
profil 99 comments
[23.06.2014 - 00:21 Uhr]
E39freak:
wir waren gleichzeitig in Paris :D Wir hatten uns aber "nur" einen Tagestrip gegönnt. Ich persönlich finde es wirklich amateurhaft, dass von Anfang an nicht für genug Fanstuff gesorgt wurde. Ich muss auch sagen ich hab die Lust an Paris nach ca. 20 Minuten schon verloren. Überladene, überrannte chaotische Stadt, mit nervenden Touristenverarschern, ABER wunderschönen Sehenswürdigkeiten - die aber auch überrannt sind xD
profil 149 comments
[23.06.2014 - 09:48 Uhr]
Mamagotchi:
Ich bin nicht hingefahren. Hatte zwar genau in dem Zeitraum Urlaub, aber irgendwie konnte ich mich nicht recht aufraffen.
Ich denke zwar eher nicht, dass es in Europa bzw Deutschland künftig dauerhaft Pokemon-Center geben wird, aber wenn, dann würde ich mir eh lieber Poke-Cafés wünschen, wo man bei einer ruhigen Tasse Kaffe das ein oder andere Match bestreiten kann. Aber das wird wohl nie passieren ;-(.

PS: Falls wer ein Despotarnit für mich übrig hat, könnte er sich bei mir melden. Danke!
profil 3144 comments
[23.06.2014 - 15:34 Uhr]
Iwazaru:
Wären alle CEnter so wie die in Japan, dann würde ich hoffen, dass die im Westen wirklich Wurzeln schlagen. Es sind aber irgendwie nur "Läden". Das wirkt nicht wie ein richtiges PKMN-Center auf mich. Weder die in den USA noch das Ding in Paris. SCHADE!
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